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Mäßiger SF-Thriller mit Starbesetzung Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Mittwoch, 20 Dezember 2017
 
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Supernova
Originaltitel: Supernova
Produktionsland/jahr: USA 2000
Bewertung:
Studio/Verleih: Hammerhead Productions/MGM
Regie: Walter Hill
Produzenten: U.a. Daniel Chuba, Jamie Dixon & Ash R. Shah
Drehbuch: David C. Wilson
Filmmusik: David C. Williams
Kamera: Lloyd Ahern II
Schnitt: Melissa Kent & Michael Schweitzer
Genre: Science Fiction/Thriller
Video-Premiere Deutschland: 09. November 2000
Kinostart USA: 14. Januar 2000
Laufzeit: 90 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 16
Trailer: YouTube
Kaufen: DVD
Mit: James Spader, Angela Bassett, Robert Forster, Lou Diamond Phillips, Peter Facinelli, Robin Tunney, Wilson Cruz, Eddy Rice Jr., Vanessa Marshall u.a.


Kurzinhalt: Das Rettungsschiff Nightingale empfängt einen Notruf von der Eisminenkolonie auf dem entlegenen Mond Titan 37. Mit Hilfe ihres Dimensionssprung-Antriebs sind sie praktisch augenblicklich vor Ort, allerdings kam es dabei zu einer Fehlfunktion einer der Kabinen, und ihr Captain kommt ums Leben. Beim Mond angekommen erkennen sie, dass die Sonne des Systems in 17 Stunden zu einer Supernova wird. Fast ebenso lang wird es dauern, bis der Dimensionsantrieb wieder funktionsfähig ist – das Zeitfenster für ihre Flucht ist somit überaus knapp bemessen. Kurz nach ihrer Ankunft im System steigt ein Schiff von der Kolonie auf. An Bord befindet sich neben dem einzigen Überlebenden der Katastrophe auch ein geheimnisvolles Artefakt, das außerirdischen Ursprungs zu sein scheint. Dieses beginnt schon bald, Einfluss auf Mitglieder der Crew zu nehmen. Und auch der von ihnen gerettete Überlebende verbirgt ein düsteres Geheimnis. Als die Besetzung der Nightingale dann endlich erkennen, in welcher Gefahr zu schweben, ist es fast schon zu spät…

Review: Szenenbild. Die Produktionsgeschichte von "Supernova" ist eigentlich spannender als der Film selbst. Gegen den Willen von Regisseur Walter Hill wurde eine frühe Fassung mit unfertigen Effekten einem Testpublikum vorgeführt, das dem Film – wenig überraschend – vernichtende Kritiken ausstellte. Da man Walter Hill nicht das Geld geben wollte, um seine ursprüngliche Vision zu verwirklichen und den Film fertig zu stellen, verließ dieser das Projekt, und man holte Jack Sholder an Bord, der eine völlig neue Schnittfassung anfertigte, und auch einige neue Szenen drehte. Als auch seine Schnittfassung in Testscreenings nicht merklich besser abschnitt, wandte sich MGM an Francis Ford Coppola – ja, den Francis Ford Coppola – um zu retten, was zu retten ist. Daraufhin werkelte auch dieser an dem Film herum, schnitt Szenen heraus, veränderte andere (so wurde z.B. die Sex-Szene zwischen Bassett und Spader hinzugefügt, in dem man Aufnahmen von Facinelli und Tunney heranzog, die Gesichter austauschte und Tunney digital einfärbte). Als auch diese Fassung nicht die Zustimmung des Testpublikums fand, gab MGM schließlich auf, und veröffentlichte ihn im Januar 2000 – zwei Jahre nach Fertigstellung der ersten Fassung.

Ich bin ja ein Freund von alternativen Fassungen und insbesondere Director's Cuts – was nicht heißt, dass ich diese notwendigerweise immer als besser erachte als das ursprüngliche Produkt (siehe "Exorzist – Der Anfang" und "Dominion – Der Anfang des Bösen"). Insofern würde ich mir ja wünschen, dass auch Walter Hill (wie z.B. Brian Helgeland bei "Payback") noch die Gelegenheit bekommen wird, seine ursprüngliche Version fertigzustellen. Vorerst müssen wir uns jedoch mit jener Fassung begnügen, an der gleich drei Regisseure herumgefuhrwerkt haben. Wobei ich ihm immerhin zugestehen muss, dass man dem Film eben dies gar nicht mal anmerken würde. Da gibt es einige Filme von nur einem Regisseur die deutlich inhomogener wirken. Generell ist "Supernova" zwar schwach, aber nicht furchtbar. Die Weltraumszenen – vor allem rund um die Anomalie – können sich absolut sehen lassen, die Musik ist sehr stimmungsvoll und macht von Anfang an deutlich, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, die Sets sind aufwändig gestaltet, und vor allem auch die hochkarätige Besetzung reißt viel heraus. Vor allem James Spader (der hier extrem durchtrainiert ist, was in Kombination mit seiner ohnehin schon sexy Ausstrahlung alle heterosexuellen Frauen und homosexuellen Männer in Verzückung setzen sollte) wertet den Film mit seiner engagierten Performance auf, aber auch Angela Bassett schlägt sich wacker. Die später dem "Mentalist" zur Seite stehende Robin Tunney zeigt vollen Körpereinsatz, Robin Forster schaut für einen kurzen Gastauftritt vorbei, und der spätere "Stargate: Universe"-Crewmitglied Lou Diamond Phillips sammelte hier schon mal Genre-Erfahrung. Einzig Peter Facinelli sticht insofern ein bisschen negativ heraus, als er zwar grundsätzlich ebenfalls eine solide Performance zeigt, es ihm als Bösewicht aber an der notwendigen Bedrohlichkeit fehlt.

Szenenbild. Von gut ist der Film aber natürlich trotzdem weit entfernt. Bereits der Einstieg irritiert, sind dort die Probleme der Produktion doch am offenkundigsten. So geht man ohne Intro, ohne Titeleinblendung und ohne Credits gleich in medias res, und wird der Zuschauer ohne jegliche Vorbereitung mitten ins Geschehen geworfen. Die Figuren werden uns nur sehr rudimentär vorgestellt und hinterlassen daher kaum Eindruck. Dementsprechend ist es einem auch ziemlich egal, wenn sie in der zweiten Hälfte des Films dann nacheinander abkratzen. Es gibt ein paar ziemlich unfreiwillig komische Momente, wie z.B. wenn man die Sexszene von Danica und Karl mit Yerzys "Erkundung" des Objekts gegenschneidet. Der zentrale Twist des Films ist zudem viel zu offensichtlich. Auch das Ende – eines von vieren, die im Verlauf der langwierigen Produktion für ihn angefertigt wurde – sticht negativ heraus. Zumindest hier hätte ich Hills ursprünglichen, deutlich düsteren Entwurf definitiv vorgezogen. Der größte Kritikpunkt ist aber wohl die Veränderung, die Karl durchläuft. Seine spätere Maske sieht einfach nur scheiße aus, und macht den Showdown, der eigentlich spannend hätte sein sollen, vielmehr unfreiwillig komisch. Potential war aber vorhanden – weshalb ich es doch schade finde, dass Walter Hill nie die Gelegenheit bekam, seine ursprüngliche Vision zu verwirklichen.

Fazit: War Walter Hills Vision von vornherein zum Scheitern verurteilt, oder wurde er, so wie der Film, ein Opfer der Einmischung des Studios? Genau werden wir es wohl nie erfahren. Das Endergebnis welches letztendlich nach dem jahrelangen, schwierigen Produktionsprozess auf die Science Fiction-Fans losgelassen wurde, ist jedenfalls ein doch eher frustrierendes Erlebnis. Die hohe Produktionsqualität, die ansehnlichen Effekte, die interessante Grundidee, einzelne nette Einfälle sowie die hochkarätige Besetzung spießen sich mit einem etwas gar holprigen und plötzlichen Einstieg, einigen vorhersehbaren Offenbarungen und Entwicklungen, ein paar dämlichen Aktionen der Protagonisten, der mangelnden Spannung, dem schwachen – und zum Ende hin unter miesem Make-Up leidenden – Bösewicht, sowie einem unpassend wirkenden und doch eher unfreiwillig komischem Ende. Hab' ich als Genre-Kenner schon schlimmeres gesehen? Sicher. Ebenso sicher ist aber auch, dass "Supernova" – egal wem man dafür nun die Schuld geben will – das vorhandene Potential leider bei weitem nicht ausschöpft. Die gute Besetzung und die ansehnlichen Effekte machen ihn für Genre-Fans aber zumindest anschaubar.

Wertung:4 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2000 MGM)


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