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Godzilla Drucken E-Mail
Roland Emmerichs misslungene Neuinterpretation Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Mittwoch, 14 Mai 2014
 
Godzilla

 
Godzilla
Originaltitel: Godzilla
Produktionsland/jahr: USA 1998
Bewertung:
Studio/Verleih: Centropolis Film Productions/Sony Pictures
Regie: Roland Emmerich
Produzenten: U.a. Dean Devlin, Roland Emmerich & Ute Emmerich
Drehbuch: Dean Devlin & Roland Emmerich
Filmmusik: David Arnold & Michael Lloyd
Kamera: Ueli Steiger
Schnitt: Peter Amundson & David Siegel
Genre: Action/Horror
Kinostart Deutschland: 10. September 1998
Kinostart USA: 20. Mai 1998
Laufzeit: 139 Minuten
Altersfreigabe: Ab 12 Jahren
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD
Mit: Matthew Broderick, Jean Reno, Maria Pitillo, Hank Azaria, Kevin Dunn, Michael Lerner, Harry Shearer, Arabella Field, Vicki Lewis, Doug Savant u.a.


Kurzinhalt: Eine durch französische Atombombentests mutierte und radioaktiv verseuchte Riesenechse, die kurz nach ihrer Entdeckung Godzilla genannt wird, bewegt sich unaufhaltsam auf New York zu. Als sie die Stadt erreicht, richtig sie eine Spur der Zerstörung an – und ist kurz darauf scheinbar spurlos verschwunden. Das US-Militär zieht den Biologen Dr. Niko Tatopoulos zu Rate, der ihnen dabei helfen soll, die Riesenechse aufzuspüren und zu vernichten. Dieser hat nicht nur die Idee, Godzilla mit einer großen Menge an Fischen hervorzulocken und so sein Versteck aufzuspüren, sondern vermutet zudem schon bald, dass die Riesenechse schwanger ist – und sich im Untergrund von Manhattan einen Nistplatz einrichtet. Nachdem seine Ex-Freundin ein streng geheimes Videoband stiehlt um ihre Karriere als Reporterin voranzutreiben, wird Tatopoulos gefeuert. Zudem verliert er dadurch jegliche Glaubwürdigkeit, weshalb sich das US-Militär völlig auf die Zerstörung Godzillas konzentriert und seiner Warnung vor einem Nest keinen Glauben schenkt. Eine Gruppe französischer Spione die versuchen, im Geheimen den durch ihr Land entstandenen Schaden einzugrenzen, sind jedoch von seiner Theorie überzeugt. Gemeinsam begibt man sich auf die Suche nach Godzillas Nest…

Review: Szenenbild. Es ist ja schon hin und wieder vorgekommen, dass ich eine frühere überwiegend negative Meinung eines Films einige Jahre später zumindest teilweise revidieren musste, und er mir bei der Zweitsichtung um einiges besser gefiel. Erwartungen sind nun mal ein Hund, und so sehr man sich auch bemüht, es ist nicht immer möglich, positive oder negative Erwartungshaltungen, Hoffnungen, Befürchtungen und Vorbehalte vor dem Kinosaal zurückzulassen und sich unbedarft in den Kinosessel zu setzen. Insofern bin ich wenn ich beschließe, einem ursprünglich gescholtenen Film wieder einmal eine Chance zu geben, immer gespannt, ob ich ihn immer noch so enttäuschend finden werde wie anno dazumal. Roland Emmerichs "Godzilla" habe ich 1998 im Kino gesehen, und danach nicht mehr angerührt. Angesichts des bevorstehenden neuerlichen US-Remakes beschloss ich aber, ihn mir erneut anzusehen. Meine Hoffnung, dass er mir gut 15 Jahre später besser gefallen würde, hat sich dabei leider nicht bestätigt – erweist sich der 1998er-"Godzilla" doch auch heute noch als enttäuschender Blockbuster und unwürdiges Remake.

Grundsätzlich fällt schon mal auf, dass "Godzilla" teilweise weniger wie ein Monster- und mehr wie ein Katastrophenfilm wirkt. Ein Aspekt, über den zweifellos die "Godzilla"-Filme schon immer verfügt haben, aber hier hat der Schwerpunkt für mich einfach nicht gepasst. Godzilla selbst bekommen wir vergleichsweisen selten zu Gesicht, den Rest der Zeit verbringen wir mit Figuren, die leider uninteressanter nicht sein könnten. Vor allem der Einstieg leidet darunter: Zwar dauert es eh nur 25 Minuten, ehe Godzilla in New York einfällt, es fühlte sich für mich aber deutlich länger an. Das Problem ist dabei nicht, dass sich "Godzilla" ausreichend Zeit nimmt, um den Rest der Handlung vorzubereiten und die Figuren vorzustellen – sondern dass das Ergebnis daraus einfach nicht interessant ist. Dementsprechend beginnt sich früh Langeweile einzunisten. Die Godzilla-Action selbst ist auch vergleichsweise enttäuschend. Zwar gibt es vereinzelte packende Momente (zu denen kommen wir später noch), aber von der epischen Zerstörung in den japanischen Filmen, wo gerne mal ganz Tokio in Schutt und Asche gelegt wurde, ist man – sieht man von vereinzelten ikonischen Gebäuden ab (und selbst diese werden oftmals nicht von Godzilla selbst, sondern vom Militär zerstört, dass versucht, ihn aufzuhalten) – weit entfernt. Auch das Redesign des Monsters hat mich wenig überzeugt. Mein Problem ist dabei nicht, dass es anders ist, sondern vielmehr, dass es schlechter ist. Vor allem die lange Schnauze lässt ihn teilweise mehr wie ein übergroßer T-Rex erscheinen. Auch die Effekte sind für einen solchen Blockbuster teilweise erstaunlich dürftig. Ende der 90er waren die Effektschmieden einfach – abseits positiver Ausnahmen wie "Jurassic Park", und auch dort wechselte man die PC-Animationen mit mechanischen Dinos ab – noch nicht so weit, um photorealistisch aussehende CGI-Kreaturen zu erschaffen, die einer genauen kritischen Betrachtung standhalten. Vor allem die Mini-Godzillas lassen teilweise zu wünschen übrig, aber auch Godzilla selbst sieht nur im Dunklen überzeugend aus.

Szenenbild. Godzillas Nachwuchs ist ein weiterer Punkt, mit dem ich wenig bis gar nichts anfangen konnte. Einerseits, da die Ähnlichkeiten zum T-Rex dort noch stärker zu Tage treten. Und andererseits, weil die gesamte Sequenz direkt aus "Jurassic Park" sein könnte (siehe die dortigen Angriffe der Velociraptoren). Anstatt sich auf die Stärken von Godzilla zu besinnen – ein großes riesiges Monster – sah man sich also dazu gezwungen, bei einem anderen erfolgreichen Franchise zu raubrittern. Jedenfalls musste ich bei der Sequenz im Madison Square Garden ständig an Steven Spielbergs Dino-Meisterwerk denken, und wähnte mich eher in einer weiteren "Jurassic Park"-Fortsetzung als in einem "Godzilla"-Remake. In gewisser Weise kann ich ja verstehen, was man damit bezweckte. Man wollte dem Godzilla-Mythos neue Aspekte abgewinnen, und die Formel etwas auffrischen. Nur: Wenn man dafür schamlos von anderen bekannten Filmen klaut, wirkt das Endergebnis nicht frischer, sondern nur noch fahler, abgestandener, einfalls- und hilfloser. Und auch dass Brodericks Figur sagt "He looks angry" (was an Goldblums "Mami ist sauer" aus "Lost World" erinnert) hilft nicht gerade dabei, die Ähnlichkeiten zu verschleiern.

Teilweise war mir auch die Action ein wenig zu übertrieben, bzw. schien es schon fast an ein Wunder zu grenzen, dass die Figuren überleben. Exemplarisch sei jene Szene genannt, wo Dr. Niko & Co. mitten durch die Babygodzilla-Horde laufen und sie zufällig keines der Biester erwischt, oder auch jener Moment, als sie mit dem Auto in Godzillas Maul landen – und überleben. WTF? Womit ich überwiegend auch nichts anfangen konnte, ist der Humor. Egal ob Godzilla auf Animal draufsteigt und dieser es wegen der Aushöhlung in dessen Fuß überlebt, die mir mit der Zeit extrem auf die nerven gehende Karikatur eines Bürgermeisters, die klischeehaften culture-clash-Elemente zwischen den Franzosen und der USA, oder die Popcorn fressenden Godzilla-Babies und wie sich Broderick mit einem ungemein klischeehaften "Falscher Stock" von ihnen verabschiedet – der Humor schoss so zielsicher an mir vorbei, wie die US-Armee bei ihrem ersten Angriff auf GodzillaAuch die Besetzung muss ich leider eher zu den Schwächen des Films zählen. Wobei sie es zugegebenermaßen oftmals nicht leicht haben. So spielt z.B. Matthew Broderick seine Figur ja grundsätzlich nicht schlecht – leider aber konnte ich mit der Figur selbst herzlich wenig anfangen. Das beginnt schon damit, dass man ständig seinen Namen falsch ausspricht und er alle korrigiert bis hin zu seiner klischeehaft-nerdigen Art. Generell sind die Protagonisten leider keine vielschichten Figuren, sondern bestenfalls noch eindimensionale Schablonen und schlechtestenfalls wandelnde Klischees. Den meisten Schauspielern gelang es dabei leider nicht, aus ihren Figuren mehr herauszuholen, als den dürftigen Abriss, der auf Papier gebannt wurde. Einige machen es sogar mit einer übertriebenen Darstellung sogar noch schlimmer, wobei vor allem Arabella Field diesbezüglich negativ hervorsticht. Auch mit Hank Azarias comic relief-Sidekick konnte ich wenig bis gar nichts anfangen. Und auch Maria Pitillo machte auf mich teilweise einen entweder überforderten oder gelangweilten Eindruck.

Szenenbild. Ich weiß natürlich, dass es bei einem Film über eine mutierte Riesenechse widersinnig erscheint, Logikfehler anzuprangern. Aber es gab doch einiges, dass mir in dieser Hinsicht – wohl aufgrund des überschaubaren Unterhaltungswerts, der dafür gesorgt hat, dass in meinem Hirn noch genug Kapazitäten frei waren, damit wir diese auffallen konnten – sauer aufgestoßen ist. Dass Godzilla schwanger schlüpft… ok, von mir aus. Dass das gleiche für seine Kinder gilt, meinetwegen. Aber in ein paar Stunden so viele Eier zu legen, die dann noch dazu binnen weniger als 24 Stunden schlüpfen, erforderte dann doch etwas mehr "suspension of disbelief" als ich dem Film einzugestehen bereit war. Auch bei der Szene, in der Godzilla über die Brooklyn Bridge läuft, konnte ich nur den Kopf schütteln. Ich bin kein Architekt und vielleicht liege ich ja völlig falsch, aber dass die Brücke das aushält erschien mir höchst unglaubwürdig. Und wenn's auch kein Logikfehler per se, sondern eher eine Inkonsistenz ist, aber… dass Godzilla bei seinem ersten US-Einsatz seiner Fähigkeit beraubt wurde, Feuer zu speien, fand ich auch etwas schade. Mein letzter Kritikpunkt ist dann das Ende: Das mit dem Eis war selbst damals schon soooo typisch und ausgelutscht – und sorgte dann endgültig dafür, dass "Godzilla" in meiner Gunst noch hinter "Godzilla kehrt zurück" zurückgerutscht ist.

Vereinzelt sind dann aber selbst bei diesem überwiegend misslungenen "Godzilla"-Remake positive Aspekte auszumachen. Gut gefiel mir z.B. die Idee, die französischen Atomtests – die damals in aller Munde waren – als Ausgangsbasis zu nehmen, und damit zumindest ansatzweise die warnende Message des japanischen Originals zu übernehmen und zeitgenössisch umzuinterpretieren. Die Einblendung "The City that never sleeps" für New York war ein netter Einfall, und so ziemlich der einzige Gag im Film, der bei mir gezündet hat. Den Soundtrack von David Arnold fand ich auch recht gelungen. Auf der Blu-Ray besticht "Godzilla" – im Originalton – zudem mit einer beeindruckenden Surround-Sound-Abmischung, die sich vor modernen Filmen nicht zu verstecken braucht, und den Film zumindest akustisch zu einem Erlebnis macht (entsprechende Anlage vorausgesetzt). Und in all der Langeweile gab es doch zumindest ein paar gute Szenen. So fand ich den ersten Helikopterangriff packend umgesetzt und auch gut inszeniert, wobei vor allem die immer wieder eingestreuten Aufnahmen aus dem Hubschrauber selbst hervorstachen. Dass man versucht, Godzilla mittels U-Booten beizukommen war – zumindest für mich – auch einmal etwas neues, und stach positiv hervor. Und zumindest einen guten Charaktermoment spendiert man uns, nämlich wenn Audrey ihren Livebericht aus dem Madison Square Garden sendet. Diesen Moment hatte sich der Film bzw. die Figuren verdient, und es war ein cooler, befriedigender Abschluss eines ansonsten nervigen, störenden und überflüssigen Subplots. Bei der ersten Sichtung kommt zudem Godzillas Rückkehr… ich würde nicht unbedingt überraschend sagen, aber eigentlich vermittelt "Godzilla" überzeugend den Eindruck, der Film wäre vorbei. Die Bedrohung durch die Babygodzillas wurde mit einer spektakulären Explosion ausgelöscht, Niko und Audrey liegen sich in den Armen, die Musik schwillt an… und auf einmal hört man das Brüllen. Das war gut gemacht. Und im ansonsten etwas überzogenen Showdown fielen mir zumindest jene zwei Momente, als das Taxi über Godzillas Fuß fuhr, und man kurz darauf durch das sich schließende Maul hindurchrauscht, positiv hervor. Wie die Verfolgungsjagd generell recht nett war. All diese positiven Aspekte reichen gerade noch so, um "Godzilla" nicht als völlige filmische Katastrophe schelten zu müssen.

Fazit: Szenenbild. Ich war anno 1998 beim besten Willen kein "Godzilla"-Purist, und kannte ihn eher vom Hörensagen und aus einzelnen Ausschnitten. Damit, dass Roland Emmerich bei seinem Remake eine teilweise sehr andere Richtung einschlug und z.B. auch das Aussehen der Riesenechse stark veränderte, auf seinen Feueratem verzichtete und einen Schwarm Babygodzillas auftreten ließ, hatte meine Ablehnung des Films damals wie heute nichts zu tun. Das Problem besteht eher darin, dass der Film selbst langweilig ist, und teilweise wie aus dem Klischeebuch für 08/15-Katastrophenfilme abgemalt erscheint. Zudem nimmt sich der Film viel zu viel Zeit für seine Figuren und viel zu wenig Zeit für den "Titelhelden" – was ja grundsätzlich keine schlechte Idee wäre, wenn die Protagonisten nicht bestenfalls eindimensionale Abziehbilder und schlechtestenfalls wandelnde Klischees wären. "Suspension of disbelief" – den man bis zu einem gewissen Grad bei solchen Filmen ja auch braucht – in allen Ehren, aber manche Szenen oder Ideen schossen übers Ziel hinaus (wie z.B. das schnelle Wachstum der Baby-Godzillas). Die Sequenz im Madison Square Garten war mir zu sehr von den Velociraptor-Szenen aus "Jurassic Park" abgekupfert. Und auch die Spezialeffekte sind für eine derart große Produktion teilweise erstaunlich schwach, was aber auch damit zusammenhängt, dass CGI-Lebewesen Ende der 90er oftmals noch nicht überzeugen konnten, und auch "Godzilla" wirkt vor allem in den gut beleuchteten Szenen nicht unbedingt photorealistisch. Zwar gibt es vereinzelte nette Szenen und Elemente, die einen Totalabsturz verhindern. Aber insgesamt war mir persönlich der Unterhaltungswert von Emmerichs "Godzilla" viel zu gering, um ihn auch nur ansatzweise weiterempfehlen zu können.

Wertung:3 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © Sony Pictures)


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Weiterführende Links:
"Godzilla" - SPECiAL





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