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Eden Lake Drucken E-Mail
Eine Jugendbande terrorisiert ein junges Pärchen… Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Mittwoch, 10 Oktober 2012
 
Halloween SPECiAL 2012

Eden Lake
(Eden Lake, UK 2008)
 
Eden Lake
Bewertung:
Studio/Verleih: Rollercoaster Films/Universum Film
Regie: James Watkins
Produzenten: U.a. Christian Colson & Richard Holmes
Drehbuch: James Watkins
Filmmusik: David Julyan
Kamera: Christopher Ross
Schnitt: Jon Harris
Genre: Horror/Thriller
DTV-Release Deutschland: 17. April 2009
Kinostart UK: 12. September 2008
Laufzeit: 91 Minuten
Altersfreigabe: Ab 18 Jahren
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu Ray, DVD
Mit: Kelly Reilly, Michael Fassbender, Jack O'Connell, Tara Ellis, Finn Atkins, Jumayn Hunter, Thomas Turgoose, James Burrows, Tom Gill, Lorraine Bruce, Shaun Dooley u.a.


Kurzinhalt: Die Vorschullehrerin Jenny und ihr Freund Steve wollen am Eden Lake ein romantisches Wochenende verbringen. Doch die traute Zweisamkeit wird von einer Bande jugendlicher Rowdies gestört, welche schon bald beginnen, das junge Paar zu belästigen. Steve denkt jedoch gar nicht daran, sich von ein paar Halbstarken verschrecken und vertreiben zu lassen. Am nächsten Morgen treiben es die Jugendlichen mit ihren Streichen jedoch etwas zu weit, als sie ihr Auto verschleppen. Jenny und Steve folgen den Spuren bis zu einer Lichtung, wo man die Störenfriede schließlich konfrontiert. Dabei kommt es zu einem folgenschweren Unfall, der die Lage eskalieren lässt. Mit letzter Not gelingt es Jenny und Steve, ins Auto zu flüchten und loszufahren – ohne Lichter (die von den Kids zerstört wurden) sieht Steve allerdings in der Dunkelheit nicht, wo er hinfährt, und rammt einen Baum. Zudem ist er nach dem Unfall im Auto eingeklemmt. Widerwillig lässt Jenny ihren Freund zurück, und flieht durch den Wald…

Review: Jenny und Steve steht eine  unerfreuliche Überraschung ins HausEs gibt viele verschiedene Arten von Horrorfilmen – tatsächlich würde ich fast so weit gehen zu behaupten, dass kein anderes Genre so vielfältig ist. Eine der vielen Thematiken, mit der sich Horrorfilme auseinandersetzen, sind unsere Ängste – egal ob sich diese gegen Tiere, oder auch gegen bestimmte Situationen, richtet. In "Eden Lake" beschäftigt sich James Watkins nun mit einer sehr realistischen Bedrohung, nämlich Jugendbanden. Solche hat es immer gegeben und wird es immer geben, dennoch ist in den letzten Jahren eine Eskalation festzustellen, was Jugendgewalt betrifft. Man nehme nur die Krawalle in Frankreich, oder eben auch England – die "Eden Lake" als er dort ins Kino kam ungemein zeitgenössisch und relevant gemacht hat, da man ein damals akutes Thema behandelte. Hierzulande mag es – noch? – verhältnismäßig harmlos zugehen, trotzdem haben wohl viele von uns schon einmal eine Situation rund um aggressive Jugendliche erlebt, in der er sich unwohl fühlte, und/oder nicht weiß, wie er mit der Situation umgehen soll. Eben diese Erfahrungen und Ängste macht sich "Eden Lake" zu Nutze, um den Zuschauer zu verstören – und auch ein wenig zum Nachdenken anzuregen.

"Eden Lake" ist einer jener Horrorfilme, der schon fast von uns verlangt, uns in die Protagonisten hineinzufühlen, uns in ihre Situation hineinzudenken, und uns die Frage zu stellen: Was würden wir tun? Natürlich, jeder anständige Mensch hat einen gewissen Gerechtigkeitssinn, dem ein derartiges arrogantes Verhalten von Jugendlichen gegen den Strich geht – und zwar ganz egal, ob es gegen einen selbst gerichtet ist, oder man es nur als unbeteiligter Beobachter verfolgt. Und doch stellt sich die Frage: Ist es vernünftig und gescheit, ihnen Paroli zu bieten? Einerseits sagt uns unser Gefühl: Ja. Muss man sogar, sonst werden die es nie lernen. Und dann sind nicht nur ihre zukünftigen Opfer gestraft, sondern auch sie selbst – da sie sich nie vernünftig in die Gesellschaft einfügen werden können und daher von vornherein zu einem Leben am absteigenden Ast verdammt sind. Andererseits begibt man sich wenn man sich einmischt unweigerlich in Gefahr. Denn es gibt nichts gefährlicheres als ein Tier, das in die Ecke gedrängt wird – oder einen halbstarken Jugendlichen, der sich und seinen Freunden gegenüber beweisen will, wie männlich, erwachsen und stark er ist, und dass er sich von meinem Erwachsenen etwas sagen lässt. Wie schnell so eine Situation dann schließlich eskalieren kann, zeigt "Eden Lake". Die Jugendlichen übertreiben es mir ihren Scherzen, die jedoch bis zu einem gewissen Grad auch von Steve's Alphamännchen-Verhalten provoziert wurden. Anstatt klein bei zu geben und sich ein anderes Plätzchen am See zu suchen, bietet er ihnen die Stirn, und fordert sie damit heraus. Zugleich zwingen sie Steve damit, dass sie ihr Auto stehlen, wiederum zu jener schicksalhaften Konfrontation, nach der die Jugendlichen dann schließlich kein Pardon mehr kennen.

Die schauspielerischen Leistungen der Jugendlichen sind erschreckend authentischWie die Lage langsam aber stetig eskaliert, empfand ich als eine der größten Stärken des Films – da es erschreckend plausibel wirkt. Denn natürlich sind die Jugendlichen zu Beginn noch nicht auf Mord und Totschlag aus. Sie wollen es diesen Großstadtyuppies zeigen, sie ärgern und ihnen zeigen, wer hier der Boss ist. Doch nach dem Zwischenfall lechzt ihr Anführer nach Blut, und will unbedingt Rache – und die anderen sind zu verängstigt, um sich gegen ihn aufzulehnen, und werden schließlich zu Mittätern. Schon allein die Dynamik innerhalb dieser Jugendbande empfand ich als ungemein interessant. Auch hier gerät die Situation langsam außer Kontrolle. Zuerst wird Steve "nur" gefangen genommen, an einen Baumstumpf gekettet und gefoltert. Doch im weiteren Verlauf der Handlung geht selbst dies dem Anführer nicht weit genug, er will Steve tot sehen. Vielen in der Gruppe geht dies jedoch entschieden zu weit. Insgesamt ist jedenfalls diese langsame Eskalation des Drehbuchs einfach nur brillant, und eine der größten Stärken des Films.

Großartig ist auch die Inszenierung von James Watkins. Er versteht es von Beginn an, beim Zuschauer ein Gefühl der Unbehaglichkeit zu vermitteln, und dieses konsequent zu steigern – bis die Stimmung dann endgültig ungemein bedrückend und beängstigend wird. Zwar gönnt er dem Zuschauer zwischendurch sporadische Verschnaufpausen, doch jene Momente, in denen Watkins an der Spannungsschraube dreht, sind dann sehr effektiv. Auch was die Gewaltdarstellung betrifft, findet er genau die richtige Mischung aus schonungslos, aber auch nicht übertrieben – so dass die Gewalt stets realistisch bleibt, und dadurch eine umso größere Wirkung entfalten kann. Und auch das eine oder andere Ereignis, wo man mit den Figuren richtig mitfühlt, und meint, ihren Schmerz fast selbst spüren zu können, hat er eingebaut – allen voran das, was vor und nach Jenny's "Sturz" passiert. Eine weitere wesentliche Stärke sind die schauspielerischen Leistungen. In erster Linie sind hier natürlich Kelly Reilly und Michael Fassbender zu nennen, die ja in gewisser Weise unsere Anker sind, an die wir uns klammern und mit denen wir mitfiebern sollen. Vor allem Reilly macht im Verlauf des Films eine überzeugende Wandlung durch, und schafft es, die Härte ihrer Figur zu finden, ohne dies zur Karikatur zu übertreiben. Vor allem aber auch die DarstellerInnen der Jugendbande müssen allesamt positiv hevorgehoben werden, ganz egal ob der Anführer, seine Freundin, der schüchterne Mitläufer, und und und. Sie alle hauchen ihren Figuren leben ein, und auch wenn ich nicht so weit gehen würde zu behaupten, dass ich noch große Sympathien für sie gehegt hätte, so habe ich doch auch bei so manchem späteren Ereignis auch nicht gejubelt. Die letzte große Stärke ist dann das Ende, welches mich in durchaus nachdenklicher Stimmung zurückgelassen hat.

Hilflos muss Jenny mit ansehen, wie man ihren Mann gefangennimmtKommen wir nun zu jenen Aspekten des Films, die weniger gut gelungen sind. Hier wären in erster Linie die beiden Hauptfiguren zu nennen, die – wohl um es einer möglichst breit gestreuten Gruppe von Zuschauern zu ermöglichen, sich mit ihnen zu identifizieren – nicht sonderlich detailliert gezeichnet sind. Etwas mehr Eigenständigkeit hätte es ruhig sein dürfen, denn so bleiben die beiden doch ein wenig blass und farblos. Zudem funktionierte die angedachte Ironie, dass es sich bei just um eine Vorschullehrerin handelt, nur bedingt. Und auch der Verlobungsring wirkt eher wie ein verkrampfter Versuch, noch etwas mehr Sympathie und Mitgefühl aus uns herauszuquetschen. Horrorfilm-typisch ist "Eden Lake" auch nicht vor dem einen oder anderen nicht übertrieben klug wirkenden Verhalten der Protagonisten gefeit – wobei man sich unweigerlich insbesondere die Frage stellt, warum die beiden nicht ganz einfach schon viel früher aufgebrochen sind, statt sich auf einen Konflikt mit den Jugendlichen einzulassen. Insgesamt überwiegen für mich jedoch ganz klar die Stärken.

Fazit: Ich empfand "Eden Lake" als sehr gelungen. Die Ausgangssituation wirkt sehr plausibel und lädt uns dazu ein, uns zu fragen, wie wir uns in dieser Situation verhalten würden. Die bedrohliche Atmosphäre entwickelt sich langsam, wie auch das angespannte Verhältnis zwischen Yuppie-Campern und den Jugendlichen – ehe alles dann schließlich eskaliert, und James Watkins kräftig an der Spannungsschraube dreht. Bis auf kurze Verschnaufpausen hält er diese dann auch konsequent bis zum Finale durch. Die schauspielerischen Leistungen sind allesamt großartig, wobei mir vor allem die Jugendlichen in ihren schwierigen, differenzierten Rollen positiv aufgefallen sind. Zudem findet Watkins genau den richtigen Grad der Brutalität: Genug, um zu verstören, aber nicht zu viel, so dass diese entweder zu übertrieben wäre oder zum Selbstzweck verkommen würde. Lediglich die etwas gar oberflächlich charakterisierten Hauptprotagonisten sowie die Tatsache, dass sich das ganze Dilemma recht leicht hätte vermeiden lassen, fielen mir negativ auf. Davon abgesehen ist "Eden Lake" ein harter, schonungsloser und erschreckend authentischer Survival-Thriller, dessen Ende bei mir noch einige Zeit nachgehallt hat.

Wertung:7 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2009 Universum Film)


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