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Blut für Dracula Drucken E-Mail
Unvorsichtige Touristen tappen in Draculas Falle Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 11 Oktober 2015
 
Halloween-SPECiAL

 
Blut für Dracula
Originaltitel: Dracula: Prince of Darkness
Produktionsland/jahr: UK 1966
Bewertung:
Studio/Verleih: Hammer Films
Regie: Terence Fisher
Produzenten: Anthony Nelson Keys
Drehbuch: Jimmy Sangster
Filmmusik: James Bernard
Kamera: Michael Reed
Schnitt: Chris Barnes
Genre: Horror
Kinostart Deutschland: 17. Juni 1966
Kinostart USA: 12. Januar 1966
Laufzeit: 90 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 12
Trailer: YouTube
Kaufen: DVD
Mit: Christopher Lee, Barbara Shelley, Andrew Keir, Francis Matthews, Suzan Farmer, Charles Tingwell, Thorley Walters, Philip Latham u.a.


Kurzinhalt: Zehn Jahre lang hatte die deutsche Stadt Karlsbad Ruhe vor jenem Schrecken, der sich aus dem nahegelegenen Schloss in regelmäßigen Abständen auf sie herabgesenkt hatte. Doch eine Gruppe von unvorsichtigen englischen Touristen, die sämtliche Warnungen der Einheimischen in den Wind schlagen, verschlägt es in Draculas Schloss – wo dessen treuer Diener Klove schon auf "Gäste" wartet, mit deren Hilfe er seinen Meister wieder zum Leben erwecken kann. Dementsprechend werden sie von ihm freundlich empfangen, aufgenommen und versorgt. Einzig Helen ist die Sache nicht geheuer, und sie fleht die anderen an, zu gehen – doch weder ihr Mann noch ihre Schwester und ihr Schwager wollen davon etwas hören. In der darauffolgenden Nacht kommt es dann so, wie es kommen musste, und Klove erweckt Dracula zum Leben. Die restlichen Gäste kämpfen nun nicht nur ums Überleben, sondern versuchen zudem, ihren Fehler wieder gutzumachen und Dracula wieder ins Reich der Toten zu schicken…

Review: Szenenbild. Ich weiß, dass "Blut für Dracula" aka "Dracula: Prince of Darkness" viele Fans hat, aber in meinen Augen hält er dem Vergleich mit dem großartigen ersten "Dracula" von Hammer Films leider nicht stand. Einer der Hauptgründe dafür dürfte wohl sein, dass bis zu Draculas erstem Auftritt die Hälfte des Films auch schon wieder rum ist, und man damit eine recht lange Zeit ohne Christopher Lee – und damit eine der größten Stärken des Vorgängers – auskommen muss. Nun könnte man natürlich – zu Recht – einwenden, dass wenn man alle Dracula-Szenen zusammenschneidet, man in beiden Filmen wohl auf eine ähnliche Laufzeit kommen dürfte, oder "Blut für Dracula" dabei vielleicht sogar die Nase vorn haben könnte. Dennoch war er ab seinem frühen ersten Auftritt in "Dracula" eine beständige bedrohliche Präsenz im Hintergrund, die den Film für mich enorm aufgewertet hat. "Blut für Dracula" muss hingegen in der ersten Hälfte des Films auf eben diese verzichten, und zumindest in meinen Augen war Philip Latham als Klove leider kein adäquater Ersatz. Generell brauchte "Blut für Dracula" recht lange, um endlich so richtig in Fahrt zu kommen. Den ganzen Einstieg rund um die Ankunft der Touristen – und wie sie die Warnungen der Einheimischen in den Wind schlagen – fand zumindest ich wenig packend.

Für eher ungünstig halte ich auch die Entscheidung, Dracula im Film kein einziges Wort sprechen zu lassen, und damit freiwillig auf eine von Christopher Lees hervorstechendsten Eigenschaften – seine eindrucksvolle Stimme – zu verzichten. Stattdessen darf er fleißig in die Kamera fauchen, was zumindest im meinem Fall – als Katzenbesitzer, der dieses Geräusch in erster Linie mit ansonsten süßen Miezekatzen in Verbindung bringt – seiner Bedrohlichkeit jetzt nicht unbedingt zuträglich war. Nicht falsch verstehen, seine bedrohliche Ausstrahlung und dominante Leinwandpräsenz war nichtsdestotrotz das Beste am Film, und wertete diesen ungemein auf. Ohne Christopher Lee würde er von mir eine deutlich schlechtere Wertung erhalten. Dennoch fand ich Dracula im ersten Film der Hammer-Reihe eindrucksvoller, bedrohlicher und ganz einfach auch besser umgesetzt. Und dann ist da noch das Problem, dass man Christopher Lee in diesem Film keinen ähnlich charismatischen Gegenspieler zur Seite stellt. Weder Andrew Keir noch Francis Matthews erweisen sich als adäquater Ersatz für den von mir hier leider schmerzlich vermissten Peter Cushing. Auch hier wieder: Mir ist schon klar, dass es a) handlungstechnisch wenig Sinn gemacht hätte, wenn Van Helsing grade zufällig in der Stadt gewesen wäre, oder so, und b) es ziemlich schnell ziemlich fad wäre, wenn Dracula und Van Helsing nun in jedem einzelnen Film der Reihe aufeinandertreffen würden. Es braucht auch mal andere Gegenspieler, um etwas Abwechslung reinzubringen. Nur hätte man in meinen Augen die Lücke halt durch interessantere Rollen und/oder charismatischere Darsteller füllen sollen bzw. müssen. Denn so ist Christopher Lee schauspielerisch teilweise in einem Vakuum gestrandet, ohne würdigen Gegenspieler, mit dem er sich matchen könnte.

Szenenbild. Insgesamt klingt das dann allerdings schon wieder deutlich negativer und schlimmer, als es ist. "Blut für Dracula" ist immer noch ein guter Film mit einigen gelungenen Szenen, wobei vor allem Draculas Wiederbelebung hervorsticht, die für damalige Verhältnisse sehr gut umgesetzt war. Das Drehbuch mag zwar in meinen Augen ein bisschen schwächeln, aber an der Inszenierung von Terrence Fisher gibt es wieder einmal nichts auszusetzen. Gleiches gilt für die Sets, und dabei insbesondere natürlich Draculas Schloss. Auch wenn in der ersten Hälfte die ganz große Spannung gefehlt haben mag, langweilig wurde das Ganze nie – wohl auch da man schon genau wusste, wo das Ganze hingehen wird, weshalb das Damoklesschwert quasi die ganze Zeit hinweg über den Figuren schwang. Und nach langsamen, unspektakulären und unaufregendem Beginn dreht der Film nach Draculas Rückkehr dann noch einmal so richtig auf, bietet solche Höhepunkte wie die Pfählung von Helen, und kulminiert schließlich in einem Showdown, der mir – aufgrund der originellen Art und Weise, wie Dracula besiegt wurde – sehr gut gefallen konnte. Tatsächlich meinte ich sogar, diese Szene noch in Erinnerung gehabt zu haben – wer weiß, vielleicht wäre ich als Kind mal über den Film gestolpert. Wie auch immer, die Szene mit dem Eis hat mir jedenfalls sehr gut gefallen, und sorgte für einen versöhnlichen Abschluss.

Fazit: "Blut für Dracula" leidet einerseits darunter, dass die Titelfigur erst ab der Hälfte des Films in Erscheinung trifft, und andererseits, dass diesmal ein ähnlich charismatischer Gegenspieler wie Peter Cushing fehlt. Für die falsche Entscheidung halte ich es auch, Dracula kein Wort sprechen sondern nur fauchen zu lassen – und damit auf Christopher Lees eindrucksvolle Stimme zu verzichten. Dennoch ist er dank seiner neuerlich eindrucksvollen Leinwandpräsenz wieder einmal mit das Beste am Film, und sorgt dafür, dass der Film ab der Halbzeitmarke nach etwas gemächlich-unaufregendem Einstieg doch noch gefallen konnte. Auch die Inszenierung von Terrence Fisher kann wieder absolut überzeugen – im Vergleich zu "Dracula" lässt ihn diesmal halt einfach das Drehbuch ein bisschen im Stich, da es zu lange dauert, ehe der Film so recht in Schwung kommt. Und neben einzelnen starken Momenten und Höhepunkten zwischendurch stach für mich dann vor allem auch der Showdown hervor, wo im Vergleich zum ersten Film eine originell(er)e Lösung gefunden wird, um Dracula doch noch zu besiegen. Insgesamt fand ich also auch "Blut für Dracula" durchaus ok – nur mit dem großartigen ersten Teil kann er sich in meinen Augen halt nicht messen.

Wertung:6 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 1966 Hammer Films)


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