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Stereo Drucken E-Mail
Empfehlenswerter Psycho-Thriller aus Deutschland Kategorie: Filme - Autor: Björn Flügel - Datum: Dienstag, 09 Dezember 2014
 
 
Stereo
Produktionsland/jahr: D 2014
Bewertung:
Studio/Verleih: Frisbeefilms/Wild Bunch Germany/EuroVideo
Regie: Maximilian Erlenwein
Produzenten: U.a. Manuel Bickenbach, Alexander Bickenback & Khaled Kaissar
Drehbuch: Maximilian Erlenwein
Filmmusik: Enis Rotthoff
Kamera: The Chau Ngo
Schnitt: Sven Budelmann
Genre: Thriller
Kinostart Deutschland: 15. Mai 2014
Laufzeit: 98 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 16
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD
Mit: Jürgen Vogel, Moritz Bleibtreu, Petra Schmidt-Schaller, Georg Friedrich, Rainer Bock, Helena Schönfelder, Mark Zak, Jürgen Holtz u.a.


Kurzinhalt: Der 40-jährige Erik lässt das Großstadtleben hinter sich und versucht, in ländlicher Idylle sein Glück zu finden. Mit seiner neuen Freundin Julia und deren 7-jähriger Tochter Linda läuft es ebenso wie mit seiner Motorradwerkstatt sehr gut. Doch dann erscheint ihm der mysteriöse Henry, der ihn auf Schritt und Tritt verfolgt. Allerdings kann nur Erik ihn sehen. Verliert er seinen Verstand? Als schließlich dubiose Typen in seiner Werkstatt auftauchen und ihn zu kriminellen Machenschaften drängen, ist Erik gezwungen, sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen. Henry bietet ihm seine Hilfe an, aber kann er ihm trauen?

Review: Szenenbild. Auf "Stereo" hatte ich mich nahezu ohne Vorkenntnisse eingelassen. Selbstverständlich hatte ich mir zur Vorbereitung den Trailer angesehen, und der hatte mir nicht einmal besonders gut gefallen. Aber die Besetzung mit Jürgen Vogel und Moritz Bleibtreu, die völlig zu Recht zur deutschsprachigen Schauspielelite zählen, war doch sehr verlockend. Weiterhin war ich doch sehr neugierig, ob das zeitgenössische deutsche Kino auch jenseits von Komödien noch etwas zu bieten hat. Und tatsächlich ist Regisseur Maximilian Erlenwein ("Schwerkraft", 2009) ein unkonventioneller, aber faszinierender Mystery-/Psychothriller gelungen, der allemal einen Blick wert ist und weitaus mehr Beachtung verdient hätte. Zunächst lernt der Zuschauer die Hauptfigur Erik und sein scheinbar in geraden Bahnen verlaufendes Leben kennen. Er hat dem Großstadtleben den Rücken zugekehrt und hier, auf dem Land, ein neues Leben begonnen. Seine Motorradwerkstatt läuft gut, sein Familienglück scheint mit seiner neuen Freundin Julia und deren Tochter Linda perfekt. Er ist ein rauer Typ mit Ecken und Kanten, der jetzt nach Erfüllung sucht.

Was anfänglich nur angedeutet wird, wird explizit, als finstere Gestalten in seiner Werkstatt auftauchen, als er auf Nachfrage von Julias Vater Wolfgang, von Beruf Polizist, in Erklärungsnot gerät und als schließlich der undurchsichtige (Achtung, Wortspiel!) Henry auftaucht. Eriks Vergangenheit ist widersprüchlich, sie ist mysteriös. Was also hat er zu verbergen? Einerseits sympathisiert man mit ihm, doch anderseits hegt man Zweifel an seiner Aufrichtigkeit. Und so fängt Erlenwein sein Publikum ein. Wenn er Eriks Vergangenheit stückweise aufarbeitet und enthüllt, ist man mit größtem Interesse dabei. Die Auflösung finde ich ausgesprochen faszinierend, zumal sie unvorhersehbar ist und man zuvor einige Male aufs Glatteis geführt wurde. An mancher Stelle meint man, die Geheimnisse enthüllt zu haben, doch ehe man sich als Zuschauer in Sicherheit wiegt, schlägt die Handlung einen Haken, und man beginnt quasi wieder bei Null. So bleibt der Film bis zum Schluss spannend. Vorzüglich ist auch die Optik des Films. Die hervorragenden Kameraeinstellungen, die raffinierten Licht- und Schattenspiele und die Farbwechsel sind ein Genuss und verfehlen nicht ihre atmosphärische Wirkung, wobei "Stereo" unverkennbare eigene Akzente setzt. Von "Low Budget" ist weit und breit keine Sicht, der Film sieht sehr edel aus und braucht sich keineswegs hinter entsprechenden Hollywood-Produktionen zu verstecken. Hier hat man definitiv aus jedem Euro das bestmögliche Ergebnis herausgeholt, das hat handwerkliche Brillanz.

Szenenbild. Zum exzellenten Schauspiel von Jürgen Vogel und Moritz Bleibtreu möchte ich gar nicht viele Worte verlieren. Dass sie mit Leib und Seele dabei sind, ist offensichtlich. Aber auch das übrige Ensemble – u.a. bestehend aus "Tatort"-Kommissarin Petra Schmidt-Schaller, Rainer Bock ("Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte"), der auf die Rolle des Bösewichts spezialisierte Mark Zak, der vor allem in Österreich bekannte Georg Friedrich sowie die 7-jährige Helena Schönfelder, die in "Stereo" erstmals in Erscheinung tritt – liefert eine ordentliche Performance ab. Besonders erfreulich ist das Wiedersehen mit dem mittlerweile 82-jährigen Jürgen Holtz, der vielen vor allem durch seine Rolle als nörgelnder "Motzki" in Wolfgang Menges gleichnamiger Serie noch ein Begriff sein dürfte. Insgesamt hat Erlenwein damit einen passgenauen Cast um sich herum versammelt, um dieses ambitionierte Filmprojekt zu realisieren.

Auch wenn der positive Eindruck überwiegt, habe ich ebenso Kritik vorzubringen, wie beispielsweise die sprunghaften Übergänge zwischen Mystery, Tragik, Humor und Action. Insbesondere die Szenen in der Wohnung (oder Praxis?) der Geisterheilerin erweisen sich als störend, wirken sie doch in ihrer Skurrilität völlig deplatziert. Ein weiterer Schwachpunkt ist, dass Erlenwein gerade zum Ende hin sehr tief ins Gangstermilieu eintaucht, um den Höhepunkt mit handfesten Schläger- und Schießereien zu bestreiten. Diese Stilbrüche wirken uneben, was schließlich dazu führt, dass man nicht so recht weiß, was man insgesamt von dem Film halten soll. So sehr ich es begrüße, dass sich deutsche Filmemacher an Genrekost versuchen, muss ich Maximilian Erlenwein an dieser Stelle doch vorhalten, dass er das Ding nicht konsequent genug durchzieht.

Fazit: In erster Linie ist "Stereo" ein interessanter (deutschsprachiger) Beitrag zum Genrekino, der bis zum Schluss gut unterhält. Er wartet mit einem spannenden Mysterium auf und entfaltet seine Dynamik vor allem aus der exzellenten Figurenkonstellation, wobei Vogel und Bleibtreu sich ungemein spielfreudig zeigen. Einige Stilbrüche und inszenatorische Unebenheiten sind zwar zu beanstanden, dennoch beweist Erlenwein, dass auch hierzulande gute Mystery-Psychothriller machbar sind. Insofern: Empfehlenswert!

Wertung:7 von 10 Punkten
Björn Flügel
(Bilder © 2014 EuroVideo)


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