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Ruby Sparks - Meine fabelhafte Freundin Drucken E-Mail
Eine etwas andere romantische Komödie Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Freitag, 29 März 2013
 
 
Ruby Sparks
Originaltitel: Ruby Sparks
Produktionsland/jahr: USA 2012
Bewertung:
Studio/Verleih: Bona Fide Productions/20th Century Fox
Regie: Jonathan Dayton & Valerie Faris
Produzenten: U.a. Albert Berger, Ron Yerxa, Paul Dano & Zoe Kazan
Drehbuch: Zoe Kazan
Filmmusik: Nick Urata
Kamera: Matthew Libatique
Schnitt: Pamela Martin
Genre: Romantik/Komödie/Drama
Kinostart Deutschland: 29. November 2012
Kinostart USA: 25. Juli 2012
Laufzeit: 104 Minuten
Altersfreigabe: Ab 6 Jahren
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu Ray, DVD
Mit: Paul Dano, Zoe Kazan, Chris Messina, Annette Bening, Antonio Banderas, Aasif Mandvi, Steve Coogan, Toni Trucks, Deborah Ann Woll, Elliot Gould u.a.


Kurzinhalt: Calvin Weir-Fields ist ein viel umjubelter Jungautor, dessen Erstlingswerk – dass er noch in seiner High School-Zeit schrieb – von vielen als Meisterwerk gefeiert wurde. Seitdem leidet er jedoch unter dem Erfolgsdruck, ein Nachfolgewerk zu verfassen, das sich mit seinem ersten Roman messen kann. Nachdem mittlerweile mehrere Jahre seit seinem Erfolg vergangen sind, beginnen Verlag und Agent schön langsam ungeduldig und nervös zu werden. Doch je mehr Druck er bekommt, desto schwerer fällt es ihm, etwas Vernünftiges aufs Papier zu bringen. Dies ändert sich jedoch, als er von einer quirligen, lebhaften und aufgeweckten jungen Frau namens Ruby Sparks zu träumen beginnt. In ihr findet ihr jene Muse, nach der er jahrelang gesucht hat – und beginnt, seine Träume auf Papier zu bringen und dort auch weiter auszuführen. Seitenlang beschreibt er Ruby Sparks, und schildert seine Erlebnisse mit ihr – bis an einem schicksalhaften Morgen das Unmögliche passiert, und Ruby Sparks auf einmal leibhaftig vor ihm steht…

Review: Calvin traut seinen Augen nicht, als die - im wahrsten Sinne des Wortes - Frau seiner Träume plötzlich vor ihm steht."Ruby Sparks" schafft das seltene Kunststück, sowohl würdiger Vertreter als auch Demontage seines Genres – in diesem Falle also romantische Komödien – zu sein. Als entscheidend erweist sich dafür ein Plotkonstrukt, welches innerhalb des Genres doch eher ungewöhnlich ist, und möglicherweise auch den einen oder anderen vor den Kopf stoßen könnte: Denn wenn Ruby Sparks nach rund einer halben Stunde plötzlich vor Calvin steht, ist dies keine Einbildung von ihm. Er beginnt nicht etwa, den Verstand zu verlieren. Vielmehr steht sie tatsächlich und wahrhaftig vor ihm – aus dem Traum, besser gesagt der Fiktion, ist Wirklichkeit geworden. Insofern wird Ruby in weiterer Folge auch von seinem besten Freund, seinen Eltern etc. gesehen – sie ist, ohne dass man uns dafür eine Erklärung geben würde, real. Wer es schafft, sich auf diesen phantastischen Aspekt einzulassen, dem offenbart sich in weiterer Folge eine der originellsten und offenbarendsten romantischen Komödien der letzten Jahre.

Denn Ruby Sparks Auftauchen ist mehr als ein reines Gimmick – es ermöglicht dem Film vielmehr, sich dem Thema Romantik, Liebe und Beziehungen auf besondere, ja einzigartige Art und Weise zu nähern, und Beobachtungen anzustellen, die in einem gewöhnlichen Rahmen nicht – oder zumindest nicht so leicht und/oder so offensichtlich – möglich wären. Dreh- und Angelpunkt ist dabei Calvins Macht über Ruby Sparks. Sie wurde von ihm erschaffen, entspricht seinem Wunschbild – zugleich ist es ihm aber auch jederzeit möglich, sie zu verändern. Alles was es dazu braucht ist, seinem Roman eine weitere Zeile hinzuzufügen. Zuerst benutzt er diese Fähigkeit lediglich dazu, um seinen Bruder davon zu überzeugen, dass er die Wahrheit sagt, und es sich bei Ruby auch wirklich um die fleischgewordene fiktionale Figur seines neuen Werks handelt. Etwas, dass sein Bruder nicht verstehen kann – hält er dies doch für die Erfüllung des Wunschtraums eines jeden Mannes. Ganz egal, was einen stört, es lässt sich ganz leicht und ohne Diskussionen ändern. Warum also diese Macht nicht ausnützen? Doch anfänglich ekelt Calvin dieser Gedanke geradezu an. Er packt das Manuskript in eine Lade und sperrt diese zu, um auch ja nicht in Versuchung zu geraten, sich bei jeder Kleinigkeit an die Tasten zu setzen. Außerdem sieht er keinen Grund dafür, irgendetwas zu ändern – ist doch Ruby Sparks ohnehin so wie sie ist perfekt. Damit spiegelt er jenen romantisch verklärten Blick durch die rosarote Brille wieder, mit dem wir wenn wir frisch verliebt sind all unsere Partner betrachten. Mit der Zeit jedoch fallen einem dann immer wieder mal Kleinigkeiten auf, die einem an der anderen Person nicht gefallen, ja vielleicht sogar stören. Dann können wir uns damit entweder abfinden – und hoffen, dass diese ganzen Kleinigkeiten nicht eines Tages zu einem großen Berg an Dingen ausartet, die uns stören – oder versuchen, den anderen zu verändern.

Anfangs ist noch alles eitel Wonne, doch dann entdeckt Calvin zunehmend Dinge an Ruby, die ihn stören.Letzteres ist normalerweise ja doch eher schwierig, und mal mehr und mal weniger von Erfolg gekrönt. Bei Ruby ist Calvin aber keinen entsprechenden Einschränkungen unterworfen. Ja er muss sich nicht einmal der unangenehmen Situation stellen, mit ihr darüber zu reden, und sie darauf anzusprechen, was ihn an ihr stört. Er packt einfach seine Schreibmaschine wieder aus, und beginnt zu tippen. In weiterer Folge macht uns "Ruby Sparks" allerdings deutlich, dass solche Versuche, den anderen zu sehr zu verändern, unweigerlich zum Scheitern verurteilt sind. Mit jedem Satz den er schreibt, wird alles nur noch schlimmer. Er erkennt, dass indem er sie ändert, er dabei auch vieles von dem verliert, das ihn ursprünglich an ihr so fasziniert und angezogen hat. Interessant ist an "Ruby Sparks" auch, dass es in vielerlei Hinsicht eigentlich gar nicht um die Titelfigur geht, sondern vielmehr um Calvin. Er ist die Personifizierung des Mottos "Es liegt nicht an mir, es liegt an dir." Dass die Probleme zwischen Ruby und ihm nicht an ihr, sondern vielmehr an ihm liegen könnten, kommt ihm nicht in den Sinn. Anstatt den Fehler bei sich selbst zu suchen, ändert er Ruby einfach nach Belieben.

Dies kumuliert schließlich in zwei phantastischen Szenen. In der ersten trifft Calvin auf seine Ex-Freundin, die ihn vor Jahren verlassen hat, und die er seither verteufelt. Als sie mit ihm über ihre Trennung spricht, muss er jedoch erkennen, dass deutlich andere Gründe – die zu einem Großteil auch in seinem Bereich liegen – dafür verantwortlich waren, als er bislang annahm, und es sich bei ihr keineswegs um ein egoistisches Luder handelt. Vielmehr hat er sie in vielerlei Hinsicht zu dieser Trennung förmlich getrieben. Doch noch ist es für ihn zu früh, diese Wahrheit zu akzeptieren – und so kommt es im Anschluss an die Party zu einer ungemein harten Szene, die anzuschauen mir teilweise schwer fiel, aufgrund der – weniger physischen als psychischen – Brutalität. Damit verschweigt "Ruby Sparks" leider auch nicht die traurige Wahrheit, dass wir manchmal jene Menschen, die wir am meisten lieben, auch am meisten verletzen. Es ist eine großartige Szene, die bei mir noch lange nachgewirkt hat, und wo ich Drehbuchautorin Zoe Kazan, die Regisseure Jonathan Dayton & Valerie Faris, und vor allem auch Hauptdarsteller Paul Dano für ihren Mut loben muss – bin ich mir doch sicher, dass Calvin spätestens hier bei vielen jegliche Sympathie verspielen wird. Etwas, das romantische Komödien sonst ja tunlichst vermeiden, da der Wunsch dass die beiden Hauptfiguren zusammenkommen sollen normalerweise ja zu den zentralen Elementen des Genres gehört. Generell müssen die Schauspieler, allen voran Paul Dano sowie die in ihre eigene Titelrolle schlüpfende Zoe Kazan, für ihre Leistung hier gelobt werden. Ersterer vor allem aufgrund der herrlich ambivalenten Performance, letztere vor allem deshalb, da sie in Wahrheit viele verschiedene Figuren – oder zumindest Facetten einer Person – darstellen muss. Jedenfalls gelingt es beiden, in ihren jeweiligen Rollen zu brillieren.

So stellt sich Calvin seine erste Begegnung mit Ruby Sparks vor.Es gibt allerdings auch zwei Kritikpunkte, die für mich verhindern, dass "Ruby Sparks" in den Genre-Olymp vordringen kann. So wird uns leider eine meines Erachtens entscheidende Szene nach der besagten dramaturgischen Schlüsselstelle vorenthalten. Nachdem wir bei dieser so schwierigen Szene dabei gewesen wäre, hätte ich halt schon auch gerne – quasi als Ausgleich – die nachfolgende Szene gesehen, in der (vager Spoiler Nr. 1) Ruby Sparks die letzte Seite liest (Spoiler Ende). Ihre Reaktion darauf hätte ich einfach – gerade auch als Ausgleich zur brutalen Szene davor – nur allzu gern gesehen; es hätte in meinen Augen auch geholfen, uns mit Calvin wieder zu versöhnen. Der zweite Kritikpunkt ist vergleichsweise marginal, aber ansprechen muss ich ihn trotzdem: Wie soll das mit dem Ende funktionieren? (vager Spoiler Nr. 2) Werden sich sein bester Freund und seine Familie nicht über seine neue Freundin wundern? Wie will er verhindern, dass Ruby Sparks von einem von ihnen erfährt, was sich zuvor zugetragen hat? (Spoiler Ende) Jedenfalls schien mir dieses Ende mehr den Erfordernissen des Genres geschuldet zu sein, als dass es sich wie der logische Schluss der Geschichte anfühlen würde. Angesichts der Stärken des Films sind diese beiden Kritikpunkte aber zu verschmerzen.

Fazit: "Ruby Sparks" ist ein ungemein cleverer, oftmals berührender, teilweise sehr romantischer, und stellenweise auch sehr harter Film mit einem angenehm unsympathischen Hauptprotagonisten, grandios gespielt von Paul Dano. Ebenfalls nicht zu verachten ist die schauspielerische Leistung von Drehbuchautorin und Hauptdarstellerin Zoe Kazan. "Ruby Sparks" gelingt es dank der phantastischen Ausgangssituation auf bestechende Art und Weise, bestimmte Wahrheiten über Liebe und Beziehungen offenzulegen, die sonst im Bereich der romantischen Filme üblicherweise verschwiegen und/oder ignoriert werden. Dies bezieht sich insbesondere darauf, wie man anfänglich auf Wolke 7 schwebt, danach zunehmend Dinge entdeckt die einen stören oder vielleicht sogar auf die Nerven gehen, und wie man dann manchmal versucht, den anderen zu verändern, und ihn wieder auf jenes Idealbild des perfekten Traumpartners zurechtzubiegen, dass man in ihm/ihr in diesen ersten magischen Tagen und Wochen sah – und dabei völlig darauf vergisst, den "Fehler" nicht beim jeweils anderen, sondern bei sich selbst zu suchen. Einzig die Tatsache, dass man uns einen meines Erachtens entscheidenden Moment leider vorenthält, sowie gewisse Logikfragen rund um das Ende, verhindern eine höhere Wertung. Nichtsdestotrotz ist "Ruby Sparks" ein – in jeder Hinsicht – phantastischer Film, den ich vor allem jenen wärmstens ans Herz legen würde, die von der x-ten klischeehaften romantischen Komödie die Nase voll haben, und sich nach etwas frischen Wind im Genre sehnen.

Wertung:8 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2012 20th Century Fox)


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