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Die wilde Zeit Drucken E-Mail
Stimmungsvolle Aufarbeitung der 1968er Kategorie: Filme - Autor: Björn Flügel - Datum: Mittwoch, 11 Dezember 2013
 
 
The Call - Leg nicht auf
Originaltitel: Après mai
Produktionsland/jahr: F 2012
Bewertung:
Studio/Verleih: MK2 Productions/EuroVideo
Regie: Olivier Assayas
Produzenten: U.a. Charles Gillibert & Nathanaël Karmitz
Drehbuch: Olivier Assayas
Filmmusik: -
Kamera: Eric Gautier
Schnitt: Luc Barnier
Genre: Drama
Kinostart Deutschland: 30. Mai 2013
Kinostart Frankreich: 14. November 2012
Laufzeit: 122 Minuten
Altersfreigabe: Ab 12 Jahren
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu Ray, DVD
Mit: Clément Métayer, Lola Créton, Felix Armand, Carole Combes, India Menuez, Hugo Conzelmann, Dolores Chaplin u.a.



Kurzinhalt: Paris, 1971: Der Abiturient Gilles engagiert sich wie auch viele seiner Mitschüler für den politischen und kulturellen Umbruch. Seine Leidenschaft ist die Kunst. Er verliebt sich in Christine, mit der er für eine neue Gesellschaftsordnung kämpft. Er sucht seinen Platz im Leben und hin- und hergerissen zwischen Liebe und Revolution, seinen Freunden, seinen politischen Überzeugungen und seinen Idealen…

Review: SzenenbildDie weltweiten politischen Studentenproteste von 1967/1968 gipfelten in Frankreich im sog. "Pariser Mai". Der Film setzt 1971 an, als die erhofften Reformen weiterhin auf sich warten ließen und die Jugend den politischen, ökonomischen und kulturellen Umbruch als eine Art Selbstfindung verstand. Regisseur Olivier Assayas zeichnet diesen Prozess anhand des Studenten Gilles autobiographisch nach. Das Ergebnis ist ein beachtliches Generationenportrait. Frei von jeder Retro-Nostalgie beobachtet der Film seine Protagonisten, die irgendwo zwischen Kunst, Pop, Politik, Rausch und Sexualität nach ihrer Identität suchen. Es geht nicht um weltbewegende historische Ereignisse, sondern vielmehr um die Einzelschicksale in diesem angespannten Umfeld. Auch erhebt der Film nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, vielmehr sammelt er einzelne Fragmente zusammen.

Assayas wählt dabei einen vergleichsweise distanzierten Blickwinkel: Er diskutiert die aufgeworfenen drängenden Sinn- und Wesensfragen und verzichtet darauf, die unterschiedlichen Weltanschauungen und Lebensentwürfe zu verurteilen. Gleichberechtigt treten Maoisten, Trotzkisten und Situationisten auf. Die Protagonisten driften allmählich auseinander, sie verschlägt es in alle Welt, und dennoch scheint ein Jeder am Ende einen Platz im Leben gefunden zu haben. Die Erzähltechnik trägt dieser Perspektive Rechnung, indem kein klassischer Handlungsbogen elaboriert wird, sondern einzelne Szenen und Sequenzen zu einem Gesamtbild zusammengesetzt werden. Als Zuschauer ist man dadurch gefordert. Die Ausstattung versucht bis ins kleinste Detail, die frühen 1970er Jahre realistisch abzubilden und zugleich die Atmosphäre authentisch einzufangen. Nicht inflationär, sondern zweckmäßig. Keine Schallplatte, kein Buchtitel, kein T-Shirt scheint zufällig bzw. ohne Bedacht ins Bild geraten zu sein. In zum Teil hervorragend choreographierten und fotografierten Szenen - z.B. der Sprayer-Anschlag oder die psychedelisch angehauchte Hausparty - wird der revolutionäre Aufbruch zelebriert, wobei ersichtlich ist, dass Assayas weiß, wovon er spricht, dass es persönliche Erinnerungen und Erfahrungen sind, die den Film beeinflussen.

Fazit: "Die wilde Zeit" ist eine der interessantesten und stimmungsvollsten Aufarbeitungen der 1968er. Sowohl inhaltlich als auch stilistisch bricht der Film mit den Konventionen des klassischen Erzählkinos und wird sich dadurch selbst gerecht. Er setzt sich intensiv mit seinen Figuren, deren Ideologie und deren Umfeld auseinander. Das macht den Film so bemerkenswert: Melancholisch, aber auch freudig, respektvoll und authentisch portraitiert er eine Generation, die sich zu positionieren versucht.

Wertung:9 von 10 Punkten
Björn Flügel
(Bilder © 2013 Universum Film)


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