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Netter SF-Film im Geiste Spielbergs Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Montag, 05 Dezember 2016
 
Advents-SPECiAL

 
Midnight Special
Originaltitel: Midnight Special
Produktionsland/jahr: USA 2016
Bewertung:
Studio/Verleih: Tri-State Pictures/Warner Bros.
Regie: Jeff Nichols
Produzenten: U.a. Sarah Green & Brian Kavanaugh-Jones
Drehbuch: Jeff Nichols
Filmmusik: David Wingo
Kamera: Adam Stone
Schnitt: Julie Monroe
Genre: Science Fiction/Drama/Mystery
Kinostart Deutschland: 18. Februar 2016
Kinostart USA: 18. März 2016
Laufzeit: 112 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 12
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD, DVD
Mit: Michael Shannon, Joel Edgerton, Kirsten Dunst, Adam Driver, Jaeden Lieberher, Sam Shepard, Bill Camp, Scott Haze, Paul Sparks, David Jensen u.a.


Kurzinhalt: Der Junge Alton verfügt über besondere Fähigkeiten, und wird von einer sektenartigen Gemeinschaft verehrt. Als er gemeine Informationen abfängt, die im digitalen Äther herumschwirren, lenkt Alton die Aufmerksamkeit der amerikanischen Geheimdienste und des Militärs auf sich, die ihn befragen wollen. Doch bevor diese in der Gemeinde einfallen, hat sich bereits Roy seinen Sohn geschnappt, um ihn aus den Fängen der Sekte zu befreien. Unterstützung erhält er dabei sowohl von seinem guten und treuen Freund Lucas, als auch von Altens Mutter Sarah. Ihnen allen ist bewusst, dass Alten in wenigen Tagen an einem ganz bestimmten Ort sein muss. Zugleich weiß jedoch keiner von ihnen, warum, und was dann passieren wird. Sowohl von den Sektenmitgliedern als auch den Behörden gejagt, setzen Roy, Sarah und Lucas alles daran, dass Alten seine Bestimmung erfüllen kann…

Review: Szenenbild. Vom Twist-Ende abgesehen, dass ich als billig, völlig unnötig und aufgrund der Art und Weise, wie es die Bedeutung der dramatischsten Szene des Films zuvor auf den Kopf stellte, höchst bedauerlich empfand, hat mir "Take Shelter" wirklich gut gefallen – weshalb ich der jüngsten Kollaboration von Jeff Nichols und Michael Shannon mit großer Vorfreude entgegensah. Diese konnte zwar leider meine sehr hohen Erwartungen nicht ganz erfüllen, und hat mich jetzt auch nicht unbedingt begeistert – gut und unterhaltsam fand ich "Midnight Special" aber durchaus. Vor allem Freunde der klassischen Spielberg-Unterhaltung aus den späten 70ern und 80ern sollten sich hier wie zu Hause fühlen, dank der im Mittelpunkt stehenden Familien-Thematik, sowie den recht bodenständigen Science Fiction-Elementen (beides erinnerte an "Unheimliche Begegnung der dritten Art", und vor allem "E.".). Auch ich wusste diesen nostalgischen Charme zu schätzen und denke, allen welche die entsprechenden Filme von Steven Spielberg – oder auch die grandiose (und "Midnight Special" zweifellos noch einmal deutlich übertreffende) Netflix-Hommage "Stranger Things" – schätzen, sollte es ähnlich ergehen.

Leider aber passierte es während des Films insgesamt zu oft, dass ich an andere, frühere Werke denken musste, wie z.B. "Superman/Man of Steel" (die Kraft der Sonne), "Tomorrowland" (die Idee der "parallelen" Welt, sowie ihr Design), die "Akte X"-Folge "Signale" (ein Kind, dass Satellitenübertragungen "empfängt"), "Das Mercury-Puzzle" (ein kleiner Junge entschlüsselt hoch vertrauliche Nachrichten und wird daraufhin von der Regierung gejagt), "Starman" (ein Wesen mit außerordentlichen Fähigkeiten muss zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort sein, und wird ebenfalls vom Militär gejagt), und – ausgerechnet – "Die Legende von Prinzessin Kaguya" (die Geschichte insgesamt, und vor allem das Ende). Ein oder zwei Assoziationen zwischendurch sind für mich kein Problem. Man nehme nur "Arrival", das z.B. Ansätze von "Contact" oder "Interstellar" hatte. Im Falle von "Midnight Special" war es mir dieser jedoch zu viel; in dieser Quantität fand ich es aber doch ein bisschen irritierend. Zudem fand ich "Midnight Special" leider insgesamt, abseits vereinzelter spannender Momente (vor allem zu Beginn), nie so packend und mitreißend wie "Take Shelter" (der mich mit einer durchgängigen alptraumhaften Stimmung umgehauen hat). Dass wir früh erfuhren, dass Roy seinen Sohn zu einer bestimmten Zeit an einen bestimmten Ort bringen soll, half da vermutlich auch nicht, denn in dem Augenblick bestand eigentlich kein Zweifel mehr daran, dass es ihnen gelingen wird (alles andere wäre einfach zu enttäuschend gewesen). Dadurch legte man aus meiner Sicht den Schwerpunkt zu sehr auf das Ziel, denn die Reise an sich, und zumindest ich wartete praktisch nur mehr daran, dass sie dieses endlich erreichen. Auch alles rund um die Sekte fand ich entbehrlich und unnötig. Hätten Roy und Sarah nicht einfach ein ganz normales Ehepaar sein können, die aufgrund der besonderen Fähigkeiten ihres Sohnes in diese außergewöhnliche Geschichte geworfen werden? Und als Atheist sprachen mich die Glaubensaspekte des Films auch nicht wirklich an.

Szenenbild. Was mir wiederum gut gefallen konnte – und angesichts der mangelnden Spannung essentiell zum Unterhaltungswert des Films beitrug – war, wie wir als Zuschauer nur schrittweise erfuhren, was genau hier vor sich geht, wodurch "Midnight Special" mein Interesse für einen Großteil der Laufzeit gewiss war. Gut fand ich zudem, dass sich Nichols kaum dazu herablässt, Dinge überzuerklären, und vielmehr auf sein Publikum vertraut, es selbst herauszufinden. Die Besetzung war ebenfalls phantastisch. Michael Shannon mag mich zwar in "Take Shelter" noch etwas mehr begeistert haben, war jedoch auch hier wirklich gut. Gleiches gilt für Kirsten Dunst und Joel Edgerton. Beachtlich auch, wie konsequent gut Kinderdarsteller/innen heutzutage sind – wie auch Jaeden Lieberher mit einer sehr natürlichen Performance wieder einmal unter Beweis stellt. Und auch Adam Driver, der hier (wie auch in "Paterson") eine völlig andere Rolle spielt als in "Das Erwachen der Macht", hat mich völlig überzeugt, und bewies so seine Wandlungsfähigkeit. Jeff Nichols Inszenierung war ebenfalls sehr hochwertig. Zusammen mit seinem Kameramann Adam Stone beschert er uns einige wunderschöne Bilder und imposante Szenen, wie den Fall der Satelliten. David Wingo bereichert den Film um einen stimmungsvollen Score. Und last but not least war ich auch sehr erfreut zu sehen, dass "Midnight Special", im Gegensatz zu "Take Shelter", kein klassischer Twist-Film ist, wo eine Wendung in letzter Sekunde den ganzen Film auf den Kopf stellt.

Fazit: "Midnight Special" konnte mir insgesamt gut gefallen, kam jedoch für mich an die letzte Kollaboration von Jeff Nichols und Michael Shannon, "Take Shelter", nicht ganz heran. Zu oft fühlte ich mich an andere, frühere Filme erinnert, was mit der Zeit doch etwas ablenkend war. Alles rund um den Kult hätt ich nicht wirklich gebraucht. Abseits einzelner Momente fand ich "Midnight Special" auch nicht übermäßig spannend. Und vom Aufbau her leidet der Film etwas darunter, dass man sehr deutlich auf einen bestimmten Höhepunkt hinsteuert, und somit als Zuschauer den ganzen Film über eigentlich nur mehr oder weniger darauf wartet, bis dieser erreicht ist. Positiv stach für mich in erster Linie hervor, dass sich "Midnight Special" teilweise stark wie ein Spielberg-Film der späten 70er/frühen 80er anfühlte. Die schauspielerischen Leistungen waren ebenfalls durch die Bank sehr gut. Es gab zwischendurch schon immer packende Momente, und auch die eine oder andere optisch imposante Szene. Mir gefiel, dass man das zentrale Mysterium nicht übererklärt sondern genug Vertrauen in den Zuschauer hat, dass dieser es mit den gelieferten Hinweisen verstehen wird. Und vor allem auch das Ende verstand es, nach dem (zu) langen Aufbau dann wenigstens nicht zu enttäuschen. Insgesamt fand ich "Midnight Special" also ganz nett und unterhaltsam. Etwas Besonderes ist er jedoch – entgegen des Titels – nicht unbedingt.

Wertung:6 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2016 Warner Bros.)


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Weiterführende Links:
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