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Conan, der Barbar Drucken E-Mail
Der Fantasy-Klassiker mit Arnold Schwarzenegger Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 03 Dezember 2011
 
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Conan, der Barbar
(Conan - The Barbarian, USA 1982)
 
Conan, der Barbar
Bewertung:
Studio/Verleih: Dino de Laurentiis/Universal Pictures
Regie: John Milius
Produzenten: U.a. Buzz Feitshans, Raffaella De Laurentiis & Dino De Laurentiis
Drehbuch: John Milius & Oliver Stone, nach den Geschichten von Robert E. Howard
Filmmusik: Basil Poledouris
Kamera: Duke Callaghan
Schnitt: C. Timothy O'Meara
Genre: Fantasy
Kinostart Deutschland: 25. August 1982
Kinostart USA: 14. Mai 1982
Laufzeit: 129 Minuten
Altersfreigabe: Ab 16 Jahren
Trailer: YouTube (Englisch)
Kaufen: Blu Ray, DVD (Special Edition), DVD, Soundtrack, Soundtrack (Special Edition)
Mit: Arnold Schwarzenegger, James Earl Jones, Sandahl Bergman, Gerry Lopez, Max von Sydow, Ben Davidson, Mako, Valérie Quennessen, Cassandra Gaviola u.a.


Kurzinhalt: Der junge Conan muss hilflos mit ansehen, wie sein komplettes Dorf mitsamt seinen Eltern von Thulsa Doom und seinen Schergen gnadenlos abgeschlachtet wird. Er wird gefangen genommen und wächst als Sklave auf. Jahrelang schuftet er in "einer Art Mine", ehe diese aufgelassen wird. Daraufhin muss er als Gladiator in zahlreichen Kämpfen auftreten. Schließlich wird ihm die Freiheit geschenkt. Nun stünden ihm alle Wege offen – doch Conan ist nach wie vor vom Gedanken bestimmt, für den grauenvollen Tod an seinen Eltern blutige Rache zu nehmen. Doch Thulsa Doom hat mit seinem Schlangenkult mittlerweile beträchtliche Macht erlangt. Um ihn zu stürzen, ist er auf die Hilfe von zwei Dieben und einem Zauberer angewiesen…

Review: Image"Conan, der Barbar" ist ein besserer Film, als man das vermuten würde, und genau genommen auch, als er eigentlich sein dürfte. Er ist zweifelsohne eine eigenwillige Mischung aus Action, Comedy- und Fantasy-Elementen, die bestimmt nicht jeden überzeugen wird, aber es gibt vieles an ihm, was mir gefällt und ich als sehr erfrischend erachte. Einer seiner größten Stärken ist für mich, dass er sich zwar einerseits seiner "Pulp"-Wurzeln nicht schämt und diese im Gegenteil zelebriert und sie mit offenen Armen empfängt (dementsprechend scheut man weder vor Gewalt noch nackten Tatsachen zurück), sich zugleich aber auch nicht damit zufrieden gibt, nur ein Trash-Fest abzuliefern. In vielerlei Hinsicht versuchte man bei diesem Film, mehr zu bieten, als man sich das als Zuschauer wohl erwartet hätte, und auch, als es genau genommen nötig gewesen wäre. Und eben das macht für mich viel von seinem Reiz aus.

Das beginnt schon beim Drehbuch, dass mit einigen wundervollen Dialogen aufwarten kann, die zwar in einem rein ernsthaften Film hart an der Grenze zur unfreiwilligen Komik geschrammt wären, in dieser "larger than life"-Geschichte jedoch wie die Faust aufs Auge passen. Beispielhaft seien – frei aus dem Gedächtnis zitiert – (Achtung, Spoiler!) "Let me breathe my last breath into your mouth" (Spoiler Ende) und "He's Conan. He doesn't cry. So I cry for him." genannt. Auch die immer wieder eingestreuten Bezüge zu Wärme und Kälte gefallen mir sehr gut. Auch Thulsa Doom hat einige tolle Monologe, und gefällt mir überhaupt als Bösewicht sehr gut. Seine Macht, und wie er diese demonstriert, in dem er eine junge Frau dazu auffordert, sich in den Tod zu stürzen, fand ich sehr erschreckend. Hier schwingen dann auch religionskritische Töne mit, welche "Conan, der Barbar" ebenfalls einen Hauch von Anspruch verleihen, den man bei ihm wohl nicht erwarten würde. Auch die Effekte sind angesichts des geringen Budgets durchaus beachtlich; vor allem die Riesenschlange hat man recht überzeugend hinbekommen. Generell weiß die Größe, die dieser Film bei Ausstattung, Sets und Massenszenen vermittelt, zu gefallen – ein weiterer Aspekt, wo man mehr bietet, als man vom handelsüblichen Fantasy B-Movie erwartet. Eine weitere große Stärke ist die phantastische Filmmusik von Basil Pouledouris, die den "larger than life"-Charakter des Films durch den episch-bombastischen Score ebenfalls noch einmal unterstreicht. Bei den Schauspielern wiederum sticht in erster Linie Arnold Schwarzenegger mit seinem Charisma und seiner beeindruckenden Leinwandpräsenz hervor, und James Earl Jones fällt vor allem dadurch positiv auf, dass es ihm dank seiner darstellerischen Fähigkeiten doch tatsächlich gelingt, trotz der lächerlichen Perücke Bedrohlichkeit auszustrahlen.

ImageÜberraschend gelungen – und ernsthaft – umgesetzt wurde auch die Romanze zwischen Conan und Valeria. Natürlich ist auch diese, passend zum Ton des restlichen Films, ungemein überzeichnet, und doch findet sich hier irgendwie ein wahrer Kern, mit dem man sich identifizieren kann. Beide Figuren schaffen es, beim Zuschauer Sympathien zu wecken und gehen über die heutzutage oftmals präsentierten, vielleicht schöner anzuschauenden aber ansonsten absolut hohlen und uninteressanten Abziehbilder hinaus. Sandahl Bergman bringt in ihre Rolle ein Feuer ein, das verständlich macht, was Conan an ihr so attraktiv findet. Generell finde ich es positiv, dass man uns hier neben einer Jungfrau in Nöten auch einen starken Frauencharakter präsentiert, eine Kämpferin, die sich vor ihren männlichen Kollegen nicht zu verstecken braucht. Sie befindet sich mit Conan auf Augenhöhe – eben deshalb wirkt ihre Liebesgeschichte wohl so glaubwürdig.

Trotz aller vorhandenen ersteren Töne würzt man "Conan, der Barbar" aber auch mit einigem Humor, und auch wenn nicht jeder Gag sitzen mag, so gibt es doch ein paar amüsante Szenen. Dabei fällt vor allem auf, welche unterschiedliche Spektren des Humors hier abgedeckt werden – so diskutieren Conan und Subotai in einer Szene darüber, welcher von ihren Göttern der bessere sei, und kurz darauf schlägt man eine gänzlich andere Richtung ein, als Conan ein Kamel K.O. schlägt. Gemeinsam mit den trashigeren Elementen, der Dramatik, der Action, Spannung und der Romantik ergibt das einen gelungenen Mix, der von der ersten bis zur letzten Minute für Unterhaltung sorgt. Als besonders gelungen empfand ich dabei schon immer den Einstieg – vor allem jenen Moment, als Conan dabei zusehen muss, wie seine Mutter umgebracht wird. Hier schafft es John Milius, uns den Schrecken des Moments durch Conan's ausgestreckte Hand zu vermitteln, ohne explizit zu zeigen, was passiert. Auch das zeichnet "Conan, der Barbar" aus – man scheut zwar nicht davor zurück, uns Gewalt und nackte Tatsachen zu zeigen, setzt diese aber mit Bedacht ein, und weiß auch, wann es besser ist, subtiler vorzugehen, mehr der Vorstellungskraft des Zuschauers zu überlassen und dadurch größere Wirkung zu entfalten. Die nachfolgende Szene im Arbeitslager, die uns durch eine herrliche Überblendung zum erwachsenen Conan wechseln lässt, erklärt seine muskelbepackte Statur – hat er dieses seltsame Rad doch zuletzt ganz allein bedient. Die darauffolgenden kurzen Gladiatorenkämpfe haben mich zwar weniger überzeugt, waren aber wohl wichtig, um zu zeigen, wo Conan seine Kampfkünste gelernt hat, und sein späteres diesbezügliches Geschick plausibel zu machen.

ImageDie nun folgende Szene mit der Hexe hat mich schon immer etwas irritiert. Einerseits ist mir nicht wirklich klar, was sie von Conan will, bzw. was genau eigentlich vor sich geht, andererseits würde man sich eigentlich erwarten, dass hier eine spätere Entwicklung vorbereitet wird, und die Hexe später – möglicherweise beim Showdown – wieder auftaucht. Eben dies ist jedoch nicht der Fall. Dadurch wirkt die Szene ziemlich unnötig, sinnlos und rückwirkend betrachtet auch störend. Generell verliert "Conan, der Barbar" hier kurzzeitig ein wenig an Unterhaltungswert – erst, als Valeria dazu stößt, erwacht der Film wieder so richtig zum Leben. Nach dem packenden und sehr gut umgesetzten Überfall auf den "Palast" des Schlangenkults böte sich Conan nun die Chance auf ein Leben in Frieden. Doch er kann die Vergangenheit nicht ruhen lassen, und verlässt Valeria – vor allem in Anbetracht dessen, was später folgt, eine folgenschwere Entscheidung, deren Tragweite aber selbst bei der Erstsichtung spürbar ist.

Wie sich Conan etwas später, nach dem Aufeinandertreffen mit dem schrägen Zauberer, in den Kult einschleicht, entbehrt ebenfalls nicht einer gewissen Komik. Danach überrascht der Film jedoch mit einer Wendung, die man so wohl nicht erwartet hätte. Der große Held des Films wird gefangen genommen, gefoltert, und wartet zuletzt hilflos an einem Baum gefesselt auf den Tod – ehe er von seinen Freunden gerettet wird. Conan hier derart verletzlich und vergleichsweise schwach erscheinen zu lassen, macht ihn nicht nur gleich interessanter – ist eben selbst er kein unbesiegbarer Superheld – sondern lässt auch die Bedrohung durch Thulsa Doom größer erscheinen. Die "Wiederbelebung" ist zwar etwas grotesk in Szene gesetzt, und auch die nachfolgende Orgie während des Angriffs wirkt teilweise ein wenig unfreiwillig komisch, doch die Mission an sich ist spannend und packend umgesetzt. Mit (Achtung, Spoiler!) Valeria's Tod, der mich wirklich berühren konnte, (Spoiler Ende) folgt dann auch schon der emotionale Höhepunkt des Films. Der nachfolgende Kampf, der zugleich den Action-Höhepunkt des Films darstellt, hat ebenfalls ein paar gute Momente zu bieten – lediglich die Rückkehr bzw. Erscheinung einer bestimmten Figur wirkte auf mich hier etwas deplatziert. Absolut grandios dann aber die letzte Konfrontation zwischen Thulsa Doom und Conan. Anstatt erneut auf Action zu setzen und uns zu zeigen, wie sich Conan zu ihm vorkämpft, oder aber die beiden dann nochmal einen Showdown austragen zu lassen, ist diese Szene herrlich ruhig – bis zum überraschenden, kompromisslosen Ende. Wie die Anhänger danach ihre Fackeln löschen, ist ein weiterer optisch imposanter Moment des Films. Und zum Abschluss gibt es dann keinen triumphierenden, zufriedenen und fröhlichen Conan – sondern einen nachdenklichen, einsam wirkenden.

ImageSollten sich Thulsa Doom's Warnungen, wenn Conan ihn töte habe er nichts mehr für dass es sich zu Leben lohnen würde, etwa tatsächlich bewahrheitet haben? War es der Preis, den Conan für seine Rache gezahlt hat, wirklich wert? Hier bietet "Conan" beachtlichen Interpretationsspielraum, und lässt uns statt im Jubel in einer eher nachdenklichen Stimmung zurück. Nur ein Moment und ein Element von vielen, in denen sich John Milius und sein Team gegen die übliche Erwartungshaltung des Zuschauers – gerade auch für ein Fantasy B-Movie – gestemmt haben, und ihn damit auch über das gewohnte Niveau solcher Filme hebt. Natürlich ist er weder perfekt noch ein Meisterwerk. Es gibt einige Längen, so abwechslungsreich er vom Ton her auch ist, will sich nicht immer ein stimmiges Ganzes ergeben, und trotz aller ernsteren Untertöne – 100%ig ernst nehmen soll und kann man ihn sicherlich nicht. Aber er bietet gute Unterhaltung mit einigen originellen, frischen und unerwarteten Elementen, und überzeugt vor allem dank der Mühe, die sich alle Beteiligten bei einem Film gegeben haben, den man auch deutlich simpler, klischeehafter und liebloser hätte umsetzen können…

Fazit: "Conan, der Barbar" ist für mich ein kleines Wunder: Ein B-Movie, dass sich einerseits vor den trashigeren Elementen nicht scheut und den "Pulp"-Charakter der Vorlage zelebriert, sich andererseits aber auch nicht damit zufrieden gibt, nur nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner zu operieren, sondern in vielen Bereichen und einzelnen Szenen eine Ambition zu größerem erkennen lässt, die man so wohl nicht erwarten würde. John Milius Inszenierung ist großartig; trotz des vergleichsweise geringen Budgets zaubert er einige epische und imposante Bilder auf die Leinwand. Unterstützt wird er dabei vom (teilweise von ihm selbst geschriebenen) Drehbuch, dass einige herrliche Dialoge zu bieten hat, die ebenfalls um einiges gehobener und anspruchsvoller sind, als man das von derartigen Filmen sonst oft gewohnt ist. Auch Basil Pouledouris verleiht "Conan, der Barbar" mit seinem opulenten Score viel an Größe. Und Arnold Schwarzenegger beweist hier, dass er zwar nie ein großer Schauspieler sein wird, sich viele bessere Darsteller aber was Charisma und Leinwandpräsenz betrifft eine ordentliche Scheibe von ihm abschneiden könnten. Die Figuren sind allesamt gut getroffen und sympathisch, die Geschichte wartet mit einigen überraschenden und dramatischen Wendungen auf, und bietet zahlreiche großartige Szenen und Highlights. Eine Einstufung als "Meisterwerk" wäre wohl zu viel des Guten, immerhin bleibt er trotz aller gehobener Elemente in erster Linie Edel-Trash, aber das Prädikat "Klassiker" hat sich "Conan, der Babar" zweifelsohne verdient.

Wertung:7 von 10 Punkten


Christian Siegel
(Bilder © Universal Pictures)


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