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Doch mit dem Clown kamen die Tränen… Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Donnerstag, 11 Oktober 2012
 
Halloween SPECiAL 2012

Es
(It, USA/CAN 1990)
 
Es
Bewertung:
Studio/Verleih: Green-Epstein Productions/Warner Bros. Television
Regie: Tommy Lee Wallace
Produzenten: U.a. Allen Epstein & Jim Green
Drehbuch: Tommy Lee Wallace & Lawrence D. Cohen, nach dem Roman von Stephen King
Filmmusik: Richard Bellis
Kamera: Richard Leiterman
Schnitt: David Blangsted & Robert F. Shugrue
Genre: Horror
Erstausstrahlung D: 01. und 02. Juli 1993
Erstausstrahlung USA: 18. November 1990
Laufzeit: 192 Minuten
Altersfreigabe: Ab 16 Jahren
Trailer: YouTube (Englisch)
Kaufen: DVD, Romanvorlage
Mit: Richard Thomas, John Ritter, Annette O'Toole, Harry Anderson, Dennis Christopher, Tim Reid, Richard Masur, Jonathan Brandis, Brandon Crane, Emily Perkins, Seth Green, Adam Faraizl, Ben Heller, Marlon Taylor, Tim Curry u.a.


Kurzinhalt: Derry, Maine, in den frühen 60er Jahren. Während des Sommers finden die sieben Kinder Billy, Eddie, Ben, Beverly, Richie, Stanley und Mike, allesamt aus verschiedensten Gründen Außenseiter in ihrer Schule, zueinander, und gründen den "Club der Verlierer". Als die Kleinstadt von einem bösen Clown namens Pennywise terrorisiert wird, der Kinder verschleppt und tötet – darunter u.a. den kleinen Bruder von Billy – machen sich die sieben Freunde auf, um sich ihm zu stellen. 30 Jahre später: Mike ist als einziger in der Stadt geblieben, um auf Anzeichen einer Rückkehr des Bösen zu warten. Nun ist er sich sicher, dass Pennywise zurückgekehrt ist. Er ruft seine Freunde von einst an und erinnert sie an ihr Versprechen, wieder nach Derry zurückzukehren, falls der Clown zurückkehren sollte. Am nächsten Tag treffen die Mitglieder des Clubs der Verlierer nach und nach in Derry ein, um das Böse erneut zu bekämpfen…

Review: Clown Pennywise treibt in Derry erneut sein UnwesenIch habe es bereits vor knapp zwei Jahren in meinem Review zum Original "Nightmare on Elm Street"-Film erwähnt: Meine Kindheit war – grundsätzlich und allgemein, aber gerade auch, was den Film- und Fernsehkonsum betrifft – eine wohlbehütete. Ohne eigenen Fernseher im Kinderzimmer, bis in die Pubertät nur den österreichischen öffentlichen Rundfunk empfangend, kaum Auswahl in der heimischen Videothek, und wenig Horror-Interesse in meinem Freundeskreis, beschränkten sich meine Horrorerfahrungen bis zur Pubertät auf wenige vereinzelte Filme, von denen ich mich adhoc nur an "Mörderspinnen greifen an" mit William Shatner erinnern kann (wenn es auch sicherlich nicht der Einzige war). Der Grund, warum ich dies zu Beginn meines Reviews zu "Es" noch einmal erwähne, ist leicht erklärt: Er war damals bei seiner TV-Premiere auf Sat.1 – im nicht mehr ganz so zarten Alter von 13 Jahren – eine meiner ersten Erfahrungen mit dem Genre. Knapp 10 Jahre später las ich mir dann zum ersten und bisher einzigen Mal die von einem Kritikpunkt abgesehen phantastische Romanvorlage von Stephen King durch – den Film selbst habe ich allerdings seit der Erstsichtung nicht mehr gesehen – bis gestern.

In den dazwischenliegenden 20 Jahren hatte ich natürlich einen Großteil wieder vergessen. In erster Linie waren es einzelne Bilder und Szenen, die mir über die Jahre hinweg in Erinnerung geblieben sind, wie der aus dem Kanal hinaufschauende Pennywise, das blutige Teekränzchen mit der alten Dame, oder auch das Ende auf dem Fahrrad. Woran ich mich jedoch so gut wie überhaupt nicht mehr erinnern konnte, ist wie ich ihn damals denn eigentlich fand. So gesehen war ich schon gespannt darauf, wie meine Reaktion auf "Es" nach all der Zeit ausfallen würde. Mein Urteil: Bis auf ein paar Schwachpunkte konnte mir ich diese 3-stündige TV-Adaption eines der berühmtesten, bekanntesten und besten Werke vom "Meister des Horrors" sehr gut gefallen. Dabei teile ich die Ansicht der meisten, dass die erste Hälfte des Films (bzw. der erste Teil der Mini-Serie) um einiges besser gelungen ist als die (bzw. der) zweite, bzw. generell die Handlung rund um die Kinder spannender und packender ist als jene rund um ihre erwachsenen Gegenparts. Die Schilderung dieser Freundschaft und der Ereignisse dieses Sommers (wo sich Parallelen zu "Stand by Me" finden lassen) sind ja auch eine der größten Stärken der Vorlage, und dies überträgt sich durchaus auch auf die TV-Adaption. Stephen King schafft es einfach hervorragend, sich in diese jungen Jugendlichen hineinzuversetzen, und auch wenn bei der Verfilmung natürlich vieles gekürzt werden musste, ist man durchaus damit erfolgreich, diese Stärke auch in den Film zu retten. Es steckt einfach eine gewisse Magie in diesem Lebensabschnitt, in dem man sich in einer Übergangsphase befindet – kein Kind mehr, aber auch noch kein richtiger Jugendlicher bzw. junger Erwachsener. Eine Magie, die sich auch auf die Freundschaften erstreckt, die sich in dieser Zeit bilden – unabhängig davon, ob diese dann ein Leben lang, mehrere Jahre, oder auch nur einen Sommer währen – und natürlich auch auf die Abenteuer, die man gemeinsam erlebt.

Die Kinderdarsteller sind allesamt phantastischJedenfalls… was die Charakterisierung der Figuren betrifft, sollten sich viele moderne Horrorfilme an "Es" ein Beispiel nehmen – gelingt es doch mit ganz wenigen Szenen, uns die Figuren in ihren Grundzügen vorzustellen und zugleich sehr sympathisch zu machen. Und das ganz, ohne tief in die Klischeekiste zu greifen; statt Stereotypen und Abziehbilder sehen wir in den sieben Freunden echte Kinder/Jugendliche vor uns, mit nachvollziehbaren Wünschen, Ängsten, Problemen usw., was es uns sehr leicht macht, sich mit ihnen zu identifizieren. Einen großen Anteil daran haben auch die schauspielerischen Leistungen der Jungstars, die ihre erwachsenen Gegenparts – no pun intended – ziemlich alt aussehen lassen. Vor allem Jonathan Brandis besticht mit einer hervorragenden Performance, aber seine jungen Co-KollegInnen stehen ihm in nichts nach. Der Showdown, welcher den ersten Teil des damaligen TV-Films beschließt, ist dann sehr packend geschildert, und war für mich was die Spannung betrifft zweifellos der Höhepunkt des Films – und das, obwohl wir aufgrund der Ereignisse in der Zukunft bereits wissen, dass sie überleben werden! Keine schlechte Leistung.

Leider kann die zweite Hälfte von "Es" an den gelungenen Start nicht mehr anknüpfen. Der Handlung in der Gegenwart fehlt der Zauber aus den Rückblenden, und die Figuren wirken vergleichsweise uninteressant. Und nur damit wir uns nicht falsch verstehen: Damit meine ich im Vergleich zu ihren jüngeren Ichs, denn im Vergleich zu anderen Horrorfilmen sind sie diesen – nicht zuletzt auch dank der Charakterisierung aus den Rückblenden – meilenweit voraus. Vor allem Bevs Geschichte fand ich richtiggehend tragisch, und umso mehr freute mich die weitere Entwicklung in der "Gegenwart". Dennoch, so verbunden wie ihren jungen Ausgaben fühlte ich mich dem älter gewordenen "Club der Verlierer" nicht mehr. Auch die schauspielerischen Leistungen haben mich nicht so beeindruckt, wie von den JungdarstellerInnen. Vor allem mit Richard Thomas tat ich mir offen gestanden stellenweise etwas schwer. Über jeden Zweifel erhaben ist hingegen Tim Curry – und das in beiden Teilen/Hälften des Films. Seine Darstellung von Pennywise zählt zu den größten Stärken von "Es". Auch will ich nicht behaupten, dass die zweite Hälfte überhaupt keine starken Momente mehr hätte. Vor allem der Besuch von Bev bei der alten Dame, der mir ja auch als eine der wenigen Szenen noch von der Erstsichtung in Erinnerung war, war sehr gruselig umgesetzt. Was dann allerdings – vor allem angesichts des 2-1/2 stündigen Aufbaus – schwer enttäuscht, ist die finale Konfrontation zwischen dem Club der Verlierer und Es. Natürlich hat es Stephen King den Drehbuchautoren nicht leicht gemacht – denn ich habe zwar die Vorlage gelesen, und könnte trotzdem nicht genau sagen, was da am Ende eigentlich vorgefallen ist. Wie soll man das dann erfolgreich auf den TV-Schirm bringen? Noch dazu, wenn jeder diese Lücken im Finale mit seiner eigenen Interpretation füllt, und somit seine eigene Bedeutung für diese Momente findet? Eine visuelle Adaption kann hier ja eigentlich nur schiefgehen.

Der enttäuschende Showdown inkl. trashigem Monster kostet Teil 2 einen ganzen WertungspunktDoch selbst unter diesem Gesichtspunkt ist das, was man sich für die TV-Verfilmung ausgedacht hat, eine unheimliche Enttäuschung. Es gibt im englischen den wunderschönen Begriff "anticlimactic", für den es leider keine passende deutsche Entsprechung gibt, der aber das Gefühl des Showdowns perfekt beschreibt. Das fängt bei der völlig deplatziert wirkenden Offenbarung einer Figur kurz vor dem Finale an, und geht über das Design der Kreatur – das selbst vor 20 Jahren schon nicht einer gewissen unfreiwilligen Komik entbehrte –, bis hin zu der Art und Weise, wie man diese dann schließlich vernichtet. 175 Minuten lang präsentierte man uns einige denkwürdige Bilder, präsentierte so vieles, dass den Menschen – bzw. auch Kindern – Angst macht, und dann kommt man mit solch einem B-Movie-Monster daher. Unabhängig davon, dass es wenig überzeugend aussieht und den Film fast auf Trash-Niveau herunterzieht, passt es auch überhaupt nicht zur vorher dominierenden, mysteriös-gruseligen Stimmung des Films. Das eigentliche Ende mit dem Fahrrad fand ich dann zwar wieder durchaus gelungen, aber den fahlen Beigeschmack dieses ziemlich in die Hose gegangenen Finales konnte es aber auch nicht mehr gänzlich beseitigen.

Fazit: "Es" ist ein überwiegend gelungener Horrorfilm, bei dem jedoch ein paar Kritikpunkte den ganz großen Wurf verhindern – allen voran eine dramaturgisch deutlich schwächere zweite Hälfte, die nicht ganz so überzeugenden schauspielerischen Leistungen der Erwachsenen (im Vergleich zu ihren jugendlichen KollegInnen), vor allem aber der ungemein enttäuschende Showdown. Die erste Hälfte bzw. alles rund um ihre Kindheit/Jugend ist dafür absolut phantastisch, und fängt den Zauber dieses Lebensabschnitts perfekt ein. Großartig auch die Leistungen der Jungstars, sowie natürlich von Tim Curry, dessen Darstellung von Pennywise zu den wesentlichen Stärken des Films gehört. Und auch die Charakterisierung der Figuren bewegt sich weit über dem durchschnittlichen Genre-Niveau. Erstsichter sollten sich allerdings bewusst machen, dass bei "Es" eher der atmosphärische Grusel dominiert, denn der waschechte, verstörende, beängstigende und nervenzerfetzende Horror. Er verbreitet kontinuierlich eine feine Gruselstimmung (nicht zuletzt dank der Emmy-prämierten Musik von Richard Bellis), und Regisseur Tommy Lee Wallace gelingt es vor allem punktuell, eine beängstigende Atmosphäre aufzubauen – aber so richtig in Angst und Schrecken versetzen dürfte er wohl die wenigsten (Erwachsenen); was sicherlich auch zum Teil dem TV-Format geschuldet sein dürfte, das die Möglichkeiten zur Darstellung von Gewalt und schrecklichen Bildern (aufgrund der strengeren Regeln fürs Fernsehen, zumindest abseits des Pay-TV) von vornherein stark reduziert. Wer sich jedoch mal wieder so richtig schön altmodisch gruseln möchte, und/oder eine nostalgische Reise in die eigene Kindheit/Jugend unternehmen will, dem sei "Es", trotz des unbefriedigenden und leicht trashig anmutenden Finales, wärmstens ans nostalgische Herz gelegt!

Wertung:7.5 von 10 Punkten (Teil 1: 9/10, Teil 2: 6/10)
Christian Siegel
(Bilder © Warner Bros.)


Mitreden! Sagt uns eure Meinung zum Film im SpacePub!

Weiterführende Links:
Halloween SPECiAL 2012
Review zu "Nightmare on Elm Street"






Kommentare (2)
RSS Kommentare
1. 08.11.2012 12:27
 
Vor dem Clown hatte ich mehrere Jahre lang ne scheiß Angst.  
 
Ein bisschen ist dieser Aspekt in der Kritik untergegangen. Hättest ruhig auch unterbringen können, wie du Pennywise einst empfunden hast, falls du dich daran überhaupt noch erinnern kannst.
 
2. 27.11.2012 15:04
 
Du hast recht, auf Pennywise bin ich vergleichsweise wenig eingegangen. Komisch eigentlich. :?  
 
Bei mir war es weniger der Clown an sich, als vielmehr bestimmte Szenen, die mir einen Schrecken eingejagt haben. Der aus dem Abfluss hervorblickende Clown, das Blut im Waschbecken, vor allem aber das Teekränzchen, wo sich auf einmal das Gebiss von Pennywise im Mund der alten Frau offenbart. Pennywise an sich fand ich aber jetzt nicht unbedingt so beängstigend, z.B. in der Einstiegsszene mit den Luftballonen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich auf ihn im Review weniger stark eingegangen bin, da ich ihn schon bei der Erstsichtung nicht unbedingt als denkwürdiges, furchterregendes "Monster" wahrgenommen habe. Ich habe auch - selbst nach "Es" und "Stitches" - keine Angst vor Clowns :grin . Aber auch das ist sicher von Person zu Person unterschiedlich.
 

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