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Whiplash Drucken E-Mail
Packender Musikfilm mit bedenklicher Aussage Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Donnerstag, 19 Februar 2015
 
Oscar-SPECiAL

 
Whiplash
Originaltitel: Whiplash
Produktionsland/jahr: USA 2014
Bewertung:
Studio/Verleih: Blumhouse Productions/Sony Pictures
Regie: Damien Chazelle
Produzenten: U.a. Jason Blum, Helen Estabrook, David Lancaster & Michel Litvak
Drehbuch: Damien Chazelle
Filmmusik: Justin Hurwitz
Kamera: Sharone Meir
Schnitt: Tom Cross
Genre: Drama
Kinostart Deutschland: 19. Februar 2015
Kinostart USA: 10. Oktober 2014
Laufzeit: 107 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 12
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD
Mit: Miles Teller, J.K. Simmons, Paul Reiser, Melissa Benoist, Austin Stowell, Nate Lang, Chris Mulkey u.a.


Kurzinhalt: Andrew studiert an einer amerikanischen Musikhochschule. Sein großer Traum ist es, eines Tages als professioneller Schlagzeuger in einer Band sein Geld verdienen zu können. Als er eines Abends nach der Schule auf einem verlassenen Schlagzeugset übt, wird der berühmt-berüchtigte Lehrer Terence Fletcher auf ihn aufmerksam. Dieser ist dafür bekannt, nur die besten und begabtesten Schüler dazu einzuladen, sich der von ihm geführten Schulband anzuschließen. Als ihm sein Schlagzeuger ausfällt, lädt er sowohl Andrew als auch noch einen zweiten jungen Mann aus seiner Klasse zu Proben. Insgesamt gibt es für die Position des Schlagzeugers drei Kandidaten – und Andrew will alles daran setzen, sich gegenüber den anderen durchzusetzen und das von Fletcher in ihn gesetzte Vertrauen zu bestätigen. Doch dessen erbarmungslose Lehrmethoden gehen weder an Andrew noch an den anderen Mitgliedern des Orchesters spurlos vorüber…

Review: Szenenbild. So wie "Birdman" habe ich auch "Whiplash" bei der letztjährigen Viennale gesehen (lustigerweise sogar unmittelbar hintereinander). Für alle, die noch nie bei einem Filmfestival waren: Im Gegensatz zu ganz normalen Kinoveranstaltungen werden die Vorstellungen üblicherweise mit Beifall quittiert. Und bei keinem anderen Film, den ich bei der Viennale 2014 besucht habe (und das waren immerhin 36) fiel der Applaus auch nur ansatzweise so euphorisch aus, wie nach "Whiplash". Was zwar bis zu einem gewissen Grad sicherlich dem energiegeladenen, elektrisierenden und aufpeitschenden Finale zu verdanken sein dürfte; nichtsdestotrotz war die Begeisterung bei einem Großteil des Publikums deutlich spür- und hörbar. Mein eigener Beifall fiel hingegen etwas verhaltener aus. "Whiplash" ist zwar ein guter Film, aber was das Thema von künstlerischen Ambitionen anbelangt, fand ich "Birdman" (oder auch "Frank) doch nochmal um einiges gelungener – was vor allem an der Aussage des Films liegt, die mir doch etwas sauer aufgestoßen ist.

Was die positiven Aspekte betrifft, stechen in erster Linie die schauspielerischen Leistungen hervor. Miles Teller überzeugt als junger Musiker, der sich und allen anderen beweisen will, dass er das Zeug dazu hat, einer der ganz großen der Schlagzeugzunft zu werden – und der dafür bereit ist, für seinen Traum zu leiden und zu bluten. Vor allem Andrews Getriebenheit stellt er sehr überzeugend dar. Doch so gut seine Performance auch ist, J.K. Simmons überschattet als Terence Fletcher sowohl ihn als auch den gesamten Film. Es ist eine ungemein aggressive, auffällige und energiegeladene Performance, mit der er den Film in jeder Szene in der er zu sehen ist dominiert und bestimmt. Der Oscar als bester Nebendarsteller wäre jedenfalls hochverdient – und dürfte ihm wohl auch nicht mehr zu nehmen sein. Neben den Schauspielern hat mir auch die grundsätzliche Thematik rund um Ambitionen, Träume, und was wir bereit sind, dafür zu tun und zu opfern, gut gefallen (mit einer großen Ausnahme, aber dazu gleich). "Whiplash" macht dabei u.a. deutlich, wie unser Leben durch beruflichen und/oder künstlerischen Erfolg oder Misserfolg beeinflusst werden kann – und wie derartiges auch immer ins Privatleben ausstrahlt. Wie belebend und aufbauend es ist, endlich ein bestimmtes, lang gehegtes Ziel zu erreichen, und wie dies das eigene Selbstvertrauen steigert. Dies zeigt sich u.a. auch darin, dass Andrew nachdem er in Fletchers Band aufgenommen wurde endlich den Mut findet, die Kinomitarbeiterin zu fragen, ob sie mal mit ihm ausgehen wird. Aber auch die Schattenseiten von solchen Ambitionen und Erfolgen verschweigt "Whiplash" nicht. So trifft er wenige Wochen später eine Entscheidung in seinem Privatleben, die ihn isoliert. Seine Musik, sein Erfolg, sind auf einmal nicht einfach nur das wichtigste, sondern das einzige, das sein Leben bestimmt. Gut gefallen hat mir zudem die ungeheure Energie, die der Film – ähnlich wie "Birdman" (wenn auch in meinen Augen längst nicht so stark) – verströmte (vor allem dann beim Finale), und deren Wirkung auch ich mich nicht vollständig entziehen konnte.

Für die Kritikpunkte muss ich leider in Spoiler-Territorium vordringen. Wer über den weiteren Verlauf des Films so wenig wie möglich wissen will, sollte daher erst beim Fazit weiterlesen!

Szenenbild. Weniger gut fand ich die eine oder andere übertrieben dramatische und/oder klischeehafte Szene. Hier ist insbesondere der Autounfall zu nennen. Sehr unglaubwürdig fand ich auch, dass es ihm danach trotzdem noch gelingt, rechtzeitig zum Konzert zu kommen, er trotzdem darauf besteht, zu spielen, und Fletcher ihn tatsächlich auch spielen lässt. Zudem war mir persönlich das Schlagzeugsolo am Ende dann doch ein bisschen zu lang. Mein größtes Problem mit "Whiplash" ist aber die vermeintliche Aussage, die bei ihm mitschwingt – ist er doch einer jener Filme, in denen ein Lehrer/Mentor seine Schüler verbal und teils auch körperlich malträtiert, aber am Ende ist es das wert, da er damit erfolgreich ist und Andrew die Performance seines Lebens gibt. Natürlich könnte man argumentieren, dass Andrew nicht wegen, sondern trotz Fletcher erfolgreich ist. Letztendlich steht er am Ende aber nur wegen Fletcher dort, wo er steht – wodurch man dessen Lehrmethoden bis zu einem gewissen Grad legitimiert. Und das finde ich von der Aussage her höchst bedenklich.

Fazit: "Whiplash" ist ein packender Musikfilm, an dem mich vor allem die schauspielerischen Leistungen begeistern konnten. Vor allem J.K. Simmons prägt den Film mit seiner dominierenden, aggressiven Performance. Film und Musik sind zudem sehr energiegeladen und mitreißend. Vor allem das elektrisierende Finale sollte den geneigten Kinobesucher aufpeitschen und mit einem Hochgefühl aus dem Kinosaal kommen lassen. Weitere Pluspunkte sammelte der Film für seinen Blick auf Ambitionen, Motivation und Träume – und wie weit manche von uns zu gehen bereit sind, um diesen zu erreichen. Dabei werden nicht nur die positiven Aspekte von Erfolg beleuchtet, sondern durchaus auch die möglichen Schattenseiten thematisiert. Schade fand ich allerdings die eine oder andere gar etwas melodramatische Entwicklung oder Szene zwischendurch. Zudem war mir das abschließende Schlagzeugsolo dann doch etwas zu lang. Am schwersten wiegt für mich jedoch die Message, die der Film angesichts des Ausgangs transportiert, oder die sich zumindest hineininterpretieren lässt. Letztendlich ist es vor allem dieser Punkt, der für die Abstriche in der Wertung verantwortlich ist – da ich ihm diesen bedenklichen Beiklang nicht ungestraft durchgehen lassen will und kann. Fans von Musikfilmen sollten sich "Whiplash" aber keinesfalls entgehen lassen!

Wertung:6 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2015 Sony Pictures)


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Weiterführende Links:
Oscar-SPECiAL 2015





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