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Near Dark - Die Nacht hat ihren Preis Drucken E-Mail
Stylischer 80er-Jahre-Vampirfilm von Kathryn Bigelow Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Dienstag, 25 Oktober 2016
 
Halloween-SPECiAL

 
Near Dark
Originaltitel: Near Dark
Produktionsland/jahr: USA 1987
Bewertung:
Studio/Verleih: Near Dark Joint Venture/StudioCanal
Regie: Kathryn Bigelow
Produzenten: U.a. Steven-Charles Jaffe & Eric Red
Drehbuch: Kathryn Bigelow & Eric Red
Filmmusik: Tangerine Dream
Kamera: Adam Greenberg
Schnitt: Howard E. Smith
Genre: Horror
Kinostart Deutschland: 02. Juni 1988
Kinostart USA: 02. Oktober 1987
Laufzeit: 94 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 18
Trailer: YouTube
Kaufen: DVD
Mit: Adrian Pasdar, Jenny Wright, Lance Henriksen, Bill Paxton, Jenette Goldstein, Tim Thomerson, Joshua John Miller, Marcie Leeds u.a.


Kurzinhalt: Eines Nachts trifft Caleb eine attraktive junge Frau, Mae. Diese muss unbedingt vor Sonnenaufgang zu Hause sein, woraufhin Caleb ihr anbietet, sie mit seinem Auto nach Hause zu bringen. Auf dem Weg dorthin unterhalten sie sich und lernen sich dabei näher kennen. Statt eines Kusses gibt es dann jedoch zum Abschied einen Biss in den Hals. Am darauffolgenden Tag reagiert Caleb zunehmend allergisch auf Sonnenlicht, und fühlt sich den ganzen Tag über krank. Maes "Familie" erfährt von ihrer Kurzschlusshandlung, und zieht los, um Caleb aus seinem Heim zu entführen. Sie offenbaren ihm, dass er von ihr in einen Vampir verwandelt wurde, und versuchen, ihn an das Leben als ebensolcher zu gewöhnen – bedeutet dies doch, dass er Menschen umbringen und ihr Blut trinken muss. Doch Caleb kann sich dazu einfach nicht durchringen, weshalb er von Mae "gefüttert" wird. Ihre Familie denkt ursprünglich darüber nach, ihn zu töten, dann jedoch rettet er ihnen allen das Leben. Als sie jedoch in einem Motel zufällig auf seinen Vater und seine kleine Schwester stoßen, die auf der Suche nach ihm sind, muss er sich zwischen seiner alten und neuen Familie entscheiden…

Review: Szenenbild. "Near Dark" ist ein Frühwerk der großartigen Kathryn Bigelow, dass irgendwie vor allem auch hierzulande untergegangen und mittlerweile doch ziemlich in Vergessenheit geraten scheint. Dies mag am in etwa zur gleichen Zeit entstandenen "Lost Boys" liegen, der sich dem Vampir-Thema auf ähnliche Art und Weise näherte, und statt des damals im Bewusstsein des Kinobesuchers dominierenden romantisierten Gentleman-Vampir eine Art Jugendbande präsentiert. "Near Dark" geht in eine ähnliche Richtung, jedoch ohne die romantischen Elemente des Genres gänzlich auszusparen. Vielmehr nimmt der Film den klassischen Vampir- bzw. Dracula-Mythos, und überträgt ihn für eine zeitgenössische Interpretation in die 80er. Eben darin liegt für mich dann auch insofern seine größte Stärke, als "Near Dark" durch und durch als Kind der 80er zu erkennen ist, und diese Epoche, was das Filmschaffen betrifft, lebt und atmet. Die dominierende, blaue Farbgebung, der Synthesizer-Soundtrack, die Kostüme, die dunkle Atmosphäre… als großer Fan von 80er-Jahre-Filmen fühlte ich mich hier sogleich zu Hause.

Kathryn Bigelows Inszenierung ist ebenfalls exzellent. Er ist wunderbar gedreht, und präsentiert einige betörend schöne Bilder, sowie zahlreiche düster-bedrückende Szenen. Die Besetzung ist ebenfalls – überwiegend – gelungen. Adrian Pasdar bleibt zwar als Hauptprotagonist ein bisschen blass und farblos (no pun intended), wobei er zugegebenermaßen bei einen solch charismatischen Ensemble von Anfang an einen schweren Stand hatte. Dieser umfasst mit Lance Henriksen, Bill Paxton und Jenette Goldstein gleich drei "Aliens"-Alumni, wobei für mich eigentlich der gruselige Joshua Miller sowie die ungemein charmante und verzaubernde Performance von Jenny Wright am meisten hervorstachen. Sehr gut gefallen konnte mir auch der Einstieg, mit dem schon fast traumhaften Kennenlernen zwischen Caleb und Mae, dass den Zauber einer solchen ersten romantischen Begegnung – in beiden Richtungen vorhandene Anziehung vorausgesetzt – perfekt einfängt. Der wohl hervorstechendste Moment des Films war dann aber die Schießerei rund um das kleine Landhaus, der sowohl inszenatorisch als auch dramaturgisch für mich den Höhepunkt darstellte. Alles was danach kam, konnte mir zwar soweit auch noch ganz gut gefallen, wirkte auf mich jedoch teilweise ein bisschen unrund. Vor allem die Barszene war mir persönlich zu strange, cartoon-mäßig – und zog sich auch viel zu lang dahin. Und auch der letzte Akt hat mich dann leider etwas enttäuscht. Calebs Heilung überzeugte mich nicht wirklich, und gerade auch den extrem generischen Showdown fand ich schade. Ihr könnt mir gerne widersprechen, aber ich persönlich hätte es entschieden vorgezogen, wenn sich Caleb und Mae nach der Szene bei der Schaukel einfach voneinander verabschiedet hätten, und diese dann Jahrzehnte später zurückgekehrt wäre um ihn zu fragen, ob er seine Entscheidung nun bereut. Das hätte ich irgendwie schön und poetisch gefunden. Mir persönlich war der Showdown jedenfalls zu typisch, und stach gerade auch nach dem sehr originellen und eigenwilligen Film zuvor negativ heraus.

Fazit: Szenenbild. "Near Dark" ist ein extrem stylischer Vampirfilm, dem man seine 80er-Jahre-Herkunft in jeder Pore seines Seins – und dabei insbesondere dem Synthie-Soundtrack und der blau dominierten visuellen Gestaltung – anmerkt. Von Kathryn Bigelow wunderschön geschossen und neben vielen beeindruckenden Bildern um eine düstere Grundstimmung angereichert, konnte mir vor allem die erste Hälfte dieses schaurig-schönen Gothic-Vampirmärchens sehr gut gefallen. Mit der Schießerei rund um das Landhaus erreicht er dann jedoch etwas zu früh seinen Höhepunkt. Die Szene in der Bar war mir persönlich dann ein bisschen zu schräg und zu lang, der Showdown zu 08/15 und nach der beeindruckenden Schießerei zuvor auch zu unspektakulär, und generell hätte ich mir einen anderen Ausgang für das Geschehen gewünscht. Dennoch hat mich "Near Dark" praktisch von Beginn an in seiner düster-romantische Stimmung hineingezogen, und bis zuletzt nicht mehr losgelassen. Er zeigt auch wieder einmal, wie vielfältig der Vampir-Mythos interpretierbar ist – was ich auch für eine der größten Stärken dieses Horror-Subgenres halte. "Near Dark" ist ein Vampirfilm wie kein zweiter – und schon allein deshalb für alle Horrorfans einen Blick wert.

Wertung:8 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © StudioCanal)


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Weiterführende Links:
Halloween-SPECiAL 2016





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