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The Revenant - Der Rückkehrer Drucken E-Mail
Das erste große Highlight des Kinojahres 2016 Kategorie: Filme - Autor: C. Siegel | M. Spieler - Datum: Dienstag, 05 Januar 2016
 
Oscar-SPECiAL

 
The Revenant - Der Rückkehrer
Originaltitel: The Revenant - Der Rückkehrer
Produktionsland/jahr: USA 2015
Bewertung:
Studio/Verleih: New Regency Pictures/20th Century Fox
Regie: Alejandro González Iñárritu
Produzenten: U.a. Alejandro González Iñárritu, Steve Golin, David Kanter & Mary Parent
Drehbuch: Alejandro González Iñárritu & Mark L. Smith, nach dem Roman von Michael Punke
Filmmusik: Bryce Dessner, Carsten Nicolai & Ryûichi Sakamoto
Kamera: Emmanuel Lubezki
Schnitt: Stephen Mirrione
Genre: Thriller/Drama
Kinostart Deutschland: 06. Januar 2016
Kinostart USA: 08. Januar 2016
Laufzeit: 156 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 16
Trailer: YouTube
Kaufen: Soundtrack, Romanvorlage
Mit: Leonardo DiCaprio, Tom Hardy, Domhnall Gleeson, Will Poulter, Forrest Goodluck, Paul Anderson, Kristoffer Joner, Duane Howard, Melaw Nakehk'o u.a.


Kurzinhalt: Amerika in den 1820ern: Unter dem Befehl ihres Captains Andrew Henry und geführt vom Forscher und Fährtenleser Hugh Glass durchstreifen Felljäger die Wälder Montanas. Eines Tages wird ihr Camp von amerikanischen Ureinwohnern angegriffen; nur wenigen von ihnen gelingt die Flucht. Auf dem Weg zu einer nahegelegenen Stadt wird Glass als er allein die Wälder durchstreift von einem Grizzlybären angegriffen und schwer verletzt. Doch auch wenn das Schleppen der Trage die gesamte Gruppe, die nach wie vor von den Indianern verfolgt wird, verlangsamt, besteht Captain Henry darauf, Glass nicht zurückzulassen. Dann jedoch steht man vor einer Anhöhe, die man unbedingt erklimmen muss – was sich zusammen mit der Trage als unmöglich erweist. Henry bittet daraufhin um drei Freiwillige, die bis zu seinem Ende bei Glass bleiben. Dessen Sohn Hawk sowie der junge Soldat Bridger melden sich freiwillig, woraufhin sich schließlich auch John Fitzgerald gegen eine Belohnung bereit erklärt, zurückzubleiben. Doch nach zwei Tagen des Wartens verliert Fitzgerald die Geduld, und beim nachfolgenden Gerangel muss Glass hilflos mit ansehen, wie dieser seinen Sohn tötet. Als die Arikara-Indianer immer näher kommen, wird er schließlich zum Sterben zurückgelassen. Doch Hugh Glass überlebt – und schwört dem Mörder seines Sohnes bittere Rache…

Review von Christian Siegel: Szenenbild. Für seine Verhältnisse überaus flott legt Alejandro González Iñárritu nach dem letztjährigen "Birdman" mit "The Revenant" auch schon seinen nächsten Film vor – und knüpft mit diesem qualitativ in meinen Augen voll und ganz an den letztjährigen Oscargewinner an. Dabei könnten beide Filme kaum unterschiedlicher sein. Wo "Birdman" ein ungemein energiegeladener, ja fast manischer und trotz allen Dramas letztendlich in erster Linie überaus amüsanter Film war, erweist sich "The Revenant" als bedächtig-gemächlicher Survival-Thriller, der den Zuschauer mit seinen zum Sterben schönen Bildern und der elegischen Stimmung (hoffentlich) in seinen Bann zieht. Was seine letzten beiden Filme jedoch eint, ist einerseits ihre technische Brillanz, sowie andererseits die grandiosen, hervorstechenden schauspielerischen Leistungen. Beginnen wir mit letzterem: Leonardo DiCaprio hat in den letzten Jahren wirklich einen Lauf, und nach mehreren erfolglosen Nominierungen sollte seine eindrucksvolle Leistung in "The Revenant" ihm nun wohl doch endlich den ersten Oscar seiner bereits langen Karriere einbringen – und das in meinen Augen auch absolut zu recht.

Auch "hit-and-miss"-Darsteller Tom Hardy (der mich als Mad Max in "Fury Road" nur bedingt überzeugt hatte) war selten besser als hier, und nur wenige Wochen nach seinem meines Erachtens missglückten Auftritt in "Das Erwachen der Macht" gelang es Domhnall Gleeson hiermit auch gleich wieder, sich bei mir zur rehabilitieren. Der Rest der Besetzung (aus der neben den bereits genannten dann in erster Linie noch Will Poulter positiv hervorsticht) offenbart ebenfalls keine Schwachpunkte – dennoch prägt und trägt letztendlich DiCaprio diesen Film ähnlich stark, wie dies Keaton bei "Birdman" getan hat. Die zweite größte Stärke ist wie schon bei "Birdman" auch hier wieder die Inszenierung. Zwar nicht den Eindruck einer einzigen durchgehenden Einstellung vermittelnd, gibt es dennoch auch bei "The Revenant" wieder zahlreiche längere Szenen ohne (erkennbaren) Schnitt, die dadurch für mich an Unmittelbarkeit und Intensität gewannen. Gerade auch die Angriffs- und Kampfszenen stechen hier natürlich hervor, wie auch die aus dem Trailer schon bekannte Einstellung mit Glass' Sturz von der Klippe (der in der längeren Einstellung aus dem Film im Vergleich zum Trailer noch einmal einiges an Wirkung gewinnt). Daneben ist es in erster Linie die Farbgebung, die besticht. Emmanuel Lubezki hat bei "The Revenant" ausschließlich mit natürlichem Licht gearbeitet, und präsentiert einen der visuell bestechendsten Filme der letzten Jahre. Dabei stehen die teils wunderschönen Bilder und Landschaftsaufnahmen, welche sowohl die Schönheit als auch die Unerbittlichkeit der Natur perfekt einfangen, im starken Kontrast zur düster-bedrückenden Handlung bzw. Thematik des Films. Selten bis nie wurde der Überlebenskampf eines Menschen, gegen Mensch, Tier und die Natur, eindrucksvoller und imposanter eingefangen als hier.

Szenenbild. Wenn es überhaupt etwas gibt, das man an "The Revenant" kritisieren könnte, dann wohl, dass er weniger von seiner Geschichte als eher von seiner Stimmung lebt. Der Plot selbst ist nämlich zugegebenermaßen recht dünn und könnte durchaus auf einen Zweizeiler runtergebrochen werden, ist in seiner Entwicklung in weiten Teilen recht absehbar, und weder sonderlich komplex noch revolutionär. Wem es – im Gegensatz zu mir – aufgrund des gemächlichen Erzähltempos nicht gelingt, sich von der rohen Bildgewalt und der unvergleichlichen Stimmung in den Bann ziehen zu lassen, der wird dem Film wohl da und dort Längen attestieren. Da ich jedoch von Anfang an im Film "drin" war und er mich bis zum letzten Bild nicht wieder losgelassen hat, konnte ich die Bilder uneingeschränkt genießen und bis zuletzt in seiner schwermütigen Stimmung schwelgen, ohne auch nur eine Sekunde von ihm gelangweilt zu sein. So euch dies auch gelingt, sollte einem eindrucksvollen Kinoabend, der euch hoffentlich noch lange (positiv) in Erinnerung bleibt, nichts im Wege stehen.

Fazit: Mit "The Revenant" beschert uns Alejandro González Iñárritu ein frühes Highlight im eben erst angelaufenen Kinojahr. Roh, brutal und bildgewaltig, erzählt "The Revenant" eine ungemein packende Geschichte über Rache, sowie den Willen und die Anstrengung eines Mannes, zu Überleben. Dabei erweist sich Alejandro González Iñárritu neuerlich als meisterlicher Geschichtenerzähler, dem es gelungen ist, mich langsam aber stetig immer mehr in den Bann des Films zu ziehen. Als wesentliche Stärken erwiesen sich zudem die beeindruckenden schauspielerischen Leistungen (wobei vor allem Leonardo DiCaprio's Tour de Force hervorsticht), die kalte, mitreißende und schwermütige Atmosphäre des Films, die eindringliche Musik von Bryce Dessner, Carsten Nicolai and Ryûichi Sakamoto, sowie die wieder einmal unvergleichliche Kameraarbeit von Emmanuel Lubezki, der diese Geschichte in deren Rohheit herrlich kontrastrierenden, atemberaubenden (naturbelichteten) Bildern erzählt. Einzig die gemächliche Erzählweise mag nicht den Geschmack eines/einer jeden treffen – für mich machte sie jedoch Glasses' Martyrium nur umso eindringlicher und fesselnder. Meines Erachtens ist "The Revenant" jedenfalls nicht einfach nur ein Film, sondern vielmehr ein Erlebnis – und ein früher (und aussichtsreicher) Kandidat für den Besten Films des Kinojahres 2016.

Wertung:9 von 10 Punkten
Christian Siegel


Review von Michael Spieler: Szenenbild. Alejandro González Iñárritus Remake des 1971er Films "Ein Mann in der Wildnis" mit Richard Harris, der den Professor Dumbledore im "Stein der Weisen" & "Kammer des Schreckens" spielte, bevor er 2002 starb, ist absolut sehenswert. Neben der schauspielerischen Leistung von Leonardo DiCaprio und Tom Hardy gibt es noch einen dritten Star in "The Revenant": Alberta, Kanada. Die Handschrift von Terrence Malicks Haus- und Hofkameramann Emmanuel Lubezki ist unverkennbar (siehe "Knight of Cups", "The Tree of Life"), doch hat "The Revenant" tatsächlich eine Geschichte zu erzählen, die die wunderschönen Naturaufnahmen ausbalanciert. Diese Geschichte von Verrat und Rache mag nicht besonders originell sein, doch wird sie eindringlich erzählt. Tatsächlich habe ich mich dabei erwischt, die visuellen Atempausen vom winterlichen Calgary, nach der zwischenmenschlichen Brutalität regelrecht zu genießen. Nie war die Bezeichnung "Tour de Force" so zutreffend wie bei "The Revenant".

DiCaprios Hugh Glass lässt dabei zwar alles über sich ergehen, was ein menschlicher Körper und Geist nur ertragen können, doch hat er tatsächlich vergleichsweise wenig zu sagen. Sein Gegenspieler Tom Hardy, der den soziopathischen John Fitzgerald gibt, hat mir persönlich viel mehr an Schauspiel abgeliefert. Glass reagiert im Grunde den ganzen Film nur auf die Dinge die im passieren, zwar mit Ziel, aber dennoch nicht wirklich mit Plan. Fitzgerald ist ein habgieriger, gewissenloser Mensch – aber mit klarer Motivation: Überleben und Geld machen, koste es was es wolle. Auch wenn es im Kern um die Dynamik zwischen den beiden geht, sind sie bei Weitem nicht die Einzigen in der Wildnis. Ein Stamm ist auf der Suche nach der Häuptlingstochter, Kanadier konkurrieren mit dem Amerikanern und die Jagdgruppe versucht, zum Fort zu kommen. Die – sagen wir mal - "schwierigen" Beziehungen aller Gruppen zueinander (auch zwischen Stämmen) wurden vermutlich nie roher dargestellt als hier. Die dargestellte Brutalität hat für mich Private-Ryan-Niveau, natürlich mit anderen Mitteln. Ich habe am Ende des Films jedenfalls erst einmal zu mir finden müssen, er hat mich ziemlich beeindruckt und auch mitgenommen. Roh. Das ist das Wort, dass mir bei "The Revenant" immer wieder in den Kopf kommt und es beschreibt ihn insgesamt für mich auch am Besten – nicht nur wegen DiCaprios Gollum-Szenen. Er ist poetisch, wunderschön, bestialisch. Der Score ist fantastisch atmosphärisch, ja man kann den kühlen Wind und das Knacksen des Eises förmlich spüren. Wer den Soundtrack am Stück schon mal vorhören möchte, kann das bei Warner Music dank einem NPR-Mitschnitt tun. Das Werk von Ryuichi Sakamoto, Alva Noto & Bryce Dessner erscheint am 8. Januar 2016. Sakamoto hat für Iñárritu 2006 schon das großartige "Babel" vertont.

Fazit: Mit Oscarvorhersagen halte ich mich zurück, aber "The Revenant" war schon ein ziemlich großartiges, fesselndes Stück Kino. Ich war selten so angespannt und gespannt und empfehle ihn allen, die einen robusten Magen haben. Er hat sicher nicht den Massenappeal wie ein Star Wars und er erfindet die Rachestory nicht neu, aber die Kombination aus Kameraarbeit, Musik und leidenden Schauspielern packt einen. Er ist zweieinhalb Stunden lang, was mir aber nicht negativ aufgefallen ist.

Wertung:9 von 10 Punkten
Michael Spieler
(Bilder © 2016 20th Century Fox)


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Weiterführende Links:
Review zu "Birdman"




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