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Hogfather Drucken E-Mail
Der Tod springt als Schweinsvater ein Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 11 Juli 2015
 
 
Hogfather
Originaltitel: Hogfather
Produktionsland/jahr: UK 2006
Bewertung:
Studio/Verleih: Sky One/EuroVideo
Regie: Vadim Jean
Produzenten: U.a. Rod Brown & Ian Sharples
Drehbuch: Vadim Jean, nach den Romanen von Terry Pratchett
Filmmusik: David A. Hughes
Kamera: Gavin Finney
Schnitt: Joe McNally & Liz Webber
Genre: Fantasy/Komödie
DVD-VÖ Deutschland: 20. Dezember 2007
TV-Ausstrahlung UK: 17. Dezember 2006
Laufzeit: 189 Minuten
Altersfreigabe: Ab 12 Jahren
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu Ray, DVD
Mit: Michelle Dockery, Ian Richardson, David Jason, Marc Warren, Joss Ackland, Tony Robinson, David Warner u.a.


Kurzinhalt: Die Auditoren des Universums beauftragen die Assassinengilde damit, den Schweinsvater zu töten – ein Auftrag, der schließlich an den selbst von den Auftragskillern gemiedenen Teatime fällt. Dieser scharrt daraufhin mehrere zwielichtige Gestalten um sich, um die Mission zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen. Als sein Zugang erste Früchte trägt, ist der Schweinsvater in der Tat von der Scheibenwelt verschwunden. Da es jedoch Schweinswachtnacht ist, und dieser eine wichtige Funktion auf der Scheibenwelt erfüllt, beschließt kurzerhand TOD, für ihn einzuspringen, und an seiner statt durch die Welt zu reisen, um Kindern Geschenke zu bringen. Allerdings ist er dabei auf die Hilfe seines treuen Dieners Albert angewiesen – fällt es ihm doch vor allem zu Beginn recht schwer, in die richtige Schweinswachtnacht-Stimmung zu kommen. Währenddessen wundern sich die Zauberer in der Unsichtbaren Universität über einen Überschuss an unverbrauchtem Glauben, der sich in allen möglichen und unmöglichen Kreaturen manifestiert, angefangen bei einem Warzengnom über den Gott des Katers am nächsten Morgen bis hin zum Sockenmonster. Und auch die Enkelin von TOD, Susan Sto-Helit, wird gegen ihren Willen in die mysteriösen Ereignisse gezogen – und reist schließlich ins Reich der Zahnfee, um Teatime aufzuhalten…

Anmerkung: Wie schon beim Roman folge ich bei den Begriffen nicht der offiziellen deutschen, sondern vielmehr einer möglichst wortwörtlichen Übersetzung, da ich auch den Film wieder im englischen Original gesehen habe, und somit mit den deutschen Entsprechungen nur bedingt vertraut bin.

Review: Szenenbild. Da ich die Romane chronologisch in der Reihenfolge ihres Erscheinens bespreche, und mir die dementsprechenden Verfilmungen natürlich immer erst jeweils nachher ansehe, habe ich die zweiteilige TV-Adaption "The Color of Magic", die eigentlich erst zwei Jahre nach dieser hier entstanden ist – schon vorher gesehen. Eben dies hatte durchaus auch Auswirkungen auf meine Erwartungshaltung, gerade auch was die Produktionsqualität betrifft. Diese war zwar bei "The Color of Magic" grundsätzlich ganz anständig, konnte jedoch die TV-Herkunft nicht ganz verbergen – wobei man sich gerade auch bei den Effekten da und dort ein bisschen zu viel vorgenommen hatte, und im Vergleich zu Kinoproduktionen merklich abfiel. Angesichts der Tatsache, dass "Hogfather" sogar noch zwei Jahre zuvor erschienen ist, erwartete ich demnach, dass dieser bei mir einen ähnlichen Eindruck hinterlassen würde. Umso überraschter war ich von der Produktionsqualität, die mich letztendlich erwartete.

Keine Ahnung, ob für die erste Scheibenwelt-Umsetzung für Sky One noch größere finanzielle Mittel zur Verfügung standen und das Budget für "The Color of Magic" dann gekürzt wurde, oder aber man einfach weniger Geld für CGI-Effekte brauchte und dieses daher in andere Bereiche der Produktion stecken konnte. Doch woran auch immer es lag, ich fand, dass "Hogfather" um einiges hochwertiger aussah als sein Nachfolger, und für mich eigentlich von einem "gewöhnlichen" Fantasy-Kinofilm aus der Zeit nicht zu unterscheiden war. Vor allem auch die Umsetzung der Landschaften und Schauplätze stach dabei für mich hervor. Egal ob das Innere der Unsichtbaren Universität, die Knochenhöhle des Schweinsvaters, das Haus der Zahnfee, oder auch das Reich des Todes (wie auch später bei "The Color of Magic" rein in Schwarz/Weiß gehalten) – zumindest mich haben die hierfür gebauten bzw. gestalteten Sets absolut begeistert. Am deutlichsten stach jedoch die Umsetzung des Reichs der Zahnfee hervor. Es ist das eine, im Roman davon zu lesen, dass sich ihr Haus in einer Landschaft befindet, die so aussieht, als wäre sie von einem Kind gezeichnet worden (eine ungemein faszinierende optische Idee, die ja fast nach einer Real-Umsetzung schrie). Aber es ist etwas ganz anderes, dies dann auf absolut perfekte Art und Weise (wobei ich gar nicht sagen könnte, ob hierfür CGI eingesetzt oder diese ganzen Bäume und Hintergründe wirklich gemalt wurden) umgesetzt zu sehen. Jedenfalls… vor allem diese Landschaft hat mich absolut begeistert und faszinierend. Aber generell waren die Sets absolut phantastisch und vermittelten mir glaubwürdig den Eindruck, das magische Fantasy-Reich der Scheibenwelt zu besuchen.

Szenenbild. Wie schon im Roman konnte mir natürlich auch bei der Verfilmung die Geschichte ungemein gut gefallen. Angefangen von der Idee, den Tod in die Rolle des Weihnachtsmanns schlüpfen zu lassen, über die zahlreichen originellen Einfälle, den spannenden Verlauf der Handlung, bis hin zur am Ende dargebrachten Aussage, welche sie vermitteln will, die mir in gesprochener Form sogar noch einmal mehr Gänsehaut beschert hat als damals beim Lesen, ist die Geschichte einfach nur wunderbar. Im Gegensatz zum Roman erschien mir dabei in der Verfilmung interessanterweise auch Teatime nicht mehr wie ein Fremdkörper, und fügte sich schlüssig und stimmig in die Handlung ein. Die eine oder andere Kürzung war dabei – auch wenn im Vergleich zu "The Color of Magic" eh nur ein Roman, statt deren zwei, adaptiert wurde – auch diesmal wieder nicht zu vermeiden, wobei es mir in erster Linie um die Fee der guten Laune leid getan hat (statt ihr hätte ich lieber auf die kurze Episode rund um das Badezimmer verzichtet, die im Film so wie im Roman im Sande verläuft und in keinem Zusammenhang zur eigentlichen Handlung steht). Insgesamt ist es Vadim Jean aber sehr gut gelungen, die Vorlage in einen etwas mehr als dreistündigen Film zu übernehmen.

Was die Besetzung betrifft, stach für mich in erster Linie als Michelle Dockery hervor. Bislang ist sie mir noch nirgends untergekommen (oder wäre mir zumindest nicht in Erinnerung), aber ihre Leistung als Susan war einfach nur phantastisch. Sie fängt sowohl ihre liebenswerte als auch die ihr innewohnende Stärke und Härte perfekt zum Ausdruck – und erweckte Susan Sto-Helit für mich insgesamt perfekt zum Leben. Großartig auch die Idee, ihre Frisur – wenn sie als Enkelin des Todes unterwegs ist – so zu gestalten wie jene von Frankensteins Braut. Das war ein netter optischer Touch. Etwas enttäuscht war ich hingegen von der Stimme des Todes. Nicht etwa, weil Ian Richardson eine schlechte Leistung bringen würde – überhaupt nicht – sondern weil ich mich nach "The Color of Magic" sowie den beiden Zeichentrickadaptionen schon an Christopher Lee als Stimme des Todes gewöhnt hatte, und seinen unverwechselbaren Bariton doch ein wenig vermisste. Wenn wir schon dabei sind… so großartig ihn Joss Ackland grundsätzlich auch spielt, aber irgendwie hatte ich mir Erzkanzler Ridcully doch irgendwie anders dargestellt. War er in den Romanen nicht als fit und sportlich beschrieben worden? Insofern hat es ein bisschen gedauert, ehe ich mich an ihn in der Rolle gewöhnt hatte. Nachdem es dann aber mal soweit war, hat auch er mir gut gefallen. David Jason, der sich zwei Jahre später in "The Color of Magic" seinen Lebenstraum erfüllte und in die Rolle von Rincewind schlüpfte, ist hier als Albert zu sehen. Bei ihm ging es mir ähnlich wie bei Ridcully: Meine eigene Vorstellung über das Aussehen der Figur trag er nur bedingt – sah ich ihn doch als deutlich älteren, hagereren Mann. An seiner Performance selbst gab es allerdings nicht das Geringste auszusetzen. Gefreut habe ich mich auch über den Auftritt von David Warner – wenn dieser auch, ähnlich wie Jeremy Irons als Patrizier in "The Color of Magic" – leider nur in einer einzigen Szene in Erscheinung trat.

Szenenbild. Aus dem Rest der Besetzung stach für mich dann insbesondere noch Marc Warren hervor, der mir noch aus der "Doctor Who"-Folge "Liebe und Monster" in Erinnerung war, und dem es gelingt, bei Teatime genau die richtige Mischung aus Zurückhaltung und karikaturenhafte Überzeichnung zu finden – wahrlich keine kleine Leistung. Sehr gut gefallen konnten mir auch die Effekte. Möglicherweise auch, weil die entsprechenden Ansprüche hier niedriger waren als bei "The Color of Magic", und man generell überwiegend auf praktische Effekte setzte und CGI nur im Ausnahmefall einsetzte, konnten sie mir sehr gut gefallen. Ja selbst die Anfangssequenz mit Groß A'Tuin wirkte auf mich hier auch nicht mehr so künstlich wie damals bei "The Color of Magic". Entweder war dies der höheren Auflösung der Blu-Ray zu verdanken (die andere Verfilmung hatte ich "nur" auf DVD gesehen), oder aber meine entsprechenden Ansprüche sind nach der grauenhaften Umsetzung der Weltschildkröte in den beiden Zeichentrickumsetzungen merklich gesunken. Woran auch immer es lag, diesmal konnten mir die Szenen soweit eigentlich ganz gut gefallen.

Auch Vadim Jeans Inszenierung schnitt bei mir diesmal deutlich besser ab. Er setzt "Hogfather" großartig in Szene und verleiht dem Ganzen eine kinoreife Optik. Wunderbar waren dabei vor allem auch so Einfälle wie die Szene, wo Susan die Zeit anhält, das Haus verlässt, und dabei durch den in der Luft stehenden Schnee schreitet. Generell hab es ein paar wunderschöne Einstellungen, und verstand er es, sowohl die Figuren als auch die Sets großartig einzufangen. Zudem hastet er nicht durch die Erzählung, sondern gibt den einzelnen Momenten – seien es nun dramatische Wendungen oder Gags – immer ausreichend Zeit, um beim Zuschauer die gewünschte Wirkung zu entfalten. Generell hat er bei der Adaptierung der Vorlage insgesamt großartige Arbeit geleistet, und sowohl die besten Szenen, Momente und Witze als auch den Kern und die Seele der Vorlage erfolgreich in den Film übernommen. Last but not least fand ich auch den Soundtrack hier deutlich gelungener als bei "The Color of Magic". Wo dort der Synthesizer teilweise etwas zu deutlich herauszuhören war, und sich dieser irgendwie für mich mit der Fantasy-Handlung zu spießen schien, dominieren hier nun wunderschöne Orchester-Klänge, und konnte ich zudem das eine oder andere tolle, eingängige Leitmotiv heraushören. Tatsächlich war die Filmmusik so schön, dass ich im Anschluss sogar gleich nach einer Soundtrack-CD gesucht hätte – dies es jedoch bedauerlicherweise scheinbar nicht gibt. Ein paar kleinere Kritikpunkte gibt es aber auch noch. Die Szene rund ums Bad, die wie schon im Roman auch hier ein bisschen wie ein Fremdkörper hervorsticht, hatte ich ja schon erwähnt. Die Umsetzung der Auditoren fand ich insofern etwas problematisch, als diese etwas zu sehr an die Ringgeister, Dementoren bzw. "The Frighteners" erinnerten. Und auch die Umsetzung der Wächter der Zahnfee fand ich etwas… na ja. Und so gut die Effekte sonst auch sind, aber die CGI-Schweine konnten ihre Computerherkunft leider nicht wirklich verbergen. Last but not least: So positiv – und angenehm – überrascht ich auch war, den verhinderten Tod des jungen Mädchens hier wiederzufinden (war ich doch angesichts der familiengerechten Umsetzung diesbezüglich skeptisch), aber etwas harmlos war diese Szene leider schon umgesetzt. Dies war so ziemlich der einzige Moment des Films, der für mich im Roman besser funktioniert bzw. dort stärker gewirkt hat. Davon abgesehen war "Hogfather" aber einfach nur wunderbar.

Fazit: Szenenbild. Abseits vereinzelter kleinerer Kritikpunkte hat mich die TV-Adaption von "Hogfather" wirklich begeistert. Ich halte ihn für sowohl für einen der schönsten Fantasy- als auch Weihnachts-Filme, die je geschaffen wurden. Besonders umgehauen hat mich dabei die gesamte Qualität der Produktion, die insgesamt hier einen deutlich höherwertigen und besseren Eindruck macht als bei der zwei Jahre später entstandenen Verfilmung von "The Color of Magic". Die Inszenierung, die Effekte, die absolut beeindruckenden Sets, die wunderschöne Musik, zahlreiche gänsehauterzeugende Szenen, die großartigen schauspielerischen Leistungen… all dies stach für mich gleichermaßen hervor, und ließ "Hogfather" in einem überaus hellen Licht erstrahlen. Besonders begeistert haben mich dabei die Szenen im Reich der Zahnfee, diverse Spezialeffekte wie Susans Gang durch den Schnee, die schauspielerische Leistung von Michelle Dockery, sowie die Grundaussage der Geschichte, die am Ende von TOD vermittelt wird. Zusammen mit der großartigen, ungemein einfallsreichen, bis ins kleinste Detail durchdachten und sowohl sehr witzigen als auch packenden Handlung, die von Vadim Jean – mit Ausnahme der da wie dort eher unnötig erscheinenden Badezimmer-Szene – zudem perfekt adaptiert wurde, macht dies "Hogfather" in meinen Augen zu einem absoluten Pflichttermin, und das nicht nur für Fans der Werke von Terry Pratchett!

Wertung:9 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2007 EuroVideo)


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Weiterführende Links:
Review zu "The Colour of Magic"
Review zu "Hogfather" (Roman)





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