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Timm Thaler oder das verkaufte Lachen Drucken E-Mail
Gelungene Neuverfilmungen von Andreas Dresen Kategorie: Filme - Autor: Michael Spieler - Datum: Samstag, 04 Februar 2017
 
 
Timm Thaler oder das verkaufte Lachen
Originaltitel: Timm Thaler oder das verkaufte Lachen
Produktionsland/jahr: USA 2016
Bewertung:
Studio/Verleih: Constantin Film
Regie: Andreas Dresen
Produzenten: U.a. Oliver Berben, Christian Sommer & Caroline von Senden
Drehbuch: Alexander Adolph, nach dem Roman von James Krüss
Filmmusik: Johannes Repka
Kamera: Michael Hammon
Schnitt: Jörg Hauschild
Genre: Kinderfilm
Kinostart Deutschland: 02. Februar 2017
Kinostart USA: -
Laufzeit: 102 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 0
Trailer: YouTube
Kaufen: Romanvorlage
Mit: Arved Friese, Jule Hermann, Justus von Dohnanyi, Axel Prahl, Charly Hübner, Steffi Kühnert, Nadja Uhl u.a.


Kurzinhalt: Nach dem Tod des Vaters muss Timm bei seiner Stiefmutter und ihrem arglistigen Sohn leben, bis ihm eines Tages ein gut gekleideter Mann auf der Pferderennbahn ein Angebot macht, dass es ihm ermöglicht, sich alle Wünsche zu erfüllen. Der sich als Baron Lefuet vorstellende Mann, will nichts Geringeres als Timms ansteckendes Lachen im Gegenzug…

Review: Szenenbild. Die erneute Neuauflage des 1966er Romans als 100-minütiger Film kann sich sehen lassen. Spielte die 13-teilige ZDF-Serie von 1979 – damals mit Thomas Ohrner und Horst Frank in den Hauptrollen – im damaligen Zeitrahmen, geht Dresen wieder in die 1920er Jahre des Romans zurück. Die schon dem Werk von James Krüss innewohnende Gesellschafts- und Konsumkritik wird hier erneut aufgegriffen und auf unsere heutige Zeit angepasst. Hier ist auch der einzige Kritikpunkt beheimatet, der diesen Timm Thaler etwas seltsam werden lässt. Lefuets, na sagen wir mal "Büro", ist viel zu modern designt für die 20er Jahre und auch später läuft er etwas zu modern herum. Obwohl sich alles als Magie erklären lässt - schließlich ist das Verkaufen des Lachens ja auch magisch - finde ich das nicht ganz konsequent. Zu viele Gadgets finden ihren Weg in die sonst wunderhübsch dekorierte, namenlose mitteldeutsche Großstadt. Von der Rennbahn, über das Grand Hotel, hin zu dem Arbeiterviertel, in dem Timm und seine beste Freundin – die Konditorentocher Ida – zu Hause sind, ist alles liebevoll inszeniert. Liebevoll ist auch das Spiel aller Beteiligten. Arved Friese, den man aus "Der Nanny" von und mit Matthias Schweighöfer kennen kann, bekommt den Balanceakt zwischen kindlichem Auftreten und der damit einhergehenden Unschuld und dem fehlen jeglicher kindlichen Züge hin, den er über weite Teile der Geschichte durchhalten muss.

Ihm zur Seite steht die zwei Jahre jüngere Jule Hermann, die derzeit auch in "Wendy – Der Film" in der Hauptrolle zu sehen ist. Dann ist da noch Charly Hübner (z.B. "Polizeiruf 110") als charmanter Barmann des Grand Hotel, der sich recht schnell mit Timm anfreundet, als der im Hotel als Liftboy anheuert. Beide versuchen ihm zu helfen, aus den Fängen des Barons zu entkommen. Als Erzschurke Lefuet darf Justus von Dohnányi seine hinterlistige Seite hervorzaubern und macht das gewohnt großartig. Axel Prahl und Andreas Schmidt sind lange Zeit als des Barons Gehilfen unterwegs und sollen Tim ausspionieren. Dabei nehmen sie eine ganz süße Form an. Das ist echt alles total niedlich gemacht. Ich mochte das sehr. Zusammen mit den restlichen Nebenrollen ergibt sich ein lustiges Ensemble, dem es eine Freude ist zuzuschauen. Andreas Dresen, den ich bewusst von "Sommer vorm Balkon" von 2005 kenne, leistet ganze Arbeit und man merkt förmlich, wie sehr er selbst die Geschichte von Krüss mag. Durch seine Konzentration auf die magischen Aspekte, wird die eingewobene Gesellschaftskritik für Erwachsene erkennbar, verwirrt aber Kinder als Zielgruppe nicht unnötig. Es geht eben auch viel um Familie und den Wert von wahrer Freundschaft. Wer, wie ich, mit er alten Serie und Thommy Ohrner auf gewachsen ist, wird sich über dessen kurzen Cameoauftritt freuen. Die alte Serie gibt es restauriert auf DVD oder auf YouTube. 2002 folgte eine Zeichentrickserie vom Bayrischen Rundfunk, die ich aber nicht kenne. "Timm Thaler oder das verkaufte Lachen" lockt an einem grauen Wintertag ins Kino und lohnt sich absolut. Wer hier enttäuscht den Saal verlässt hat wohl sein Lachen verkauft. Ein Abenteuer erleben, dem Bösen widerstehen und viel Spaß haben noch nie geschadet. Gerade durch die Anleihen am Kostümfilm wird dieser "Timm Thaler" vielleicht zeitlos und in Erinnerung bleiben. Etwas das die Serie, mit ihren bondesquen Sci-Fi-Elementen der späten 1970er, nicht ganz schafft.

Fazit: "Timm Thaler oder das verkaufte Lachen" von Andreas Dresen kann mit den Vorgängern mühelos mithalten, ja steht auf eigenen Beinen. Die hervorragende Besetzung, auch und gerade in den Nebenrollen, macht ihn zu einem Film für Groß und Klein. Ich spreche ihm eine klare Empfehlung aus!

Wertung:9 von 10 Punkten
Michael Spieler
(Bilder © 2017 Constantin Film)


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