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Batman v Superman: Dawn of Justice Drucken E-Mail
Das lang ersehnte Leinwand-Duell der Comic-Ikonen Kategorie: Filme - Autor: C. Siegel | M. Spieler - Datum: Montag, 28 März 2016
 
Advents-SPECiAL

 
Batman v Superman: Dawn of Justice
Originaltitel: Batman v Superman: Dawn of Justice
Produktionsland/jahr: USA 2016
Bewertung:
Studio/Verleih: DC Comics/Warner Bros.
Regie: Zack Snyder
Produzenten: U.a. Charles Roven & Deborah Snyder
Drehbuch: Chris Terrio & David S. Goyer
Filmmusik: Junkie XL & Hans Zimmer
Kamera: Larry Fong
Schnitt: David Brenner
Genre: Action/Fantasy
Kinostart Deutschland: 24. März 2016
Kinostart USA: 25. März 2016
Laufzeit: 151 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 12
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD, Soundtrack
Mit: Ben Affleck, Henry Cavill, Amy Adams, Jesse Eisenberg, Jeremy Irons, Gal Gadot, Diane Lane, Laurence Fishburne, Holly Hunter u.a.


Kurzinhalt: Während Supermans Kampf mit Zod haben viele Menschen in Metropolis ihr Leben verloren. Auch Bruce Wayne musste hilflos mit ansehen, wie das Hochhaus seiner Firma Wayne Enterprises einstürzte und mehrere Leute unter sich begrub, oder zumindest schwer verletzte. Seither hat er es sich zur Aufgabe gemacht, nach einem Weg zu suchen, die Erde vor solchen Supermännern zu beschützen. Der geniale und ambitionierte Jungunternehmer Lex Luthor verfolgt ein ganz ähnliches Ziel, allerdings stehen ihm deutlich größere Mittel zur Verfügung. So lässt er nicht nur das im Wrack des außerirdischen Schiffes gefundene Kryptonit untersuchen, sondern entwickelt auch einen ausgeklügelten Plan, mit dem er den Rächer Gothams auf den Supermenschen von Krypton hetzen will. Superman wiederum gerät, nachdem er bei der Rettung Lois Lane ein Dorf in Trümmern zurücklässt, ins Augenmerk des US-Senats, und soll sich in einer Anhörung vor diesem verantworten. Und Clark Kent versucht, der geheimnisvollen Fledermaus, die in Gotham auf überaus brutale Art und Weise für Recht und Ordnung sorgt, auf die Spur zu kommen. Letztendlich ist der Kampf der beiden Giganten unausweichlich…

Review von Christian Siegel (Kinofassung & Ultimate Edition): Szenenbild. Nachdem bereits "Man of Steel" – der mir grundsätzlich gut gefallen konnte – bei den Kritikern eher durchwachsen angekommen ist, fiel "Batman v Superman" fast komplett durch. Auf Rottentomatoes muss er sich mit einer Wertung von 27% und auf IMDB einem Metascore von 44 begnügen. Mit Verlaub: So schlecht fand ich ihn dann doch nicht. Gar keine Frage, "Batman v Superman: Dawn of Justice" ist zweifellos ein makelbehafteter Film, der zudem in der Kinofassung unnötig beschnitten wurde und dadurch zusätzlich verlor (dazu gleich noch). Dennoch hat er mir bereits als ich ihn im Kino sah jetzt nicht soooo schlecht gefallen. Bei aller berechtigter Kritik gibt es doch auch einige positive Aspekte, die ihn für mich halbwegs retteten. Und vor allem zwei Punkte lassen mich durchaus wohlwollend auf ihn blicken. So rechne ich es Warner/DC hoch an, dass sie das Marvel-Erfolgsrezept nicht 1:1 kopieren, sondern wirklich etwas Neues/Anderes versuchen, und sich gerade was den Ton betrifft eklatant von diesen unterscheiden. Die Düsternis und die mangelnden Witze, die von vielen bemängelt wurden, stachen für mich wiederum als überaus positive Eigenschaften hervor. Die Marvel-Filme drohen ja eh zunehmend zu einem Einheitsbrei zu verkommen – da brauchen nicht die Filme anderer Firmen auch noch dem gleichen Muster folgen.

Der zweite wesentliche Punkt ist, dass man "Batman v. Superman" die Ambitionen, die hinter dem Projekt stehen, anmerkt. Er ist ein in vielerlei Hinsicht riskanterer, größerer und auch komplexerer Film, als jene von der Marvel-Konkurrenz. Zweifellos in dem was er anstrebt nicht immer erfolgreich, gar keine Frage, aber im Regelfall ziehe ich einen ambitionierten Fehlschlag einem bequemen Erfolg vor. Diese beiden Aspekte stimmen mich somit gegenüber "Batman v Superman" schon einmal deutlich milder. Aber auch wenn man den Film an sich betrachtet offenbaren sich wie ich finde einige Stärken. So konnte mir persönlich die Inszenierung von Zack Snyder sehr gut gefallen. Bei "Man of Steel" hatte er sich ja, was seinen typischen, optisch imposanten und mit Zeitlupen usw. spielenden Stil betrifft, zu meinem Bedauern sehr zurückgehalten. "Batman v Superman" sieht nun schon eher wieder so aus, wie man das von ihm gewohnt ist, und da ich persönlich a) seinen Stil sehr schätze und b) finde, dass dieser gerade auch bei so einem larger-than-life Charakter wie Superman perfekt passt, konnte er mir inszenatorisch überaus gut gefallen. Jedenfalls präsentierte er hier einige wirklich wunderschöne, beeindruckende Bilder und Szenen, wobei vor allem –für ihn typisch – die Anfangssequenz wieder einmal hervorstach. Aber auch der Traum war sehr schön (und in einer vermeintlichen langen Einstellung ohne Schnitt) und beeindruckend umgesetzt. Sehr positiv sticht auch die Musik von Hans Zimmer und Junkie XL ins Ohr. Ihr neu geschaffenes Thema für Batman bzw. Bruce Wayne ist wunderschön (lediglich die Actionmusik, insbesondere bei der Verfolgungsjagd mit dem Batmobil, klang für meinen Geschmack etwas zu sehr nach "The Dark Knight"), und auch ihr Hauptmotiv für Superman gefällt mir immer noch ungemein gut. Der oben bereits kurz angesprochene Ton gefiel mir auch sehr gut. Es darf ruhig auch mal etwas düsterer und ernsterer sein – wobei sich der eine oder andere Gag eh auch bei "Batman v Superman" durchaus eingeschlichen hat – und auch der eindeutige larger-than-life-Charakter des Films sprach mich an. Teilweise hat dieser fast etwas Opernhaftes. Mit gefiels.

Szenenbild. Aus der Besetzung stechen in erster Linie zwei Personen hervor. Einerseits wäre das Ben Affleck. Ich habe mir ja spätestens seit Heath Ledger angewöhnt, Castingentscheidungen nicht gleich kritisch zu kommentieren sondern abzuwarten, und war demnach auch als die Wahl auf Affleck fiel durchaus hoffnungsfroh. Und ich finde, in "Batman v Superman" hat er mich für meine offene Einstellung ihm gegenüber absolut belohnt. Es ist eine dunklere, getriebenere, problemgebeuteltere Interpretation, die er uns von Batman bzw. Bruce Wayne zeigt, und für mich zählte er zu den größten Stärken des Films. Ich verstehe jedem, dem ein Waffen abfeuernder und derart hart und kompromisslos vorgehender Batman sauer aufstößt. Aber angesichts seiner Verbissenheit – deren Hintergrund auch kurz angedeutet wird – fand ich es verständlich, und generell gefiel es mir, neben dem strahlenden Helden auch mal die Schattenseiten so einer Figur zu arbeiten, die abseits des Gesetzes arbeitet. Die Wunderwaffe des Films ist jedoch Gal Gadot als Wonder Woman. Zwar wünscht sich ein Teil von mir immer noch, die Wahl wäre auf Gemma Arterton gefallen, aber Gadot spielt sie mit so viel Elan, dass es eine wahre Freude ist. Wann immer sie auf der Leinwand auftaucht, erwachte der Film so richtig zum Leben.

Und trotzdem… es ist zweifellos was faul im Staate Dänemark. Gespalten stehe ich den "Watchmen"-Anleihen gegenüber. Ich verehre den Film ja und werde somit grundsätzlich auch durchaus gerne an diesen erinnert. Aber der Zeitlupen-Einstieg, wie die Leute Superman anbeten (so wie Dr. Manhattan), die Interview-Montage, und vor allem das Begräbnis… da gab's schon ein paar gar starke Überschneidungen. Aber gut, geschenkt. Deutlich gravierender ist da schon, dass "Batman v Superman" nicht nur wegen der zwei Helden sehr zwiespältig erscheint. Ich fühlte mich teilweise stark an "Iron Man 2" erinnert. Der konnte sich ja auch nicht entscheiden, ob er in erster Linie ein Iron Man-Sequel oder ein Avengers-Prequel sein will. Auch "Batman v Superman" ist diesbezüglich innerlich zerrissen, und ist letztendlich dann weder Fisch, noch Fleisch. Als Superman-Sequel rückt der besagte Held von Krypton viel zu sehr in den Hintergrund – was ich angesichts der interessanten Ausgangssituation nach dem Ende von "Man of Steel" durchaus schade fand. Ich hatte echt gehofft, dass man seinen inneren Konflikt, nachdem er Zod töten musste, hier nun stärker thematisieren und in den Mittelpunkt rücken würde. Oder auch die Verluste während ihrer Schlacht, und wie er sich eingestehen muss, nicht alle retten zu können. Stattdessen wird Superman – vor allem in der Kinofassung – teilweise zu einem Statisten degradiert. Aber auch als "Justice League"-Sequel funktioniert er mehr schlecht als recht. Vor allem die billig und völlig zusammenhanglos eingebauten Gastauftritte von Aquaman, Flash und Cyborg – in Form von kurzen Videoclips, die abgespielt werden – stechen als sehr störend, unpassend und einfallslos hervor. Da hätte man sich nun wirklich etwas Besseres einfallen lassen können.

Szenenbild. Teilweise konnte ich mich auch den Eindruck nicht erwehren, dass Warner/DC – möglicherweise beeinflusst von der lauwarmen Rezeption von "Man of Steel" – Angst vor der eigenen Courage bekamen, und teilweise zurückruderten. Dies zeigt sich nicht nur in der heillos zerstückelten Kinofassung, wo wesentliche für das Verständnis des Films wichtige Szenen fehlen und der Erzählfluss generell immer wieder stockt, sondern auch in der verkrampften Art und Weise, wie man einen der größten Streitpunkte aus "Man of Steel" direkt anspricht: Die Zerstörung von Metropolis und die damit einhergehenden, vermeintlich großen Verluste in der Zivilbevölkerung. So wird man bei "Batman v Superman" nicht müde, immer wieder zu betonen, dass eh niemand in Gefahr ist. "Zum Glück ist um die Zeit niemand mehr im Gebäude". "Die Insel ist unbewohnt". "Warum hast du ihn wieder nach Gotham zurückgelockt?" "Das Hafengelände ist völlig verlassen, hier lebt niemand mehr." Mit der Zeit wusste ich echt nicht mehr, ob ich Lachen oder Weinen soll, so aufgesetzt, verzweifelt und verkrampft war das. In diesem Umfang fand ich die betreffenden Kommentare jedenfalls einfach nur unfreiwillig komisch und peinlich.

Als Griff ins Klo erwies sich auch Jesse Eisenberg. Auch der wurde ja im Vorfeld schon heftig kritisiert, aber wie gesagt: Ich habe mir nach Heath Ledger angewöhnt, nicht mehr vorschnell zu urteilen. Und grundsätzlich glaube ich nach wie vor, er hätte einen tollen Luthor abgeben können, wenn er ihn als arrogantes Genie im Stile eines Mark Zuckerberg angelegt hätte. Leider war dies scheinbar von den Drehbuchautoren, der Regie und den Produzenten so nicht gewünscht. Stattdessen hat man sich für die Psycho-Schiene entschieden. Lex Luthor ist der prototypische verrückte Wissenschaftler, wobei man in diesem Fall für meinen Geschmack viel zu viel Gewicht auf das verrückt und zu wenig auf den Wissenschaftler gelegt hat. Für mich persönlich hat die Figur einfach so wie sie geschrieben und gespielt war hinten und vorne nicht funktioniert – und bedrohlich war da ebenfalls nichts. In der Kinofassung ergab zudem auch sein Plot irgendwie nicht so recht Sinn, bzw. wirkte teilweise konstruiert. Sehr enttäuscht war ich auch vom Showdown, der uns den x-ten CGI-Bösewicht präsentiert, wobei ich mich hier stark an die Abomination aus "Der unglaubliche Hulk" zurückerinnert fühlte. Mir geben solche CGI-Monster halt einfach nichts. Auch die große, zentrale Wendung am Ende wirkte künstlerisch wie eine extrem eigenwillige Entscheidung, angesichts des bevorstehenden "Justice League"-Films. Insofern dürfte ihnen genau niemand darauf hereinfallen. Dementsprechend hohl fühlte sich der betreffende – vermeintlich emotionale – Moment an. Der mit Abstand bescheuertste Moment, der sich wohl auch in meiner Liste der schlechtesten Szenen des abgelaufenen Kinojahres wiederfinden wird, war aber die mittlerweile berühmt-berüchtigte "Martha"-Szene. Ich verstehe, was die Macher hier beabsichtigten, aber es war so konstruiert, aufgesetzt und lächerlich, dass ich mich echt zurückhalten musste, nicht in schallendes Gelächter auszubrechen. Da wäre es mir echt lieber gewesen, wenn Lois Lane den Ausschlag gegeben hätte.

Szenenbild. Insgesamt bekommt die Kinofassung von mir also eine durchschnittliche Wertung. Dem Director's Cut ergeht es da schon etwas besser. So bekommt dort Superman, oder noch besser, Clark Kent, deutlich mehr Screentime spendiert, weshalb sich der Eindruck man hätte ihn in seinem eigenen Pseudo-Sequel vernachlässigt, deutlich reduziert. Auch Lois Lane und ihren Nachforschungen wird in dieser Version deutlich mehr Zeit eingeräumt. Und Lex Luthor ist zwar auch in dieser Version um nichts weniger nervig, sein Plot wirkt jedoch etwas schlüssiger – wie auch der Showdown zwischen Batman und Superman besser vorbereitet wird, da man den Motiven beider für den Kampf mehr Aufmerksamkeit schenkt. Und generell wirkt der Film in der längeren Fassung deutlich stimmiger und runder. Insofern offenbart sich zuletzt, dass Warner/DC am Teildebakel der Kinofassung nicht ganz unschuldig sind. Mit mehr Vertrauen in Richtung Zack Snyder, aber auch dem Kinopublikum (was die Bereitschaft betrifft, sich in einen dreistündigen Film zu setzen) wären die Reaktionen vielleicht nicht ganz so negativ ausgefallen. Ob man dies auch betreffend "Suicide Squad" sagen kann (der in der Kinofassung an seinem sehr uneinheitlichen Ton elaborierte), wird die anstehende Heimkino-VÖ zeigen.

Fazit: Schon in der Kinofassung konnte ich den übermäßig kritischen Stimmen nicht zustimmen. "Batman v Superman" ist zweifellos ein fehlerbehafteter Film, der – ähnlich wie "Iron Man 2" – unter anderem darunter leidet, zwischen einem Sequel zu "Man of Steel" und einem Prequel zu "Justice League" hin- und hergerissen zu sein. Zudem leidet er unter der einen oder anderen fragwürdigen Entscheidung, wie z.B. die Darstellung von Lex Luthor, oder auch die Art und Weise, wie man sich mit einem der lautesten Kritikpunkte am ersten Film – Stichwort Kollateralschäden – auseinandersetzt. Und in der Kinofassung wirkt die gesamte Geschichte etwas zerstückelt, und auch nicht wirklich schlüssig. Zumindest was Letzteres betrifft, schafft die "Ultimate Edition" Abhilfe. Mit der zusätzlichen halben Stunde wirkt der Film gleich deutlich runder und stimmiger, und – so widersinnig das auch klingen mag – irgendwie auch kürzer, oder zumindest kurzweiliger. Andere Stärken waren auch schon in der Kinofassung vorhanden: Die sehr stylische und wieder deutlich synderige Inszenierung, der tolle Score, der überlebensgroße, opernhafte Charakter des Films, Ben Afflecks Darstellung eines kaputten Batman/Bruce Wayne, sowie alle Szenen von Gal Gadot, die dem Film in ihren kurzen Auftritten als Wonder Woman Leben einhaucht. Ja, der Showdown gegen Doomsday war sehr enttäuschend, da wieder mal ein austauschbares CGI-Monster besiegt werden musste, und der tragische Ausgang des Geschehens leidet unter der bereits angekündigten Quasi-Fortsetzung "Justice League", die ihm viel an emotionaler Wirkung nimmt. Trotzdem merkt man Warner/DC/Snyder an, dass sie mit großen Ambitionen an dieses Projekt herangegangen sind, statt sich wie dies Marvel oft tut (wenn auch zugegebenermaßen überwiegend mit besserem Endergebnis), auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu besinnen und möglichst mainstreamige, risikolose Unterhaltung zu bieten. Und auch wenn "Batman v Superman" sicher nicht in allen Belangen erfolgreich war, bin ich froh, dass Warner/DC in vielerlei Hinsicht einen anderen Weg gehen als die Konkurrenz – finde ich doch, dass auch solch ein düsterer, ernsterer Zugang absolut seine Daseinsberechtigung hat, und die sich daraus ergebende Abwechslung das Superheldengenre bereichert.

Wertung:6 von 10 Punkten (Ultimate Edition; Kinofassung: 5/10)
Christian Siegel


Review von Michael Spieler (Kinofassung): Szenenbild. Wo fange ich denn nun an? Am Besten gleich mit dem größten Loch in der Geschichte überhaupt, dass keinen Sinn ergibt, aber die Hälfte des Films ermöglicht. leichte Spoiler voraus. Warum hat Superman das abgestürzte kryptonische Schiff nicht aus Metropolis weggebracht? Am Ende von "Man of Steel" war er ziemlich darauf bedacht, jede ihm folgende Drohne abzuschießen, aber hält es für eine tolle Idee, der Menschheit die Technologie einer fortgeschrittenen Zivilisation (und den Leichnam von General Zod) zu überlassen, selbst wenn sie zunächst keinen Zugang dazu haben? Offensichtlich gibt es eine naheliegende Variante und es dauert dann auch nicht lange, bis man sich Zutritt verschafft. Die Quelle des Kryptonits ist die nächste Schwachstelle von "Batman v Superman", denn es wird im indischen Ozean neben den Wrackteilen der Weltmaschine gefunden. Warum? Warum sollten an oder in einem Raumschiff Teile des explodierten Planeten sein, das bei dessen Zerstörung nicht einmal in der Nähe war? Wir erinnern uns: Zod und seine Mannschaft fanden das Gerät auf einer Kolonie, die kryptoformiert werden sollte. Dieses ganze Set-Up führt mich zur nächsten offenen Frage. Scheinbar hat Superman nach den Ereignissen von Metropolis keinen Finger gerührt. Ihm wurde im Ground Zero ein Monument gebaut und er holt Katzen aus Bäumen, aber er hat sämtliche Wracks einfach da gelassen, wo sie heruntergefallen sind. Was für ein Arsch.

"Batman v Superman" hat zur Folge, dass ich mich auf einen Solo-Batman-Film mit Ben Affleck freue. Er war überraschenderweise das einzig Gute am ganzen Film. Dieser tappt nämlich in die selbe Falle, wie "Avengers 2" und ist ein einziges Set-Up für Kommendes. Wo wir gerade bei der Justice League sind: Die Vorstellung der künftigen Justice-League-Mitglieder war bestenfalls halbherzig und grenzte an Blödsinn. Ansonsten bedient Snyder sich der Formel, den ersten Film einfach noch mal zu erzählen, bzw. die Action genau gleich anzulegen. Der Kampf zwischen den beiden "Gladiatoren" ist dabei noch das Highlight, mit der wohl langweiligsten Auflösung jemals in einem Superheldenfilm. "Batman v Superman" enthält mehrere gute Filme, doch keiner bekommt genug Zeit sich auszuspielen. Zu viele Erzählstränge werden aufgemacht und keiner davon ist befriedigend durcherzählt. Das Gesamtkonzept ist wenig stimmig und Jesse Eisenbergs Lex Luthor ist furchtbar. Wer den Lex aus den Trailern mag, wird damit klarkommen. Immerhin zieht Eisenberg die Psychonummer durch.

Szenenbild. Mir gab das nichts. Nur Kopfschütteln. Cavil hat schon wie in "Man of Steel" immer ein und den selben Gesichtsausdruck. Einen Film über Superman, seine Handlungen und seine Daseinsberechtigung - "Sollte es einen Superman geben?" - diesen Film hätte ich gern gesehen. Einen Film zweier gegenüberstehender Haltungen zur Menschheit - "Du bist nicht mutig. Menschen sind mutig." - diesen Film hätte ich gern gesehen. Die Einführung von Metahumans in das DC-Film-Universum hätte ich gern gesehen. Nichts davon war dieser Film. Jedenfalls nicht richtig. Der Film ist schon zweieinhalb Stunden lang und stopft jede Sekunde mit unzusammenhängendem Kram voll. Am besten hat er mir noch in den Szenen gefallen, in denen nicht gekämpft wurde. Hier stimmte die Atmosphäre. Insbesondere in Gotham - auch wenn wir zum 100. Male den Mord an Bruce Waynes Eltern präsentiert bekommen - passte dieser alte, gebrochene, desillusionierte, brutale Batman perfekt. Ich hatte Affleck für das schwächste Glied in "Batman v Superman" gehalten, er hat mich jedoch positiv überrascht. Snyder hingegen hat mich nicht überrascht. "Batman v Superman" ist genauso unzulänglich, uninspiriert und ultimativ langweilig wie "Man of Steel".

Fazit: "Batman v Superman" fesselt und unterhält nicht. Bestenfalls bekommt man Kopfschmerzen vom überflüssigen 3D und der Bombastaction. "Batman v Superman" erzählt die Action von "Men of Steel" noch einmal (gleich drei mal) nach und führt zu viele neue Charaktere ein, die dann insgesamt eher blass dastehen. Vielleicht ist es Superhelden-Fatigue, vielleicht auch nur ein schlechtes Drehbuch. Hätte Snyder sich auf den titelgebenden Konflikt beschränkt, hätte der Film durchaus sehr gut werden können. Hat er nicht.

Wertung:4 von 10 Punkten
Michael Spieler
(Bilder © 2016 Warner Bros. Pictures)


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Weiterführende Links:
Advents-SPECiAL 2016 Review zu "Man of Steel"




Kommentare (2)
RSS Kommentare
1. 19.04.2016 19:30
 
Wie fand der Siegel den eigentlich?
 
2. 22.04.2016 12:54
 
Bin grad wieder im Freizeitstress, daher in aller Kürze: Fand ihn mittel (aber insgesamt eine Spur besser als mein Kollege): 
 
+ Wonder Woman/ Gal Gadot 
+ Batman/Ben Affleck 
+ Wieder stärkere Snyder-Optik 
+ ein paar wunderschöne Bilder und Einstellungen 
+ opernhaft, larger than life 
+ Superman-spezifische Musik 
+ klare Unterscheidung zu Marvel, statt ihnen tonal nachzueifern 
 
+/- einige Watchmen-Anleihen 
 
- Anbiedern an die Kritiker des ersten Teils (das ständige "Da lebt zum Glück niemand" war einfach nur peinlich) 
- leidet wie Iron Man 2 darunter, einen noch größeren Film vorbereiten zu müssen, wodurch der Sequel-Aspekt ins Hintertreffen gerät 
- die Justice League-Clipshow war lächerlich 
- Batman-spezifische Musik (klang für mich zu sehr nach TDK-Trilogie) 
- Jesse Eisenberg/Lex Luthor eine einzige Katastrophe 
- teils sehr konstruierter plot, einige logische Schwächen 
- Martha 
- Twist am Ende hat insofern nicht funktioniert, weil man keine Sekunde daran glaubt 
 
Das sollten so die Eckpunkte sein. Falls fürs Heimkino ein DC erscheint, lege ich ev. noch ein vollständiges Review (zu diesem, und natürlich auch dem Film generell) nach.
 

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