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Einschläferndes Familiendrama von und mit Denzel Washington Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 26 Februar 2017
 
Oscar-SPECiAL

 
Fences
Originaltitel: Fences
Produktionsland/jahr: USA 2016
Bewertung:
Studio/Verleih: Bron Studios/Paramount Pictures
Regie: Denzel Washington
Produzenten: U.a. Todd Black, Scott Rudin & Denzel Washington
Drehbuch: August Wilson
Filmmusik: Marcelo Zarvos
Kamera: Charlotte Bruus Christensen
Schnitt: Hughes Winborne
Genre: Drama
Kinostart Deutschland: 16. Februar 2017
Kinostart USA: 25. Dezember 2016
Laufzeit: 138 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 6
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD
Mit: Denzel Washington, Viola Davis, Stephen Henderson, Jovan Adepo, Russell Hornby, Mykelti Williamson, Saniyya Sidney, Christopher Mele u.a.


Kurzinhalt: Pittsburgh in den 1950ern: Troy Maxson arbeitet bei der Abfallwirtschaft. Jeden Freitag bringt er sein Geld nach Hause zu seiner Frau Rose, und hockt sich mit seinem guten Freund und Arbeitskollegen Jim Bono hin, um das Ende der Arbeitswoche zu feiern, in dem sie ein paar Gläser heben. Auch sein Sohn aus früherer Ehe sowie sein geistig behinderter Bruder statten ihm regelmäßig einen Besuch ab. Doch Troy ist eine überaus sture und temperamentvolle Person, weshalb der Hausfrieden bei den Maxsons oftmals schief hängt – wie z.B. als sein Sohn Cory unbedingt Baseball-Spieler werden will. Und spätestens als Troy keine andere Wahl mehr hat, als seiner Frau seinen außerehelichen Fehltritt zu beichten, droht die Familienidylle endgültig der Vergangenheit anzugehören. Doch damit sind die Herausforderungen, denen sich die Maxsons gegenübersehen, noch lange nicht vorüber…

Review: Szenenbild. Seit mindestens zehn Jahren habe ich es mir nun zur Gewohnheit gemacht, mir vor der Oscar-Verleihung jene Filme, die als Bester Film nominiert sind, anzusehen. Natürlich war da auch mal der eine oder andere Film dabei, mit dem ich weniger anfangen und ich demnach diese Nominierung nur bedingt nachvollziehen konnte. Aber so eingefahren wie bei "Fences" bin ich nun wirklich noch nie. Ja nicht einmal ansatzweise Ganz offen: Ich verstehe weder die IMDB-Wertung von 7.4, noch den Metascore von 79 oder die Rotten Tomatoes-Wertung von Dreiundfuckingneunzig (!) Prozent. Natürlich hat man immer wieder Filme, die hochgepriesen sind, deren Reiz man aber nicht wirklich nachvollziehen kann. Und dann gibt es jene, die bei Kritikern und teilweise auch dem Publikum durchfallen, und die einen dann doch irgendwie faszinieren. Aber einen derart eklatanten Unterschied zwischen der allgemeinen Meinung und meiner eigenen habe ich in all den Jahren in denen ich nun Filmreviews schreibe (und das sind mittlerweile doch an die fünfzehn) noch nicht erlebt. Und bevor ihr das jetzt nur auf mich schiebt: Es gab bei meiner Kinovorstellung zwei Walkouts von Paaren, und diejenigen die dringeblieben sind wirkten danach auch alles andere als zufrieden. Da könnte man ja fast anfangen, so wie die Chemtrails-Irren an irgendwelche Weltverschwörungen zu glauben!

Lange Vorrede, kurzer Sinn: Ich konnte mit "Fences" absolut nichts anfangen. Vor allem das erste Drittel war furchtbar. Es wird ständig nur geplappert, und noch dazu nichtmal irgendwas interessantes, sondern irgendein belangloser Scheiß, und ich musste mich wirklich zusammenreißen, um aufzupassen und nicht irgendwie abzuschalten, da mich die Gespräche nicht weniger hätten interessieren können. Wenn Troy Maxson nach etwa einer Stunde – und gefühlten hundert – Rose seine Affäre beichtet, beginnt der einzig gute Abschnitt des Films, und kurz hatte ich noch die Hoffnung, es würde ihm gelingen, das Ruder herumzureißen. Ihr Streit im Hinterhof war dann auch in der Tat gut geschrieben und vor allem auch gespielt, wobei insbesondere Viola Davis beeindruckte. Aber es dauerte nicht lang, da dominierte schon wieder die Langeweile, und die ganzen späteren Entwicklungen schafften es dann nicht mal mehr ansatzweise, bei mir irgendeine emotionale Wirkung zu erzielen. Rückwirkend betrachtet hätte aber zugegebenermaßen an dieser Stelle wohl nichts mehr geholfen. Ich hatte den Film bereits nach 15 bis 30 Minuten leid, und wartete nur mehr darauf, dass es endlich aufhört. Dieses ständige, langweilige Herumgequatsche hat mich einfach früh gebrochen, und danach hatte der Film letztendlich auch keine Chance mehr, mich noch einmal zurückzuholen. Nicht, dass der Rest so überragend gewesen wäre, ganz im Gegenteil. Ein wesentliches Problem des Films war dabei zweifellos, dass ich mit Troy Maxson überhaupt nicht konnte. Der Kerl war einfach ein patriarchisches, dominantes, völlig unsympathisches und teilweise unerträgliches Arschloch. Wenn man mit der Hauptfigur so überhaupt nicht kann, ist das natürlich immer problematisch; aber auch den anderen erging es kaum besser, in erster Linie deshalb, da sich Frau und Sohnemann praktisch widerstandslos unterdrücken lassen, und Troy partout nicht die Stirn bieten.

Szenenbild. Die extreme Langeweile ob der faden, uninteressanten Dialoge in Kombination mit der unausstehlichen Hauptfigur machten "Fences" zu einem der anstrengendsten und unerträglichsten Filme, die mir bislang im Kino untergekommen sind. Da hilft es halt letztendlich auch nichts, dass sich die schauspielerischen Leistungen grundsätzlich sehen lassen können, und ich Viola Davis ihren wohl unvermeidlichen Oscar durchaus gönne. Nicht jedoch Washington. Der hat zwar auch sehr gut gespielt, aber nicht zuletzt da er neben der Hauptrolle auch die Regie übernommen hat, gebe ich ihm an diesem Schlamassel die Hauptschuld. Und inszenatorisch war "Fences" auch wirklich ungemein schwach. Wo es, um ein beliebiges Beispiel zu nennen, John Wells bei "August: Osage County" gelungen ist, ein Theaterstück zu nehmen und auf die Leinwand zu transferieren, sieht man "Fences" seine Herkunft zu jedem Zeitpunkt an. Washington inszeniert die einzelnen Szenen extrem langweilig, und der Aufbau erinnert allzu oft an eine Theaterbühne. Er nutzt die inszenatorischen Möglichkeiten eines Films überhaupt nicht aus. Was "Fences" dann aber endgültig das Genick brach, war der Epilog. Wenn man einfach nur mehr darauf wartet, dass ein Film endlich vorbei ist, dann eine längere Schwarzblende kommt, und es dann doch noch einmal minutenlang weitergeht, und man eigentlich nur mehr nach Hause will, ist das halt letztendlich für jeden Film der Todesstoß. Zumal der Epilog ungemein unnötig wirkte (wobei das in Wahrheit der ganze Film ist), und dann auch noch in einer der lächerlichsten Enden mündete, die ich seit langem im Kino gesehen habe. Ne, danke.

Fazit: Bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla. Über zwei Stunden lang. Zudem überwiegend völlig belangloser, uninteressanter Scheiß, und zentriert um ein vollkommen unsympathisches und teilweise unerträgliches Arschloch als Protagonist. Washington versagt als Regisseur leider völlig und inszeniert den Film wie eine Theaterproduktion (der dieser ja auch entstammt). Eine einzige gute Szene gab's zwar, nämlich der Streit im Hinterhof nach seinem Geständnis. Aber zu dem Zeitpunkt hatte mich der Film schon längst verloren, da ich nach 10-20 Minuten aufgrund der unfassbaren Langeweile, die von mir Besitz ergriff, bereits abgeschaltet hatte, und nur mehr darauf wartete, dass der Schwachsinn endlich aufhört. Und spätestens mit dem viel zu ausgedehnten und völlig überflüssigen Epilog (der noch dazu in einer lachhaften Endsequenz mündete) nach der vermeintlich erlösenden Schwarzblende hatte mich der Film dann endgültig gebrochen. Ich kann mich echt nicht daran erinnern, bei einem Oscar-Kandidaten schon mal derart enttäuscht und eingefahren zu sein, und generell habe ich selten so einen unfassbar langweilen, belanglosen, anstrengenden und insgesamt einfach nur furchtbaren Film gesehen. Wenn das die Folge der diversifizierteren Academy ist, wär's vielleicht doch besser, wieder zum weißen Altherrenklub von einst zurückzukehren.

Wertung:1 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2017 Paramount Pictures)


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