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The Blackcoat's Daughter Drucken E-Mail
Ein Dämon treibt in einem Internat sein Unwesen Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Montag, 10 Oktober 2016
 
Halloween-SPECiAL

 
The Blackcoat's Daughter
Originaltitel: The Blackcoat's Daughter
Produktionsland/jahr: USA 2015
Bewertung:
Studio/Verleih: Unbroken Pictures/A24
Regie: Oz Perkins
Produzenten: U.a. Bryan Bertino, Adrienne Biddle, Alphonse Ghossein, Robert Menzies & Rob Paris
Drehbuch: Oz Perkins
Filmmusik: -
Kamera: Julie Kirkwood
Schnitt: Brian Ufberg
Genre: Horror(Thriller
Kinostart Deutschland: Noch nicht bekannt
Kinostart USA: Noch nicht bekannt
Laufzeit: 93 Minuten
Altersfreigabe: Noch nicht eingestuft
Trailer: YouTube
Kaufen: Noch nicht erhältlich
Mit: Kiernan Shipka, Emma Roberts, Lucy Boynton, Lauren Holly, James Remar, Peter J. Gray, Emma Holzer, Jodi Larratt, Douglas Kidd u.a.


Kurzinhalt: Da sie aus unbekannten Gründen nicht von ihren Eltern abgeholt wurden, müssen Kat und Rose die Winterferien in ihrer Privatschule verbringen. Kat wird dabei schon bald von schrecklichen Träumen und Visionen geplagt. Treiben im Internat von Bramford etwa dämonische Kräfte ihr Unwesen? Währenddessen bemüht sich eine andere junge Frau, Joan, so rasch als möglich nach Bramford zu gelangen. Während sie auf den Bus wartet wird sie von einem Familienvater angesprochen, der ihr anbietet, sie in die Stadt zu bringen. Doch Joan verbirgt ein düsteres Geheimnis…

Review: Szenenbild. "The Blackcoat's Daughter" habe ich heuer Ende April beim /slash einhalb Festival gesehen, damals noch unter dem Titel "February". Im Vorfeld war ich auf den Film, bei dem es sich um das Regiedebut von Oz Perkins (seines Zeichens der Sohn des berühmten "Psycho"-Darstellers Anthony Perkins) handelt, schon sehr gespannt. So ganz konnte er dann jedoch leider die von mir in ihn gehegten Erwartungen nicht erfüllen. Gut gefallen konnte mir in erster Linie das Konzept einer seltsamen und doch eher ungewöhnlichen Mischung zwischen einem Horrorfilm über dämonische Besessenheit mit einem Mystery-Film. Zumindest, wenn man den Film wortwörtlich nimmt, da man durchaus auch argumentieren könnte, dass alles vermeintlich Übersinnliche nur eingebildet und das Ergebnis einer schweren psychischen Störung ist. Dass der Film dies der Interpretation des Zuschauers überlässt, war für mich eine weitere wesentliche Stärke. Zumal ich ja generell jetzt nicht unbedingt der größte Fan von Besessenheits- und/oder religiösem Horror bin (siehe auch meine nicht gerade überschwängliche Meinung zu "Der Exorzist").

Wobei "The Blackcoat's Dauther" das Konzept immerhin für ein paar wirklich nette, atmosphärische Szenen nutzt, es um die eine oder andere coole Idee bereichert, und vor allem damit auch nie übertrieb, weshalb ich es hier wesentlich besser und leichter akzeptieren konnte (wie gesagt; davon, dass man ihn auch rein psychologisch ohne übersinnliche Elemente erklären könnte, ganz zu schweigen). Zumal der vermeintliche Dämon oder Teufel nicht der einzige Plot war, sondern diese Geschichte parallel zur mysteriösen Story rund um Joan erzählt wird, was dem Ganzen ein weiteres mysteriöses Element hinzufügt. Was mir gerade auch daran besonders gut gefallen hat ist, dass Oz Perkins die Auflösung, inwiefern die beiden Handlungsstränge in Verbindung zueinanderstehen, nie direkt von den Figuren aussprechen lässt, sondern vielmehr über den Film verteilt Hinweise streut, und darauf vertraut, dass der Zuschauer selbst dahinterkommen wird. Dies wird beim einen früher und beim anderen später passieren, sollte letztendlich aber bei allen der Fall sein. Jedenfalls würde ich mir so viel bzw. ähnliches Vertrauen in die Intelligenz der Zuschauer auch von anderen Regisseuren wünschen. Großartig fand ich in diesem Zusammenhang dann auch die Offenbarung der Motivation einer bestimmten Figur, die ich überaus faszinierend fand. Oz Perkins Inszenierung besticht zudem durch eine dichte Atmosphäre, sowie den einen oder anderen brutal-schonungslosen Moment, der für diese Art von dämonischem Horror auch eher ungewöhnlich ist, und mir ebenfalls sehr gut gefallen konnte. Die letzte wesentliche Stärke sind dann die schauspielerischen Leistungen, wobei vor allem Kiernan Shipka mit einer phantastischen Breakout-Performance hervorsticht. Emma Roberts und Lucy Boynton machen ihre Sache auch sehr gut, wurden meines Erachtens von Shipka aber gnadenlos an die Wand gespielt. Hier haben wir jedenfalls wieder einmal eine überaus vielversprechende Jungdarstellerin, die es im Auge zu behalten gilt.

Szenenbild. Das größte Problem von "The Blackcoat's Daughter" sind die beträchtlichen Längen, die sich leider immer wieder einschleichen. Er bietet einige phantastische, tolle Einzelszenen, aber zwischen diesen bewegt sich der Film überwiegend im Schneckentempo weiter, und verliert dabei bzw. dadurch immer wieder viel an Spannung. Eher frustriert war ich auch von der allerersten Szene, welche das Mysterium rund um Kats nicht auftauchende Eltern etabliert. War das ein Traum? Eine Vision? Eine Vorahnung? Oder doch nur Einbildung? Eben dies wird leider bis zuletzt nicht aufgeklärt, und generell hatte ich rückwirkend den Eindruck, als wäre dieses Mysterium nur eingebaut worden, um den Zuschauer gleich zu packen. Mich hat's letztendlich aber eher verwirrt und frustriert. Gelegentlich scheint "The Blackcoat's Daughter" zudem etwas unmotiviert zwischen den einzelnen Figuren bzw. Schauplätzen hin- und herzuspringen. Da hätte man im Schnittraum noch nachbessern können, damit diese besser ineinander übergehen. Da und dort wäre es zudem hilfreich gewesen, die eine oder andere Information zu besitzen, um die Bedeutung einzelner Szenen (besser bzw. gleich) verstehen zu können. Und das Design des Dämons/Teufels hat zumindest mich nicht so wirklich überzeugt.

Fazit: Das größte Problem von "The Blackcoat's Daughter" sind seine Längen. Als halbstündiger Kurzfilm hätte er phantastisch sein können, als abendfüllender Spielfilm mit knapp über 90 Minuten Laufzeit (und die erreicht er nur dank eines im Schneckentempo dahinkriechenden Abspanns) gibt es aber einfach zwischen den einzelnen, teils wirklich phantastischen Szenen einfach zu viel Leerlauf, in denen jegliche Spannung verpufft. Der mysteriöse und bis zuletzt nicht aufgeklärte Einstieg rund um die Vision (?) ihrer Eltern, die teils etwas unmotivierten Sprünge zwischen den einzelnen Handlungssträngen sowie die Tatsache, dass sich der Film lange Zeit eher ziellos vorwärtsbewegt, ohne dass man sagen könnte, wo die Reise hingehen wird, helfen auch nicht gerade. Demgegenüber stehen die sehr guten bis großartigen (Kiernan Shipka) schauspielerischen Leistungen, die dichte Atmosphäre, einzelne herausragende Höhepunkte, ein paar wirklich nette Ideen und mögliche Interpretationen, sowie die grundlegende Geschichte, die mit einer wirklich netten Auflösung aufwarten kann (die zudem dem Zuschauer nie auf dem Silbertablett serviert sondern in kleinen Informations-Häppchen präsentiert wird, so dass es jeder in seinem eigenen Tempo herausfinden darf). Insgesamt offenbart "The Blackcoat's Daughter" einiges an Potential und auch an Talent; um Oz Perkins als neuen, strahlenden, aufsteigenden Stern am Horror-Himmel zu feiern, reicht es indes nicht.

Wertung:5 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2016 A24)


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Weiterführende Links:
Halloween-SPECiAL 2016





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