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Ein mitreißender Film über wahre Ereignisse Kategorie: Filme - Autor: Michael Spieler - Datum: Mittwoch, 08 März 2017
 
 
Boston
Originaltitel: Boston
Produktionsland/jahr: USA 2016
Bewertung:
Studio/Verleih: CBS Films/StudioCanal
Regie: Peter Berg
Produzenten: U.a. Dorothy Aufiero, Dylan Clark, Hutch Parker & Mark Wahlberg
Drehbuch: Peter Berg, Matt Cook & Joshua Zetumer
Filmmusik: Trent Reznor & Atticus Ross
Kamera: Tobias A. Schliessler
Schnitt: Gabriel Fleming & Colby Parker Jr.
Genre: Drama/Thriller
Kinostart Deutschland: 23. Februar 2017
Kinostart USA: 13. Januar 2017
Laufzeit: 133 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 12
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD
Mit: Mark Wahlberg, Michelle Monaghan, J.K. Simmons, John Goodman, Kevin Bacon u.a.


Kurzinhalt: Wahre Ereignisse in Filmform: 2013 erschüttert ein Terroranschlag den Boston Marathon. Aus dem Blickwinkel von Polizist Tommy Saunders verfolgen wir den Anschlag und sein Nachspiel, inklusive der Menschenjagd auf die zwei Brüder, die als Täter ausgemacht werden…

Review: Szenenbild. Es ist Patriots Day und Boston bereitet sich zum 117. Mal auf den jährlichen Marathon vor. Wir begleiten verschiedene Leute und Familien beim Start in den Tag. Darunter ist auch Polizist Tommy Saunders (Mark Wahlberg), der nach einer Suspendierung, zum Streifendienst an der Laufstrecke verdonnert wurde. Nach dem furchtbaren Anschlag arbeiten sein Chef, Commissioner Ed Davis (John Goodman) und FBI-Agent Richard DesLauriers (Kevin Bacon) zusammen, um die Bomber zu identifizieren und dingfest zu machen. Diese recht nüchterne Beschreibung wird den Bildern nicht gerecht. Denn Regisseur Peter Berg ist so unmittelbar herangegangen, dass es einen nicht kalt lassen kann. Trotz des reißerischen Originalplakats ist "Boston" selbst tatsächlich kein US-Patriotismus-Fest, für das ich es vor dem Screening gehalten habe. Mit sehr viel Anstand und einer gegebenen Wut im Bauch, bleibt "Boston" sehr realistisch und damit für Europäer ertragbar.

Berg und seine Koautoren machen aus diesem Trauma mehrere persönliche Geschichten und wie diese mit dem Schicksalstag verknüpft sind. Ultimativ ist es ein Statement für die Liebe und gegen den Hass. Wahlberg macht seine Sache ausgesprochen gut, aber der Film ruht nicht allein auf seinen Schultern. Herzzerreißende Momente und nüchterne, wenn auch angespannte Detektivarbeit wechseln sich zum Glück ab, sonst könnte man den Film nur schwer ertragen. Er ist fast schon dokumentarisch. Selbst die Bombenleger werden in ihrer seltsamen Situation gezeigt. Eigentlich ganz normal wirkende Kids, mit Freunden am College usw., die sich ihrer selbst gar nicht so sicher sind. Ab einem Punkt ohne Wiederkehr stumpfen sie allerdings so ab, dass sich ihre Flucht immer mehr in einen Rausch steigert. Es wird vermutet, dass der ältere Bruder sich bei einem Aufenthalt in Tschetschenien radikalisiert hat und seinen jüngeren Bruder nach der Scheidung der Eltern stark beeinflusste. Man muss dann hier einerseits festhalten, wie gut Alex Wolff und Themo Melikidze sind, denn sie hatten den schwere Aufgabe die Zarnajew-Brüder zu spielen. Andererseits offenbart sich hier auch eine Schwäche des Films. Es wird nicht gezeigt oder besprochen, wie und warum die beiden Brüder sich radikalisiert haben. Man sieht ein Video, dass eine Bombenbau-Anleitung zeigt und kann, ohne Kenntnis der Ermittlungen, nur mutmaßen, sie hätten sich über das Netz radikalisiert.

Szenenbild. Was "Boston" noch zeigt ist Polizeiarbeit. Komplexe, langwierige, schlaflose Polizeiarbeit. Es ist damit auch Denkmal für alle Helfer und Einsatzkräfte, die im Nachspiel der Bombenanschläge Übermenschliches geleistet haben. Nach "Deepwater Horiozon" – einer weiteren wahren Geschichte, die Peter Berg und Mark Wahlberg zusammen verfilmt haben, wagten sie sich an den jüngsten islamistischen Terroranschlag auf amerikanischem Boden und ich war zutiefst beeindruckt. Schnitt und Kamera leisten insbesondere während des Anschlags fantastische Arbeit. Die Art und Weise wie das eingefangen ist, ohne in Gore-Territorium abzudriften ist schon eine Leistung. Alles in allem ist Boston ein durchaus beeindruckender Film, der weit mehr ist als ein Drama und durch seinen unmittelbaren Bezug sehr nahe geht. Das muss man natürlich einpreisen, wenn man vorhat Boston anzusehen. Es ist nicht einfach nur konsumierbar und trotz des aus Polizeisicht erfolgreichen Abschlusses des Falls, geht man nicht gerade mit einem Hochgefühl im Bauch aus dem Saal.

Fazit: "Boston" ist ein mitreißender Film über wahre Ereignisse vor nicht allzu langer Zeit. Nach dem Anschlag in Berlin, fühlt man mit den Bostonern noch viel mehr mit. Peter Berg ist mit Vorsicht und Pietät an das Thema herangetreten und lässt es nicht in Patriotismusgeschrei untergehen. Man muss schon ein paar Nerven mitbringen und es ist sicher keine seichte Unterhaltung zum Abschalten. Aber dafür echt und unmittelbar.

Wertung:9 von 10 Punkten
Michael Spieler
(Bilder © 2017 StudioCanal)


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