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King Kong Drucken E-Mail
Zwar kein ebenbürtiges, aber ein würdiges Remake Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Donnerstag, 12 Dezember 2013
 
Advents-SPECiAL

 
King Kong
Originaltitel: King Kong
Produktionsland/jahr: USA 1976
Bewertung:
Studio/Verleih: Dino De Laurentiis Company/StudioCanal
Regie: John Guillermin
Produzenten: U.a. Dino De Laurentiis
Drehbuch: Lorenzo Semple Jr.
Filmmusik: John Barry
Kamera: Richard H. Kline
Schnitt: Ralph E. Winters
Genre: Abenteuer/Drama
Kinostart Deutschland: 16. Dezember 1976
Kinostart USA: 17. Dezember 1976
Laufzeit: 134 Minuten
Altersfreigabe: Ab 12 Jahren
Trailer: YouTube
Kaufen: DVD, Soundtrack
Mit: Jessica Lange, Jeff Bridges, Charles Grodin, John Randolph, Rene Auberjonois, Julius Harris, Jack O'Halloran, Dennis Fimple, Ed Lauter u.a.


Kurzinhalt: Fred Wilson führt eine Expedition an, die auf einer hinter einer Nebelbank verborgenen Insel ein großes Ölvorkommen vermutet. Ebenfalls mit dabei: der Anthropologe Jack Prescott, der sich als blinder Passagier auf den Tanker geschlichen hat, da er auf der Insel einen ganz anderen Fund erwartet: Gibt es doch Gerüchte, dass dort eine riesige Bestie, eine Mischung aus Mann und Affe, beheimatet sein soll. Auf dem Weg zur Insel stößt man auf ein Rettungsboot, und nimmt Dwan an Bord. Sie ist Schauspielerin und hat mit viel Glück die Explosion einer Jacht überlebt. Nun wartet auf sie und den Rest der Besatzung des Schiffes das Abenteuer ihres Lebens. Denn nachdem sie die Insel entdeckt haben, auf der auch eine riesengroße von Menschenhand gebaute Mauer steht, und der erste Kontakt mit den Einheimischen nicht gerade friedlich verlaufen ist, wird Dwan in der Nacht von diesen entführt. Sie wollen sie Kong zum Geschenk machen. Jack Prescott führt die Rettungsmission an, doch sie kommen zu spät: Kong hat Dwan bereits geschnappt und ist in den Dschungel geflüchtet. Während sich Jack aufmacht, um sie zu retten, wittert Fred Wilson die Chance seines Lebens…

Review: Die weibliche Hauptfigur wurde im Vergleich zum Original deutlich aufgewertet.Das 1976 in die Kinos gebrachte Remake des Klassikers "King Kong" wird von nicht wenigen gescholten. Und auch wenn ich übereinstimme, dass diese Version dem Original nicht das Wasser reichen kann, so hat sie insgesamt für mich durchaus ihre Daseinsberechtigung, und sehr wohl die eine oder andere Stärke zu bieten. Eine der größten davon ist für mich die Aufwertung der weiblichen Hauptrolle. Fay Wray hat ihre Ann Darrow zwar grundsätzlich toll gespielt, aber die Figur selbst diente genau genommen nur als Schöne zu Kongs Biest, und war in erster Linie dazu da, sich vor Kong zu fürchten und vom Helden retten zu lassen. Sie hat also in erster Linie eine Funktion erfüllt, und war nicht unbedingt ein eigenständiger, vollwertiger und interessanter Charakter. Dwan ergeht es hier ungleich besser. Einerseits, da sie Kong gegenüber nicht nur Furcht, sondern auch Mitleid und Zuneigung empfinden darf, und andererseits, da sie über eigene Wünsche, Träume und Ambitionen verfügt, denen sie ihre Gefühle für King Kong letztendlich auch unterordnet.

Beides führt in weiterer Folge zu zwei meiner Lieblingsszenen dieses Remakes. Einerseits jener Moment während der Rückfahrt – die uns hier im Gegensatz zum Original zumindest ansatzweise gezeigt wird – als King Kong in seinem Käfig durchdreht und Dwan, die eigentlich gerade auf dem Weg in Jacks Kabine war, Kong quasi den "Vorzug" gibt und sich zu einem Käfig begibt um ihn zu beruhigen. Auch die nachfolgende Szene als sie hinabstürzt und King Kong sie daraufhin gehen lässt ist ein wundervoller, ja schon fast zärtlicher Moment. Die zweite diesbezügliche Szene ist dann die letzte Einstellung des Films, als Dwan von einem Blitzlichtgewitter umgeben ist. Ihr Traum, ein Star zu werden, hat sich erfüllt – doch zu welchem Preis? Wundervoll gemacht. Doch Dwan ist nicht nur gut geschrieben, sie wird von Jessica Lange auch phantastisch dargestellt. Ihre frohe, fröhliche, lebenslustige Präsenz lässt ihre Anziehungskraft dabei weit über "lediglich" ihr Aussehen hinausgehen. Aber auch in den traurigeren Momenten vermag sie dann absolut, zu überzeugen. Hier haben die Produzenten Mitte der 70er wirklich eine Entdeckung gemacht – war "King Kong" doch ihre erste Filmrolle! Was meines Erachtens im Remake ebenfalls deutlich besser funktioniert als im Original, ist die Romanze zwischen Dwan und Jack. Damit dass er sie vom Schlauchboot rettet ist schon mal ein Fundament vorhanden, aus dem die weiteren Gefühle erwachsen können, und in weiterer Folge bekommen Jeff Bridges und Jessica Lange einige Szenen spendiert, um die langsam wachsende Zuneigung zwischen den beiden plausibel und nachvollziehbar zu vermitteln.

Ein ungleiches Paar.Es gibt jedoch noch eine zweite Liebesgeschichte, und diese ist einerseits vielleicht die größte Änderung im Vergleich zum Original, und andererseits für mich auch die größte Stärke des Films. Denn King Kong ist hier, im Gegensatz zum Originalfilm aus den 30ern, weniger eine Bestie, und deutlich zahmer, sympathischer und menschlicher. Einige mag diese Verharmlosung stören und die "Romanze" zwischen Kong und Dwan zu "offensichtlich" sein, im Vergleich zum Original dass es uns nicht so leicht gemacht hat, mit Kong Mitleid zu empfinden und ihn in unser Herz zu schließen. Für mich macht dieser neue Zugang den Ausgang des Geschehens aber noch einmal um einiges tragischer, als er schon im Original war. Vor allem auch, wie Kong sie wegschiebt um sie zu beschützen, ist ein ungemein zärtlicher, trauriger Moment. Jedenfalls empfinde ich diese Änderung, mit der man "King Kong" zu einer Art tragischen Liebesgeschichte macht, als größtes Alleinstellungsmerkmal des Films, das allein dieses Remake in meinen Augen schon rechtfertigt.

Was am 1976-"King Kong" auch oft kritisiert wird, sind die Effekte – genauer gesagt, die Umsetzung des Titelhelden. War der Original-Kong eine Stop-Motion-Kreation, hat man sich für das Remake dafür entschieden, einen Mann in ein Affenkostüm zu stecken – was zugegebenermaßen in einigen Einstellungen auch recht offensichtlich ist. Kostüm und Maske stammen dabei von Rick Baker, der bereits die Affen in den "Planet der Affen"-Filmen umgesetzt hat. Zwar finde auch ich, dass der Original-Kong mehr Charme besessen hat, andererseits wüsste ich aber auch selbst nicht, wie die das Mitte der 70er sonst umsetzen hätten sollen. Stop Motion-Animationen hätten in diesen Film meines Erachtens nicht mehr hineingepasst, dafür war er schon zu "modern". Und CGI-Effekte steckten damals noch nicht einmal in den Kinderschuhen. Und ob eine riesige animatronische Puppe wirklich besser gewesen wäre als einen Menschen zu verwenden, da bin ich mir auch nicht sicher. Zumal der Ansatz zur Umsetzung der Effekte mit dem Wunsch der Filmemacher, Kong menschlicher darzustellen, ja Hand in Hand geht. Was ebenfalls sehr gut umgesetzt wurde – und auch ausgiebig Verwendung findet – ist Kongs (mechanische) Hand. Die betreffenden Szenen sahen wirklich sehr gut aus. Auch wie man die riesige Wand umgesetzt hat, konnte mir gefallen. Und wie schon beim Original so ist es auch hier zumeist sehr gut gelungen, die einzelnen Elemente, wie großer Kong, Hand, Hintergrund etc. zu einem stimmigen Ganzen zusammenzufügen. Zugegeben: Die Riesenschlange sah wirklich billig und unecht aus. Da haben sie sich nicht mit Ruhm bekleckert. Und generell ist festzuhalten, dass die Effekte im Original revolutionär waren, und das Remake diesbezüglich "nur" als annähernd "state of the art" daherkommt. Als Kritikpunkt kann aber zumindest ich die Effekte dieses Remakes nicht ernstlich ansehen.

'King' Kong.Dennoch gibt es natürlich auch einige Aspekte der Produktion, wo man dem Original unterlegen ist. Hier ist – abseits der emotionalen Szenen zwischen Kong und Dwan – für mich in erster Linie der Ausklang des Ganzen in New York zu nennen. Zwar kann ich grundsätzlich den Wusnch der Filmemacher verstehen, den Schauplatz des Showdowns vom Empire State Building zum damals höchsten Gebäude, dem World Trade Center, zu verlagern – nicht zuletzt auch, um sich vom Original abzugrenzen. Andererseits war eben dieses Finale ein derart ikonischer Moment – an den der Showdown am World Trade Center einfach nicht herankommt. Generell kann der Abschluss des Films – von der größeren emotionaleren Wirkung von Kongs Tod – dem Original nicht das Wasser reichen, und wirkt vergleichsweise enttäuschend. Und vor allem auch die Show von Fred Wilson fand ich vergleichsweise schlecht umgesetzt. Einerseits fand ich das mit der riesigen Zapfsäule zu übertrieben; und vor allem Kongs Krone hätte man sich in meinen Augen sparen sollen.

Worauf ich ebenfalls gern verzichtet hätte, sind bestimmte humoristische Anspielungen und Gags, die für mich nicht so recht zünden wollten. Wie z.B. Dwans Horoskop, dass sie die größte Person in ihrem Leben treffen wird. Sollte wohl ironisch sein, hat aber für mich nicht wirklich funktioniert. Gleiches gilt für "You are bringing in the big one." Auch Jacks Kommentar rund um den "Mann im Affenkostüm" sehe ich angesichts der Tatsache, wie Kong hier umgesetzt wurde, kritisch, stößt man den Zuschauer doch damit quasi darauf. Selbstironie schön und gut, aber das fand ich unpassend. Auch den Part auf der Insel stufe ich im Original um einiges stärker ein. Dort gab es einfach mehr Abenteuer und mehr Kreaturen. Dieser "verlorene Welt"-Aspekt geht im Remake mangels Dinosaurier verloren. Generell ist das Geschehen dadurch, dass man "nur" Kong nachjagt, ohne andere Bedrohungen, nicht so spannend und unterhaltsam. Leider hat man sich dafür auch keine neuen, interessanten Szenen ausgedacht – stattdessen liefert man mit dem Baumstamm eine schlichte, einfallslose Kopie einer markanten Szene aus dem Original ab. Etwas mehr Einfallsreichtum hätten die Drehbuchautoren was diesen Teil der Handlung betrifft jedenfalls ruhig zeigen dürfen. Und Kongs Kampf mit der Schlange ist angesichts deren schlechten Umsetzung wiederum leider kein adäquater Ersatz für den kultigen, grandiosen Kampf zwischen Kong und dem T-Rex aus dem Original. Auch hier fällt das Remake demnach ab. Recht gut gefällt mir dafür die Änderung, dass es sich nicht um das Projekt eines abenteuerlichen Filemachers handelt, sondern man mit der Suche nach Öl eine damals wie heute aktuelle Thematik in den Film eingebaut hat. Die schauspielerischen Leistungen sind allesamt solide bis gut. Die Drehorte für die Insel wurden ebenfalls gut ausgewählt; hier zeigt man uns einige nette Landschaftsaufnahmen. Und John Barrys Musik für den Film hat mir grundsätzlich auch gut gefallen. Er bleibt seinem bekannten Stil treu, weshalb sich "King Kong" für mich teilweise schon fast ein wenig wie ein James Bond-Film anhört. Einzig, wie oft die einzelnen Stücke wiederholt werden fiel mir mit der Zeit unangenehm auf. Die einzelnen Themen zumindest unterschiedlicher zu interpretieren und einzuspielen wäre wünschenswert gewesen.

Fazit: Zwar kein ebenbürtiges, aber ein würdiges Remake.Das von vielen gescholtene erste Remake von "King Kong" gefällt mir nach wie vor recht gut. Natürlich hält es als Gesamtwerk dem Vergleich mit dem Original nicht stand. Dieses war einfach in vielerlei Hinsicht wegweisend; ähnliches kann man vom Remake nicht ernstlich behaupten. Gerade auch die Effekte sind maximal "state of the Art", aber keinesfalls revolutionär. Während ich King Kong noch recht gut und stimmig umgesetzt fand und gerade auch bei seiner Hand wieder gut getrickst wurde, sticht vor allem die Riesenschlange hier negativ hervor. Generell vermisst man die Dinosaurier und sonstige Kreaturen und Gefahren aus dem Original; das Remake hat hier außer Kong und der besagten Riesenschlange nichts zu bieten, was den Insel-Teil des Films im Vergleich zum Original doch recht stark abfallen lässt. Auch das Finale ist längst nicht so ikonisch und begeisternd – wobei letzteres für mich durch die größere Emotionalität des Ausklangs wieder wett gemacht wird. Womit wir auch schon bei der größten Stärke des Remakes sind, erweist sich der Film doch als eine Art tragische Liebesgeschichte. Kong selbst ist weniger bestialisch und deutlich menschlicher, als es uns leichter macht, mit ihm zu sympathisieren – und am Ende mit ihm Mitleid zu empfinden. Generell macht die Zuneigung, die Dwan offenkundig für Kong empfindet, den Ausgang des Geschehens um einiges tragischer. Dwan selbst empfinde ich ebenfalls als deutliche Steigerung im Vergleich zu Ann, die zwar ebenso gut gespielt war, aber eher eine Funktion in der Handlung erfüllt war, als dass sie eine vollwertige Figur gewesen wäre. Insgesamt kann ich also sagen: Ja, mit dem Original kann dieses Remake nicht mithalten. Dank der vorhandenen Stärken hat dieses für mich aber sehr wohl auch seine Daseinsberechtigung.

Wertung:6 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © StudioCanal)


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