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Knock Knock Drucken E-Mail
Keanu Reeves erhält aufdringlichen Damenbesuch Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Freitag, 16 Oktober 2015
 
Halloween-SPECiAL

 
Knock Knock
Originaltitel: Knock Knock
Produktionsland/jahr: USA 2015
Bewertung:
Studio/Verleih: Camp Grey/Universum Film
Regie: Eli Roth
Produzenten: U.a. Miguel Asensio, Nicolás López & Eli Roth
Drehbuch: Eli Roth, Nicolás López & Guillermo Amoedo
Filmmusik: Manuel Riveiro
Kamera: Antonio Quercia
Schnitt: Diego Macho Gómez
Genre: Thriller
Kinostart Deutschland: 10. Dezember 2015
Kinstart USA: 09. Oktober 2015
Laufzeit: 99 Minuten
Altersfreigabe: Noch nicht eingestuft
Trailer: YouTube
Kaufen: Noch nicht verfügbar
Mit: Keanu Reevees, Lorenza Izzo, Ana de Armas, Aaron Burns, Ignacia Allmand, Dan Baily, Megan Baily, Colleen Camp u.a.


Kurzinhalt: Evan arbeitet zu Hause als Architekt. Um sein jüngstes Projekt in Ruhe abschließen zu können, fährt seine Frau mit ihren Kindern übers Wochenende weg. Am Abend klingelt es dann auf einmal an der Tür. Zwei junge, hübsche Damen stehen im strömenden Regen – offenbar hat sie ihr Taxifahrer an einer falschen Adresse rausgelassen. Da ihre Handys durchnässt und daher defekt sind, ersuchen sie Evan, ob sie kurz zum PC dürfen, und mit ihrer Freundin die richtige Adresse der Party abzuklären, und ob er ihnen ein Taxi rufen würde. Da Evan recht abgelegen wohnt, wird dieses jedoch eine knappe Stunden benötigen, ehe es eintrifft. In dieser Zeit machen sich die beiden jungen und verführerischen Mädels zunehmend an Evan ran – bis er der Versuchung schließlich nicht mehr widerstehen kann. Am nächsten Morgen bekommt er dann jedoch die teure Rechnung für sein Stelldichein präsentiert: Denn Genesis und Bel weigern sich beharrlich, sein Haus wieder zu verlassen…

Review: Szenenbild. "Knock Knock" war einer jener Filme, auf die ich beim heurigen /slash Filmfestival gehofft hatte. Nach der ersten Programmveröffentlichung war ich dann aber insofern enttäuscht, als von ihm jede Spur fehlte. Umso erfreuter war ich dann darüber, als sich herausstellte, dass "Knock Knock" das heurige Surprive Movie war. Angesichts meiner Vorfreude und dieser erfreulichen Überraschung standen die Vorzeichen also eigentlich bestens, dass mir der Film gut gefallen würde – letztendlich hat er mich aber leider doch eher enttäuscht. Bevor wir weitermachen, sollte ich gleich erwähnen, dass ich weder zu Eli Roths Fans noch zu seinen Hassern zähle, und ihm gegenüber eher gleichgültig eingestellt bin. Von seinen Regiearbeiten kenne ich bislang nur die beiden "Hostel"-Filme, die meinen Geschmack nur bedingt trafen, aber doch über die eine oder andere interessante Idee verfügten, die ich anerkennen konnte. Auch "Knock Knock" beginnt durchaus vielversprechend – nach der schicksalhaften Nacht, die Evan mit Genesis und Bel verbringt, fiel der Film dann aber zunehmend in sich zusammen. Selbst der nette Abschlussgag (im wahrsten Sinne des Wortes) konnte da leider nicht mehr viel retten.

Die Grundidee von "Knock Knock" (bei dem es sich übrigens um ein loses Remake des überwiegend unbekannten Horrorfilms "Death Game" aus den späten 70ern handelt) fand ich ja auch durchaus nett, und den Einstieg noch recht gelungen. Eli Roth gelingt es sehr gut, den (männlichen) Zuschauer in Evans Schuhe schlüpfen zu lassen, so dass wir uns unweigerlich fragen müssen: Was würden wir tun? Hätten wir es wirklich geschafft, dieser sehr aggressiven und offensiven Verführung widerstehen zu können? Wären wir – in seiner Lage – standhaft und unseren Ehefrauen treu geblieben? Damit Evan die Sympathien des Zuschauers nicht verspielt, stellt man auch sicher, dass er sich nicht zu früh und bereitwillig auf die Gelegenheit für einen flotten Dreier mit den beiden jungen, attraktiven Frauen stürzt. So verhält er sich eigentlich die ganze Zeit über wie ein Gentleman: Er lässt sie hinein, trocknet ihre Klamotten und ihre Handys, ruft ein Taxi, und so weiter. Besonders amüsant fand ich auch seine Versuche, Distanz zu ihnen zu wahren. Evan, Genesis und Bel führen hier in seinem Haus förmlich einen Tanz auf, wo er sich von ihnen entfernt und sie die nächste Gelegenheit nützen, um ihm wieder auf die Pelle zu rücken. Interessant auch, dass Eli Roth hier die beiden Frauen als die "Jäger" auftreten lässt, und sie praktisch von Anfang an das Heft in der Hand halten, während Evan vergleichsweise hilflos wirkt. Und auch wenn ich persönlich nicht viel von Untreue halte, und gerne von mir denke, dass ich in einer ähnlichen Situation über die Beharrlichkeit und Disziplin verfügen würde, die Avancen der beiden abzulehnen, macht Eli Roth seine letztendliche Kapitulation sehr verständlich. Womit wir auch schon beim ersten Punkt ist: Denn in meinen Augen schießt man dabei eigentlich schon wieder übers Ziel hinaus, und macht es uns eher zu leicht, ihm seine Untreue zu verzeihen. Hier ging man mir etwas zu sehr auf Nummer sicher, um zu gewährleisten, dass Evan die Sympathien der Zuschauer nicht verliert. So war mir das Ganze aber dann doch etwas zu eindeutig schwarz/weiß gezeichnet, mit Evan als das unschuldige Opfer und den beiden Mädels als alleinige Verantwortliche und Täter. Der Gedanke, dass Evan seine spätere Strafe zumindest ansatzweise verdient haben könnte, kam so – zumindest bei mir – keine Sekunde lang auf.

Szenenbild. Worauf ich auch hätte verzichten können, ist der Vorwurf der Verführung Minderjähriger. Damit wollte man wohl erklären, warum er nicht einfach gleich die Polizei ruft, aber ich finde, dafür hätte sich auch eine andere Lösung finden lassen. Darüber hinaus hätte ich es vorgezogen, wenn die beiden Frauen bei ihrer Rache nicht ganz so verrückt agiert und diese eher kühl, kalt und berechnend vorgenommen hätten. Zumal mir ihr Irrsinn doch etwas überzeichnet erschien. Wie bei Horrorfilmen ja leider fast üblich, gab es auch wieder ein paar Szenen, wo sich die Figuren teilweise völlig bescheuert aufführen müssen. Das gilt sowohl für Evan während des Versteckspiels, bei seinem Fluchtversuch, vor allem aber den Kollegen/Assistenten seiner Frau, der mit einer bestimmten Aktion kurz nach seiner Ankunft im Haus zur Zeit mein Favorit auf den Titel der dümmsten Szenen des Jahres ist. Das war einfach unpackbar, und derart dämlich und unglaubwürdig, dass es mich richtiggehend aus dem Film gerissen hat. Und auch Keanu Reeves muss ich leider zu den Schwächen des Films zählen. Er mag generell nicht der vielseitigste und talentierteste Schauspieler aller Zeiten sein, aber vor allem in der zweiten Hälfte schwankte er nur noch zwischen apathisch und Nicholas Cage-würdigen Overacting. Zweifellos eine der schlechtesten schauspielerischen Leistungen, die ich heuer gesehen habe.

Mein größter Kritikpunkt betrifft jedoch das Ende – und hier muss ich leider in Spoiler-Territorium vordringen. Fühlt euch bitte hiermit vorgewarnt!

Also grundsätzlich konnte mir das Ende ja wirklich gefallen. Der Gag am Ende vermochte bei mir voll und ganz zu zünden, und vor allem das mit dem Facebook-Like war einfach nur zu köstlich. Auch die Reaktion der Kinder als sie nach Hause kommen war witzig. Und mir gefiel grundsätzlich auch die Wendung, dass die Mädels vielleicht nicht ganz so verrückt, blutrünstig, brutal und skrupellos sind, wie es zuvor erschien, und eine angemessenere und harmlosere Strafe für Evan ausgewählt haben. Dann wären die Rollen auch nicht gar so eindeutig schwarz/weiß verteilt gewesen. Leider aber funktioniert dieser Schwenk nach dem, was sie zuvor dem Galeristen angetan haben, nicht mehr – weshalb ich wirklich wünschte, man hätte sich diese Szene gespart. Andererseits wollte Eli Roth an dieser Stelle halt die Spannung erhöhen und die Gefährlichkeit und Unberechenbarkeit der Mädels hervorstreichen. Dann klappt nur halt leider dieser narrative und tonale Bruch am Ende nicht mehr wirklich – und gerade auch, weil mir dieser ansonsten so gut gefallen hätte, fand ich dies überaus bedauerlich. Zudem lässt das Ende Evan etwas zu eindeutig wie das bzw. ein Opfer aussehen, womit man es seiner Frau in meinen Augen wohl schon wieder viel zu leicht machen dürfte, ihm seinen Fehltritt zu verzeihen. Auch hier könnten die Racheengel also an ihrem Vorgehen noch etwas arbeiten. Zuletzt störte mich dann noch die Offenbarung, dass die beiden das Spielchen schon öfter gespielt haben, und bislang noch niemand ihr Angebot abgelehnt hat. Nicht ein einziger. Sorry, aber das glaube ich nicht, und hier wurde mir das Klischee des immer untreuen Mannes etwas zu stark propagiert. Ganz so dick auftragen hätten sie dann auch wieder nicht müssen.

Fazit: Szenenbild. "Knock Knock" ist ein Film mit einer netten Grundprämisse – aber die Ausführung ist leider bestenfalls patschert und schlechtestenfalls missraten. Am besten konnte mir noch das erste Drittel gefallen, mit dem "Tanz", den Evan, Genesis und Bel aufführen, und wie er ihnen, trotz der besten Absichten, langsam aber sicher unweigerlich in die Falle geht. Für sich selbst betrachtet hätte ich auch das Ende phantastisch gefunden, und die Abschlussgags haben für mich herrlich funktioniert (wenn ich mir auch sicher bin, dass den einen oder anderen dieser plötzliche und starke tonale Bruch vor den Kopf stoßen wird). Leider aber wurde mir das Ende durch eine bestimmte Tat der Mädels zuvor ziemlich ruiniert, da dieser plötzliche Schwenk am Ende dafür für mich nicht mehr funktioniert hat. Auch die extreme schwarz/weiß-Zeichnung, mit Evan als eindeutigem Opfer, fand ich etwas schade. Hier machte man es uns – und letztendlich auch seiner Frau – zu leicht, mit ihm zu sympathisieren und ihm seinen Ehebruch zu verzeihen. Erschreckend schwach war teilweise auch Keanu Reeves schauspielerische Leistung – während die Mädels auch von ihrer Performance her durchaus ansehnlich waren. Und auf die übertriebene Darstellung ihres vermeintlichen Irrsinns hätte ich ebenso gut verzichten können wie die "Verführung Minderjähriger"-Thematik. Schade, mit einem anderen kreativen Team hätte das ein wirklich fieser und netter Thriller sein können. So tue ich mich mit einer Empfehlung, das Klopfen an der Tür zu beantworten und "Knock Knock" hineinzulassen, aber leider eher schwer.

Wertung:4 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2015 Universum Film)


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Weiterführende Links:
Halloween-SPECiAL 2015




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