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Jupiter Ascending Drucken E-Mail
Leider nur optisch imposant… Kategorie: Filme - Autor: Michael Spieler - Datum: Donnerstag, 05 Februar 2015
 
 
Jupiter Ascending
Originaltitel: Jupiter Ascending
Produktionsland/jahr: USA 2014
Bewertung:
Studio/Verleih: Village Roadshow Pictures/Warner Bros. Pictures
Regie: Lana & Andy Wachowski
Produzenten: Grant Hill, Lana & Andy Wachowski
Drehbuch: Lana & Andy Wachowski
Filmmusik: Michael Giacchino
Kamera: John Toll
Schnitt: Alexander Berner
Genre: Science Fiction/Abenteuer
Kinostart Deutschland: 05. Februar 2015
Kinostart USA: 06. Februar 2015
Laufzeit: 117 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 12
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, Blu-Ray 3D, DVD, Soundtrack
Mit: Mila Kunis, Channing Tatum, Eddie Redmayne, Sean Bean, Douglas Booth, Tuppence Middleton, Nikki Amuka-Bird, Christina Cole, Nicholas A. Newman, Maria Doyle Kennedy, Doona Bae, Terry Gilliam u.a.


Kurzinhalt: Die im Aszendenten Jupiter auf einem Schiff mitten im Atlantik geborene Jupiter Jones, Tochter des russisch-englischen Studentenpaares Aleksa und Maximilian, führt ein einfaches Leben als Putzfrau in den Häusern wohlbetuchter Leute. Als sie sich in einer Fruchtbarkeitsklinik begibt, um etwas Geld nebenher zu machen, wird sie von den Ärzten angegriffen, die sich als Aliens entpuppen. Bevor sie jedoch größeren Schaden nimmt, wird sie von Caine, einem genetisch veränderten Ex-Legionär vor ihnen und konkurrierenden Kopfgeldjägern gerettet und in Sicherheit gebracht. Als sie schließlich von der Erde entführt wird, beginnt sich für Jupiter ihr wahres Schicksal im großen Gefüge des Universums zu entblättern…

Review: Szenenbild. Kommen wir mal gleich zur größten Schwierigkeit des Films. Die Wachowskis recyclen zum dritten Mal ihre Vision von "Soylent Green is People". Nur eben noch größer, noch umfangreicher, noch visuell beeindruckender als zuvor. In "Matrix" war die Menschheit der Stromlieferant für Maschinen, in "Cloud Atlas" tranken die Sklavenklone sich selbst und in "Jupiter Ascending" nun dient jeder fruchtbare Planet als Farm für intergalaktische Familienkonzerne. Diese immer gleiche Grundidee geht mir langsam auf den Keks und während der Anfang von "Jupiter Ascending" durchaus zu gefallen weiß, hält er sich dann an einer völlig unnötig langen Exposition mit Wegwerf-Charakteren auf, um dann zwischen Mila Kunis' Damsel-In-Distress-Rehblick, ballernd-blondiertem Wolf-Mensch Channing Tatum und ausflippendem Eddie Redmayne mit Kehlkopfkrebs hin und her zu wechseln. Andererseits, ist das Drumrum, die detailreiche Filmwelt von "Jupiter Ascending", ziemlich großartig. Es wurde ein komplettes Gesellschaftssystem erdacht, umgesetzt und mit Leben erfüllt. In sofern ähnelt "Jupiter Ascending" dem letztjährigen "Guardians of the Galaxy", mit ähnlich vielen Schauplätzen.

Es gibt hier die angesprochenen Familienkonzerne - von denen Abrasax Industries - mit seinen drei Erben Balem, Titus & Kalique - nur einer ist - aber auch eine Polizei und eine Verwaltung, deren Bürokratie für die wohl belustigendsten Szenen sorgt und an Asterix & Obelix erinnert, oder Terry Gilliams Filme, der tatsächlich einen Auftritt als Siegel-Minister hat. Die Erzählung allein, also das worum es eigentlich gehen soll, ist innerhalb dieser Filmwelt leider nur mäßig spannend, auch wenn es immer fantastisch aussieht. Kalique (Tuppence Middleton, "The Imitation Game") ist Jupiters erste Station auf ihrem Weg durch das für sie unbekannte Universum und man wird sie nach dieser Einführung nie wieder sehen. Die folgende Ablenkung durch ihren Bruder Titus (Douglas Booth, "Noah") hält die Geschichte auch nur auf und Balem (Eddie Redmayne, "Die Entdeckung der Unendlichkeit") ist einfach nur völlig übertrieben dargestellt. Theatralisch in Gestus und Aussprache, schwankt er sekündlich zwischen Wahnsinn und Indifferenz. Genauso zweigleisig wie sein Charakter ist die Beschreibung der Erde im Erbe dieser drei Hauptgegenspieler des Films. Einmal ist sie nur ein sehr kleiner Teil in einer viel größeren Wirtschaft, andererseits aber wertvoller als beispielsweise der Erbteil von Titus insgesamt. Wie Jupiter Jones nun genau mit der Abrasax-Familie und ihrem Geschäft zusammenhängt, könnt ihr euch im Kino ansehen, wenn ihr es eh nicht schon gelesen habt.

Szenenbild. Leider haben die Wachowskis mehr auf den Stil gesetzt, als gute Regie oder ein gutes Drehbuch. Dieser Stil ist an Opulenz wirklich nicht zu überbieten und das will in der heutigen Zeit, in der jeder Film - mit ausreichend Geld beworfen - ein Effektfeuerwerk sein kann, schon was heissen. Hier schlägt er durchaus auch "Guardians" vom letzten Jahr, allerdings hatte das mehr und besseren Humor und war einfach ein viel stimmigeres Gesamtpaket aus Gut vs. Böse und Selbstfindung des Helden. Außerdem werden in "Jupiter Ascending" gute Nebenfiguren einfach nicht, oder viel zu sparsam eingesetzt. Die zwei/drei Hauptfiguren sind lange Zeit und immer mal wieder getrennt voneinander - "Guardians" lebte davon, dass sie als Team zusammenspielen. Dann ist da auch noch das Schiff auf dem sie reisen – ein Patrouillenschiff der galaktischen Polizei, mit nochmals eigenen Figuren, die man ungesprochen plötzlich als Freunde akzeptieren soll, aber deren unausweichliche Brückenjubelszene nur Fremdschämen auslöst. Witziger Weise könnte ich mir aber eine Abenteuerstory rund um Captan Tsing (Nikki Amuka-Bird, "Luther") und ihre Crew vorstellen. Die Maskenbildner und das Effektteam haben wirklich großartig abgeliefert und es hilft etwas über das verkorkste Drehbuch hinweg.

Fazit: "Jupiter Ascending" ist eines der wenigen Actionabenteuer mit weiblicher Hauptrolle und schon dafür gebührt dem Film eigentlich ein Besuch, andererseits darf Jupiter selbst kaum Heldin sein. Sie schlüpft in mehr Outfits als Königin Amidala und ist in Nöten, aus denen sie nur der einsame, raubeinige Wolf retten kann. Dazu kommt das unglaublich langweilige Gegnertrio, für das leider auch die meiste Zeit draufgeht. Die absurden, lustigen und interessanten Momente in diesem detailreichen Filmuniversum, gehen fast unter. Die zusätzliche Zeit seit letztem Jahr, hätte man evtl. lieber mit Nachdrehs verbracht und nicht nur der Fertigstellung der zugegeben fantastischen Effekte.

Wertung:5 von 10 Punkten
Michael Spieler
(Bilder © 2015 Sony Pictures)


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