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Hail, Caesar! Drucken E-Mail
Persiflage auf das Hollywood der 50er-Jahre Kategorie: Filme - Autor: C. Siegel | M. Spieler - Datum: Mittwoch, 17 Februar 2016
 
 
Hail, Caesar!
Originaltitel: Hail, Caesar!
Produktionsland/jahr: USA 2016
Bewertung:
Studio/Verleih: Mike Zoss Productions/Universal Pictures
Regie: Ethan Coen & Joel Coen
Produzenten: U.a. Ethan Coen, Joel Coen, Tim Bevan & Eric Fellner
Drehbuch: Joel Coen & Ethan Coen
Filmmusik: Carter Burwell
Kamera: Roger Deakins
Schnitt: Joel Coen & Ethan Coen
Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: 18. Februar 2016
Kinostart USA: 05. Februar 2016
Laufzeit: 106 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 0
Trailer: YouTube
Kaufen: Soundtrack
Mit: Josh Brolin, George Clooney, Alden Ehrenreich, Ralph Fiennes, Scarlett Johansson, Tilda Swinton, Frances McDormand, Channing Tatum u.a.


Kurzinhalt: Eddie Mannix arbeitet im Hollywood der 50er-Jahre als Problemlöser für Capitol Pictures, eines der größten Studios der Traumfabrik. Dieses ist gerade unter anderem mit den Dreharbeiten am Monumentalfilm "Hail, Caesar!" beschäftigt, welches das Leben von Jesus Christus aus einer neuen, ungewohnten Perspektive beleuchtet. Sich mit Vertretern verschiedenster Glaubensrichtungen zu treffen um sicherzustellen, dass dem Bild Christi dabei kein Schaden zugefügt wird, ist nur eine der Herausforderungen, die Eddie Mannix an diesem bestimmten Tag erwarten. Als weitaus kritischer erweist sich z.B. die Entführung ihres Hauptdarstellers Baird Whitlock, und das just am vorletzten Drehtag. Ohne ihn kann der Film nicht abgeschlossen werden, fehlt doch noch die entscheidende Szene des Films. Darüber hinaus muss sich Mannix unter anderem noch mit dem unehelichen Kind einer Schauspielerin, Differenzen zwischen einem Regisseur und dem seinem Film vom Studio zugewiesenen Hauptdarsteller, aufdringlichen und neugierigen Journalistinnen, sowie einem Jobangebot von Lockheed Martin herumschlagen…

Review von Christian Siegel: Szenenbild. In ihrem jüngsten Film lassen die Coen-Brüder auf satirische Art und Weise die Hollywood-Ära der frühen 50er Jahre wieder aufleben. Dementsprechend dürfte der Film vor allem jene bestens unterhalten, die entweder mit der Ära direkt aufgewachsen oder mit ihr zumindest gut vertraut sind – was auf mich (auch wenn ich letztes Jahr endlich mal "Ben Hur" nachgeholt habe, was meinem Genuss von "Hail, Caesar!", wo gerade auch dieser Monumentalfilm persifliert wird, sicherlich sehr zuträglich war) nur bedingt zutrifft. Insofern bin ich mir sicher, nicht alle Anspielungen, Referenzen und Gags verstanden zu haben. Nichtsdestotrotz hat mich "Hail,Caesar!" insgesamt gut und stellenweise hervorragend unterhalten. Mein persönliches Highlight waren dabei wohl die Dreharbeiten mit dem eigentlich-ja-Cowboy-Darsteller Hobie Doyle in seiner ersten dramatischen Rolle. Vor allem auch der Gag, wie der Regisseur die Probleme mit der Dialogszene dann schließlich gelöst hat, war einfach nur köstlich. Generell fand ich diesen Blick auf das damalige Hollywood, und die vorherrschende Filmlandschaft (mit monumentalen Epen, Western, Tanzfilmen etc.) sowohl interessant, als auch sehr unterhaltsam.

Wunderbar wird es dann auch, wenn die Coen-Brüder nicht nur die damalige Filmwelt, sondern auch die damalige Stimmung in Hollywood aufs Korn nehmen, und sich dabei insbesondere der Verfolgung vermeintlicher Kommunisten in der McCarthy-Ära annehmen. Das war wirklich köstlich, und herrlich überzogen. Was ebenfalls positiv hervorsticht, ist die hochkarätige Besetzung, die sich nicht nur auf die Hauptfiguren bezieht. Auch in kleinsten Nebenrollen ist das eine oder andere bekannte Gesicht zu erkennen, wobei ich mich vor allem über zwei Wiedersehen (welche ich hier aber nicht vorwegnehmen will; ihr könnt ja in den Kommentaren unten raten, wen ich gemeint haben könnte) ganz besonders gefreut habe. In erster Linie gehört der Film aber natürlich Josh Brolin, George Clooney und dem mir bislang eher unbekannten Alden Ehrenreich, der sich mit seiner Leistung hier als potentieller zukünftiger Leading Man empfiehlt. Auch Ralph Fiennes, Scarlett Johansson, Tilda Swinton, Channing Tatum und Frances McDormand sind (wieder) mit von der Coen-Partie. Weltbewegendes sollte man sich von "Hail, Caesar!" aber wohl eher nicht erwarten. Letztendlich ist er eine luftig-lockere und teils auch herrlich alberne Komödie, die in erster Linie von ihrem nostalgischen Charme lebt; viel dahinter ist aber nicht. Auch Spannung sollte man sich, trotz der Entführungs-Handlung, keine erwarten. Und die Figuren waren zwar teilweise herrlich schrullig, überwiegend aber doch recht eindimensional und oberflächlich. Das können die Coens definitiv besser. Sieht man über diese Punkte hinweg, und hat einen Bezug zu Filmen im Allgemeinen und dem Kino der 50er im Besonderen, sollte "Hail, Caesar!" aber etwas mehr als 1-1/2 Stunden amüsante Zerstreuung vom Alltag bieten.

Fazit: Szenenbild. Mit "Hail, Caesar!" liefern die Coen-Brüder eine alberne und zuweilen höchst amüsante Persiflage auf das Hollywood der 50er Jahre ab. Dementsprechend wird der Film wohl vor allem jene begeistern, die mit eben dieser Ära Hollywoods bestens vertraut sind – was auf mich nur bedingt zutrifft. Zudem sollte man sich darauf einstellen, dass dies wieder einer der seichteren Einträge der Coen-Brüder ist. Und die Figuren sind nur sehr oberflächlich skizziert und überwiegend recht eindimensional; das können die Coens definitiv besser. Trotz dieser Mankos lässt sich mit "Hail, Caesar!" aber einiges an Spaß haben, wobei er vor allem jene, die ein großes Interesse an Filmen, dem Filmbusiness und/oder Hollywood haben, sehr gut unterhalten dürfte. Die Figuren sind teilweise herrlich schräg und schrullig, es gibt zahlreiche gelungene Gags, und vor allem die Art und Weise, wie hier die Kommunisten-Hysterie aufs Korn genommen wird, fand ich absolut köstlich. Und auch der eine oder andere (damalige) Hollywood-Film und/oder -Trend wird hier durch den Kakao gezogen. Fans der Coen-Brüder sollten jedenfalls auch bei "Hail, Caesar!" wieder durchaus auf ihre Kosten kommen.

Wertung:7 von 10 Punkten
Christian Siegel


Review von Michael Spieler: Hollywood in den 50s. Gemachte Stars, Angst vor den Kommunisten, Lug und Trug, Klatsch an jeder Ecke und Geld, das auf der Straße zu liegen scheint. Die Traumfabrik läuft auf Hochtouren und braucht Männer wie Eddie Mannix (Josh Brolin), die die Maschinerie am Laufen halten. Begibt sich einer der Darsteller während Dreharbeiten auf eine Sauftour, bekommt ein Starlett ein uneheliches Kind, oder will eine Klatschreporterin eine ungünstige Story drucken – Mannix ist zur Stelle. Brolin als Fixer geht auf in dieser Rolle. Er braucht diesen konstanten Rausch aus Nahe-Katastrophen und weiss sie zu handeln. Er erinnert mich hier stark an seine Rolle in "Gangster Squad", obwohl er vielleicht immer nur einfach sich selbst spielt. Grummelig und immer wie eine Wildkatze auf dem Sprung, ist hier seine einzige Sorge, sein Nichtraucher-Versprechen gegenüber seiner Frau zu brechen, was für einen Running Gag sorgt.

Szenenbild. Western, Drama, Epos, Musical – man bekommt alles zu Gesicht und vielleicht ist das schon die Leistung von "Hail, Caesar!". Es vermittelt nicht nur die Stimmung in den 50er Jahren Amerikas, es gibt auch einen Einblick in ein Filmstudio und seine Produktionen damals. Jedes Set ist voll ausgestattet und mimt perfekt die Essenz des jeweiligen Genres. Ich bin kein Experte für die Verbreitung kommunistischer Ideen durch Filmautoren und ich brauchte auch einen Moment um – wie George Clooneys Baird Whitlock – um zu verstehen, was vor sich geht. In jeder Hinsicht over the top, also übertrieben, zeichnen die Coens ihre Figuren und ihre Welt und dennoch kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass sich in Hollywood nicht so viel verändert hat, was die allgemeine Verrücktheit angeht.

"Hail, Caesar!" sieht fantastisch aus und hat einen hörbaren Soundtrack und sehr viel mehr fällt mir auch gar nicht zum Film ein. Channing Tatum singt und tanzt – neben anderen Dingen. George Clooney spielt mal nicht den smarten Denker und Baird passieren einfach Dinge und auch dann wird ihm die Tragweite nicht bewusst. Alle anderen sind zwar die Hauptdarsteller in ihren eigenen Produktionen am fiktiven Set, aber in "Hail, Caesar!" sind sie kaum mehr als Statisten. Man mag sagen, dass das ein Ensemblefilm ist, dem kann ich jedoch nicht zustimmen. Nur weil an jeder Ecke bekannte Gesichter auftauchen, wird der Film doch eindeutig von Josh Brolin getragen, dessen Figur eine Entscheidung zu treffen hat. Ein satirischer Blick auf die durchgeknallte Arbeit eines Hollywoodproduzenten, das sieht man hier.

Fazit: "Hail, Caesar!" ist Kitsch der besten Sorte. Bezaubernd vom Anfang bis zum Ende. Es ist keine Dokumentation und daher finde ich den spielerischen, gar lächerlichen Umgang mit Themen wie Homosexualität und der "Jagd auf Commies" nicht fehl am Platze. Es ist zwar kein "No Country for Old Men" oder "True Grit", aber es unterhält.

Wertung:8 von 10 Punkten
Michael Spieler
(Bilder © 2016 UPI)


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