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Spider-Man 3 Drucken E-Mail
Enttäuschender Abschluss der Raimi-Trilogie Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Donnerstag, 17 April 2014
 
Spider-Man

 
Spider-Man 3
Originaltitel: Spider-Man 3
Produktionsland/jahr: USA 2007
Bewertung:
Studio/Verleih: Marvel Enterprises/Sony Pictures
Regie: Sam Raimi
Produzenten: U.a. Grant Curtis, Kevin Feige, Laura Ziskin, Avi Arad & Stan Lee
Drehbuch: Sam Raimi, Ivan Raimi & Alvin Sargent
Filmmusik: Christopher Young
Kamera: Bill Pope
Schnitt: Bob Murawski
Genre: Action/Fantasy
Kinostart Deutschland: 01. Mai 2007
Kinostart USA: 04. Mai 2007
Laufzeit: 139 Minuten
Altersfreigabe: Ab 12 Jahren
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD, Blu-Ray (Trilogie-Box), DVD (Trilogie-Box), Soundtrack
Mit: Tobey Maguire, Kirsten Dunst, James Franco, Thomas Hayden Church, Topher Grace, Bryce Dallas Howard, Rosemary Harris, J.K. Simmons, James Cromwell, Dylan Baker u.a.


Kurzinhalt: Es scheint so, als hätte Peter Parker alias die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft sein (Doppel-)Leben endlich auf die Reihe bekommen. Als Mary-Jane Watons neues Stück auf dem Broadway Premiere feiert, sitzt er in der ersten Reihe, und auch an der Universität läuft es nun besser. Zudem ist es ihm möglich, sich nach dessen Amnesie mit seinem besten Freund Harry Osborne wieder zu versöhnen. Endlich scheint er auch einen guten Kompromiss zwischen Spider-Man und Peter Parker gefunden zu haben, und ist mit seinem Leben so zufrieden, dass er Mary-Jane gar einen Heiratsantrag machen will. Doch schon bald ziehen düstere Wolken auf: Die Anerkennung der New Yorker droht Peter Parker langsam aber sicher zu Kopf zu steigen, Mary-Jane fühlt sich in der Beziehung zunehmend einsam und sucht Trost bei Harry, und der neue Reporter Eddie Brock möchte unbedingt jene freie Stelle als Photograph im Daily Bugle ergattern, auf die es auch schon Peter seit Jahren abgesehen hat. Als wäre das alles nicht schon genug, wird sein Leben zudem dadurch aus der Bahn geworfen, dass seine Tante May und er erfahren müssen, dass Ben Parkers Mörder immer noch frei herumläuft. Es handelt sich um Flint Marko, der seit einem verheerenden Unfall als Sandman New York unsicher macht. Peter Parkers Durst nach Rache macht ihn schließlich zum idealen Opfer einer seltsamen schwarzen Substanz, die über einen Meteoriten auf die Erde gelangt ist. Diese macht Spiderman zwar stärker, bringt aber zudem Parkers dunkle Eigenschaften ans Tageslicht. Schließlich droht er nicht nur Mary-Jane zu verlieren, sondern auch sich selbst…

Spoiler-Warnung! Das nachfolgende Review beinhaltet teils große Spoiler zum Film. Wer diesen noch nicht gesehen hat, sollte daher besser nur das Fazit lesen.

Review: Szenenbild. Mit "Spider-Man 3" erlebte ich anno 2007 den bislang enttäuschendsten Kinobesuch meines Lebens. Weder zuvor noch danach hatte ich mich auf einen Film so gefreut, war aufgrund der Trailer so hoffnungsfroh, um dann den Kinosaal dermaßen baff und ernüchtert zu verlassen. Seine Wirkung ging dabei leider weit über den Film an sich hinaus. So konnte ich mir ein paar Monate später, als "Spider-Man 2" im Fernsehen lief, diesen nicht mehr ansehen, ohne mich – im Wissen der Handlung aus Teil 3 – über ihn lustig zu machen. Und generell trug ich von "Spider-Man 3" ein Trauma davon, dass mich noch lange verfolgen und dazu führen sollte, dass mein erster Gedanke wenn ich mich bei einem von mir groß erwarteten Film in den Kinosessel platzierte war: "Please don't suck". Natürlich hat "Spider-Man 3" trotz aller – zahlreicher – Problemzonen auch ein paar gute Aspekte zu bieten, und habe ich im Kino auch schon schlechtere Filme gesehen. Aber noch nie klaffte zwischen meiner Erwartungshaltung und dem Endergebnis eine ähnlich große Lücke wie hier.

Dementsprechend habe ich "Spider-Man 3" nach dem Kinobesuch konsequent gemieden – was sich nach meiner gerade erwähnten negativen Erfahrung mit "Spider-Man 2" letztendlich auf alle Filme der Raimi-Trilogie erstrecken sollte. Dementsprechend muss ich gestehen, schon gespannt gewesen zu sein, ob "Spider-Man 3" auch bei der Zweitsichtung – und mit diesem großen zeitlichen Abstand, ohne meine hohe Erwartungshaltung und im Gegenteil im Wissen ob meiner damaligen Enttäuschung – diesmal besser abschneiden würde. Es wäre ja nicht das erste Mal, dass ich in weiterer Folge meine durch Hoffnungen, Erwartungen oder auch Befürchtungen getrübte Erstmeinung revidieren muss. Jedoch, es tut mir leid: "Spider-Man 3" war auch bei der Zweitsichtung genau so schlecht, wie ich ihn in Erinnerung hatte. Ich halte ihn auch abseits meiner damaligen Enttäuschung für eine filmische Katastrophe auf dem Niveau von "Batman & Robin". Zwar als Einzelfilm nicht ganz so schlecht, dafür deutlich tragischer, was die Gesamtwirkung der Filmreihe betrifft. Denn die alte "Batman"-Reihe kann ich mir bis "Batman Forever" problemlos anschauen, ohne dass mir Schumachers zweiter Einsatz irgendetwas verderben würde. "Spider-Man 3" hat für mich jedoch die Raimi-Trilogie nachhaltig geschädigt – und den Spinnenmann, ähnlich wie "Batman & Robin", in eine kreative und qualitative Sackgasse befördert, aus der man letztendlich nur mit einem – für viele zu frühen – Reboot heraus kam.

Szenenbild. Und dabei hat alles soweit noch recht vielversprechend begonnen – womit ich mich auch gleich den trotz aller Schwachpunkten dennoch vorhandenen positiven Aspekten zuwenden möchte: So bekommen wir Peter Parker zu Beginn so glücklich und mit sich im reinen zu sehen, wie nie zuvor, was definitiv gefallen kann. Das Intro – wenn auch mit Filmausschnitten statt Zeichnungen, was das ganze etwas gewöhnlicher machte – war ebenfalls wieder nett gemacht. Die Entstehung des Sandmans war zwar ziemlich einfallslos (Jö, schau, wieder mal ein schiefgelaufenes wissenschaftliches Experiment. Gähn.), die ersten Versuche sich wieder zusammenzusetzen aber verdammt gut gemacht. Auch alle Szenen mit J.J. Jameson waren wieder einmal köstlich; und auch Bruce Campbells Auftritt als falscher Franzose und Chef eines Nobelrestaurants fand ich phantastisch. Zuletzt ist noch der Score zu nennen. Christopher Young übernimmt für Danny Elfman, baut auf dessen Themen auf und kreiert auch einige neue, die mir sehr gut gefallen konnten (insbesondere das Sandman-Theme) und sich stimmig ins bekannte Klangbild einfügen.

Nach dem vielversprechenden Start beginnen jedoch schon bald, dunkle Gewitterwolken über New York zu ziehen – und das meine ich in zweierlei Hinsicht. Erstens aufgrund der zahlreichen Bedrohungen und Problemen, mit denen Peter Parker konfrontiert wird – und andererseits, da der Film danach praktisch von Minute zu Minute schlechter wird. Einer meiner größten Kritikpunkte sind dabei die Beziehungsprobleme zwischen Peter und MJ. Ich wünschte wirklich, man hätte sich das gespart, und sich stattdessen auf die Bedrohung von außen – in Form des Sandmans – und von innen in Form des außerirdischen Symbionten der seine weniger erfreulichen Charakterzüge verstärkt, konzentriert; mit MJ als unerschütterlicher Fels in der Brandung. Immerhin haben wir mittlerweile bereits Film Nr. 1 mit der ausführlichen origin story und Film Nr. 2 mit seiner Identitätskrise hinter uns. Angesichts der Tatsache, dass wir es diesmal mit gleich drei bösen Wichten zu tun bekommen wäre in meinen Augen die Zeit gekommen, Peter Parker weniger zu beleuchten und dafür ein stärkeres Augenmerk auf Flint Marko, Eddie Brock und Harry Osborn zu richten. Aber nein. Stattdessen greift Sam Raimi das Peter-MJ-Geplänkel dass er ohnehin bereits auf zwei Filme ausgewälzt hatte neuerlich auf, und landet diesmal leider endgültig auf Seifenopfern-Niveau. Alles rund um Peter und MJ wurde von Minute zu Minute absurder, und insbesondere den Mittelteil des Films fand ich einfach nur grauenhaft, da er sich einfach ungemein in die Länge gezogen hat. Derart gelangweilt war ich in einem großen Blockbuster-Film selten.

Szenenbild. Für problematisch halte ich auch, dass Peter Parker bereits zu einem frühen Zeitpunkt des Films beginnt, sich wie ein egoistisches und selbstverliebtes Arschloch aufzuführen – und das noch lange, bevor er das schwarze Kostüm überwirft. Nehmen wir z.B. seinen arroganten Auftritt bei der Show, bei dem er Gwen Stacy küsst (deren Auftritt man sich übrigens zu diesem späten Zeitpunkt in der Trilogie auch hätte schenken können; ich bin nun wahrlich kein Comic-Purist, aber wie sie hier auf ein naives blondes Dummchen reduziert wird, die einzig und allein dazu da ist unbewusst einen Keil zwischen Peter und MJ zu treiben, ist der Figur nicht würdig) – und das auf markengeschützte Spidey-Art, und direkt vor Mary-Janes Augen. Jetzt mal ehrlich: Geht's noch dümmer? Nun, "Spider-Man 3" beantwortet sich diese Frage gleich selbst, und das leider mit einem lauten und eindeutigen "Ja!". Nachdem er bei der Show Gwen Stacy geküsst hat will er Mary-Jane doch tatsächlich noch am selben Abend einen Heiratsantrag machen! Nun mal ehrlich - hier und in den Szenen zuvor hat Peter Parker bei mir deutlich an Sympathie eingebüßt - und das gerade an solch entscheidender Stelle des Films, denn natürlich sollte man ja gerade den guten Peter mögen um dann umso bestürzter zu sein wenn er sich durch den Symbionten in ein Scheusal verwandelt. Ganz schlechtes Timing, Herr Raimi.

Parallel dazu verläuft die Handlung zwischen Peter und Harry, die mich ebenfalls nicht wirklich überzeugen konnte. Zuerst stellt sich für mich die Frage: Harry weiß ja nun, dass sein Vater der Green Goblin war, und demnach auch, warum Spidey ihn getötet hat. Er war eine Gefahr für New York, und auch für Spider-Man selbst. Und trotzdem ist er nicht in der Lage, Peter zu verzeihen? Ich sage nicht, dass Menschen nicht oftmals unlogisch und irrational handeln, aber ich finde, man hätte uns wenigstens zeigen können, warum Harrys Hass auf Peter so groß ist – immerhin schien er mir in "Spider-Man" seinen Vater noch nicht einmal sonderlich gemocht zu haben! Die erste Konfrontation zwischen den beiden macht zudem ein weiteres Problem des Films offensichtlich: Die Action ist längst nicht mehr so gut inszeniert wie bei den beiden Vorgängern. Was diesen Aspekt betrifft, litt Sam Raimi offensichtlich unter Sequelitis, und der Anforderung, sich unbedingt selbst übertreffen zu müssen. Das Ergebnis sind Actionszenen nach der "schneller, höher, weiter"-Machart, denen jedoch die Klarheit und die Eleganz aus den ersten beiden Filmen abgeht. Generell ist die Action teilweise viel zu übertrieben, überladen, konfus, und setzt man zu sehr auf CGI und Green Screen. Zudem ist das ganze deutlich hektischer und damit unübersichtlicher inszeniert. Sehr schade. Überaus skeptisch sehe ich auch die Wendung rund um Harry und seine Amnesie. Das schien einzig und allein dafür da zu sein, um die zweite Konfrontation etwas hinauszögern zu können. Zudem erinnerte das ganze an billige Seifenopern – oder auch die entsprechende schwache Wendung aus der ersten "24"-Staffel (mit Abstand der schlechteste Teil von Tag 1). Von mir aus hätten sie Harry ja längere Zeit im Koma behalten können – aber das mit dem Gedächtnisschwund hätte man sich nun wirklich sparen sollen.

Szenenbild. Noch schlimmer finde ich allerdings, was passiert, nachdem sich Harry wieder an alles erinnern kann; zwingt er Mary-Jane doch dazu, mit Peter Schluss zu machen. Spätestens hier wähnte ich mich in einer x-beliebigen Seifenoper, mit dem einzigen Unterschied dass der Part des intriganten Biests diesmal ausnahmsweise von einem Mann übernommen wurde. Davon abgesehen gab es auch noch eine andere, bereits aus dem Trailer bekannte Wendung, die ich eher kritisch betrachte: Peter Parker erfährt, dass Flint Marko der wahre Mörder seines Vaters ist. Dadurch geht leider die herrliche Ironie aus dem ersten Teil, dass Parker just den späteren Mörder seines Onkels entkommen lässt, vollkommen flöten – auch wenn man am Ende versucht es doch noch so hinzubiegen, dass dieser ansatzweise dafür verantwortlich war. Dennoch, das kam für mich wie aus dem Nichts, hat mich absolut nicht überzeugt, und wertete für mich nachträglich auch "Spider-Man" ab. Auch hier gilt wieder: Das hätte man sich sparen sollen. Zumal es doch auch etwas konstruiert und übertrieben wirkt, dass Peter mit allen drei seiner Gegner eine persönliche Geschichte verbindet.

Nach einer kurzen und ausnahmsweise sogar mal recht gelungenen Konfrontation zwischen Spider-Man und Sandman folgt dann schließlich der mit Abstand grauenhafteste Teil des gesamten Films: Peter wird aufgrund des Einflusses des Symbionten immer aggressiver, um schließlich 10-15 Minuten lang mit auf einmal pechschwarzen Haaren und Little Nicky-Gedächtnis-Frisur (damit auch der letzte Depp kapiert, dass der Kerl jetzt böööööse ist) wie der größte Obermacho durch New York zu spazieren – was zumindest bei einigen Mädels auch durchaus ankommt. Die entsprechenden Szenen sind dermaßen grauenhaft, peinlich, lächerlich und dämlich, dass es mir richtiggehend weh tat. Ehrlich, ich kann beim besten Willen nicht verstehen, wie man die entsprechenden Szenen witzig finden kann. Und selbst wenn ich es nachvollziehen könnte, sei mir die Frage gestattet, ob es denn wirklich der richtige Weg ist, den düsteren Peter Parker absichtlich zur Witzfigur zu degradieren. Verliert man damit nicht an Wirkung und verwässert die eigene Message? Ein weiteres Problem dieser Szenen ist Maguires Darstellung. Wenn ich mich fragt: Er kann's einfach nicht – böse schauen, meine ich jetzt – weshalb ich ihm diesen Teil seiner Rolle einfach nicht abkaufen konnte. Insofern hatte er wohl ebenfalls großen Anteil am Scheitern der entsprechenden Szenen und daran, dass es auf mich einfach nur lächerlich wirkte. Hier wäre wohl ein Jake Gyllenhaal deutlich erfolgreicher gewesen, hat dieser doch in "Donnie Darko" schon bewiesen, dass es ihm auch problemlos gelingt, düstere Aspekte einer Rolle zu meistern. Wobei, an dem Wischmopp auf dem Schädel wäre vermutlich selbst er gescheitert.

Szenenbild. Nachdem Parker nach einer weiteren grauenhaften Szene in der Bar Mary-Jane unabsichtlich verletzt hat, ist er endlich soweit sich das schwarze Kostüm vom Leib zu reißen - ca. 30 Minuten vor Filmende. Angesichts der Tatsache, dass Venom innerhalb der Spiderman-Fangemeinde zu den beliebtesten Bösewichten zählt, dürften wohl einige vom Kurzauftritt ihres Lieblingsfeindes enttäuscht sein. Mehr als die Kürze seines Auftritts störte mich aber, dass Brocks Motivation im Gegensatz zu den bisherigen Spiderman-Schurken kaum Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Gut, ok, Spidey spannt ihm die Freundin aus und kostet ihm seinen Job, aber erstens hat er letzteres ja wohl selbst zu verantworten (wie heißt es so schön: Selbst schuld, kein Mitleid), und 2. erscheint mir dies trotzdem eher schwach, um seinen großen Hass auf Parker und seinen Todeswunsch in der Kirche zu erklären. Mir erschien es jedenfalls sehr übertrieben, und dieser Handlungsstrang generell wenig ausgereift – was gerade angesichts der Tatsache schade ist, dass viele andere Szenen, insbesondere im sich wie Kaugummi ziehenden Mittelteil, wiederum viel zu ausgedehnt erscheinen.

Nun war es Zeit für den großen Showdown, und wenn wenigstens dieser noch halbwegs versöhnlich gewesen wäre, hätte ich mich ja vielleicht sogar noch zu einer nur leicht unterdurchschnittlichen Wertung durchringen können, aber leider: Es ging gleich los mit einer weiteren Kopfschüttel-Szene, als Spidey an einer überdimensionalen amerikanischen Flagge vorbeifliegt, und auch danach wurde es nicht besser. Was übertriebene Action betrifft setzte der Showdown sogar noch eins drauf, und war mit dem riesigen Spinnennetz und dem überdimensionalen Sandman mehr "over the top" als jener aus "Hulk" – und das will was heißen. Jedenfalls war ich aufgrund dieser übertriebenen Szenen und der meines Erachtens wieder mal suboptimalen Inszenierung der Action zuerst vom Showdown gelangweilt, und später dann sogar genervt. Zudem waren einige der Special Effects – vor allem in Anbetracht des großen Budgets – erstaunlich schwach. Vor allem fehlte es dem Showdown aber an einem essentiellen Element: An Spannung. Wieder einmal bringt man MJ in Lebensgefahr, und da man als Kinobesucher ohnehin schon genau weiß, dass sie überleben wird, hält sich die Spannung sehr in Grenzen. Zudem litt der Showdown an der Vorhersehbarkeit der Wendung rund um Harry. Ja, ich weiß… viele andere wurden von diesem Twist wohl überrascht, aber ich für meinen Teil habe schon sehr lange vermutet, dass es sich genau so entwickeln würde. Und damit meine ich nicht nur, dass der neue Goblin und Spiderman Seite an Seite kämpfen, sondern auch, dass Harry den Heldentod stirbt, nachdem er Spiderman das Leben gerettet hat – und so hat es sich schließlich dann ja auch 1:1 zugetragen. Insofern konnte leider auch dieser Twist für mich nichts mehr herausreißen.

Szenenbild. Was dem Ganzen dann schließlich die Krone aufgesetzt hat war die ständige Kommentierung des Geschehens durch die Reporter bzw. die Menschenmenge. Hier erreichte "Spider-Man 3" ein Trashlevel, das jenem der 70er-Batman-Serie in nichts mehr nachsteht. Die ständigen übertriebenen Reaktionen und Kommentare á la "Dies ist ein schwarzer Tag für New York", "Diese Brutalität!" etc., waren einfach nur billig, peinlich und lächerlich. Die Szene als Peter dem Sandman verzeiht war dann viel zu kitschig, außerdem wirkte sein plötzlicher Sinneswandel auf mich nicht gerade überzeugend. Wobei ich zugegebenermaßen zu diesem Zeitpunkt vom Film schon dermaßen genervt war und einfach nur mehr wollte dass er zu Ende ist, dass die besagte Szene wohl von vornherein gar keine Wirkung mehr bei mir entfalten konnte – denn "Spider-Man 3" hatte mich zu diesem Zeitpunkt schon längst verloren. Harrys Tod hätte mich aber selbst wenn der Rest des Films gefallen hätte nicht überzeugt – zumindest nicht so, wie dieser umgesetzt wurde. Vor allem Maguires schauspielerische Leistung fand ich in dieser Szene leider nicht so besonders. Sein Heulgesicht sah derart unfreiwillig komisch aus, dass ich mir das Lachen nur schwer verkneifen konnte. Wobei ich gestehen muss: Zu diesem Zeitpunkt war das in Wahrheit wohl auch schon egal. Und von dieser Szene abgesehen tut Maguire ja wirklich sein bestes – und tat mir über den Film hinweg in erster Linie leid. Aber letztendlich konnte keiner der – durchaus wieder sehr gut spielenden – Darsteller den Film noch retten.

Fazit: Der größte Fan der ersten beiden "Spider-Man" Filme von Sam Raimi war ich zwar nie, dennoch boten beide gute, solide Superhelden-Unterhaltung, und sahen die Trailer für den letzten Teil der Trilogie sehr vielversprechend aus. Umso enttäuschter war ich, als ich in der Vorpremiere diese Fortsetzung mit zahlreichen zum Schreien schlechten, lächerlichen Szenen, vorhersehbaren, haarsträubenden Wendungen und schlecht inszenierter und viel zu übertriebener Action über mich ergehen lassen musste. Schlechte Filme gibt es viele – aber bei "Spider-Man 3" kommt noch erschwerend hinzu, dass er mir bis zu einem gewissen Grad selbst die ersten beiden Filme, die mir noch recht gut gefallen hatten, verdorben hat. Und so dauerte es fast sieben Jahre, ehe ich mich wieder an die Trilogie gewagt habe – und meinen damaligen enttäuschten Eindruck des dritten Teils leider voll bestätigt sah. Ja, es gibt ein paar gute Elemente und Szenen, aber diese verblassen vollkommen im Vergleich zu den zahlreichen Schwächen, mit denen "Spider-Man 3" behaftet ist. Die viel zu rasante, übertriebene und teilweise sogar ins lächerliche abdriftende Action, die Charakterentwicklung auf Seifenopfern-Niveau, die Vorhersehbarkeit, einige vor Kitsch nur so triefende Szenen, die wieder einmal mit dem Holzhammer servierte Moral, insbesondere aber die grauenhaft-lächerlichen Szenen, in denen Peter Parker als böser, selbstverliebter Macho mit Little Nicky-Frisur durch New York wandelt, machten den 3. Teil der Spiderman-Reihe für mich zu einer frustrierenden, extrem mühsamen und oftmals richtiggehend schmerzhaften Filmerfahrung, die ich nur zu gern aus meinem Gedächtnis streichen würde. Bezeichnend: Bei meinem Kinobesuch anno 2007 saß so ein klugscheißender Bengel neben mir. Als Spidey auf dem Kirchturm saß, fragte er seine Eltern: "Ist das der Stephansdom?" Das war – mit Abstand – der beste Moment des Kinoabends. Und das sagt denke ich schon alles, was ihr über "Spider-Man 3" wissen müsst.

Wertung:2 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2007 Sony Pictures)


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Weiterführende Links:
"Spider-Man" - SPECiAL





Kommentare (2)
RSS Kommentare
1. 08.05.2016 15:19
 
Höchstwahrscheinlich hat man das Spider-Musical wohl schon vorgehabt, bevor Spider-Man 3 gedreht wurde und den Film als Werbung missbraucht. Hier der Beweis. das es sich um ein verkapptes Musical handelt: 
 
http://www.sdb-film.de/2008/12/spider-man-3-sing-when-yourre-whining.html
 
2. 10.05.2016 15:55
 
Ist in der Tat verblüffend, wie leicht sich aus Spider-Man 3 ein Musical machen lassen würde! Vielleicht wäre er so ja unterhaltsamer gewesen... :grin
 

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