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Flucht ins 23. Jahrhundert Drucken E-Mail
Review zum SF-Klassiker mit Michael York Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Donnerstag, 01 Dezember 2016
 
Advents-SPECiAL

 
Flucht ins 23. Jahrhundert
Originaltitel: Logan's Run
Produktionsland/jahr: USA 1976
Bewertung:
Studio/Verleih: MGM/Warner Bros.
Regie: Michael Anderson
Produzenten: Saul David & Hugh Benson
Drehbuch: David Zelag Goodman, nach dem Roman von William F. Nolan & George Clayton Johnson
Filmmusik: Jerry Goldsmith
Kamera: Ernest Laszlo
Schnitt: Bob Wyman
Genre: Science Fiction
Kinostart Deutschland: 04. März 1977
Kinostart USA: 23. Juni 1976
Laufzeit: 119 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 12
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD
Mit: Michael York, Richard Jordan, Jenny Agutter, Roscoe Lee Browne, Farrah Fawcett, Michael Anderson Jr., Peter Ustinov u.a.


Kurzinhalt: Auf dem ersten Blick scheint das Leben im Jahr 2274 recht idyllisch: Die Menschen leben in großen Kuppeln und scheinen weder medizinische noch finanzielle Sorgen zu haben. Allerdings hat die Sache auch einen Haken: Wenn sie das dreißigste Lebensalter erreichten, beginnt der in ihre Hand eingebaute Kristall rot zu leuchten, und signalisiert damit, dass sie am Karussell teilnehmen müssen. Dabei handelt es sich um eine Art Lotterie, in der einige wenige auserkoren werden, um wiederbelebt zu werden – der Rest findet den Tod. Immer wieder gibt es jene, die sich mit ihrem Schicksal nicht abfinden wollen und die Flucht antreten. Logan ist einer jener Menschen, Sandmänner genannt, die losgeschickt werden, um sie einzufangen oder zu terminieren. Dann jedoch erfährt er nicht nur, dass die Karussell-Lotterie Lug und Trug ist und niemand wiedergeboren wird, sondern sein Kristall beginnt auf einmal rot zu leuchten, obwohl er noch sechs Jahre Restlebenszeit haben sollte. Der die Gesellschaft kontrollierende Computer will, dass er sich verdeckt unter die Rebellen schleicht und den Standort einer sagenumwobenen Zuflucht herausfindet. Hin- und hergerissen zwischen seiner Loyalität gegenüber dem System und seinen immer größer werdenden Zweifeln, ist es dann letztendlich die Liebe zu einer jungen Frau, Jessica, die ihn endgültig die Seiten wechseln lässt…

Review: Szenenbild. Einer der Hauptgründe, warum ich mich jedes Jahrs aufs Advents-SPECiAL freue ist, dass es mir einen guten Grund dafür gibt, die eine oder andere filmische Bildungslücke zu schließen, die trotz meiner Vorliebe fürs Genre auch im Science Fiction-Bereich nach wie vor besteht. Wie dies beispielsweise bis vor kurzem auch für "Logan's Run" gilt (Anmerkung: Der dümmliche deutsche Titel wird von mir geflissentlich ignoriert). In Fällen, wo man sich einen vormals hochgelobten und vielleicht sogar wegweisenden Film Jahrzehnte später zum ersten Mal ansieht, kann es schon mal vorkommen, dass es diesem dann nicht so recht gelingt, noch zu begeistern. "Logan's Run" konnte mir aber selbst bei meiner Erstsichtung vierzig Jahre nach seiner Veröffentlichung noch sehr gut gefallen – wobei ich zugegebenermaßen ja generell ein Faible für Retro-Science Fiction habe. So stachen mir z.B. bei diesem Film unter anderem die grandiosen Miniaturaufnahmen positiv ins Auge. Andere mögen sich daran stören, dass diese offenkundig als solche zu erkennen sind, aber für mich hatten die betreffenden Szenen einen ungeheuren Charme.

Auch in anderen Belangen – Frisuren, Set-Design, Kostüme, Soundtrack (Jerry Goldsmith, wie in der Frühphase seiner Filmkarriere gewohnt mit starkem Synthesizer-Einschlag) – offenbart sich "Logan's Run" eindeutig als Kind seiner Zeit. In anderen Belangen wiederum erscheint er überraschend prophetisch, was insbesondere für den "Circuit" gilt, der etwas von Tinder mit eingebauter Beamfunktion hat. Noch weit entfernt sind wir hingegen zum Glück von einer Gesellschaft, die den Tod im Alter von 30 Jahren vorschreibt (sonst könnte ich diese Zeilen auch nicht mehr verfassen). Eine so erschreckende wie interessante Idee, wobei ich gestehen muss dass diese insofern ein bisschen an Faszination verloren hat, als ich die Verknüpfung von Lebenszeit und Vermögen wie sie im ansonsten etwas durchwachsenen "In Time" präsentiert wurde (den ich wie mir grad bewusst wird bei Gelegenheit auch mal besprechen sollte) der Darstellung hier doch noch einen Tick vorziehe. Dennoch ist diese Idee auch heute noch zweifellos erschreckend. Sehr interessant und erhellend fand ich auch, wie sich Logans Sicht der Dinge im Verlauf des Films verändert. Zuerst macht er sich zusammen mit seinem Sandmann-Kollegen Francis schon fast einen Spaß daraus, die "Runner" zu jagen; fast wirkt es so, als wäre es für sie ein Spiel. Dies ändert sich jedoch schlagartig, als es ihn selbst betrifft und er sich plötzlich auf der anderen Seite der Medaille wiederfindet. Sein "It's different now, because it's me!" mag zwar schon fast wieder zu plakativ und aufgesetzt gewesen sein, sei aber insofern verziehen, als ich diesen Punkt für sich genommen sehr interessant fand: Denn letztendlich kann man eben eine Situation nur dann so richtig nachvollziehen und fair bewerten, wenn man beide Seiten kennt. Eine Lektion, die wir nach Möglichkeit in allen Bereich des Lebens verinnerlichen sollten.

Szenenbild. Die Effekte, die Ausstattung und die Musik des Films habe ich ja bereits lobend erwähnt. Aber auch Regisseur Michael Anderson sowie die Arbeit seines Kameramanns Ernest Laszlo sind positiv hervorzuheben. Immer wieder präsentieren sie nette Einstellungen, wie z.B. das Gespräch zwischen Logan und Jessica hinter der "löchrigen" Wand. Generell beinhaltet "Logan's Run" ein paar denkwürdige Momente, wie das Karussell, der Kampf im Laserraum, oder wie sie zum ersten Mal die Kuppel verlassen und die Sonne sehen. Was die Schauspieler betrifft, sticht in erster Linie der von mir sehr geschätzte Michael York in der Hauptrolle hervor. Mit seiner Präsenz trägt er einen Großteil des Films. Aber auch Jenny Agutter zeigt eine sehr gute und charmante Performance. Richard Jordon blieb jedoch als sein früherer Freund/Kollege und nunmehriger Häscher ein bisschen blass, und auch seinen inneren Konflikt – so es denn überhaupt einen gab – hätte man besser ausarbeiten können. Und so sehr ich mich grundsätzlich über jedes Wiedersehen mit Peter Ustinov freue, aber angesichts des Altersmakeups stellt sich mir die Frage, ob man nicht auch einen Schauspieler hätte finden können, der das richtige bzw. von den Machern gewünschte Alter gehabt hätte.

Womit wir auch schon den Bogen zu den nicht ganz so gelungenen Aspekten geschlagen hätten. Neben den gerade erwähnten Punkten ist hier in erster Linie das letzte Drittel des Films in seiner Gesamtheit zu nennen. Zwar nicht schlecht und immer noch mit einigen interessanten Offenbarungen und gelungenen Momenten (wie z.B. wenn Logan und Jessica zum ersten Mal Grabsteine erblicken), schläft der Film aber sobald Jessica und Logan die Kuppel verlassen haben, meinem Empfinden nach doch ein bisschen ein. Hier nahm man sich doch etwas zu viel Zeit damit, dem Zuschauer einzuhämmern, dass sich die Menschen grundlos in diesen Kuppeln eingesperrt haben. Im ersten Moment ein echter Aha-Moment, der jedoch rasch an Reiz verliert. Für mich war das in etwa so, als wenn wir nach dem großen Twist am Ende des Films George Taylor und Nova noch eine halbe Stunde lang dabei zugesehen hätten, wie sie eine Sightseeing-Tour auf dem Planeten der Affen machen. In dem Moment, wo man die überwucherte Erde sieht und der Blick auf das Washington Moment fällt, ist im Prinzip alles gesagt, was es dazu zu sagen gibt. Stattdessen walzt man es in den darauffolgenden Minuten (u.a. mit der Lincoln-Statue) unnötig aus. Das Gespräch mit dem alten Mann hätte man ebenfalls deutlich kürzen können, und der letzte Kampf zwischen Logan und Francis war nur bedingt spannend, teils etwas seltsam umgesetzt, und vor allem längst nicht so dramatisch wie von den Machern gedacht. Und auch wenn ich den Grund hinter der Art und Weise, wie der Film letztendlich endet, verstehen und nachvollziehen kann – brauchen wir nicht alle hin und wieder etwas Hoffnung und Optimismus, statt auch im Film vermittelt zu bekommen, dass wir ohnehin nichts verändern können? – aber die Kettenreaktion, mit der dies geschieht, erschien mir einfach nicht plausibel. Da hätte man sich etwas Anderes/Besseres einfallen lassen sollen.

Fazit: Szenenbild. "Logan's Run", den ich mir nun endlich zum ersten Mal angesehen habe, konnte mir in vielerlei Hinsicht sehr gut gefallen. Insbesondere das Konzept fand ich sehr gelungen, und so interessant wie erschreckend. Schön auch, wie der Film – wenn auch sehr plakativ – aufzeigt, wie sich die eigene Sicht der Dinge verändern kann, wenn man die Perspektive wechselt und plötzlich auf der anderen Seite steht. Auch die filmische Umsetzung fand ich überwiegend sehr gelungen, was insbesondere für die wundervollen Modellaufnahmen, die grandiosen Sets, die Kostüme, die Inszenierung sowie den Soundtrack von Jerry Goldsmith gilt. Schauspielerisch sticht vor allem Michael York hervor, wobei mir auch Jenny Agutter und der etwas unter dem Altersmakeup leidende, aber dennoch ungemein charmante Peter Ustinov hervorstach. Ganz perfekt ist der Film jedoch nicht. So fand ich, dass er nach Logans und Jessicas Flucht aus der Kuppel doch etwas einschläft, und sich zu viel Zeit nimmt, um dem Zuschauer zu vermitteln, dass auf die dort eingesperrten Menschen draußen eine lebensfreundliche(re) Umgebung warten würde. Generell zieht sich der Film an dieser Stelle dann sowohl insgesamt als auch in einzelnen zu ausgedehnten Szenen. Und vor allem auch das Finale sehe ich insofern kritisch, als mir der Ausgang des Geschehens zwar grundsätzlich gefallen konnte, mich der Weg dorthin aber leider überhaupt nicht überzeugt hat. Insgesamt hat sich "Logan's Run" jedoch seinen Status als Klassiker des Science Fiction-Genres absolut verdient.

Wertung:8 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 1976 MGM)


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Weiterführende Links:
Advents-SPECiAL 2016




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