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Le Passé - Das Vergangene Drucken E-Mail
Familiendrama über die Schatten der Vergangenheit Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Donnerstag, 06 Februar 2014
 
 
Le Passé - Das Vergangene
Originaltitel: Le Passé
Produktionsland/jahr: F 2013
Bewertung:
Studio/Verleih: Memento Films Production/Camino Filmverleih
Regie: Asghar Farhadie
Produzenten: Alexandre Mallet-Guy & Alexa Rivero
Drehbuch: Asghar Farhadi
Filmmusik: Evgueni Galperine & Youli Galperine
Kamera: Mahmoud Kalari
Schnitt: Juliette Welfling
Genre: Drama
Kinostart Deutschland: 30. Januar 2014
Kinostart Frankreich: 17. Mai 2013
Laufzeit: 130 Minuten
Altersfreigabe: Ab 12 Jahren
Trailer: YouTube
Kaufen: noch nicht verfügbar
Mit: Ali Mosaffa, Bérénice Bejo, Tahar Rahim, Pauline Burlet, Elyes Aguis, Jeanne Jestin, Sabrina Ouazani, Babak Karimi u.a.


Kurzinhalt: Ahmad und seine Noch-Ehefrau Marie leben nun schon seit ein paar Jahren getrennt. Während Ahmad nachdem die Beziehung in die Brüche gegangen ist in den Iran zurückgekehrt ist, blieb Marie mit ihrer gemeinsamen Tochter Lucie in Frankreich zurück. Nun kehrt Ahmad auf Maries Wunsch zurück, um die Scheidungspapiere zu unterschreiben. Marie lebt mittlerweile mit einem neuen Mann, Samir, und dessen Sohn aus einer früheren Beziehung, Fouad, zusammen. Als er – widerstrebend – Maries Angebot, die paar Tage bei ihnen zu verbringen, annimmt, wird er Zeuge einer höchst angespannten Stimmung innerhalb der Patchwork-Familie. Als er Maries Wunsch nachkommt, sich mit Lucie zu unterhalten und in Erfahrung zu bringen, warum sie gegenüber ihrem neuen Vater so negativ eingestellt ist, und ein Geheimnis nach dem anderen ans Tageslicht bringt, droht dies die Familie endgültig zu zerreißen…

Review: Szenenbild. "Le Passé – Das Vergangene" ist der neueste Film von Asghar Farhadi, dessen "Nader und Simin – Eine Trennung" vor zwei Jahren den Oscar als bester fremdsprachiger Film gewonnen hat. "Nader und Simin" habe ich leider noch nicht gesehen, und kann daher keinen Vergleich ziehen. Was "Le Passé – Das Vergangene" betrifft, so gab es einiges, dass mir wirklich gut gefallen hat, aber auch ein paar Kritikpunkte, die für mich den ganz großen Wurf verhindern. Eine der größten Stärken des Films ist für mich, wie wir als Zuschauer – ähnlich wie die Hauptfigur Ahmad – völlig unvorbereitet in diese zerrütteten Familienverhältnisse geworfen werden. Sein Versuch, auf Bitten seiner früheren Frau hin zu intervenieren und mit ihrer Tochter zu sprechen, lässt ihn in ein Wespennest aus Lügen, Schuld, tragischen Ereignissen und Missverständnissen stechen, die daraufhin Verborgenes bzw. auch Verdrängtes aus der Vergangenheit der Figuren ans Tageslicht bringt. Eben dies steht im Zentrum des Geschehens: Die Schatten der Vergangenheit. Jene Schatten, die wir vor anderen und teilweise sogar vor uns selbst verbergen.

Mir gefiel die Ausgangssituation; wie Ahmad zu seiner früheren Frau zurückkehrt, um die Scheidungspapiere zu unterschreiben. Dabei ihren neuen Mann und dessen kleinen Sohn kennenlernt. So etwas ist immer schwierig, und jeder der schon mal ähnliches erlebt hat wird sein Unbehagen gut nachvollziehen können. Dann die langsame Eskalation der Ereignisse. Wie Ahmad ein Geheimnis nach dem anderen ans Tageslicht bringt. Die teils verborgenen Absichten der Figuren. Insgesamt würde ich sagen, wurde der Film bis zur Offenbarung rund um die Weiterleitung der E-Mails ständig besser – und eben dies und die daraus resultierenden Szenen stellten für mich dann den Höhepunkt des Films dar. Danach wurde es mir allerdings der Offenbarungen und Hakenschläge etwas zu viel. Alles rund um die Mitarbeiterin in der Reinigung hätte man sich meines Erachtens sparen sollen. Ich verstehe schon, dass auch diese Wendung im unmittelbaren Zusammenhang damit steht, was Asghar Farhadi hier aussagen/vermitteln wollte. Er wollte den Kreis der Geheimnisse halt noch um eine weitere Figur vergrößern und aufzeigen, wie auch Leute abseits der Familie davon betroffen sind. Mir persönlich war es nur halt eine Wendung zu viel. Zumal der komplette Film etwas zu lang war und diese Offenbarung für mich nicht mehr wirklich etwas zum Gelingen des Films beigetragen hat. Ich empfand es jedenfalls als unnötigen Umweg. Auch das Ende hätte man kürzen können. Die allerletzte Szene an sich, mit der Träne, war absolut phantastisch und sorgte schon fast für ein poetisches Ende. Aber die klischeehafte Szene davor, als er aus dem Krankenzimmer hinausgeht nur um wieder zurückzukehren, hätte man sich meines Erachtens sparen können.

Szenenbild. Generell muss man festhalten, dass "Le Passé – Das Vergangene" nach recht bodenständigem Beginn, der sicherlich das eine oder andere beinhaltet mit dem man sich identifizieren kann, immer melodramatischer und damit auch abgehobener wird. Dies wurde zwar für mich erst bei der besagten Wendung rund um die Mitarbeiterin wirklich ein Problem – das erschien einfach den Tick zu viel, und etwas zu konstruiert, und drückte damit auf die Plausibilität und die Nachvollziehbarkeit des Geschehens – ist aber dennoch ein Punkt, über den man geteilter Ansicht sein kann. Was mich allerdings den ganzen Film über begeistern konnte, waren die schauspielerischen Leistungen – allen voran von Bérénice Bejo und Pauline Burlet, aber auch der Rest des Ensembles ist großartig. Was die Inszenierung betrifft, sind mir vor allem die warmen Farben aufgefallen, die teilweise in starkem Kontrast zur Handlung zu stehen schienen. Auch dies fand ich interessant. Insgesamt ist "Le Passé – Das Vergangene" ein sehr guter Film, der sich jedoch zum Ende hin eine Wendung zu viel erlaubt und dadurch für mich ein wenig an Wirkung verliert.

Fazit: "Le Passé – Das Vergangene" ist ein überwiegend gelungenes Drama, das den Zuschauer mit der Frage konfrontiert, ob Offenheit wirklich immer das Beste ist, oder manche Geheimnisse nicht vielleicht doch für immer gewahrt bleiben sollten – jedoch ohne, darauf eine klare Antwort zu geben. So wie Ahmad werden auch wir völlig unvorbereitet in diese komplexe Familiendynamik geworfen, und sind wir bis zu einem gewissen Grad Fremde, die in den rund zwei Stunden darauf die Figuren und ihre gegenseitigen Probleme kennenlernen. Die Aufdeckung dieser Geheimnisse kulminiert dann schließlich in einer phantastischen Szene (rund um die E-Mails), die für mich den dramaturgischen Höhepunkt des Films darstellt, und meines Erachtens auch so ziemlich der Schlusspunkt hätte sein sollen. Denn das man dieser Offenbarung dann noch eine weitere nachfolgen lässt, war mir dann einfach zu viel des Guten; zumal diese die Wirkung der Wendung zuvor reduzierte. Zudem wird der Film nach bodenständigem Beginn, der es dem Zuschauer einfach macht sich mit den Figuren zu identifizieren, zunehmend melodramatisch. Die schauspielerischen Leistungen können allerdings den ganzen Film über begeistern, wobei für mich vor allem Bérénice Bejo und Pauline Burlet hervorstachen. Und die letzte Einstellung war dann absolut perfekt, und sorgte für einen schon fast poetischen Schlusspunkt. Aufgrund der besagten einen Wendung zu viel ist "Le Passé – Das Vergangene" in meinen Augen zwar kein Meisterwerk – dennoch ist er ein empfehlenswertes Drama über zerrüttete Familienverhältnisse und die Schatten der Vergangenheit.

Wertung:8 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2014 Camino Filmverleih)


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