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Mittelmäßiger europäischer "Fast & Furious"-Verschnitt Kategorie: Filme - Autor: Michael Spieler - Datum: Dienstag, 04 Juli 2017
 
 
Overdrive
Originaltitel: Overdrive
Produktionsland/jahr: F/USA 2017
Bewertung:
Studio/Verleih: Kinology/Universum Film
Regie: Antonio Negret
Produzenten: U.a. Grégoire Melin, Pierre Morel & Christopher Tuffin
Drehbuch: Michael Brandt & Derek Haas
Filmmusik: -
Kamera: Laurent Barès
Schnitt: Samuel Danési & Sophie Fourdrinoy
Genre: Action/Thriller
Kinostart Deutschland: 29. Juni 2017
Kinostart Slowenien: 15. Juni 2017
Laufzeit: 96 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 12
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD
Mit: Scott Eastwood, Ana de Armas, Gaia Weiss, Freddie Thorp, Clemens Schick, Simon Abkarian, Moussa Maaskri, Philippe Ohrel, Frédéric Anscombre u.a.


Kurzinhalt: Zwei Brüder suchen in Südfrankreich nach einer Möglichkeit, schnell an Geld zu kommen. Ihr Übermut verstrickt sie jedoch in eine Fehde zwischen zwei Gangsterbosse und gefährdet ihre ganze Crew…

Review: "Overdrive" fühlt sich wie der europäische Versuch an, so etwas wie "The Fast & The Furious" auf die Beine zu stellen. Dabei greift die französisch-amerikanische Koproduktion leider daneben. Ganz ähnlich wie bei James Watkins' "Bastille Day" von vor einem Jahr, funktioniert das alles nur so mittel gut. "Overdrive" könnte in den 90ern gedreht worden, oder eine sehr teure Folge von "Cobra 11" sein. Der Film wirkt unrund und hat zusammengewürfelte, gute Ideen, die von zu viel Kitsch zusammengehalten werden. Regisseur Antonio Negret sitzt seit 2015 für allerlei aktuelle Actionserien im Regiestuhl und ist z.B. für DC Comics ("The Flash", "Arrow", "Legends of Tomorrow") mit dabei. "Overdrive" ist auch drehbuchtechnisch auf genau diesem Niveau, obwohl auf das Konto der beiden Drehbuchautoren auch u.a "Wanted", "2 Fast 2 Furious" und der "Todeszug nach Yuma" gehen. "Overdrive" war definitiv nicht ihre beste Stunde. Ich gebe dem Film keine geringere Punktzahl, weil es eine doch ziemlich gut umgesetzte Wendung, bzw. Ende gibt, mit der und dem ich tatsächlich nicht gerechnet habe. Man merkt auch, dass da, wie schon erwähnt, gute Ideen drin stecken, aber Regie und Schauspieler entweder nicht gut zusammengearbeitet haben oder nicht fähig waren, das Material besser umzusetzen. Dazu muss man wissen, dass "Overdrive" eine ziemlich kaputte Besetzungsorgie hinter sich hat, und man letztendlich zur dritten Riege greifen musste. Scott Eastwood ("Fast & Furious 8") und Freddie Throrp sind als die Foster-Halbbrüder eigentlich ein witziges Gespann und hätten als erste Wahl, von Anfang an, vermutlich viel Gutes für die Produktion tun können. Aber sie bekommen Dialoge und Handlungsanweisungen, die einen nur die Augen verdrehen lassen. Ursprünglich sollten Matthew Goode und Alex Pettyfer die Halbbrüder spielen. Diese wurden dann durch Karl Urban und Ben Barnes ersetzt, bis dieser durch Sam Claflin ersetzt wurde. Schließlich verließen sowohl Claflin als auch Urban das Projekt. Was auch immer das vorgefallen ist, dass man zwei bis drei Mal seine Hauptdarsteller in unterschiedlichen Stadien der Produktion verliert, hängt sicher mit dem unausgereiften Ergebnis der Arbeit zusammen.

Szenenbild. Autos sind schon toll, aber ich wünschte, sie hätten den Nerdkram um die Karren etwas zurückgeschraubt und an der eigentlichen Heist-Story gearbeitet. So bekommen wir neben den beiden Halbbrüdern auch noch deren Freundinnen vorgesetzt, die sich auch durch kleine Gaunereien über Wasser halten. Es kommt zur unweigerlichen "wir stellen ein Team zusammen"-Szenenabfolge. Von diesem Team lernen wir niemanden auch nur ansatzweise kennen. Damit man sich damit nicht aufhalten muss, schließlich sollen die nur Autos fahren, erklärt man, dass die alle nur Französisch sprechen und vergisst sie wieder. Overdrive ist damit sehr weit weg von Filmen wie "The Italian Job" oder "Ronin". Die Anmachen sind billig und die Action zu gewollt. Diese besteht im Grunde nur aus ewig langen Verfolgungsjagden auf sehr engen Bergstraßen. Sie wurden meist nicht in schrecklicher Wackelmanier gefilmt und man behält den Überblick.

"Overdrive" unterhält auf einem so sehr simplen Niveau und hat leider auch mindestens eine sehr nervige Figur. Der deutsche Clemens Schick ist in seiner Nebenrolle echt ganz cool, aber so im Großen und Ganzen ist das doch eher albern und lächerlich umgesetzt. Positiv aufgefallen ist der Ton und dabei meine ich nicht den Soundtrack. Gerade in der Anfangsszene hat das französisch besetzte Sound Department fantastisch umgesetzt, wohingegen die Musik schon recht prollig daherkommt. Vielleicht hätte das alles mehr Sinn ergeben, wenn diese hauptsächlich französische Produktion auch französische Darsteller für die Hauptrollen mitgegeben worden wären, anstatt auf Biegen und Brechen Amerikaner zu besetzen. Wenn ich an die "Taxi"-Reihe denke, kommt da auch der Humor nicht zu kurz. Humor ist aber genau auch das Element, das hier deutlich unterentwickelt ist. Es ist auf der einen Seite alles so megacool, aber dann auch wieder schrecklich verbissen. Etwas Auflockerung hätte Overdrive zwischendurch ganz gut getan. Die Witze, die es gibt, sind alle unfassbar flach und eben auch mehr aus der coole-Sprüche-für-500-Abteilung. Schade, aber ich empfehle euch hier das Geld zu sparen. Das Publikum ist heute einfach mehr gewöhnt wenn es um Diebstahlaktionen und Verfolgungsjagden geht. Kleine Action-Produktionen erleiden leider schnell Schiffbruch, wenn sie mangelndes Budget nicht durch clevere Ideen aufwiegen können. Mit seinen gerade einmal 96 Minuten Spielzeit merkt man auch, dass da hätte mehr unterfüttert werden können. Die Chemie zwischen den Halbbrüdern war da und ein potentiell interessantes Zerwürfnis wird angedeutet, aber nie tatsächlich vollzogen. Das geht nie über Neckereien hinaus und sie machen keine wirkliche Entwicklung durch. Overdrive sieht ganz nett aus im Sonnenlicht der französischen Riviera, kommt am schlechten Schauspiel aber nicht vorbei.

Fazit: "Overdrive" ist kein besonders guter Film und leider auch kein besonders guter Actionfilm. Das wirkt alles zu konstruiert und mehr wie ein Showcase für seltene Autos. Der Familienaspekt, den "Fast & Furious" ja seit einer Weile fährt, wird hier durch die Verwandtschaft der Hauptfiguren dem Film übergestülpt, aber das wirkt abgedroschen und nicht lässig genug. Die guten Ideen des Drehbuchs gehen zwischen den Dialogen und zwischenmenschlichen Geschichten, für die es eben auch verantwortlich ist, unter. Keine Empfehlung.

Wertung:5 von 10 Punkten
Michael Spieler
(Bilder © 2017 Universum Film)


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Weiterführende Links:
"Overdrive" - Gewinnspiel





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