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Glen A. Larsons "Kampfstern Galactica"-Nachfolger Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Dienstag, 02 Dezember 2014
 
Advents-SPECiAL

 
Buck Rogers
Originaltitel: Buck Rogers in the 25th Century
Produktionsland/jahr: USA 1979
Bewertung:
Studio/Verleih: Glen A. Larson Productions/Universal Pictures/Koch Media
Regie: Daniel Haller
Produzenten: U.a. Richard Caffey & Glen A. Larson
Drehbuch: Glen A. Larson & Leslie Stevens
Filmmusik: Stu Phillips
Kamera: Frank Beascoechea
Schnitt: John J. Dumas, David Howe & Bill Martin
Genre: Science Fiction
Kinostart Deutschland: 12. Juli 1979
TV-Premiere USA: 30. März 1979
Laufzeit: 89 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 12
Trailer: YouTube
Kaufen:DVD
Mit: Gil Gerard, Pamela Hensley, Erin Gray, Henry Silva, Tim O'Connor, Joseph Wiseman, Duke Butler, Felix Silla u.a.


Kurzinhalt: Der NASA-Astronaut Buck Rogers gerät während seines Raumflugs im Jahr 1987 mit seinem Space Shuttle in einen Meteoritenschauer, und wird dadurch tiefgefroren. 500 Jahre später wird er vom draconischen Flaggschiff von Prinzessin Ardala gefunden und wieder zum Leben erweckt. Die Draconier planen in Kürze eine Invasion der Erde – und Buck Rogers soll ihnen unbewusst dabei helfen, die Verteidigungscodes der Erdstreitkräfte herauszufinden. Dementsprechend lassen sie kurz nachdem er aufgewacht ist zur Erde weiterfliegen, wo er abgefangen und zum Weltraumkommando gebracht wird. Wie er erfahren muss, kam es nur wenige Jahre nach seinem Abflug zu einem Holocaust, dem ein Großteil der Menschheit zum Opfer gefallen ist. Die wenigen Überlebenden haben sich in die noch verbliebenen Städte zurückgezogen, wo sie von Computern regiert werden. Eben diese halten Buck Rogers für einen Spion, und verurteilen ihn daraufhin zum Tod. Mit Hilfe des Roboters Twiki versucht er, seine Unschuld zu beweisen…

Review: Szenenbild. Seit meiner frühesten Kindheit bin ich – sicherlich teilweise beeinflusst von "Raumschiff Enterprise", den Interessen meines Vaters sowie auch einfach dem damaligen Zeitgeist – vom Weltraum fasziniert. Dementsprechend hatte ich auch bereits als Kind eine ganz besondere Vorliebe für Serien (und Filme), die im Weltraum spielen. Trotz dieser Präferenz zählte allerdings "Buck Rogers" noch nie zu meinen absoluten Favoriten. Natürlich habe ich mir die Serie dennoch angeschaut wenn sie am im Fernsehen lief und ich grad nichts anderes zu tun hatte. Aber so gepackt wie andere Serien (wie der Klassenprimus "Raumschiff Enterprise", oder auch "Kampfstern Galactica") hat sie mich nie. Dennoch – oder vielleicht auch gerade deshalb – war ich schon sehr gespannt darauf, wie der Pilotfilm zur Serie nun, mehr als 25 Jahre später, bei mir ankommen würde. Würde ich Stärken entdecken, die als Kind zu hoch für mich waren? Oder würde die Serie im Gegenteil – ähnlich wie "Knight Rider" – vielmehr sogar noch mehr an der ohnehin schon eingeschränkten Faszination verlieren, als sie als Kind für mich hatte?

Nun, natürlich kann ich mit meinem rund sechsjährigen Selbst nicht mehr Zwiesprache führen, damit wir Notizen austauschen können. Aber letztendlich denke ich, sehe ich "Buck Rogers" als Erwachsener genauso nüchtern-neutral wie als Kind. Es gibt ein paar Aspekte, die mir am Film gut gefallen konnten, aber insgesamt gelang es ihm nicht, mich so richtig zu begeistern. Ein Hauptproblem ist dabei für mich, dass er im Vergleich zu (Pilot-)filmen die kurz zuvor oder danach entstanden sind, recht klar und deutlich den Kürzeren zieht. So finde ich das Grundkonzept von "Kampfstern Galactica" um einiges fesselnder, interessanter und faszinierender. Und im Vergleich zu "Flash Gordon" fehlt ihm die hemmungslose Verrücktheit sowie das enorme Gefühl von Spaß, dass dieser verbreitete. "Buck Rogers" ist hingegen nur ok. Und dabei hatten wir noch so einen guten Start erwischt (oder, wie man bei "Jerry Maguire" so schön gesagt hat: Der Film hatte mich schon beim "Hallo"), denn die Titelsequenz war – auf trashige Art und Weise – einfach nur phantastisch. Wie der tiefgefrorene Buck Rogers während seines 500 Jahre langen Schlafs von hübschen Space Babes träumt die ihn umgarnen – begleitet vom über-kitschigen Titelsong – fiel zielsicher in die Kategorie "so schlecht, dass es schon wieder gut ist". Ich fand den Einstieg jedenfalls absolut köstlich. Umso bedauerlicher, dass es dem Film in meinen Augen trotz einzelner guter Elemente danach nicht mehr gelang, an diesen cheesy-phänomenalen Einstieg nochmal anzuknüpfen.

Szenenbild. Was nicht heißt, dass "Buck Rogers" abseits der köstlichen Titelsequenz überhaupt nichts mehr zu bieten hätte. Gut gefallen konnten mir z.B. die Raumschiffmodelle, bzw. generell die Effekte. Zwar sind diese nicht ganz so beeindruckend und spektakulär wie noch beim "Vorgänger" Kampfstern Galactica, für die damaligen Zeit und angesichts des doch eher begrenzten TV-Budgets sind sie aber ordentlich, und können sich absolut sehen lassen. Auch die Sets stachen für mich hervor; vor allem so Einfälle wie die Lichterketten-Energieleitungen wussten zu gefallen. Und die Hintergründe der Erde der Zukunft sind ebenfalls gelungen. Die Besetzung schlägt sich ebenfalls wacker. Gil Gerard ist ein solider Hauptdarsteller, dessen Charisma in der ursprünglichen deutschen Synchronfassung dank des Einsatzes von Harrison Fords Stammsprecher Wolfgang Pampel einen zusätzlichen Schub erhält. Erin Gray wiederum ist nicht nur bildhübsch, sondern verleiht ihrer Figur auch eine gehörige Portion Feuer und Sexappeal. Und auch die beiden Hauptbösewichte des Films, Pamela Hensley und Henry Silva, schlagen sich recht wacker.

Vom Grundgedanken her nett ist auch der NASA-Pilot, der 500 Jahre später in einer neuen Welt aufwacht – und erfährt, dass sich die Menschheit vor Jahrhunderten fast selbst zerstört hätte. Eine schön düstere Thematik – aus der man jedoch zumindest im Pilotfilm noch nicht wirklich viel macht. Der Besuch der Außenbezirke inklusive der Begegnung mit degenerierten Menschen wirkte wie eine schwache Kopie entsprechender Momente aus "Rückkehr zum Planet der Affen", und Rogers Verzweiflung und Einsamkeit wird abseits der kurzen (und ziemlich konstruiert wirkenden) Szene am Grab von seinen Eltern kaum thematisiert. Negativ fällt auch auf, dass sich der Film dem typischen Klischee des alle anderen überstrahlenden Helden bedient. Buck Rogers mag zwar aus der Vergangenheit stammen, erweist sich aber bei den Weltraumkämpfen nichtsdestotrotz als der beste und erfolgreichste Pilot – und zudem als der einzige mit ausreichend Hausverstand, um den wirkungslosen Zielcomputer auszuschalten. Diese Überzeichnung geht zu Ungunsten der anderen Piloten – was leider auch Wilma Deering betrifft, die in diesen Szenen nicht besonders gut wegkommt. Mit am Schwersten wiegt aber wohl, dass die Story zumindest hier im Pilotfilm doch ziemlich zu wünschen übrig lässt, und ebenfalls recht verbraucht wirkt – und damit auch sehr vorhersehbar – ist, und es der Film insgesamt an Spaß und Unterhaltungswert ein bisschen vermissen ließ, was sich insbesondere bei der einen oder anderen Länge zwischendurch negativ bemerkbar macht.

Szenenbild. Der letzte wesentliche Knackpunkt ist dann der Roboter Twiki, dessen ständiges "biddy biddy biddy" mir doch ziemlich rasch auf die Nerven gegangen ist. Die Grundidee von Maschinenintelligenzen welche über die Reste der Menschheit herrschen finde ich ja durchaus interessant (wenn ihre Zivilisation auch angesichts der ob der mangelnden Beweise und des jetzt nicht übermäßig großen Vergehens ausgesprochene Todesstrafe gegenüber Buck Rogers zumindest auf sozialer Ebene nicht sonderlich fortschrittlich wirkt), aber warum sich diese mittels Roboter herumtragen lassen und diesen wie eine große Uhr umgehängt werden, erschloss sich mir nicht. Generell ist dieser Roboter so ein typisches Klischee, und ein Überbleibsel aus jener Zeit, als Science Fiction-Serien in erster Linie an Kinder gerichtet waren, weshalb niedliche Roboter (die man dann als Spielzeuge verkaufen konnte) zur Grundausstattung gehörten. Wenigstens fehlt im Pilotfilm noch von einem allfälligen Quotenkind jede Spur; das zumindest ist ein kleiner Trost.

Fazit: Trotz eines gewissen unbestreitbaren Charmes, den gefälligen Raumschiffmodellen und Effekten, einzelnen interessanten Ideen und Elementen sowie der grandiosen Titelsequenz muss ich "Buck Rogers" insgesamt doch zu den geringwertigeren SF-B-Movies seiner Ära zählen. Hauptverantwortlich dafür sind unter anderem die wenig begeisternde, ausgelutschte Handlung, zahlreiche klischeehafte Elemente wie der niedliche Roboter Twiki, vor allem aber auch die Tatsache, dass er was den Spaßfaktor betrifft mit z.B. einem "Flash Gordon" bei weitem nicht mithalten kann. Das Endergebnis ist kein schlechter Film und bietet gerade noch so solide Unterhaltung, da ich mir jedoch im nächsten Jahr die komplette Serie nochmal vorknöpfen werde, hoffe ich aber, dass sich diese im Vergleich zu diesem Pilotfilm (der auch in den Kinos gezeigt wurde) noch steigern wird. Als Einzelfilm hält "Buck Rogers" jedenfalls in meinen Augen den Vergleich mit den unmittelbaren B-Movie-Konkurrenten seiner Zeit nicht wirklich stand.

Wertung:4 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © Koch Media GmbH)


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