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Iron Man 3 Drucken E-Mail
Der mit Abstand (bisher) beste Film der Reihe! Kategorie: Filme - Autor: C. Siegel | M. Spieler - Datum: Donnerstag, 02 Mai 2013
 
 
Iron Man 3
Originaltitel: Iron Man 3
Produktionsland/jahr: USA 2013
Bewertung:
Studio/Verleih: Marvel Studios/Paramount Pictures/Concorde Filmverleih
Regie: Shane Black
Produzenten: U.a. Kevin Feige, Stan Lee & Jon Favreau
Drehbuch: Shane Black & Drew Pearce
Filmmusik: Brian Tyler
Kamera: John Toll
Schnitt: Peter S. Elliot & Jeffrey Ford
Genre: Action/Science Fiction
Kinostart Deutschland: 30. April 2013
Kinostart USA: 03. Mai 2013
Laufzeit: 130 Minuten
Altersfreigabe: Ab 12 Jahren
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu Ray, Blu Ray 3D, DVD, Soundtrack
Mit: Robert Downey Jr., Gwyneth Paltrow, Don Cheadle, Guy Pearce, Ben Kingsley, Rebecca Hall, James Badge Dale, Jon Favreau, Stephanie Stozak, Paul Bettany, William Sadler, Miguel Ferrer, Ty Simpkins u.a.



Kurzinhalt: Nach den Ereignissen in New York – wo er sich als Iron Man mit den Avengers zusammengeschlossen hat, um die Erde vor einem Angriff Außerirdischer zu retten, und er dabei fast gestorben wäre – ist für Tony Stark nichts mehr so, wie es einmal war. Besessen vom Gedanken, sich selbst und jene die ihm am Herzen liegen – allen voran Pepper Potts – zu beschützen, zieht er sich in seine Werkstatt zurück, und baut einen neuen Iron Man-Anzug nach dem anderen. Ein knappes Jahr später zwingt ihn allerdings eine neue Bedrohung in Form eines Terroristen dazu, sein Schneckenhaus zu verlassen – indem er dieses zerstört. Der Mandarin möchte dem Präsidenten der USA eine Lektion erteilen. Ursprünglich möchte sich Tony Stark gar nicht einmischen, und dies lieber seinem als Iron Patriot neu gebrandetem Freund James Rhodes überlassen. Als jedoch eine Person die ihm nahesteht von Mandarin verletzt wird, spricht er diesem gegenüber eine Drohung aus, und lädt ihn dazu ein, ihn anzugreifen. Ein arroganter, unbedarfter Zug, den Tony Stark schon kurz darauf bereut, als sein Haus in Schutt und Asche gelegt wird. Ohne seine Basis als Rückzugsort und lediglich mit einem schwer beschädigten Anzug ausgestattet, muss er nun versuchen, den Mandarin aufzuspüren, und dessen finsteren Plan zu vereiteln. Seine Nachforschungen führen ihn dabei in seine eigene Vergangenheit…

Review von Christian Siegel: Der Humor ist die wohl die größte Stärke des Films - sofern er den persönlichen Geschmack trifft.Im Gegensatz zu manch anderem Kinobesucher war ich weder von "Iron Man" übermäßig begeistert noch von "Iron Man 2" übermäßig enttäuscht. Letztendlich sehe ich sie – mit sehr individuellen Stärken und Schwächen – auf gleichem, leicht überdurchschnittlichem Niveau. Wo den ersten vor allem der wenig überzeugende Bösewicht plagte, litt die Fortsetzung vor allem darunter, weniger ein Sequel zu "Iron Man" als vielmehr ein Prequel zu "The Avengers" zu sein. "Iron Man 3" vermeidet beide dieser Kritikpunkte. Zwar ist er eindeutig auch weiterhin Teil des filmischen Marvel-Universums, und wird vor allem auf die Ereignisse aus "The Avengers" immer wieder referenziert – dennoch erzählt der Film wieder eine recht eigenständige Geschichte, bei der Iron Man ganz klar im Mittelpunkt steht. Zudem bietet der dritte Teil der Reihe den mit Abstand bislang besten Bösewicht. Während sich die beiden Vorgänger schwer damit taten, für Tony Stark eine nachvollziehbare Bedrohung zu finden, hat er in "Iron Man 3" alle Hände voll zu tun. Manchem wird die Natur der Bedrohung zwar – nach den bisher recht bodenständigen Bösewichten der Reihe – wohl schon wieder zu übertrieben sein; aber innerhalb des gleichen filmischen Universums in dem sich Götter zanken hatte zumindest ich kein Problem damit, es zu akzeptieren.

Nachdem Jon Favreau (der auch hier wieder als Happy zurückkehrt) mit den ersten beiden Filmen den Grundstein sowohl für diese Fortsetzung als auch das filmische Marvel-Universum in seiner Gesamtheit gelegt hat, übernahm für das dritte "Iron Man"-Abenteuer nun Shane Black den Regiestuhl; seines Zeichens Drehbuchautor von "Lethal Weapon" und "Last Boy Scout", sowie "Kiss Kiss Bang Bang" (mit Robert Downey Jr. in der Hauptrolle), das zugleich sein Regiedebüt darstellte. Ihn nun mit der Regie eines solch großen Blockbusters zu beauftragen, der noch dazu die Phase 2 einläutet, war eine durchaus mutige Entscheidung seitens Marvel; die für mich auch die größte Stärke des Films darstellt. Ähnlich wie Joss Whedon bei "The Avengers" erlaubten sie ihm zudem erstaunlich viel künstlerische Freiheit, und dem Film seinen Stempel aufzudrücken. "Iron Man 3" ist ganz eindeutig ein Shane Black-Film; vielleicht sogar mehr, als er ein "Iron Man"-Film ist. Wenn ihr so wie ich Fans von Blacks bisheriger Arbeit seid und insbesondere "Kiss Kiss Bang Bang" geliebt hat, sollte euch auch "Iron Man 3" gut unterhalten. Tonal ist Tony Starks dritter Einsatz nämlich der ersten Zusammenarbeit zwischen Robert Downey Jr. und Shane Black wohl näher, als den beiden Vorgängern von Jon Favreau (wie sich schon allein bei der Einstiegssequenz inklusive an "Kiss Kiss Bang Bang" erinnernden Voice Over-Kommentar zeigt). Und genau das ist der Knackpunkt: Wer mit seinem teils etwas eigenwilligen, skurrilen Humor weniger anfangen kann, und sich eher eine Fortführung im Stile der ersten beiden Filme erwartet hat, der dürfte mit "Iron Man 3" wohl nicht ganz glücklich werden. Er ist definitiv ungewöhnlicher und wohl weniger massentauglich als die beiden Vorgänger. Aber eben dies zeichnet ihn für mich eben so aus. Die ersten beiden wirkten wie Massenware. "Iron Man 3" ist außergewöhnlicher, besonderer, mutiger.

Der Mandarin verbirgt ein Geheimnis, das die Zuschauer spalten wird.Letzteres äußerst sich vor allem in einer Wendung, die vor allem Fans des Comics vor den Kopf stoßen dürfte, und wohl auch viele unbedarfte Kinogänger, die sich einen etwas traditionelleren Ansatz rund um den Bösewicht erwartet hätten, nicht überzeugen wird. Ich persönlich fand den Twist einfach nur großartig, und ungemein interessant. Er allein wertet den Film für mich ungemein auf. Das einzige was ich diesbezüglich bedaure ist, dass ich es nach einer bestimmten Szene zuvor irgendwie schon habe kommen sehen. Es hat diese Wendung keineswegs für mich ruiniert, aber sie hätte mich wohl noch mehr begeistert, wenn sie mich völlig kalt erwischt hätte. Davon abgesehen hat "Iron Man 3" aber auch noch die eine oder andere unerwartete Wendung und/oder Überraschung zu bieten, die auch ich nicht habe kommen sehen. Auch diese trugen für mich viel zum Gelingen des Films bei, da sie ihm einen gewissen unerwarteten Charakter verliehen hat – ich wusste nach dem einen oder anderen Twist nicht, was uns hier wohl noch erwarten wird, was bei den Marvel-Filmen bisher noch selten bis nie vorkam. Diesbezüglich muss auch die Trailerkampagne gelobt werden, die – im Vergleich zu beispielsweise "Oblivion" – keine der zahlreichen Überraschungen vorweggenommen hat.

Dafür muss man jedoch anmerken, dass die Trailer teilweise doch einen etwas falschen Eindruck vom Film vermittelt hatten. Diese ließen ihn nämlich doch eher ernst, hochdramatisch und recht düster wirken. Stattdessen ist "Iron Man 3" bisher ganz klar der Witzigste der Reihe. Oder sagen wir besser: Jener mit der höchsten Gagdichte; denn ob diese zünden oder nicht, ist wiederum etwas sehr subjektives, ihr Vorhandensein lässt sich aber objektiv nicht bestreiten. Der Humor ist dabei wie schon erwähnt teilweise doch etwas eigenwillig; wer Shane Blacks bisherige Arbeiten mochte, wird aber auch bei "Iron Man 3" viel zu lachen finden. Trotz des gesteigerten Humoranteils ist der Film aber kein reines, oberflächliches, unbeschwertes Gagfest. Stattdessen gelang es ihm meines Erachtens auch zum ersten Mal, die Figur von Tony Stark gelungen und nachvollziehbar zu beleuchten, und somit ihm wie auch dem Film Tiefe zu verleihen. Seit den Ereignissen aus "The Avengers" leidet Tony unter Panikattacken, weshalb er sich in seine Arbeit stürzt, und einen Anzug nach dem anderen fertigstellt. Darunter leidet letztendlich auch seine Beziehung zu Pepper. Auch diese wird meines Erachtens so gelungen und nachvollziehbar dargestellt wie nie zuvor (zumindest innerhalb der "Iron Man"-Filme). Vor allem im ersten lebte sie ja in erster Linie vom gelungenen Zusammenspiel zwischen Robert Downey Jr. und Gwyneth Paltrow. Diesmal gesellt sich zudem ein gutes Drehbuch dazu. Auch die Freundschaft zwischen Tony und Rhodes konnte ich hier zum ersten Mal nachvollziehen. Durch die Rückkehr einer alten Verflossenen wird zudem die Dynamik zwischen den Figuren noch einmal gut aufgemischt – wie auch durch Killian, den bislang wohl interessantesten Bösewicht der Reihe. Auch davon abgesehen hat "Iron Man 3" sehr viel Herz; was sich u.a. auch in einer gelungenen Bekanntschaft zwischen Tony und einem kleinen Jungen zeigt. In einem anderen Film wäre dies ungemein kitschig geworden; Shane Black lässt den Zuckerstreuer jedoch dort, wo er hingehört, nämlich in der Küche.

Der Angriff auf Starks Haus ist eine von drei spektakulären Actionszenen.Wie schon bei den Vorgängern ist die Action eher sporadisch gesät – was mich im vorliegenden Fall aber weniger gestört hat, da mich der Film dank den tiefergehenden Figuren, der wendungsreichen Handlung und dem Humor auch abseits der Schauwerte glänzend unterhalten konnte. Wenn es dann aber doch mal kracht, können die entsprechenden Szenen aber auch überzeugen. Alle drei großen Actionszenen sind phänomenal inszeniert, sehr beeindruckend, und auch ungemein abwechslungsreich – und stellen meines Erachtens alles, was uns Jon Favreau in den Vorgängern serviert hat, weit in den Schatten. Bereits die erste Sequenz, der Angriff auf Tonys Haus, ist sehr spektakulär und bombastisch. Die zweite große Actionszene rund um Air Force One hat mir aber sogar noch besser gefallen (und mich an die beste Szene aus "Moonraker" erinnert), und kam vor allem auch in 3D sehr gut rüber (während der Rest des Films von der grundsätzlich soliden Konvertierung meines Erachtens kaum profitieren konnte). Und auch der Showdown am Ende am Hafen war sehr gelungen, und konnte auch wieder mit der einen oder anderen Überraschung aufwarten – weshalb ich auch nicht näher darauf eingehen will, um euch nicht zu viel vorwegzunehmen.

"Iron Man 3" profitiert meines Erachtens auch davon – und auch dies ist ein Punkt, wo sich die Geister wohl scheiden werden – dass Tony Stark wieder in den Mittelpunkt rückt, und über weite Strecken des Films ohne sein Spielzeug auskommen muss, und sich statt als Iron Man vielmehr auch wirklich als Tony Stark ins Getümmel stürzen muss. An diesen Stellen erinnert der Film an die wohl beste Stelle aus Teil 1, als Tony in Gefangenschaft war und sich seinen ersten Anzug bastelte. Außerdem ist Tony Stark ohne seinen Anzug natürlich deutlich verwundbarer, was die Spannung in diesen Szenen erhöht. Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat – auch abseits des Humors – sind die Dialoge. Generell gibt es ein paar wundervolle, großartige, teils auch originelle Szenen, die mir in Erinnerung geblieben sind; hier sticht u.a. Tonys Gefangenschaft und sein Gespräch mit zwei Handlangern hervor. Die komplette Szene war einfach nur köstlich. Die schauspielerischen Leistungen sind ebenfalls wieder sehr gut bis phänomenal. Robert Downey Jr. verleiht Tony Stark erneut einen unvergleichlichen Charme, und lässt darüber hinaus diesmal aber auch die Verletzlichkeit der Figur durchblitzen. Gwyneth Paltrow bekommt zwar die eine oder andere "Fräulein in Nöten"-Szene, darf sich aber zwischendurch auch in Action-Momenten behaupten. Vor allem ihr Zusammenspiel mit Robert Downey Jr. weiß zu gefallen, aber auch ihre gemeinsamen Szenen mit Rebecca Hall sind phantastisch. Letztere bekommt zwar nicht allzu viel Zeit auf der Leinwand spendiert, schafft es aber dennoch, Eindruck zu hinterlassen. In seinem zweiten Auftritt als Rhodes gelingt es Don Cheadle nun endlich, sich die von Terrence Howard geerbte Rolle zu eigen zu machen. Guy Pearce beweist, dass er zu Unrecht nicht ein größerer Star ist. Und Ben Kingsley ist in seiner Rolle als Mandarin einfach nur phantastisch.

Pepper Potts trauert um ihren eisernen Tony.Das letzte Zahnrad im Getriebe ist dann der Soundtrack von Brian Tyler. Er ist der mittlerweile dritte Filmkomponist, der sich die Figur vorknöpft, und während es Ramin Djawadi (dessen Arbeit für "Game of Thrones" ich ungemein schätze; sein "Iron Man"-Soundtrack hatte mich aber doch eher enttäuscht) und John Debney verabsäumt haben, ihm ein denkwürdiges Heldenmotiv auf seinen eisernen Leib zu schreiben, holt Tyler dies nun endlich nach – so dass in Zukunft nicht mehr ACDC als Auftrittsmusik herhalten werden müssen. Diese wurden generell diesmal ausgebootet – denn auch was die musikalische Untermalung betrifft drückt Shane Black dem Film seinen Stempel auf, und überrascht mit der einen oder anderen ungewöhnlichen Wahl. Mein einziger echter Kritikpunkt ist eine Wendung gegen Ende, deren Ausgang für mich zu klar war – weshalb ich hier mit den Figuren nicht mitfühlen konnte. Außerdem hätte ich einen anderen Abschlusssatz vorgezogen – ging es doch den ganzen Film über darum, wie Tony Stark aus seinem Schutzanzug hervorkommt und mich sich und der Welt wieder ins Reine kommt. Dies hätte man am Ende durch ein anderes Schlusswort, das dennoch prima den Kreis zum Ende des ersten Teils geschlossen hätte, noch einmal prägnant zum Ausdruck bringen können. Letztendlich ist dies aber ein vernachlässigbares Detail.

Fazit: Nach dem phantastischen "The Avengers", der die vorläufige Krönung der Bestrebungen aus Marvels erster Film-Phase darstellte – und mit dem sich "Iron Man 3" naturgemäß was Spektakel und Unterhaltungswert betrifft nicht ganz messen kann – hat man für das dritte eigenständige Abenteuers des Manns in der eisernen Rüstung die meines Erachtens einzig mögliche Richtung eingeschlagen: Man erzählt eine kleinere, reduziertere und charakterorientierte Geschichte, und richtet den Fokus auf den Mann unter den Rüstung. War mir die Figur Tony Stark in den ersten beiden "Iron Man"-Filmen doch etwas zu oberflächlich, bzw. seine Konflikte zu klischeehaft und wenig überzeugend, ist "Iron Man Three" der erste Teil der Reihe, der mich diesbezüglich überzeugen konnte. Auch das Zusammenspiel der Figuren fand ich diesmal besser, überzeugender und nachvollziehbarer – vor allem die Freundschaft von Rhodes und Stark profitiert enorm, und lässt sich hier zum ersten Mal so richtig nachfühlen. Dies ist natürlich in erster Linie Shane Black zu verdanken, der den Film zudem mit seinem eigentümlichen Humor versieht – der wohl nicht jedermanns Geschmack treffen wird. Wer "Kiss Kiss Bang Bang" mochte, dürfte aber auch mit "Iron Man 3" seine helle Freude haben, und insgesamt halte ich ihn für die größte Stärke dieses Films. Die ersten beiden Teile boten zwar gute Unterhaltung, waren aber eher Blockbuster-Massenware; es fehlte das Besondere, dass sie von den anderen Popcorn-Filmen abgegrenzt hätte. Nach Joss Whedon darf nun auch Shane Black seine ganz eigenen Sensibilitäten und Vorlieben ins Marvel-Unversum einbringen, und "Iron Man 3" seinen Stempel aufdrücken – was den Verantwortlichen hoch anzurechnen ist.

Hinsetzen, zurücklehnen, und die Show genießen!Als weitere Stärken erweisen sich die spektakulären, packenden und abwechslungsreichen Actionszenen, die sehr guten bis großartigen schauspielerischen Leistungen, der erste wirklich überzeugende Soundtrack der Reihe (mit Dank an Brian Tyler, der Iron Man endlich jenes Leitmotiv beschert, dass ich mir schon für den ersten Teil gewünscht hätte), die amüsanten Dialoge, sowie die wendungsreiche Handlung – wenn auch vor allem eine Offenbarung wohl auf wenig Gegenliebe seitens der eingefleischten Fans des Comics stoßen dürfte, und selbst den einen oder anderen Kinobesucher vor den Kopf stoßen könnte. Dafür verfügt "Iron Man 3" aber über einen besseren Bösewicht und eine nachvollziehbarere Bedrohung als in Teil 1, und vermittelt auch nicht das Gefühl, nur die weiteren Marvel-Filme vorzubereiten. Vielmehr erzählt er von der ersten bis zur letzten Sekunde (sitzen bleiben!) eine eigenständige Geschichte, die zwar die größere Marvel-Mythologie nicht negiert und teilweise auf sie aufbaut, aber dennoch weitestgehend von ihr unabhängig funktioniert. Für mich ist "Iron Man 3" jedenfalls das erste großartige – und mit Abstand bisher beste – Einzelabenteuer des "eisernen Mannes"!

Wertung:8 von 10 Punkten
Christian Siegel


Review von Michael Spieler: Nach dem fulminanten "The Avengers" konnte "Iron Man 3" nur eine gute Fortsetzung – und vielleicht auch der Abschluss – der Iron-Man-Filme sein. Ein Versuch den Marvel-Ensemble-Film hinsichtlich der Action und des Umfanges zu übertreffen, wäre vermutlich grandios gescheitert. So war es für mein Dafürhalten ein kluger Schachzug, hier zu den Wurzeln zurückzukehren und nicht nur die handelnden Personen auf einen kleineren Kreis zu beschränken, sondern denen auch eine nicht übermäßig unglaubwürdige gemeinsame Geschichte mit Tony Stark (Robert Downy Jr., "Sherlock Holmes") zu verpassen. Nach dem durchwachsenen bis haarsträubenden zweiten Teil, schafft es "Iron Man 3" sogar ansatzweise, eine Satire auf das Actionfilmgenre an sich zu werden. Vielleicht überanalysiere ich hier auch Teile der Handlung, aber die witzigsten Momente in den Dialogen sind jene, in denen sich die Figuren über die Cheesyness dieser ihrer eigenen Handlung im Klaren sind. Als würden sie - etwas verklausuliert - die Handlungsanweisungen im Drehbuch mit vortragen. Das bricht ein wenig die vierte Wand zum Publikum, ohne dieses direkt miteinzubeziehen (was selten und in anderen Filmen oder Bühnenstücken, durch direkten Blick einer Figur in die Kamera bzw. das Publikum geschehen kann). Es werden die Gedankengänge des Publikums quasi vorausgeahnt und durch das Erwähnen dieser Gedanken durch die Figuren selbst, entsteht der witzige Moment. Es ist natürlich streitbar, ob das clever oder einfach nur der unkomplizierteste Weg war, um die kitschigen Momente einzubauen und nicht nach anderen, ausgereifteren Wegen zu suchen, die Geschichte zu erzählen. Ich fand es witzig.

Robert Downey Jr. bleibt die Idealbesetzung von Tony Stark/Iron ManDie Story ist ziemlich geradlinig, hält aber wirklich größere Überraschungen parat, die durch das Marketing dankenswerterweise nicht kaputt gemacht wurden und die an dieser Stelle auch nicht vorweggenommen werden. Die Einführung der zwei neuen Figuren aus Tonys Vergangenheit lässt erahnen, wohin die Reise führt, bzw. wie diese zu ihm in der Gegenwart stehen. Der ganze Film steht unter der Frage, ob Tonys Anzug für ihn eine Last ist, also ob der Iron Man als Feindbild den Ärger anzieht oder ob er quasi als Krücke, die einzige Möglichkeit für ihn darstellt, nicht nur Pepper (Gwyneth Paltrow, "Thanks For Sharing") vor Gefahren zu beschützen. Er ist ganz sicher nicht mehr der Mann, der er noch im ersten "Iron Man" war. Das Gefühl, unbesiegbar zu sein hat einen Dämpfer bekommen und der Gedanke an Verlust – im richtigen Moment nicht stark genug zu sein – treibt ihn in seine Werkstatt. Er baut und tüftelt, was ihn als einziges zu beruhigen scheint. Wir sehen den Mann Tony Stark in einer Rolle, die nah an die kurzen Szenen in der Höhle im ersten Teil heranreicht. Ein Mann mit einem Ziel - Dinge aufklären und den Bösewicht zur Strecke bringen. Ob die nach dem Auftakt folgende Exposition jedem gefallen wird, darf bezweifelt werden, denn sie holt einen ein wenig raus, da sie vielleicht stellenweise zu klamaukig wird und etwas zu lange andauert. Sie liefert zwar wichtige Indizien für Tony, bedient sich aber einer menschlichen Deus Ex Machina, die im Grunde nur dazu da ist, ihn wieder auf Kurs zu bringen.

"Iron Man 3" hat trotzdem sehr gute Actionszenen, die sicher nicht zufällig in Momenten an "Lethal Weapon" erinnern, schließlich führte Co-Autor Shane Black Regie. Stark & Rhodes (Don Cheadle, "Flight") erinnern in ihrem Zusammenspiel auch humoristisch an das Duo Riggs & Murtaugh. Da herrscht die selbe vertraute Dynamik, die bisher nie so richtig ausgespielt werden konnte. Ein noch ganz anderer und bisher von mir unerwähnter Aspekt des Films ist das bisweilen antagonistische Verhältnis von Biologie und Technik. Beides technologisch aufgerüstet zu ihrem menschenmöglichen Maximum, treffen die beiden Ansätze in "Iron Man 3" aufeinander, wie Spezies 8472 auf die Borg in einem anderen Science Fiction-Universum. Weitere Details werde ich euch vorenthalten, denn dazu solltet ihr in den Film gehen.

Fazit: Der Ansatz des Films ist gut durchdacht und passt sich schön ins Marvel-Gesamtbild ein. Man kann durchaus sagen, dass Tony Stark/Iron Man hier Ähnliches durchmacht wie Bruce Wayne/Batman in Nolans "The Dark Knight Rises". Auch wenn es natürlich nicht ansatzweise so düster wird, gibt es in der Entwicklung des Charakters durchaus Parallelen – in a good way. Es lohnt sich natürlich außerdem wieder, bis nach dem Abspann sitzen zu bleiben.

Wertung:8 von 10 Punkten
Michael Spieler


(Bilder © 2013 Concorde Filmverleih)


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Weiterführende Links:
"Iron Man 3" - Gewinnspiel
"The Avengers" - Special
Review zu "Iron Man"
Review zu "Iron Man 2"
Review zu "The Avengers"






Kommentare (4)
RSS Kommentare
1. 03.05.2013 17:59
 
Zwar wieder besser als der Vorgänger, aber nur auf gleicher Stufe wie der erste und nicht der Überknaller, als der er von vielen bezeichnet wird. 
 
Wie schon beim Vorgänger ist auch diesmal die Handlung so gestaltet, dass Downey einen Großteil über nicht die lästige Rüstung tragen muss. Die, die sich die Filme in erster Linie wegen Downey angucken, wird es freuen, ich hätte aber gerne zumindest einen Iron Man Film gehabt, wo Downey aktiver in seiner Iron Man Rolle ist. Zwar war es einigermaßen in Avengers so, aber das war ja kein Iron Man Film. Es hat mich aber trotzdem nicht gestört, weil man wegen dem Vorgänger und den ganzen Spider-Man mehr als genügend Jahre Zeit hatte, sich dran zu gewöhnen. 
 
Was das ganze wieder deutlich interessanter macht ist, dass man diesmal wirklich ein paar Neuerungen und überraschende Wendungen einbaut und nicht nochmal den ersten kopiert. Bei dem Mandarin ist es tatsächlich ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite war es tatsächlich recht mutig und auch nicht ne Parodie, wie hin und wieder zu lesen ist (vor allem nicht auf Scary Movie Niveau), aber gleichzeitig ist es auch schade um die Figur, aus der man laut den Infos, die man im Web über die ganzen Comicvorlagen über sie herausfinden kann, ebenfalls einiges hätte anstellen können. 
 
Was den dritten Teil auch wieder frischer wirken lässt, ist, dass diesmal kein böser Iron Man vorkommt, sondern aufgepumpte, glühende Übermenschen, die trotz des größeren Fantasy Einschlags recht bedrohlich wirken. Deren Anführer Aldrich Killian ist trotz der etwas bescheuerten Einführung und des nicht ganz optimalen Finalkampfes (wegen Spoiler wird hier nicht mehr verraten) tatsächlich der bisher beste Iron Man Feind. Zwar hat er das uralte Rachethema als Motiv und ist nicht groß charakterisiert, aber immer noch besser, als ihm krampfhaft tiefgründig zu machen und als tragische Figur zu haben. Dass so was auch durchaus aufgesetzt wirken kann, hat man ja beim Sandman in Spider-Man 3 gesehen. 
 
Ist zwar auch schade, dass War Machine, obwohl er erst am Ende des letzten auftauchte, schon jetzt durch Iron Patriot ersetzt wird, aber gleichzeitig wird sich auch ein bisschen über amerikanischen Patriotismus lustig gemacht. Auch die kurze Nebenhandlung mit dem Jungen ist außer einem kurzen Moment nicht schlecht eingefangen und nervt nicht, auch wenn ein James Cameron in Aliens dies mit Newt nochmal einen Tacken besser hinbekommen hat. 
 
Zwar ist der Actionanteil nicht gigantisch größer geworden, aber vor allem wegen der neuen Feinde abwechslungsreicher. Beim Finale gibt's aber ein paar Aspekte, die störend sind: 1. sind die Iron Man Rüstungen darin zu sehr Kanonenfutter, 2. ist ein scheinbarer Tod (von wem wird nicht verraten) letztlich unnötig und 3. hätte es nicht sein müssen, die Paltrow noch schnell als knallharte Kampfbraut zu präsentieren. 
 
Bei dem Schluss bin ich unschlüssig. Der könnte durchaus als Ende durchgehen, auch wenn Handlung, Schauplatz des finalen Kampfes und vor allem der Feind anders hätten sein müssen. Man wird aber durchaus noch eine Idee finden, Tony ein weiteres mal in ein Abenteuer zu schicken, vielleicht diesmal etwas aktiver als Iron Man. Ein bisschen hoffen darf man ja noch! 
 
7/10 
 
Der Angriff auf Starks Bude wäre als Finale von einem Teil, der Starks Verbleib als Cliffhanger offen lässt und erst im nächsten beantwortet, nochmal kraftvoller gewesen.
 
2. 14.07.2013 10:10
 
Wie im Review ja erwähnt, bin ich einfach ein großer Fan von Shane Black, und war daher wohl prädisponiert, den Film zu mögen :grin  
 
Deien Kritik rund um die tatsache, dass man in allen Iron Man-Filmen bisher mehr von Tony Stark als von Iron Man gesehen hat, verstehe ich zwar, teile sie aber nicht wirklich. Letztendlich verleiht genau das der Figur ihre Menschlichkeit - statt wenn er ständig nur im Anzug herumfliegen würde. 
 
Zu deinen Kritikpunkten am Finale: 1. obwohl sonst kein Freund des Reset-Buttons gefiel mir hier, wie man das "Problem" der 40 Rüstungen auch gleich wieder löst *g*. 2. volle Zustimmung. 3. hat mich jetzt weniger gestört. 
 
Grundsätzlich hätte mir der Gedanke gefallen, dass Tony Stark nach diesem Film den Anzug an den Nagel hängt. Er ist endlich mit sich im reinen, braucht den Magneten in seiner Brust nicht mehr, und kann ein ganz normales Leben als Tony Stark führen. In Avengers 2 muss man ihn daher erst noch kurz rekrutieren, bzw. vielleicht hätte er auch erst gegen Ende ins Geschehen eingreifen können. Insofern hätte ich es deutlich passender und besser gefunden, ewnn er am Ende nicht gesagt hätte "Ich bin Iron Man", sondern "Ich bin Tony Stark".
 
3. 14.07.2013 17:03
 
Den genauen Grund habe ich zwar schon drüben bei Iron Man 2 genannt, aber bezüglich viel Tony, aber wenig Iron Man, hier eine Feststellung: 
 
Im ersten gehen die ca. ersten 70 Minuten drauf, bis der erste, richtige Anzug auftaucht. Im zweiten wird Tony einer Vergiftung ausgeliefert, wodurch er einen großen Teil über beschäftigt ist, die wieder loszuwerden. Und bis zum Finale hat Iron Man in den ersten 1,5 Stunden nur drei Minoauftritte. Und im dritten wird ihm nach einer halben Stunde nicht nur die Bude weggeballert, sondern seinen vorläufig letzten Anzug die Kraft genommen, wodurch erdie nachfolgende Stunde sich nicht nur mit einer einfachen Knarre rumschlagen muss, sondern versucht, seinen Anzug wieder in Gang zu kriegen. Wirkt doch schon etwas eigenartig, oder? ;)  
 
Ich bin mir inzwischen ziemlich sicher, dass das jetzige Ende nur kam, um ein Spiegelbild zu Dark Knight Rises herzustellen. 
 
Bei Shane Black hab ich das Gefühl, dass dieser insgeheim lieber eine reine Actionkomödie wie Lethal Weapon oder Kiss Kiss, Bang Bang, komplett ohne Iron Man, gemacht hätte. Aber da gibt es noch andere Kandidaten, auf die das zu trifft. Sam Raimi hätte statt Spider-Man wohl lieber Superman gemacht (die zahlreichen Anspielungen sprechen für sich), Bond-Fan Christopher Nolan hätte statt Batman lieber Bond und statt Dark Knight Rises lieber einen reinen Thriller mit Gordon Levitt als Hauptcharakter gemacht und J.J. Abrams hätte statt Star Trek lieber Star Wars gemacht.
 
4. 21.07.2013 19:16
 
Also den Bezug zum Ende von Dark Knight Rises sah ich irgendwie gar nicht. Immerhin hält ja niemand Iron Man für tot, oder ;)
 
Dass Shane Black eine KKBB-Fortsetzung vielleicht lieber gewesen wäre, kann gut sein. Letztendlich finde ich dennoch, dass sein persönlicher Stil den er in die Reihe eingebracht hat den Film aufgewertet und auf eine Stufe gehoben hat, der den bisherigen doch recht 08/15 Filmen, die IMHO keine großen Besonderheiten auswiesen, verwehrt blieb.
 

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