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Der Exorzist II - Der Ketzer Drucken E-Mail
Eines der schlechtesten Sequels aller Zeiten Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 09 Oktober 2016
 
Halloween-SPECiAL

 
Exorzist II - Der Ketzer
Originaltitel: Exorcist II: The Heretic
Produktionsland/jahr: USA 1977
Bewertung:
Studio/Verleih: Warner Bros.
Regie: John Boorman
Produzenten: John Boorman, Richard Lederer & Charles Orme
Drehbuch: William Goodhart
Filmmusik: Ennio Morricone
Kamera: William A. Fraker
Schnitt: Tom Priestley
Genre: Horror
Kinostart Deutschland: 22. September 1977
Kinostart USA: 17. Juni 1977
Laufzeit: 118 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 16
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD
Mit: Richard Burton, Linda Blair, Louise Fletcher, Max von Sydow, Kitty Winn, Paul Henreid, James Earl Jones, Ned Beatty u.a.


Kurzinhalt: Vier Jahre sind vergangen, seitdem Regan von einem Dämon besessen wurde, und bei darauffolgenden Exorzismus sowohl Pater Merrin als auch sein junger Assistent Pater Karras das Leben verloren. Regan meint, keine Erinnerungen mehr an die damaligen Geschehnisse zu haben, doch die Freundin ihrer Mutter befürchtet, dass der Dämon nicht vertrieben wurde, sondern vielmehr immer noch in ihr wohnt. Regan ist wegen posttraumatischem Stress nach wie vor bei Dr. Gene Tuskin in Behandlung. Diese hat eine neue Methode entwickelt, mit der es den Therapeuten möglich sein soll, in die Gedanken- und Traumwelten ihrer Patienten eindringen zu können, in dem sich beide Gehirne quasi miteinander synchronisieren. Diese Methode möchte sich Pater Lamont zu Nutze machen, der von der Kirche damit beauftragt wurde, den Tod von Pater Merrin zu untersuchen – stand dieser doch vor Regans Exorzismus unter Verdacht der Ketzerei. Seine Untersuchung führt in schließlich in Merrins Vergangenheit, genauer gesagt nach Afrika, wo dieser einst einen begabten jungen Mann kennengelernt hat, der scheinbar über die Fähigkeit verfügte, andere zu heilen. Die Suche nach Kokumo wird für ihn schließlich fast zur Besessenheit – sieht er in ihm doch die einzige Chance, Regan ein für allemal von ihrem Dämon zu befreien…

Review: Szenenbild. Ich war und bin, wie ja auch in meinem blasphemischen Review nachzulesen ist, kein großer Fan des ersten "Exorzist"-Films, und halte ihn für heillos überschätzt. Jedoch: Im Vergleich zu diesem Machwerk wirkt er ja in der Tat fast wie ein Meisterwerk der Filmgeschichte. Dabei muss ich "Der Ketzer" immerhin, so furchtbar ich ihn insgesamt auch fand, zumindest drei Dinge zugutehalten. So war die erste Hypnoseszene, wo die dämonische Regan wieder auftaucht, noch durchaus atmosphärisch und gut gemacht. Ja, natürlich ist die Idee rund um diese Hypnose-Maschine absolut hirnrissig, allerdings fällt es mir in einer Filmreihe über dämonische Besessenheit schwer, mich allzu sehr über wissenschaftliche Inakkuranz aufzuregen. Zudem muss ich anerkennen, dass "Exorzist II" eine gewisse perverse Faszination ausgeübt hat; so wie wenn man, wie in Zeitlupe, einen Unfall beobachtet, und sich partout nicht vom Geschehen abwenden kann, so grauenhaft es auch sein mag. Und last but not least schmückt John Boorman den Film mit einigen wirklich wundervollen Bildern. Selten war der Begriff "Schöner Scheiß" passender als hier.

Leider aber war sämtlicher Goodwill, den ich angesichts der netten Optik sowie der gelungenen (wenn auch hirnrissigen) ersten Hypnose-Szene gegenüber "Der Exorzist II" verspürt haben mag, rasch verflogen. Dies lag in erster Linie an der völlig konfusen und zerfahrenen Handlung, zahlreichen schrägen Szenen die mich ratlos am Kopf kratzen ließen, sowie einigen unfreiwillig komischen Momenten. Zumindest bis zu einem gewissen Grad ist Boorman, so schön einige der Bilder auch gewesen sein mögen, am Debakel nicht ganz unschuldig, denn seine ständigen Heuschrecken-Szenen sahen einfach nur zum Brüllen aus, und in diesem Ausmaß auch einfach nur anstrengend und nervig. Wobei sich dies durchaus auch über den Mittelteil mit Lamonts Reise nach Afrika insgesamt sagen lässt. Viel zu ausgedehnt, völlig langweilig, und dann auch noch mit einer schrägen Traumsequenz versehen, war das mit Abstand der schlimmste Teil des Films, der auch mit Regan, ihrem Dämon usw. praktisch nichts mehr zu tun hatte. Nicht, dass das Finale so viel besser wäre. Hier versucht man verzweifelt, die beste Szene des ersten Teils zu kopieren, ohne auch nur ansatzweise deren Klasse zu erreichen. Und auch die Idee, dem Dämon diesmal quasi das Herz rauszureißen, fand ich sehr schwach. Von der Art und Weise, wie man hier versuchte, beide Handlungsstränge – Regan und Kokumo bzw. die Heuschrecken – zu kombinieren ganz zu schweigen. Insgesamt fehlte es dem Film völlig an Fokus, einer klaren Erzählstruktur, an Tempo und an Dramatik. Ich fieberte zu keinem Zeitpunkt mit, und es geschah nicht selten, dass ich ungläubig die Hände in Richtung Himmel streckte und mich fragte: Was zur Hölle schau ich mir hier denn eigentlich an? Wie gesagt, eine gewisse Kuriosität will ich dem Film nicht absprechen. Gerade auch Freunde der trashigen Unterhaltung, die sich gerne mal bewusst sauschlechte Filme anschauen (und zwar solche, die eigentlich gut sein wollten, und darin kapital gescheitert sind; also nicht so Sachen wie z.B. "Sharknado"), werden bei "Der Exorzist II" zweifellos auf ihre Kosten kommen. Fans des ersten Teils sollten um "Der Ketzer" aber einen möglichst großen Bogen machen.

Fazit: Szenenbild. Eines muss ich "Exorzist II – Der Ketzer" lassen: Ich habe wenige Filme in meinem Leben gesehen, wo die Gefahr größer war, dass sie auf meinem Kopf eine kahle Stelle hinterlassen – vom ständigen fragend-ratlosen Kratzen meiner Finger. Am Ende blieb für mich letztendlich eine große Frage zurück: Was zur Hölle hat man sich denn dabei nur gedacht? Während man John Boorman wohl zumindest teilweise verantwortlich machen muss – haben die zahlreichen, vermeintlich auf seinen Mist gewachsenen Heuschrecken-Szenen kaum geholfen – ist der Hauptübeltäter zweifellos Drehbuchautor William Goodhart, der hier einen Mischmasch verschiedenster Ideen präsentiert, die teilweise nur mehr rudimentär mit dem ersten Film in Verbindung stehen, und zudem kein stimmiges Ganzes ergeben wollen. Zumal ich so manches auch einfach nur hirnrissig fand. Vor allem der Mittelteil des Films ist ungemein langweilig; fast hätte ich auf Stopp gedrückt und die Blu-Ray aus dem Player genommen. Die zahlreichen surrealen Momente, alles rund um Wunderheiler Kokumo, sowie das enttäuschende Finale taten ihr Übriges. Da mag der Film an sich aufgrund einiger netter Bilder noch so schön zum Anschauen und kann die erste Hypnose-Szene noch so nett (wenn natürlich auch völlig bescheuert) gewesen sein; retten konnte das in diesem Fall auch nichts mehr. "Exorzist II – Der Ketzer" zählt zweifellos zu den unwürdigsten Fortsetzungen, die ich je gesehen habe. Und wenn das ich als großer Kritiker des ersten Teils sage, dann will das etwas heißen.

Wertung:1 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 1977 Warner Bros.)


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Weiterführende Links:
Halloween-SPECiAL 2016





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