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Boy 7 Drucken E-Mail
Review zur deutschen Verfilmung des Jugendromans Kategorie: Filme - Autor: Björn Flügel - Datum: Mittwoch, 02 März 2016
 
 
Boy 7
Produktionsland/jahr: D 2015
Bewertung:
Studio/Verleih: Hamster Film/Koch Media
Regie: Özgür Yildirim
Produzenten: U.a. Dorothe Beinemeier, Daniel Hetzer & Judit Sós
Drehbuch: Philip Delmaar, Marco van Geffen & Özgür Yildirim, nach dem Roman von Mirjam Mous
Filmmusik: Timo Pierre Rositzki
Kamera: Matthias Bolliger
Schnitt: Sebastian Thümler
Genre: Thriller/Sci-Fi
Kinostart Deutschland: 20. August 2015
Laufzeit: 108 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 12
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD, Romanvorlage
Mit: David Kross, Emilia Schüle, Ben Münchow, Jens Harzer, Liv Lisa Fries, David Berton, Jört Hartmann u.a.


Kurzinhalt: Ein junger Mann wacht plötzlich auf den Gleisen eines U-Bahn-Tunnels auf. Er weiß weder, wer er ist, noch wie er dorthin gekommen ist. Als er sich auf einem Fahndungsfoto entdeckt, begreift er, dass er sich in Gefahr befindet. Er findet schließlich ein Notizbuch von sich selbst und begegnet einer jungen Frau, die an der Hand die gleiche Brandwunde wie er trägt. So gelingt es ihnen, ihre Erlebnisse zu rekonstruieren, wobei sie einer großen, umfassenden Verschwörung auf die Spur kommen…

Review: "Boy 7" ist die Verfilmung des erfolgreichen gleichnamigen Jugendromans aus der Feder der niederländischen Schriftstellerin Mirjam Mous. Während das Buch im vergangenen Jahr in Holland von Lourens Blok verfilmt wurde, machte sich nahezu gleichzeitig der deutsch-türkische Regisseur Özgür Yildirim daran, das Buch für das deutsche Kino zu adaptieren. Und das Resultat weiß zu überzeugen. Dabei gefällt insbesondere die Inszenierung. Mit ungewöhnlichen Kameraperspektiven, raffinierten Licht- und Beleuchtungseffekten und präzise auf das Erzähltempo abgestimmten Schnitten liefert Yildirim einen handwerklich makellosen Film ab. Auch die Kulissen sind hervorragend gewählt und exzellent in Szene gesetzt. In diesem Zusammenhang kann ich mir - als ehemaliger Hamburger - allerdings nicht den Hinweis verkneifen, dass der Film defintiv nicht in Hamburg gedreht wurde, obwohl die Fahrzeuge mit HH-Kennzeichen herumfahren und auch in einzelnen Szenen behauptet wird, die Handlung spiele in der Hansestadt. Sowohl für den Inhalt als auch für die Qualität des Films ist das jedoch völlig unerheblich. Es wäre für mich nur ein Bonbon gewesen, vielleicht irgendeinen bekannten Schauplatz meiner früheren Wahlheimat zu erspähen. Auch der Cast ist sehenswert. David Kross, bestens bekannt durch seine Rollen in "Der Vorleser" (2008) oder Steven Spielbergs "Gefährten" (2011), trifft äußerst präzise die Nuancen seines alter ego und präsentiert mit seiner Filmpartnerin Emilia Schüle ("Freche Mädchen") ein faszinierendes Duett. Jens Harzer ("Requiem") ergibt mit seiner überspitzten, beinahe exzentrischen Darbietung einen wunderbaren Widersacher.

Szenenbild. Die Erzähltechnik, also das allmähliche Zusammenfügen eines Puzzles in Retrospektive, ist zwar nicht sonderlich innovativ, aber im Falle von "Boy 7" durchaus zweckmäßig. Yildirim gelingt es, dem Zuschauer einen nicht allzu großen Informationsvorsprung zu gewähren und dabei auch einige falsche Fährten zu legen. Man hat zwar immer eine gewisse Ahnung, ist sich aber niemals wirklich sicher. So kommt es an mancher Stelle zu der einen oder anderen verblüffenden Wendung. Solche Momente sind gut taktiert, so dass "Boy 7" während seiner gesamten Laufzeit von fast 104 Minuten durchweg spannend bleibt. Dass "Boy 7" (m)eine höhere Wertung verwehrt bleibt, liegt insbesondere daran, dass es dem Film nur spärlich gelingt, die große Tragweite seiner Gesellschaftskritik und seiner eigentlichen politischen sowie philosophischen Fragen zu vermitteln. Es soll also um Individualität, Freiheit, Strafzweck und Resozialisierung gehen? Auch wenn sich der Film klar positioniert, kommt mir die Ausführung zugunsten etablierter Thrill-Momente einfach zu kurz. Hier und da werden Argumente lediglich angerissen, die Herleitung und die Konsequenz bleiben offen.

Fazit: "Boy 7" ist ein hervorragend inszenierter und ausgezeichnet gespielter Thriller. Der Film weiß gut zu unterhalten und bleibt bis zum Ende spannend. Es geht um große politische und philosophische Themen, zu denen der Film auch klare Aussagen trifft - wobei die Ausführung derselben nicht immer schlüssig ist.

Wertung:7 von 10 Punkten
Björn Flügel
(Bilder © 2015 Koch Media)


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