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Packender Psychothriller aus Norwegen Kategorie: Filme - Autor: Ulrike Waizenegger - Datum: Freitag, 15 Februar 2013
 
Babycall
(Babycall, NOR 2011)
 
Babycall
Bewertung:
Studio/Verleih: Pandora Filmproduktion/Euro Video
Regie: Pål Sletaune
Produzenten: Turid Øversveen
Drehbuch: Pål Sletaune
Filmmusik: Fernando Velázquez
Kamera: John Andreas Andersen
Schnitt: Jon Endre Mørk
Genre: Thriller
Kinostart Deutschland: 12. Juli 2012
Kinostart Norwegen: 07. Oktober 2011
Laufzeit: 96 Minuten
Altersfreigabe: Ab 16 Jahren
Trailer: YouTube
Kaufen: DVD
Mit: Noomi Rapace, Kristoffer Joner, Vetle Qvenild Werring, Stig R. Amdam, Maria Bock u.a.


Kurzinhalt: Anna versucht mit ihrem 8-jährigen Sohn Anders ein neues Leben zu beginnen, nachdem sie es geschafft hat, von Anders Vater loszukommen. Sie ziehen in eine Wohnung und nach und nach soll dann hoffentlich ein Funken Normalität wieder in ihre Leben einkehren. Doch wenn es um Anders geht, ist Anna fast schon paranoid. Sie ist bereit alles zu tun, um ihren Jungen zu beschützen. So kauft sie eines Tages ein Babyfon, um auch nachts besser über Anders wachen zu können. Doch auf einmal hört sie aus dem Lautsprecher Schreie eines Kindes. Aber sie stammen nicht von Anders. Immer und immer wieder hört sie etwas aus dem Babyfon, schließlich scheint es wie die Ermordung eines Kindes zu klingen. Eines Tages bringt Anders einen ominösen Jungen von der Schule mit nach Hause und alles wird noch rätselhafter…

Review: Noomi Rapace zeigt in 'Babycall' erneut eine bestechende Leistung.Als ich gesehen habe, dass Noomi Rapace die Hauptrolle in diesem Film hat, war meine Begeisterung groß. Zugegeben, auch die Erwartung. Und glücklicherweise wurde ich nicht enttäuscht. Rapace liefert wie schon in der "Millennium"-Trilogie eine erstklassige schauspielerische Leistung. Dieses Mal hat sie die Rolle einer sehr besorgten Mutter eines 8-jährigen Jungen. Besorgt ist wahrscheinlich fast noch zu milde ausgedrückt. Anna ist schlimmer wie jede Glucke und würde ihren Sohn am liebsten nie wieder aus den Augen lassen. Als das Jugendamt ihr klar macht, dass Anders in die Schule muss, sieht man ihr ins Gesicht geschrieben, was für ein Alptraum dieser Gedanke ist. Rapace versteht es, die Paranoia und Angst und den Beschützerinstinkt einer Mutter zu spielen.

Annas Verhalten liegt darin begründet, dass der Vater von Anders offenbar sehr gewalttätig gewesen sein muss, entsprechend eingeschüchtert und auch etwas verstört wirkt der Junge. Insofern ziehe ich auch den Hut vor Vetle Q. Werring, der Anders spielt. Er und Noomi Rapace scheinen einen guten Draht zueinander gefunden zu haben, man hat wirklich den Eindruck, diese zwei gehören zusammen und haben schon einiges durchgemacht. Ein wenig Verschnaufpause bekommt der Zuschauer immer wieder mit den Szenen mit Helge, gespielt von Kristoffer Joner. Helge ist der Shop-Verkäufer, von dem Anna das Babyfon hat. Er schafft es, durch Annas störrische und paranoide Mauer zu brechen und etwas Zugang zu ihr zu finden. Insofern kann man auch hier sagen, dass man mit Joner einen sehr guten Schauspielpartner für Rapace gefunden hat. Beide Figuren haben mit ihren Problemen zu kämpfen und erkennen dies, jedoch versucht keiner den anderen zu drängen, etwas darüber zu verlieren. Ein sehr brüchiges Band der Freundschaft entsteht vor den Augen der Zuschauer und man fragt sich, ob daraus nicht vielleicht mal mehr wird. Doch dann wird man in der nächsten Szene wieder zu den unheimlichen Schreien eines Kindes aus dem Babyfon gebracht. Geschickt wird der Zuschauer dazu angespornt, darüber nachzudenken, ob Anna wirklich diese Schreie hört, oder ob sie doch nur ihrer Fantasie entsprungen sind.

Die Inszenierung ist sehr gelungen. Einzig das offene Ende trübt den Gesamteindruck ein wenig.Die musikalische Untermalung und Kameraführung sind in Ordnung. Mir wäre hier jetzt weder etwas Negatives, oder aber auch nennenswert Positives aufgefallen, was gesonderte Bemerkung erfordert. Anders hingegen Regie und Drehbuch, beides von Pål Sletaune. Die Vision von Sletaune eines Psychothrillers über die Dinge, die eine Mutter bereit ist, für ihr Kind zu tun um es zu beschützen, ist gekonnt in Szene gesetzt. Letztlich wird der Zuschauer mit einer Geschichte konfrontiert, die gar nicht so unwahrscheinlich ist. Im Gegenteil. Und darin liegt eine weitere unglaubliche Stärke dieses beeindruckenden Films. Doch leider habe ich die Befürchtung, dass Sletaune irgendwann zuviel gewollt, und dann etwas den Überblick verloren hat. Jedenfalls saß ich beim Abspann mit einigen Fragezeichen über dem Kopf auf dem Sofa und eine leichte Enttäuschung machte sich breit.

Fazit: Dass man aus Skandinavien richtig gute Filmunterhaltung bekommen kann, weiß man spätestens seit der "Millennium"-Trilogie. Und auch in "Babycall" spielt Noomi Rapace wieder die Hauptrolle und liefert eine geniale schauspielerische Leistung, für die sie zurecht beim Filmfestival Rom als beste Darstellerin ausgezeichnet wurde. Der Zuschauer darf sich mit "Babycall" auf einen spannenden Psychothriller aus Norwegen freuen, der einen stetig miträtseln lässt. Leider allerdings auch noch als der Abspann auf einmal anfängt über den Bildschirm zu flimmern. Ich habe nichts gegen gut gemachte offene Enden eines Films, hier allerdings hatte ich eher den Eindruck, dass der Drehbuch-Autor sich in seinen eigenen Ideen verstrickt und dann etwas den Überblick verloren hat. Schade.

Wertung:8 von 10 Punkten
Ulrike Waizenegger
(Bilder © 2012 Euro Video)


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