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Planet der Affen: Survival Drucken E-Mail
Gelungener Abschluss der Prequel-Trilogie Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Donnerstag, 10 August 2017
 
 
Planet der Affen: Survival
Originaltitel: War for the Planet of the Apes
Produktionsland/jahr: USA 2017
Bewertung:
Studio/Verleih: Chernin Entertainment/20th Century Fox
Regie: Matt Reeves
Produzenten: U.a. Peter Chernin, Dylan Clark, Rick Jaffa & Amanda Silver
Drehbuch: Matt Reeves & Mark Bomback
Filmmusik: Michael Giacchino
Kamera: Michael Seresin
Schnitt: William Hoy & Stan Salfas
Genre: Science Fiction/Action
Kinostart Deutschland: 03. August 2017
Kinostart USA: 14. Juli 2017
Laufzeit: 140 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 12
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD, Soundtrack
Mit: Andy Serkis, Woody Harrelson, Steve Zahn, Amiah Miller, Karin Konoval, Terry Notary, Ty Olsson, Michael Adamthwaite, Gabriel Chavarria, Judy Greer, Sara Canning, Toby Kebbell u.a.


Kurzinhalt: Die Affen haben vor, sich abseits der Wälder, wo sie in regelmäßigen Abständen von den Menschen angegriffen werden, ein neues Zuhause zu suchen. Doch noch bevor sie aufbrechen können, führt ein skrupelloser Colonel einen Angriff auf ihr Camp an, bei dem zahlreiche Affen ihr Leben verlieren. Caesar schwört ihm bittere Rache. Während sich der Großteil der Affen in ihre neue Heimat begeben, bricht Caesar mit seinen engsten Vertrauten auf, um den Colonel zur Strecke zu bringen. Auf ihrer Reise treffen sie nicht nur auf ein junges Mädchen, dass die Fähigkeit verloren hat, zu sprechen, sondern auch auf einen Schimpansen, der sich seit dem Ausbruch des Affenvirus vor den Menschen versteckt hält. Gemeinsam begeben sie sich zum Lager des Colonels. Dort jedoch gerät Caesar, so wie seine gesamte Horde, in Gefangenschaft…

Review: Szenenbild. Vorab: Während ich zu meinem Review und meiner Wertung zu "Prevolution" nach wie vor stehe, war ich bei "Revolution" wohl doch etwas zu streng. Ich fand den Film bei der Zweitsichtung (zur Vorbereitung auf "Survival") noch einmal um einiges besser. Die Stärken, insbesondere der Handlungsaufbau mit der wichtigen Message zu Aufrührern, und wie diese Individuen die beiden Seiten in einen leicht vermeidbaren Krieg stürzen, ist Science Fiction allererster Güte, und so manche damaligen Kritikpunkte (wie Giacchinos Score) stachen für mich diesmal längst nicht mehr so deutlich hervor. Eine 9/10 und eine wesentlich höhere Platzierung in meinem damaligen FilmRückblick wären absolut gerechtfertigt gewesen. Im direkten Vergleich zu "Revolution" war ich von "Survival" hingegen etwas enttäuscht, und ich denke nicht, dass sich daran im Zeitverlauf etwas ändern und ich in 2-3 Jahren dann wieder revidieren werde müssen. Der Film beginnt enorm stark und präsentiert in der ersten knappen halben Stunde genau das, was ich von einem Film mit dem Originaltitel "War for the Planet of the Apes" erwartet hätte, nämlich den Krieg zwischen Menschen und Affen. In der zweiten Hälfte verlor er sich dann jedoch etwas.

Was mich doch ein wenig enttäuscht hat, war unter anderem, dass der Kampf zwischen Affen und Menschen – den von Film zu erwarten ich angesichts des Originaltitels nicht für vermessen oder verfehlt halte – in weiterer Folge stark in den Hintergrund rückt. Denn statt zwei gleichwertiger Armeen, die aufeinanderprallen, erweisen sich die Affen als völlig unterlegen, und landen in einem Gefangenenlager. Danach geht es somit weniger darum, wer die Vorherrschaft über die Erde gewinnt (und, ganz ehrlich: Von dieser Trilogie hätte ich mir eigentlich schon erwartet, dass sie den kompletten Prozess zeigt und die Affen am Ende die Kontrolle haben), sondern darum, ihre Freiheit wieder zu erlangen. Das mag man jetzt als poetisch betrachten, da dies ihren Kampf im ersten Teil widerspiegelt, ich empfand es aber doch eher als Rückschritt. Zumal beim Showdown am Ende dann noch dazu weniger Affen gegen Menschen kämpfen, sondern vielmehr Menschen gegen andere Menschen. Und dafür, dass man daraus eine gewisse "Die Menschheit löscht sich selbst aus und überlässt den intelligenten Affen den Planeten"-Message ableiten lässt, fehlte es uns an Kontext, um den Konflikt zwischen beiden Seiten nachvollziehen zu können. Was den Showdown auch etwas oberflächlich und willkürlich wirken ließ. Generell ist der Film etwas zu lang, wobei vor allem im Mittelteil der Unterhaltungswert – abseits vereinzelter Höhepunkte (dazu gleich) – ordentlich in den Keller sackt. Auch die grau-in-graue Farbpalette, welche die zweite Hälfte dominiert, half ihm nicht. Zwar verdeutlicht sehr schön die Trostlosigkeit der Umgebung, in der sich die Affen wiederfinden, macht den Film aber halt mit der Zeit auch optisch ziemlich eintönig. Da war "Revolution" wesentlich imposanter. Unsicher bin ich mir auch, ob der Film Nova unbedingt gebraucht hat. Und generell hat "Survival" für mich irgendwie der letzte Pepp gefehlt, und eben auch jener Tiefgang, der "Revolution" für mich so ausgezeichnet hat.

Szenenbild. Was aber nicht heißen soll, dass Matt Reeves einen schlechten oder seelenlosen Abschluss der Affen-Prequel-Saga abgeliefert hätte. Was "Survival" nämlich ebenso wie seine Vorgänger auszeichnet, ist dass er Blockbuster-Unterhaltung mit Herz, Hirn und Seele bietet. Der Schwerpunkt liegt dabei diesmal sogar noch stärker als bei den Vorgängern auf Caesar, den der Verrat von Koba nach wie vor verfolgt. Vor allem aber befürchtet er zunehmend, so hasserfüllt und besessen zu werden wie er. Der Schatten von Koba – und damit auch der Ereignisse aus dem letzten Film – ist jedenfalls lang. Generell ist wirklich beachtlich, wie es "Survival" wie schon den Vorgängern gelingt, uns zu diesen Affen eine emotionale Bindung aufbauen zu lassen. Es gibt einige Momente, wo man mit ihnen mitfühlt, was einerseits an der Perspektive, der guten und klaren Charakterisierung, an den Leistungen der MoCap-Schauspieler, und natürlich auch an den Effekten liegt. Ein ähnlicher Quantensprung wie von Teil 1 auf 2 mag diesmal zwar ausbleiben, dieser war aber auch nicht erforderlich, da soweit es die Affen betrifft "Revolution" bereits perfekt war. "Survival" bietet nun die gewohnt gute Qualität, und es ist wirklich beachtlich, welche Emotionen sich aus den kleinsten, subtilsten Veränderungen der Gesichter ablesen lassen.

Die zweite wesentliche Stärke des Films ist Woody Harrelson, dessen Colonel bewusst an Walter E. Kurtz aus "Apocalypse Now" angelehnt scheint. Zwar zeigt auch dies insofern eine gewisse Verschiebung im Vergleich zum zweiten, als die menschlichen Figuren dort sehr eindimensional waren und der Fokus klar auf den Affen lag, was diesmal dank ihm nicht mehr so eindeutig der Fall ist. Allerdings erweist er sich als großartiger Widersacher für Caesar, und generell eine der interessantesten Bösewichte, die das aktuelle Kinojahr bislang aufgefahren hat. Angenehm komplex geschrieben und von Harrelson intensiv gespielt, erwacht der Film gerade auch in der etwas lahmen zweiten Hälfte in jenen Momenten, wo er auf der Leinwand erscheint, zum Leben. Zu einem etwas geringeren Grad gilt dies auch für Bad Ape. Nun muss ich offen gestehen, der Figur gegenüber insofern etwas zwiespältig gegenüberzustehen, als er ein reiner comic relief ist, der das Geschehen auflockern soll. Viele seiner Momente passen dabei tonal überhaupt nicht zum Rest des Films, sind zu komödienhaft und leichtfüßig für einen so ernsten und düsteren Film. Andererseits fällt es mir insofern schwer, mich zu sehr darüber zu beschweren, als er in eben der Funktion die er ausfüllen sollte so großartig funktioniert hat. Sobald er das erste Mal auftaucht droht er zwar teilweise den Film an sich zu reißen, aber ich habe bei seinen Einlagen definitiv gelacht und mich köstlich amüsiert. Wie gesagt, ich bin mir nicht sicher, wie gut es in den Film hineinpasst. Aber angesichts des etwas einbrechenden Unterhaltungswerts in der zweiten Hälfte war ich letztendlich froh, dass es ihn gab. Der Film ist zudem von Reeves wieder einmal sehr gut inszeniert, wobei er es vor allem zum Ende hin neuerlich versteht, packende und spektakuläre aber dennoch übersichtliche Action zu liefern (auch wenn die Zeitlupen-Pathosschraube in ein bis zwei Momenten zum Ende hin fast schon wieder überdreht). Und auch die vereinzelten Anspielungen auf die klassischen "Planet der Affen"-Filme (der von Affen auf Pferden berittene leere Strand bei Ebbe, sowie die Namen Cornelius und Nova) konnten mir gefallen. Insgesamt lässt "Survival" für mich zwar "Prevolution" klar hinter sich – ähnliche Höhen wie "Revolution" erklimmt er aber nicht.

Fazit: Szenenbild. "Planet der Affen: Survival" ist ein gelungener Abschluss der Prequel-Trilogie, der jedoch dem unmittelbaren Vorgänger nicht ganz das Wasser reichen kann. Den fand ich einfach doch noch den Tick tiefgründiger und von der Aussage her wichtiger. Zudem empfand ich so manches an dem Film ein bisschen als Rückschritt für die Reihe, und hätte mir persönlich einen stärkeren Fokus auf den Kampf Mensch gegen Affe gewünscht. Zudem leidet "Survival" etwas unter der eintönigen Farbpalette im zweiten Teil, der die Trostlosigkeit der Affen-Existenz auch optisch vermitteln soll. Wie der Film generell nach starkem Beginn etwas absackt, und insgesamt auch eine Spur zu lang geraten ist. Dennoch ist auch "Survival" insofern wieder ein vorbildlicher Blockbuster, als er nicht auf reine, banale und oberflächliche Unterhaltung setzt, sondern vielmehr Popcorn-Kino mit Herz und Hirn bietet. Vor allem Caesar sticht dabei als Dreh- und Angelpunkt des Films hervor; sein innerer Konflikt und die Angst, zu einem zweiten Koba zu werden, zählte für mich zu seinen größten Stärken. Gleiches gilt für Woody Harrelsons an Kurtz erinnernden Colonel, wobei vor allem ihre gemeinsame Szene in dessen Zentrale für mich hervorstach. Auch Bad Ape trägt zum Gelingen des Films bei, wenn er auch als reiner comic relief-Charakter teilweise hervorsticht und tonal mit diesem bricht. An Reeves' Inszenierung und Giacchinos Musik gibt es ebenfalls nichts auszusetzen. Am beeindruckendsten ist aber wohl wieder die Effektarbeit, die zwar im Vergleich zu Vorgänger keinen Quantensprung mehr darstellt. Dennoch ist es beachtlich, wie realitätsnah und glaubwürdig man mittlerweile Gefühle in Gesichtern nachstellen kann (selbst wenn diese nicht menschlich sind). Die daraus resultierende emotionale Bindung, die man als Zuschauer zu diesen Affen eingeht, ist die größte Errungenschaft der "Planet der Affen"-Reboot-Filme – was auch "Survival" weder eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Wertung:7 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2017 20th Century Fox)


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