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Virenausbruch in einer amerikanischen Kleinstadt Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 15 Juli 2017
 
 
Guardians
Originaltitel: Viral
Produktionsland/jahr: USA 2016
Bewertung:
Studio/Verleih: Blumhouse Productions/Capelight Pictures
Regie: Henry Joost & Ariel Schulman
Produzenten: U.a. Jason Blum & Sherryl Clark
Drehbuch: Barbara Marshall & Christopher Landon
Filmmusik: Rob Simonsen
Kamera: Magdalena Górka
Schnitt: Ron Dulin & William Yeh
Genre: Thriller/Horror
Heimkino-Premiere Deutschland: 21. Juli 2017
Kinostart USA: 29. Juli 2016
Laufzeit: 85 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 16
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD
Mit: Sofia Black-D'Elia, Analeigh Tipton, Travis Tope, Michael Kelly, Machine Gun Kelly, John Cothran, Stoney Westmoreland, Linzie Gray u.a.


Kurzinhalt: In einigen Ländern der Welt ist ein gefährlicher Virus ausgebrochen, der von einem wurmähnlichen Parasiten übertragen wird. Die USA wurden bislang überwiegend verschont. In der High School einer amerikanischen Kleinstadt kommt es nun jedoch ebenfalls zu einem Ausbruch der Krankheit: Emmas beste Freundin Gracie scheint sich – möglicherweise von ihrer viel reisenden Mutter – angesteckt zu haben. Daraufhin wird nicht einfach nur die gesamte High School vorübergehend geschlossen, sondern gleich das gesamte Gebiet abgeriegelt. Beim Versuch, ihre Mutter vom Flughafen abzuholen, bleibt ihr Vater schließlich stecken, weshalb Emma und ihre große Schwester Stacey auf sich allein gestellt sind. Diese sieht zuerst noch keinen Grund zur Besorgnis, und will die sturmfreie Bude vielmehr nutzen, um mal so richtig die Sau rauszulassen. Zumindest, bis sie bei einer Party Zeuge eines weiteren Ausbruchs werden. Zusammen mit Emmas Nachbar und Freund-in-spe Evan kämpfen sie daraufhin ums Überleben…

Review: Szenenbild. Von "Nerve" war ich persönlich ja eher nicht so angetan. Nun habe ich zugegebenermaßen generell meine Probleme mit diesen Eskalations-Filmen (siehe auch "Cheap Thrills" und "13 Sins"), weil sie halt vom Aufbau her so vorhersehbar sind; es fängt harmlos-lustig an und steigert sich dann schließlich zu einer lebensgefährlichen Situation. Und den Hauptfiguren passiert das Ganze ja auch nicht zufällig, sondern sie melden sich quasi freiwillig. "Nerve" fand ich dann generell vom weiteren Handlungsverlauf her ziemlich dämlich und teils auch unglaubwürdig – was jedoch bestach und ihn für mich zumindest noch ansatzweise gerettet hat, war die überaus gelungene, sehr farbenprächtige Inszenierung von Henry Joost & Ariel Schulman. Diese beiden waren dann auch der Hauptgrund, warum ich auf "Viral" durchaus schon gespannt war. Dieser erwies sich zwar in meinen Augen als eine Spur besser als "Nerve", dennoch waren sie bedauerlicherweise auch diesmal wieder nicht gerade mit dem besten, geschweige denn originellsten, Drehbuch gesegnet.

Zugutehalten muss ich den Film in erster Linie, dass er viel Wert auf die Figuren legt, und sich viel Zeit nimmt, sie uns vorzustellen und – hoffentlich – sympathisch zu machen. Zumindest was das betrifft könnten sich einige andere Horrorfilme, wo die Charaktere scheinbar echt nur dazu da sind, um zu sterben, eine Scheibe abschneiden. Was insofern auch "Viral" zu gute kommen würde, als man es hier wiederum schon fast übertreibt. Im ersten Drittel macht das wirklich mehr den Eindruck von irgendeinem (klischeehaften) Teenie-Drama, als einem Horrorfilm. Trotzdem ist mir der Zugang immer noch lieber, als man vernachlässigt die Figuren. Zudem bietet man nach dem noch sehr gemächlich-unspektakulären Beginn in weiterer Folge ein paar packende Momente, wobei neben dem Showdown im Nachbarhaus vor allem noch die Operation hervorsticht. Die schauspielerischen Leistungen reichen von gut bis sehr gut. Und vor allem die Inszenierung war – rein optisch gesehen – wieder klasse, und bot neben einer wieder netten Farbgebung vor allem auch einige sehr nette Bilder, wie z.B. wenn Emma und Evan auf dem Dach sitzen, und man im Hintergrund die Hügel und den Rauch sieht. Das Niveau von "Nerve" mögen sie zwar nicht ganz erreichen, dennoch, das können sie. Preise für Originalität wird "Viral" indes keine bekommen. Zwar mag ein solcher Viren-Ausbruch im Horror-Genre nicht ganz so verbraucht sein wie anderes (wobei sich bei "Viral" wiederum einige Anleihen an Zombie-Filmen finden, von denen es wiederum nur so wimmelt wie von Sand am Meer; vor allem die erste "Fear the Walking Dead"-Staffel kam mir während des Schauens gleich mehrfach in den Sinn), letztendlich ist "Viral" aber eigentlich nur eine auf Teenies fokussierte (und zugeschnittene) Variante des deutlich düsteren, packenderen und auch insgesamt besseren "Carriers". Auch die Aktionen der handelnden Figuren laden wieder mehrfach zum Kopfschütteln ein. Schon allein die Idee, in so einer Situation auf eine Party zu gehen, ist sehr hirnrissig, und schien mir persönlich selbst unter dem Gesichtspunkt dummer Teenies nicht wirklich plausibel. Davon, dass sie sich damit den Schlamassel selbst eingebrockt haben und sich mein Mitleid demnach eher in Grenzen hielt, ganz zu schweigen. Zudem war "Viral" in einzelnen Teilbereichen sehr vorhersehbar, sowohl was bestimmte Entwicklungen als auch einzelne Szenen betrifft. Und aufgrund des noch sehr ruhig-gemächlich-unspektakulären Einstiegs brauchte der Film eben doch seine Zeit, um in Schwung zu kommen.

Fazit: Szenenbild. "Viral" ist ein doch eher durchschnittlicher Horror-Film. Am ehesten sticht, wie schon bei "Nerve", die Inszenierung der beiden Regisseure Henry Joost und Ariel Schulman hervor. "Nerve" mag optisch noch eine Spur beeindruckender gewesen sein, dennoch gibt's keinen Zweifel: Das könnten sie halt, und die teils schönen Bilder werten "Viral" zweifellos auf. Grundsätzlich sehe ich es zudem den starken Fokus auf die Figuren positiv, der dafür sorgt, dass wir diese kennenlernen und uns dann wenn das Virus unweigerlich ausbricht mit ihnen verbunden fühlen. Allerdings hat man es dabei dann doch auch wieder eine Spur übertrieben, und so macht das erste Drittel noch eher den Eindruck einer typischen Teenie-Schmonzette, denn eines Horrorfilms. Die Figuren agieren zudem nicht unbedingt immer besonders clever, und brocken sich ihre spätere Notlage zumindest teilweise selbst ein. Und Preise für Originalität wird "Viral" auch keine einheimsen. Dafür wurde er vor allem in der zweiten Hälfte zunehmend spannend, bot ein paar wirklich packende, starke Momente, war soweit gut gespielt, wie erwähnt schön geschossen, und profitiert in weiterer Folge von der ausführlichen Vorstellung der Figuren, da man mit ihnen – trotz ihrer teils dämlicher Aktionen – mitfiebert und -fühlt. Insgesamt mag "Viral" nichts Besonderes und vor allem der vermeintlichen Inspirationsquelle "Carriers" klar unterlegen sein – aber anschauen kann man ihn sich schon.

Wertung:5 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2017 Alive)


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