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David Cronenberg inszeniert Robert Pattinson Kategorie: Filme - Autor: Michael Spieler - Datum: Donnerstag, 05 Juli 2012
 
Cosmopolis
(Cosmopolis, CDN/F 2012)
 
Cosmopolis
Bewertung:
Studio/Verleih: Alfama Films/Falcom Media
Regie: David Cronenberg
Produzenten: U.a. Paulo Branco & Martin Katz
Drehbuch: David Cronenberg, nach dem Roman von Don DeLillo
Filmmusik: Howard Shoren
Kamera: Peter Suschitzky
Schnitt: Ronald Sanders
Genre: Drama
Kinostart Deutschland: 05. Juli 2012
Kinostart Frankreich: 25. Mai 2012
Laufzeit: 108 Minuten
Altersfreigabe: Ab 12 Jahren
Trailer: YouTube
Kaufen: Romanvorlage
Mit: Robert Pattinson, Juliette Binoche, Sarah Gadon, Matthieu Amalric, Jay Baruchel, Kevin Durand, K'Naan, Emily Hampshire, Samantha Morton, Paul Giamatti u.a.



Kurzinhalt: Ein Tag im April des Jahres 2000. Der milliardenschwere Börsenspekulant Eric Packer fährt in seiner High-Tech-Limousine durch New York um sich seine Haare schneiden zu lassen. Der Weg zum Frisör soll sich für den gelangweilten Finanzstar zu einer tagesumspannenden Affäre entwickeln, da sowohl der Besuch des Präsidenten, durch die Stadt marodierende Globalisierungsgegner und der Totenzug eines Sufi-Rappers, den Verkehr nahezu zum Erliegen bringen. Auf seiner Fahrt besuchen ihn Angestellte, Berater und sein Arzt. Hin und Wieder trifft er seine unnahbare Frau und hat Sex mit anderen…

Review: Robert Pattinson zeigt in 'Cosmopolis' seine bisher beste LeistungBasierend auf Don DeLillos Roman von 2003 zeigt uns David Cronenberg ("eXistenZ", "A History of Violence") den Kollaps der Finanzmärkte aus der Sicht eines der Überflieger unserer Generation. Jedes Extrem auskostend, schnell gelangweilt von Menschen und unablässig auf der Suche nach etwas Neuem, wird Eric Packer (Robert Pattinson, "Twilight") zum Nexus für die Informations- und Datenströme, die das komplexe Gegen- und Zusammenspiel von Politik, Börse und Gesellschaft unablässig in die Welt pumpt. Mit der selben schnellen Sprache aus halb formulierten Gedankenfetzen, wie sie mir so das erste Mal in "The Social Network" begegnete, drischt der Film auf seine Zuschauer ein.

Nicht mitzudenken und es nicht aktuell zu finden, ist schlicht nicht möglich. Der Puls steigt mit dem näher kommenden Finale und lässt einen geflasht zurück. Der Film ist wie ein Trip. So weit weg von der eigenen Realität sich die Protagonisten auch befinden, sind die Umstände in Zeiten der echten Finanzkrise doch nachvollziehbar. Jede neue Begegnung im Auto erzählt eine eigene kleine Geschichte. Vom Marktwahnsinn seines jüngsten Analysten, über den Sexappeal seiner Kunsthändlerin (Juliette Binoche, "Paris, je t'aime") zum wie minutiös eingeplanten Moment der Trauer um den Tod seines Lieblingsmusikers (K'Naan als Brother Fez), bricht er nur aus seiner rollenden Festung aus, um intellektuellen Sex mit seiner Frau und echten mit beliebig Anderen zu haben.

Das Taxi als zentraler Schauplatz des FilmsDie größtenteils beklemmende Umgebung, in der nur zwei-drei Menschen gleichzeitig zusammen sein können, ist der perfekte Schauplatz für diesen dialoglastigen Film. Es entsteht sofort Intimität, die Cronenberg zu nutzen weiß. Pattinson wirkt auf seinem Datenthron wie ein gefährlicher Raubvogel, dem im Laufe der Fahrt schleichend die Federn gerupft werden. Für ihn ist das sein bisher bester Film. Wenn er versucht das Glitzervampirimage hinter sich zu lassen, ist das hier der richtige Weg. Er zeigt, dass er einen Film als Hauptdarsteller tragen kann. Howard Shores Filmmusik, die nach "Eclipse - Biss zum Abendrot" erneut in Zusammenarbeit mit Metric - einer kanadischen Indie-Rockband - entstand, unterstreicht sowohl die hetzende Wirtschaftswelt, als auch den bedrohlichen Ton der Geschichte. K'Naans Song "Mecca" tut sein übriges um quasi-prophetisch den Film zu begleiten.

Fazit: Wer sprachlich mit "The Social Network" etwas anfangen konnte wird auch "Cosmopolis" mögen. Obwohl der Film Gesellschaftskritik in sich trägt, ist sie nicht die vorrangige Triebkraft des Films. Eigentlich zeigt er nur den Istzustand an einer überspitzten Figur, die alles auf einmal erlebt. Die Welt leidet unter akutem Empathieverlust und kreiert Verrückte auf allen Seiten der Gräben, die Kapitalspekulationen - wie Narben - über die Landkarte gezogen haben. Er wird mit seiner, teilweise auf Metaebene stattfindenden Diskussion nicht für jeden sein, hat mich jedoch beeindruckt, ohne dass ich genau ausmachen kann, woran genau das liegt.

Wertung:8 von 10 Punkten
Michael Spieler
(Bilder © 2012 Falcom Media GmbH)


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Weiterführende Links:
Review zu "The Social Network"
Review zu "Twilight - Breaking Dawn: Bis(s) zum Ende der Nacht - Teil 1"






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