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Sadako vs. Kayako Drucken E-Mail
Face-Off der beiden J-Horror-Ikonen Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Mittwoch, 26 Oktober 2016
 
Halloween-SPECiAL

 
Sadako vs. Kayako
Originaltitel: Sadako vs. Kayako
Produktionsland/jahr: Japan 2016
Bewertung:
Studio/Verleih: Kadokawa/Universal Pictures
Regie: Kôji Shiraishi
Produzenten: keine Angabe
Drehbuch: Takashi Shimizu & Kôji Suzuki
Filmmusik: Kôji Endô
Kamera: keine Angabe
Schnitt: keine Angabe
Genre: Horror
Kinostart Deutschland: Noch nicht bekannt
Kinostart Japan: 18. Juni 2016
Laufzeit: 98 Minuten
Altersfreigabe: Noch nicht eingestuft
Trailer: YouTube
Noch nicht erhältlich
Mit: Mizuki Yamamoto, Tina Tamashiro, Aimi Satsukawa, Misato Tanaka, Masahiro Kômoto, Masanobu Andô, Elly Nanami, Rina Endo u.a.


Kurzinhalt: In einer Vorlesung über urbane Legenden spricht der Dozent, neben anderen die er ins Reich der Mythen verbannt, auch über den Fluch, der auf einem bestimmten Videoband lastet, dass Ende der 90er sein Unwesen trieb. Wenn man es sich ansieht, wird man danach angerufen, und zwei Tage später ist man tot. Im Vergleich zu anderen Legenden seien die mit dem Geist von Sadako in Verbindung stehenden Todesfälle gut dokumentiert. Zwei Studentinnen, die der Vorlesung beiwohnten, leihen sich kurz darauf einen alten VHS-Rekorder, um ein altes Hochzeitsvideo zu digitalisieren. In eben diesen befindet sich dann just das verfluchte Video, was die beiden enorm verstört. In ihrer Verzweiflung wenden sie sich an den Dozenten, der ihnen jedoch auch nicht weiterhelfen kann. Ein Schamane soll als nächstes Abhilfe schaffen, scheitert jedoch damit, Sadakos Geist auszutreiben. Schließlich sieht er nur einen anderen Weg, um den Fluch aufzuheben, und zugleich auch jene junge Schülerin zu retten, die das Haus von Kayako besuchte und daraufhin von deren Geister verfolgt wird: Er möchte die beiden bösen Geister, Sadako und Kayako, aufeinander hetzen…

Review: Szenenbild. In "Sadako vs. Kayako" verschmelzen die beiden zentralen Horror-Franchises aus Japan, die beide in etwa zur gleichen Zeit, nämlich nur Jahrtausendwende, populär wurden. Ich bin grundsätzlich mit beiden vertraut, zumindest soweit es die jeweiligen Originale sowie vereinzelte Fortsetzungen betrifft, kann jedoch nicht von mir behaupten, alle Sequels, Prequels, Sidequels und so weiter zu kennen. Die jeweils ersten Teile beider Franchises, "Ringu" und "Ju-On", halte ich jedoch in allen Ehren, haben mir doch damals beide bei der Erstsichtung einen riesigen Schrecken eingejagt, und mich wirklich verängstigt. Beide boten originelle Konzepte, ein paar frische, angsteinflößende Ideen, und blieben mir noch lange nachdem ich sie gesehen hatte in bester, furchterregender Erinnerung. Diese Verschmelzung beider Reihen jedoch, welches noch dazu wohl um mindestens zehn Jahre zu spät kommt, ist ein enttäuschend lahmer und fauler Versuch, aus den betreffenden Franchises, die zuletzt ohnehin eher brach lagen, noch ein bisschen Geld herauszuquetschen, der letztendlich Fans beider Reihen unbefriedigt zurücklassen dürfte.

Dabei fand ich die Grundidee, wie die beiden Studentinnen zufällig auf das Video stoßen und so der Horror von vorne losgeht, ja noch nicht einmal so schlecht. Recht gut gefiel mir zudem, dass man die Idee, was es hieße, wenn solch ein verfluchtes Video heute, angesichts der zur Verfügung stehenden technologischen Mittel (Stichwort Internet, YouTube usw.), auftauchen würde, zumindest kurz angerissen hat. Und auch wenn man die Scares mittlerweile schon kennt, so muss ich doch gestehen, dass Momente wie die aus dem Fernseher kriechende Sadako, oder auch die die Treppen runterkrabbelnde Kayako, die gewünschte Wirkung obwohl man sie mittlerweile bestens kennt nicht gänzlich verfehlten. Gerade auch das knacksende Geräusch verschaffte mir selbst nach all den Jahren immer noch eine Gänsehaut. Letztendlich überwogen für mich aber leider die negativen Aspekte recht deutlich. So hätte ich z.B. auf den ganzen Besessenheitskram, der zumindest meiner Erinnerung nach was neues war und in den alten Filmen nicht vor kam, gut und gerne verzichten können. Mir gefällt die Idee dass wenn du dir das Video ansieht, Sadako zwei Tage später auftaucht und dich umbringt (oder dazu bringt, dich selbst zu töten), aber dass sie eine Art Dämon ist der im Moment wo du dir das Video ansiehst von dir Besitz ergreift… ne. Generell war diese ganze Exorzismus-artige Szene sehr schräg, und wirkte wie aus einem völlig anderen Film. Zudem hätte der Schamane ruhig etwas älter sein können, sein Herumfuchteln mit der Hand fand ich eher unfreiwillig komisch, und seinen jungen blinden Sidekick mit besonderer Begabung auch eher problematisch. Vor allem aber verstehe ich nicht, was sie dabei geritten hat, das Video derart radikal zu verändern. Das alte war ungemein gruselig und unheimlich und mysteriös und absolut perfekt. Selbst das ansonsten gleichwertige wenn nicht gar überlegene Remake kam daran nicht mehr ganz heran. Den Ersatz den man uns hier präsentiert fand ich jedenfalls einfach nur lahm.

Szenenbild. Falls bei euch der Eindruck entsteht, dass ich fast nur über den Sadako-Teil schreibe und Kayako eher vernachlässige, dann habt ihr damit insofern Recht, als dies wohl auch für die Filmemacher gelten dürfte. Der Schwerpunkt liegt definitiv auf dem Fluch rund um das Video, während alles rund um Kayakos verfluchtes Haus eher wie nachträglich drangepappt wirkt – fast so, als hätte der Film ursprünglich als reines "Ringu"-Sequel begonnen. Und vor allem auch der Showdown zwischen beiden bösen Geistern war dann ungemein lasch, einfallslos und enttäuschend. Man sollte meinen dass man sich, wenn man einen solchen Film macht, im Vorhinein ein paar coole Ideen überlegt, was ihren gemeinsamen Kampf betrifft. Pustekuchen! Sie wälzen sich ein bisschen am Boden herum, Sadako verwendet ihre Haare aus Waffe, und zuletzt verschmelzen sie dann zu einem grauenhaft getricksten CGI-Monster. Spätestens da war dann auch der letzte Rest an Goodwill aufgebraucht, und spülte man den J-Horror zusammen mit seinen beiden größten Ikonen die Toilette hinunter. Der völlig offene Ausklang, der eher einem Abbruch denn einem Abschluss gleichkam, tat dann sein Übriges.

Fazit: Die Grundidee fand ich ja eigentlich nicht uninteressant. Gut gefiel mir zudem, wie man den Fluch des Videos neu etablierte, dabei in die Gegenwart brachte, und zudem kurz mit modernen Technologien spielte. Und auch wenn sie allesamt schon bekannt sind, haben die ikonischsten Momente und furchterregende Ideen für mich auch bei diesem neuerlichen Aufguss für mich wieder wunderbar funktioniert – was letztendlich jedoch nur vor Augen führt, wie grandios "Ringu" und "Ju-On" waren, und dabei zugleich verdeutlicht, dass dieser lahme Aufguss keinem von beiden das Wasser reichen kann. Angereichert um einen völlig überflüssigen Besessenheits-Plot, mit einem zu starken Schwerpunkt auf Sadako, während Kayako fast zur Randnotiz verkam, und ohne interessante Ideen was ihren letztendlichen Showdown betrifft, auf den der gesamte Film hinfiebert, dürfte "Sadako vs. Kayako" letztendlich die Fans beider Franchises schwer enttäuschen, und offenbart sich als ein völlig überflüssiges und enttäuschendes Crossover, dass letztendlich beiden Horror-Ikonen, die hier aus reiner Profitgier aufeinander gehetzt werden, nicht gerecht wird.

Wertung:3 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2016 Universal Pictures)


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Weiterführende Links:
Halloween-SPECiAL 2016





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