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James Bond 007 - Der Hauch des Todes Drucken E-Mail
Timothy Daltons erster Einsatz als 007 Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 17 November 2012
 
50 Jahre Bond… James Bond

Der Hauch des Todes
(The Living Daylights, UK 1987)
 
Der Hauch des Todes
Bewertung:
Studio/Verleih: Eon Productions/United Artists/MGM
Regie: John Glen
Produzenten: Albert R. Broccoli & Michael G. Wilson
Drehbuch: Richard Maibaum & Michael G. Wilson
Filmmusik: John Barry
Kamera: Alec Mills
Schnitt: Peter Davies & John Grover
Genre: Action/Thriller
Kinostart Deutschland: 13. August 1987
Kinostart UK: 30. Juni 1987
Laufzeit: 130 Minuten
Altersfreigabe: Ab 12 Jahren
Trailer: YouTube (Englisch)
Kaufen: Blu Ray Komplettbox, DVD Komplettbox, DVD, Soundtrack
Mit: Timothy Dalton, Maryam d'Abo, Jeroen Krabbé, Joe Don Baker, John Rhy-Davies, Art Malik, Andreas Wiesniewski, Thomas Wheatley, John Terry, Walter Gotell, Robert Brown, Geoffrey Keen, Caroline Bliss, Desmond Llewelyn u.a.


Kurzinhalt: Nachdem bei einer Übungsmission des MI6 ein Agent durch einen Attentäter ermordet wurde, wird 007 nach Bratislava geschickt, wo der russische KGB-Agent General Koskov überlaufen will. Dieser befürchtet jedoch, dass der KGB davon Wind bekommen hat und versuchen wird, ihn zu ermorden. Tatsächlich entdeckt Bond während Koskovs Flucht aus dem Konzerthaus eine Heckenschützin. Was ihn jedoch stutzig macht: Es handelt sich dabei um jene Cello-Spielerin, die ihm zuvor beim Konzert aufgefallen ist. Und auch sonst macht sie nicht den Eindruck, eine professionelle Killerin zu sein. Er beschließt deshalb, sie nicht gleich zu töten, sondern vielmehr auf ihre Waffe zu schießen. Danach gelingt es ihm mittels einer Gaspipeline, Koskov unbemerkt nach Wien zu schmuggeln, von wo aus er dann nach England geflogen wird. Dort angekommen, erzählt er dem MI6, dass der Chef des KGB, General Pushkin, ein altes Programm zur Ermordung westlicher Agenten reaktiviert hat. 007 ist zu Beginn skeptisch, kennt er doch Pushkin, und meint, dass dies nicht zu ihm passt. Als er jedoch erfährt, dass bei dem bei der Übungsmission ermordeten Agenten die Nachricht "Smert Spionam" – der Name des Programms – gefunden wurde, beginnt er umzudenken. Dennoch fliegt er nicht gleich, wie eigentlich von MI6 angewiesen, nach Tangier, um Pushkin auszuschalten. Einer Vermutung folgend, reist er vielmehr zuerst zurück nach Bratislava, um mehr über die Heckenschützin in Erfahrung zu bringen. Schon bald findet er heraus, dass ihre Waffe nur mit Platzpatronen bestückt ist. War Koskovs Überlaufen etwa nur inszeniert?

Review: Timothy Dalton ist für mich, allen Unkenrufen zum Trotz, ein sehr guter Bond.Timothy Dalton hatte es in bzw. mit seinen beiden Filmen als Bond nicht leicht. Bereits seit "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" war er einer der absoluten Wunschkandidaten von Albert Broccoli, während andere im Produktionsteam scheinbar andere Kandidaten, wie Sam Neill oder Pierce Brosnan, vorgezogen hätten. Als Brosnan dann kurzfristig nicht zur Verfügung stand, da "Remington Steele" relativ unerwartet und kurzfristig um eine weitere Staffel verlängert wurde, bekam Dalton doch noch seine Chance, in die Rolle von 007 zu schlüpfen – nur um seine Ära als Doppelnullagent nach nur zwei Einsätzen durch langjährige Rechtsstreits zwischen den Produzenten und dem Filmstudio vorzeitig zu beenden. Für viele wird er daher nur als Platzhalter zwischen der Moore- und der Brosnan-Ära angesehen – was ich schon schade finde. Denn selbst wenn auch ich zugegebenermaßen insgesamt Brosnans Interpretation der Rolle vorziehen, gefällt mir nichtsdestotrotz auch Dalton sehr gut. Er kehrte zu Flemings Romanen zurück und brachte einen realistischeren, glaubwürdigeren und menschlicheren Bond auf die Leinwand, statt der Superhelden-Karikatur, die in der Moore-Ära dominiert hatte.

Mit Dalton als neuem Bond gibt es auch was die Ausrichtung der Reihe betrifft eine starke Zäsur. Man wollte wieder bodenständigere und vor allem ernsthaftere Bond-Abenteuer erzählen. Nach den Jahren der überzeichneten und oftmals hart an der Grenze zur Komödie und/oder Parodie vorbeischrammenden Moore-Filmen für mich eine sehr willkommene Richtungsänderung. ich kann aber auch verstehen, dass es für so manchen Fan der Reihe – gerade auch für jene, die mit Moore aufgewachsen sind – ein nicht unwesentlicher Kulturschock war, der es vielen zusätzlich schwer machte, sich auf Dalton als neuen Bond einzustellen. Es ist auch vieles eine Frage des persönlichen Geschmacks, welche Interpretation von 007 man bevorzugt. So sehr ich Witz und Charme als wesentliche, essentielle Bestandteil sowohl von Bond als auch der Filmreihe halte, ziehe ich es doch vor, wenn diese nur eine doch eher ernste Handlung auflockern, und man die Härte der Figur nicht vergisst, sowie einen gewissen Realismus nicht torpediert. Dalton ist mit seiner sehr ernsten Interpretation sicherlich eine große Umstellung, ich glaube aber insgesamt, dass diese Richtungsänderung nach den Moore-Filmen wichtig war, um Bond nicht zu einer Parodie seiner selbst verkommen zu lassen. Und es ist ja nicht so, als würde man Witz sowie andere wesentliche Elemente wie die Gadgets gänzlich aussparen. Im Gegenteil, nach "Im Angesicht des Todes" sidn letztere wieder ein wesentlicher Bestandteil der Handlung – wie auch der Besuch in Q's Labor – und dürfen 007 nicht nur ein Mal die Haut retten. Hier sticht vor allem der neue Aston Martin hervor – wenn es dieser auch nicht mit dem klassischen Modell aus "Goldfinger" aufnehmen kann. Jedenfalls finde, dass Dalton die Figur sehr schnell zu seiner macht und aufzeigt, wo die Reise hingeht.

Bereits in den ersten Szenen macht Dalton deutlich, dass er seinen eigenen Weg geht.Nach dem spektakulären Start in Gibraltar landet er auf der Yacht einer gelangweilten Frau, reist ihr das Satellitentelefon aus der Hand, witzelt "She'll call you back", und stellt sich mit einem nebensächlichen "Bond, James Bond" vor. Er selbst bzw. sein Name, ist nicht wichtig – könnte man meinen. Wichtig ist nur die Mission. Das ist die Message, die zumindest ich aus diesem Einstieg mit Dalton herausgelesen habe. Und trotzdem vergisst man auch nicht auf eines der Markenzeichen der Figur: Als die Frau Interesse an 007 erkennen lässt, korrigiert er seine Anweisung ihn in einer Stunde abzuholen, lieber auf zwei – um noch genug Zeit zu haben, um die traute Zweisamkeit mit ihr genießen zu können. Dalton sieht jedenfalls definitiv so aus, wie man sich 007 vorstellt, und versteht es, sowohl den Agenten als auch den Frauenschwarm glaubwürdig zu vermitteln. Einzig mit den für die Reihe so typischen Kalauer, die natürlich auch hier nicht gänzlich ausgespart werden, tut er sich meines Erachtens hin und wieder etwas schwer. Auch das trägt sicher dazu bei, dass der Einschnitt von "Clown" Moore zu Dalton ein besonders harter ist.

Eine der größten Stärken von "Der Hauch des Todes" ist für mich die ausgeklügelte, wendungsreiche, und ansatzweise komplexe Spionage-Handlung. Nachdem man sich zuletzt bei den Bond-Filmen immer öfter um irgendwelche Wahnsinnigen gekümmert hat, die viele Menschen oder manchmal sogar die ganze Welt vernichten wollten, geht es hier wieder deutlich bodenständiger, ja fast realistisch, zu, und man stellt den kalten Krieg zwischen Russland und dem Westen ins Zentrum des Geschehens – jedoch ohne dabei eine der beiden Seiten zu dämonisieren. Im Gegenteil, in weiterer Folge arbeiten Bond und General Pushkin, die bereits zuvor gegenseitigen Respekt erkennen ließen, sogar zusammen, um abtrünnige, radikale Elemente innerhalb des russischen Militärs aufzuhalten. Am besten gefällt mir aber, wie wendungsreich die Handlung ist. Nach den sehr geradlinigen Moore-Abenteuern ist hier nach langer Zeit wieder mal nicht alles so, wie es scheint, und hält die Handlung doch einige Überraschungen für uns bereit. Ich würde sie nicht unbedingt kompliziert nennen, aber sie erfordert vom Zuschauer sicherlich mehr Aufmerksamkeit, um bei den ganzen doppelten Spielen nicht den Überblick zu verlieren. Es gefällt mir, dass es nach den intellektuell doch eher Fast Food servierenden Moore-Filmen wieder ein Bond-Film riskiert, das Hirn des Zuschauers zu beanspruchen. Es gibt auch zahlreiche tolle, spannende Szenen, wie z.B. als Bond durchs Zielfernrohr die schöne Frau erkennt – und sofort bemerkt, dass diese kein Profi ist, und sich daraufhin entschließt, sie nicht zu töten, sondern stattdessen nur auf die Waffe in ihrer Hand zu feuern. Auch die Idee mit dem Schmuggeln durch die Pipeline ist großartig. Generell gefällt mir, dass Bond dem MI6 hier zumeist einen Schritt voraus ist, und dort ein Komplott erkennt, wo seine Vorgesetzten partout keins sehen wollen.

John Rhys-Davies in einer wichtigen Nebenrolle.Als Koskov dann aus dem angeblich sicheren Haus scheinbar vom KGB entführt ist (wo sich die dort ansässigen Agenten zugegebenermaßen nicht sonderlich clever aufführen), wird er dann endgültig hellhörig. Hat ihn wirklich der KGB geholt, oder ist das alles Teil von Koskovs Plan? Der Beweis, den man bei der Leiche des Doppelnullagenten bei der Übungsmission in Gibraltar gefunden hat, lässt ihn dann an seiner Theorie zweifeln. Kann vielleicht tatsächlich Pushkin hinter all dem stecken? Er beschließt, dem Befehl von M Folge zu leisten, und sich nach Tangier zu begeben – jedoch nicht, ohne zuvor einen Abstecher nach Bratislava zu machen, um mehr über Kara Milovy zu erfahren. Diese bestätigt dann auch schließlich seinen Verdacht, war sie doch Koskovs Freundin, und sollte für diesen einen Attentatsversuch inszeniert, damit sein Überlaufen plausibler erscheint. Er macht ihr schöne Augen und gewinnt ihr Vertrauen, um so mehr über Koskov in Erfahrung zu bringen. Der Tod eines befreundeten Kollegen in Wien lässt aber doch wieder Zweifel aufkommen, weshalb er schließlich Pushkin in dessen Hotelzimmer konfrontiert, und kurz davor ist, diesen zu töten.

Stattdessen ersinnt er dann schließlich einen cleveren Plan, um Koskov doch noch zu überführen. Allerdings stellt ihm dieser in Tangier eine Falle, und verfrachtet ihn gemeinsam mit Kara nach Afghanistan, wo es dann schließlich zum großen Showdown kommt. Interessant finde ich dann auch, dass es zwar erneut eine Szene gibt, nachdem die eigentliche Handlung abgeschlossen zu sein scheint – siehe die Nachschläge aus z.B. "Goldfinger" oder auch "Diamantenfieber" – diese jedoch diesmal unter umgekehrten Vorzeichen stattfindet. Soll heißen: Statt dass jemand Bond auflauert, stellt sich vielmehr er Brad Whitaker entgegen. Insgesamt würde ich jedenfalls die Handlung aus "Der Hauch des Todes" als eine der besten der Bond-Reihe einstufen. Für den Soundtrack war erneut John Barry verantwortlich. Wie schon bei "Im Geheimdienst Ihrer Majestät", wo er Synthesizer-Elemente einfließen ließ, um der Änderung beim Schauspieler Rechnung zu tragen, ändert er auch diesmal leicht seinen Stil, und interpretiert die typische Bond-Melodie mit einem zeitgenössischen Pop-Einschlag, um dem Beginn einer neuen Ära auch musikalisch Ausdruck zu verleihen. Seine Filmmusik für "Der Hauch des Todes" kommt zwar meines Erachtens nicht an seine besten Arbeiten heran, ist aber den Nachahmern die zwischendurch eingesprungen sind nach wie vor um Welten voraus. Vor allem seine instrumentalen Interpretationen der Songs von a-ha und den Pretenders können gefallen. John Glen kommt hier nun als Regisseur zu seinem mittlerweile 4. Einsatz in Folge. Nachdem er bereits bei "In tödlicher Mission", seinem ersten Film, wieder etwas vom Humor wegkommen wollte und ein bodenständigeres 007-Abenteuer erzählt hat, scheint er sich auch mit der ernsteren Ausrichtung von "Der Hauch des Todes" sehr wohl zu fühlen. Erneut setzt er sowohl die Action als auch die Schauplätze sehr eindrucksvoll in Szene, und präsentiert zahlreiche denkwürdige Einstellungen und wunderschöne Bilder – wobei vor allem Momente wie das Bild der bei Sonnenaufgang dahinziehenden Kamel-Karawane in der Wüste in Erinnerung bleiben.

Für mich als Wiener sind die Szenen in Wien natürlich ein besonderes Highlight.Womit wir schon bei einer weiteren Stärke des Films wären: Die Schauplätze. Für mich als Wiener ist natürlich auch die Tatsache, dass man die Stadt als einen der Schauplätze des Films auserkoren hat, etwas ganz besonderes, und wertet den Film zusätzlich auf. Die Szenen fangen die Stadt Mitte der 80er perfekt ein und liefern einen guten Eindruck – wobei vor allem die Szenen im Prater hervorstechen. Wien spielt allerdings im Film eine prominentere Rolle, als man das vielleicht so manchem bewusst sein mag – doubelt es doch auch für die Szenen in Bratislava (Fun Fact: 10 Jahre später war es beim Bond-Verschnitt "Projekt: Peacemaker" genau umgekehrt; dort wurden die Szenen die angeblich in Wien spielen sollen in Bratislava gedreht). Auch die Szenen in der Winterlandschaft wurden – obwohl sie angeblich noch in der Tschechoslowakei spielen – in Österreich (genauer gesagt Kärnten) gedreht. Trotzdem ist das natürlich nicht die einzige beeindruckende Location. Tangier wird ebenfalls sehr eindrucksvoll in Szene gesetzt, und das Ende findet dann in der Wüste Marokkos statt, das für Afghanistan doubelt. Zusammen mit dem Einstieg in Gibraltar erfüllt damit "Der Hauch des Todes" eine der Hauptanforderungen an alle Bond-Filme, nämlich die der abwechslungsreichen Locations, die uns auf eine kleine Reise um die Welt nehmen.

Was das Casting betrifft, fällt auf, dass es neben Bond noch bei einer weiteren wesentlichen Figur eine Frischzellenkur gegeben hat. Da Flirts zwischen Dalton und Louis Maxwell wohl kaum funktioniert hätten, ersetzt man hier nun endgültig auch Moneypenny durch ein jüngeres Model(l), nämlich Caroline Bliss. Im Vergleich zu Maxwell fehlt ihr es aber doch ein wenig an Charme, weshalb ihr romantisches Geplänkel nicht mit der Darstellung aus früheren Bonds mithalten kann. Auch Felix Leiter bekommt – bei seinem sechsten Auftritt – seinen sechsten Schauspieler, was grundsätzlich nicht sonderlich verwunderlich wäre (auch nicht, dass man ihn wie auch Bond deutlich jünger ansetzt wie zuletzt), wenn man nicht beim nächsten Film erst recht wieder auf den – ungleich älteren – David Hedison setzen würde, der Leiter bereits in "Leben und sterben lassen" dargestellt hat; aber das ist eine andere Geschichte. Der Rest der Stammbesetzung bleibt gleich, inklusive M, Q, und General Gogol. Neu hinzu kommt John Rhys-Davies als "guter" russischer General Pushkin, der in seiner Rolle – trotz wechselnd starken Akzents – dank seiner Leinwandpräsenz sehr gut gefallen kann. Als etwas nichtssagend empfand ich hingegen das Bösewichts-Trio Jeroen Krabbém, Andreas Wisniewski und Joe Don Baker, von denen es letzterem noch am besten ergeht. Aufgrund des Ziels der Macher, auch bei 007 mit der Zeit zu gehen und ihn zeitgenössisch etwas monogamer darzustellen als in den wilden Connery- und Moore-Jahren, gibt es diesmal auch nur ein richtiges Bond-Girl, nämlich die bezaubernde Maryam d'Abo als Kara Milovy. Auch diese fällt eher ins "Fräulein in Nöten"-Schema, was doch ein wenig enttäuscht; da es sich bei ihr aber wenigstens nur um eine Zivilistin handelt, die in etwas hineingerät, dass für sie wohl mindestens zwei Nummern zu groß ist, kann ich es aber entschuldigen. Zumal sie zum Ende hin endlich auch etwas aktiver werden und aktiv ins Geschehen eingreifen darf.

Die Action ist oftmals ungemein spektakulär.Die letzte wesentliche Stärke des Films ist die spektakuläre Action. Erneut beweisen sowohl das Stunt- als auch das Effektteam, dass sie zu den besten ihrer Zeit gehören. Bereits der Einstieg, mit der Kletterpartie auf Gibraltar sowie dem abschließenden Fallschirmsprung aus dem die Klippe herunterstürzendem Auto, ist beeindruckend. Danach gibt es erneut etwas Action auf Schnee und Eis, Verfolgungsjagden, packende Schießereien in der Wüste – und dann natürlich das absolute Highlight des Films: Der Kampf auf dem aus den fliegenden Flugzeug heraushängendem Netz. Für mich die Szene des Films schlechthin, absolut beeindruckend und unvergesslich. Und doch war das noch nicht alles, gibt es danach doch noch die Sprengung einer Brücke, sowie jene irrwitzige Szene, als Bond und Kara aus dem knapp über dem Boden fliegenden Flugzeug mit dem Jeep rückwärts rausspringen. Wirklich phänomenal, was man sich für die Actionszenen hier alles hat einfallen lassen.

Trotz allen Lobs gibt es aber auch ein paar Dinge, die weniger gut gelungen sind. Hier sticht zuerst einmal der Titelsong ins Ohr. "The Living Daylights" von a-ha ist doch eher fade und nichtssagend, und blieb zumindest mir nicht in Erinnerung – weder in guter noch in schlechter. Was die Handlung betrifft, war für mich Kara's Entscheidung, die afghanische Widerstandsbewegung dazu anzustiften, Bond zu helfen, nicht nachvollziehbar. "Bond is trapped!", sagt sie, als dieser im Lastwagen verschwindet. Ich bin verwirrt. War es nicht sein Plan, zurückzubleiben, und die Bombe zu aktivieren, wenn er dann im Flugzeug ist? Wenn es soweit ist, gerät er dann in der Tat ja wirklich in die Falle – dann würde auch dieser Satz von Kara Sinn machen. Doch mehrere Minuten zuvor? Ist sie etwa Hellseherin? Zuletzt erscheint Bond dann bei seinem Angriff auf Brad Whitaker wenig clever, als er sein komplettes Magazin auf dessen kugelsicheres Visier verschießt – was er eigentlich nach den ersten beiden Treffern schon hätte bemerken können. Wenn Whitaker in einer Ganzkörperrüstung stecken würde, könnte ich es mit etwas gutem Willen ja noch verstehen, dass er trotzdem sein bestes versucht und sein Magazin leerfeuert – aber angesichts der Tatsache, dass sich unter dieser Kappe mit Visier ein ungeschützter Körper befindet, der sich als Zielscheibe anbietet, wirkt 007 hier schon ein wenig dämlich. All das sind aber Kleinigkeiten. Die wirklichen Krux des Films ist, dass Bond und Kara für meinen Geschmack viel zu schnell ineinander verlieben, und ich ihre Gefühle füreinander nicht nachvollziehen konnte. Hier ergibt sich auch ein ähnliches Problem wie bei "Liebesgrüße aus Moskau", geht es doch Bond zuerst darum, sich bei Kara einzuschleimen und mehr über Koskov zu erfahren. Irgendwann begann er dann scheinbar, echte Gefühle für sie zu empfinden – doch wann, wie und wo? Nicht zuletzt auch da mir die Chemie zwischen Dalton und d'Abo nicht zu stimmen schien, konnte ich die im Zentrum stehende Romanze jedenfalls nicht wirklich nachfühlen. Hier wäre noch Luft nach oben gewesen.

Fazit: Timothy Dalton in seinem ersten Einsatz als 007.Zugegeben, nach den überwiegend sehr luftig-lockeren Moore-Bonds ist "Der Hauch des Todes" schon ein harter Einschnitt, zeigt man uns hier doch wieder ein deutlich realistischeres, bodenständigeres und vor allem ernsteres Bond-Abenteuer. Auch ist Dalton von Moores oftmals allzu augenzwinkernder Performance weit entfernt, und versucht, aus dem Superhelden wieder einen Menschen zu machen. Mir gefällt seine Leistung bereits in seinem ersten Auftritt sehr gut – wobei die größten Stärken von "Der Hauch des Todes" zugegebenermaßen in der spektakulären Action, den tollen Locations (wobei für mich natürlich die Szenen in Wien besonders hervorstechen) sowie insbesondere der ausgeklügelten, wendungsreichen und ansatzweise komplexen Handlung liegen. Insgesamt wirkt der Film fast wie ein Befreiungsschlag, mit dem man den oftmals doch viel zu albernen und übertriebenen Ton der Moore-Filme (vorerst) hinter sich lassen wollte - was ich definitiv begrüße. Einzig die Romanze zwischen 007 und Kara hat mich leider nicht 100%ig überzeugt. Davon abgesehen ist "Der Hauch des Todes" für mich ein sehr guter Bond-Film, und ein vielversprechender und gelungener Einstieg in die bedauerlich kurze Dalton-Ära.

Wertung:8 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © MGM)


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Weiterführende Links:
50 Jahre James Bond - SPECiAL






Kommentare (10)
RSS Kommentare
1. 17.11.2012 22:06
 
Ich will ganz ehrlich sein: nach der Top 3 der schlechtesten Bonds (Diamantenfieber, Octopussy und Lizenz zum Töten) für mich der schlechteste Bond. Die erste Stunde ist zwar noch ganz gut und mir gefallen sowohl der Abschnitt in Wien als auch der Rummelplatz, aber ab Afghanistan geht dem dann doch irgendwie die Puste aus. Außerdem finde ich den Koskov zum Teil echt nervig. 
 
Was den Dalton angeht: hier mag er zwar noch akzeptabel gewesen sein, aber in seinem zweiten war er letzlich doch deplatziert. Da war selbst Lazenby besser, obwohl dieser nur eine Connery-Imitation war.
 
2. 18.11.2012 13:28
 
@Illuminat 
Für dich muss ein "guter" Bond eben so aussehen: 
 
www.youtube.com/watch?v=6w6FV8P7HXg 
 
:eek :grin :p :zzz :upset 8) ;)
 
brainy
3. 18.11.2012 20:53
 
Och nö! Hatte eigentlich gedacht, dass diese Kommentarfunktion hier so gestaltet ist, das die Stresser nicht durchkommen. :zzz
 
4. 19.11.2012 16:57
 
"Stresser"? Na, da hast du dir aber ein lustiges Wort für Leute ausgesucht, die nicht auf peinlich-trashige Bond-Filme wie "Die Another Day" abfahren. :grin
 
brainy
5. 20.11.2012 20:11
 
Hätte zwar lieber ein anderes Wort genommen, aber ich weiß, das ich mich danach nie wieder hier blicken lassen könnte. 
 
Wo bleibt eigentlich der Herr Siegel? Will lieber mit dem diskutieren.
 
6. 23.11.2012 11:24
 
@Illuminat 
Du musst doch nicht gleich wie eine beleidigte Leberwurst reagieren. :roll Mein Kommentar war lediglich ironisch gemeint. Du darfst aber gern konkret erläutern, inwiefern z.B. ein Bond-Film wie "Die Another Day" deiner Meinung nach besser sein kann als "The Living Daylights".
 
brainy
7. 27.11.2012 16:37
 
@Illuminat: Ich bin mir sicher, brainy hat das nicht beleidigend gemeint, sondern wollte dich einfach ein wenig aufziehen. ;) Aber ganz ehrlich, mir ist das mit "Stirb an einem anderen Tag" auch absolut unverständlich :D. Ja, das in Afghanistan ist nicht mehr ganz so prickelnd wie die erste Hälfte, aber der spektakuläre Showdown hilft darüber IMHO wieder hinweg. Das ist für mich wirklich einer der besten aller Bonds. 
 
Interessanterweise fand ich Dalton bei "Lizenz zum Töten" sogar nochmals um einiges besser als hier 8)
 
8. 28.11.2012 00:07
 
Und ich fand Dalton als harte Sau einfach nur fehlbesetzt. 8)
 
9. 29.11.2012 13:01
 
Interessant. Ich fand, dass er gerade in den härteren Szenen geglänzt hat.
 
10. 13.12.2012 00:03
 
Klasse Einstand für Dalton. Tolle Locations. Super abwechslungsreich und super Story. Dalton schlägt sich auch echt wacker. Toll auch in Afghanistan mit den Widerstandskämpfern (erinnert ein bisschen an Rambo 3, der ein Jahr später gedreht wurde) und der Showdown im Flugzeug war auch sehr spannend. 
 
Nicht so gut fand ich die Schauspielerin von Monneypenny. Passt einfach nicht. 
 
Und bei dem Film hab ich sogar persönliche Erinnerungen. Die Szenen in Afghanistan wurden ja in Marokko gedreht. Eben da war ich diesen Sommer im Urlaub. Und da haben wir genau die Drehorte besucht. Gestern hab ich den Film wieder gesehen. Da ist mir das richtig aufgefallen. Sogar manche Stellen, wo ich stand und die ich fotografiert habe, habe ich im Film entdeckt. Sehr schön. Leider kamen aber gestern bei mir unschöne Erinnerungen hoch. In eben genau diesem Urlaub hab ich meine Ex-Freundin kennegelernt, die mich vor kurzem betrogen und verlassen hat. Toll, und nun kann ich diesen Film nicht mehr sehen, ohne daran zurückdenken zu müssen. Ach, was Frauen so anrichten können.
 
Danny

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