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Dominion: Exorzist - Der Anfang des Bösen Drucken E-Mail
Paul Schraders ursprüngliche Version des Prequels Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Freitag, 21 Oktober 2016
 
Halloween-SPECiAL

 
Dominion
Originaltitel: Dominion
Produktionsland/jahr: USA 2005
Bewertung:
Studio/Verleih: Morgan Creek Productions/Warner Bros.
Regie: Paul Schrader
Produzenten: U.a. James G. Robinson, Wayne Morris & Art Schaefer
Drehbuch: William Wisher & Caleb Carr
Filmmusik: Angelo Badalamenti, Dog Fashion Disco & Trevor Rebin
Kamera: Vittorio Storaro
Schnitt: Tim Silano
Genre: Horror
DVD-Premiere Deutschland: 21. Oktober 2005
Kinostart USA: 20. Mai 2005
Laufzeit: 117 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 16
Trailer: Nicht verfügbar
Kaufen: Blu-Ray (Kollektion), DVD (Einzel)
Mit: Stellan Skarsgård, Gabriel Mann, Clara Bellar, Billy Crawford, Ralph Brown, Julian Wadham u.a.


Kurzinhalt: Während des Zweiten Weltkriegs musste Pater Merrin mit eigenen Augen ansehen, zu welchem Grauen die Menschen fähig sind – und hat dadurch seinen Glauben an Gott verloren. Mittlerweile arbeitet der ehemalige Priester als Archäologe, und bereist als solcher die ganze Welt, um historische, und oftmals auch religiöse Stätten auszugraben. Sein jüngster Auftrag führt ihn nach Ostafrika, wo man nach einem Sandsturm auf das Dach einer alten Kirche gestolpert ist, die scheinbar vor langer Zeit verschüttet wurde. Als man jedoch die ersten Steine freilegt, zeigen sich diese noch überraschend gut erhalten. Fast wirkt es so, als wäre sie nicht von Sandstürmen bedeckt, sondern vielmehr kurz nach der Fertigstellung ganz bewusst und absichtlich vergraben worden. Nachdem man sie nun freigelegt hat, mehren sich die seltsamen Vorfälle, und fast scheint es so, als wäre das Dorf vermehrt vom Wahnsinn befallen. Welches Übel hat man hier nur freigelegt? Um den Dämon zu verbannen, der von einem einheimischen Jungen Besitz ergriffen hat, muss Merrin seinen Glauben wiederfinden…

Review: Szenenbild. Dann eben so: Als ich gestern die ja eigentlich davor veröffentlichte Renny Harlin-Version des Prequels zu "Der Exorzist" einlegen wollte, hat mein Blu Ray-Player gestreikt, weshalb ich kurzerhand "Dominion" vorzog. Ich hatte mir beide Filme bereits vor rund zehn Jahren unmittelbar hintereinander angesehen, damals jedoch in der Reihenfolge ihrer Veröffentlichung. Sich nun – wenn es auch eigentlich nicht so geplant war – Schraders ursprünglich fertiggestellte Version zuerst anzuschauen, und Harlins vom Studio bevorzugte Fassung dann in weiterer Folge mit dieser zu vergleichen, hat jedoch auch seinen Reiz, insofern: Passt schon. Jedenfalls ist die Entstehungsgeschichte beider Filmen meines Wissens bis zum heutigen Tag praktisch einzigartig. Dass sich Studios in weiterer Folge in eine Filmproduktion einmischen, einem Regisseur seinen Film wegnehmen, und ev. einen anderen Filmemacher damit beauftragen, weitere Szenen zu drehen und ein Ergebnis zu schaffen, dass eher ihren Erwartungen betrifft, kommt ja immer wieder mal vor. Aber dass man praktisch von vorn anfängt und einen völlig neuen Film drehen lässt, hat nun wirklich Seltenheitswert.

Als jemand, der sich vorsichtig ausgedrückt nicht gerade zu den größten Fans der Reihe zählt, und gerade auch den hochgelobten und vielgeschätzten ersten Teil für heillos überbewertet hält, bin ich vermutlich nicht der Richtige, um ein Urteil darüber zu treffen, inwieweit das Studio recht hatte, als sie Schraders Film ablehnten (wobei es ihnen zugleich hoch anzurechnen ist, dass sie ihm schließlich doch noch die Gelegenheit gaben, ihn ansatzweise abzuschließen und das Ergebnis dann quasi als Gegenentwurf dank eines DVD-Releases auch einem breiten Publikum zur Verfügung zu stellen, so dass sich jeder sein eigenes Bild machen kann) – denn auch wenn ich ihn nicht wirklich gut fand, fand ich ihn immerhin noch etwas besser als das öde Original. Am besten konnte mir dabei der wirklich ungemein düstere Einstieg rund um sein einschneidendes Erlebnis während des zweiten Weltkriegs gefallen. Das war absolut erschütternd. Nach diesem starken Beginn schläft der Film jedoch eher ein, und wird mit der Zeit doch ziemlich zäh. Zwar gibt es vereinzelte ganz nette Momente und gelungene Szenen, wie z.B. der Zusammenschnitt zwischen der Geburt des (toten) Kinds des Häuptlings, der plündernden Soldaten und der Operation an Cheche, oder auch rund um den langsam um sich greifenden Wahnsinn im Dorf, mit dem durchdrehenden Major, oder dem Angriff auf die Schule. Und auch zwischen Merrin und Lesno gab es den einen oder anderen netten Moment, z.B. wenn sich diese an ihre Zeit im Konzentrationslager erinnert. Zwischen diesen gelungenen Szenen dominiert jedoch die Ödnis, und vor allem im Mittelteil beginnt er sich doch ordentlich zu ziehen. Darüber hinaus leidet der Film darunter, dass man Schrader zwar die Möglichkeit gab, seine Version soweit als möglich fertig zu stellen, dafür jedoch praktisch kein Geld mehr zur Verfügung stellte, worunter insbesondere die wenigen CGI-Szenen leiden. Das Rudel Kojoten oder auch die Schlange zählen zu den schlechtesten Tricks, die ich je in einem Hollywood-Film gesehen habe, und lassen selbst den berühmt-berüchtigten Hirsch aus "Ring 2" lebensecht erscheinen. Und auch die Mischung aus Kritik an der Menschheit, und zu welchem Bösen wir fähig sind, mit einem Plot über dämonische Besessenheit – wo das Böse ja quasi nicht von innen, sondern von außen kommt – hat für mich nicht wirklich funktioniert, da dies die gesellschaftskritische Message des Films unterminierte.

Szenenbild. Immerhin, sobald Father Francis Cheche mal in die Kirche bringt, dreht der Film noch einmal auf (wenn ich mich auch fragte, warum er sich mit der Taufe so lang Zeit lässt, und ihm nicht einfach das heilige Wasser über den Kopf schüttet). Die Konfrontation zwischen Merrin und den Dämon war sehr gut gemacht, wobei ich vor allem phantastisch fand, wie er ihn jenen schicksalhaften Tag, an dem er seinen Glauben verlor, zurückführt, so dass dieser einen weiteren Versuch unternehmen kann, die Dorfbewohner zu retten. Hier schloss sich einfach wunderbar der Kreis zum Einstieg, und generell fand ich diesen Moment sehr stark. Sehr schräg, aber zumindest visuell nett waren auch die Szenen rund um die Nordlichter. Von diesem Moment abgesehen sah "Dominion" ja eher schlicht und wenig beeindruckend aus – ein Aspekt, wo er bedauerlicherweise dezidiert nicht in die Fußstapfen seiner Vorgänger folgte, die allesamt optisch imposant waren. Dafür konnten mir die schauspielerischen Leistungen gefallen, wobei neben Stellan Skarsgard als neuer Pater Merrin (der Max von Sydow zwar nicht wirklich ähnlich sieht, jedoch ein vergleichbares schauspielerisches Schwergewicht mit ähnlich starker Präsenz ist, und sich damit letztendlich doch als Idealbesetzung erweist) für mich vor allem die in der Harlin-Version geschasste Clara Bellar hervorstach. Und, auch ganz wesentlich: Im Vergleich zu den ersten beiden Filmen war "Dominion" wenigstens (ok, abseits der peinlichen CGI-Effekte) nicht unfreiwillig komisch. Der wirklich gute dritte Film der Reihe bleibt für Schrader jedoch unerreichbar.

Fazit: Als jemand, der "Der Exorzist" für den meistüberschätzten Horrorfilm aller Zeiten hält, bin ich wohl der falsche, um zu beurteilen, inwiefern es sich bei "Dominion" um ein würdiges Sequel handelt, und das Studio somit die richtige oder eben falsche Entscheidung traf, als sie diesen ablehnte und von Renny Harlin praktisch einen völlig neuen Film inszenieren ließ. Ich für meinen Teil kann nur sagen: Ich kann es einerseits verstehen, da "Dominion" eher in die Kunstfilm als in die kommerzielle Richtung geht; und besonders gut ist er in der Tat nicht. Sooooo ungemein schlecht dass man ihn gleich erst gar nicht ins Kino bringt und lieber einen neuen Film drehen lässt, fand ich ihn jetzt aber auch nicht wirklich. Da ist aus Hollywood sowohl davor als auch danach deutlich schlimmeres auf die Welt losgelassen worden. Sehr gut gefallen konnten mir dabei vor allem Merrins erschütternde Vorgeschichte während des zweiten Weltkriegs, sowie seine finale Konfrontation mit dem Dämon. Zwischen diesen beiden Höhepunkten ist "Dominion" jedoch teilweise sehr zäh, und hatte nur vereinzelte gute, hervorstechende Momente zu bieten. Gruselig fand ich ihn persönlich zudem zu keinem Zeitpunkt – allerdings ist das in meinem Fall ein Kritikpunkt, den er sich mit dem Original teilt, weshalb ich mir schwer damit tue, ihm einen Strick daraus zu drehen. Letztendlich halte ich "Dominion" aber in erster Linie aus filmhistorischer Sicht für interessant, da sich in Verbindung mit "Exorzist: Der Anfang" die seltene Gelegenheit ergibt, eine ähnliche Geschichte aus der Sicht zweier konträrer Regisseure bzw. Visionen zu erleben. Das allein macht ihn für alle Exorzist-, Horror- oder auch einfach nur Film-Begeisterte schon sehenswert.

Wertung:4 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2005 Warner Bros.)


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Weiterführende Links:
Halloween-SPECiAL 2016





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