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Halloween II (Original) Drucken E-Mail
Dürftige Fortsetzung zum Carpenter-Klassiker Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Donnerstag, 27 Oktober 2011
 
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Halloween II
(Halloween II, USA 1981)
 
Halloween II
Bewertung:
Studio/Verleih: De Laurentiis/Universal Pictures
Regie: Rick Rosenthal
Produzenten: U.a. Moustapha Akkad, John Carpenter & Debra Hill
Drehbuch: John Carpenter & Debra Hill
Filmmusik: John Carpenter & Alan Howarth
Kamera: Dean Cundey
Schnitt: Mark Goldblatt & Skip Schoolnik
Genre: Horror
Kinostart Deutschland: 12. November 1982
Kinostart USA: 30. Oktober 1981
Laufzeit: 92 Minuten
Altersfreigabe: Ab 18 Jahren
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu Ray, DVD
Mit: Jamie Lee Curtis, Donald Pleasence, Charles Cyphers, Jeffrey Kramer, Lance Guest, Pamela Susan Shoop, Hunter von Leer, Leo Rossi, Gloria Gifford, Tawny Moyer, Ana Alicia, Dick Warlock u.a.


Kurzinhalt: Unmittelbar nach den Ereignissen aus "Halloween": Während Laurie Strode ins Krankenhaus gebracht wird, macht sich Dr. Loomis gemeinsam mit der Polizei auf die Suche nach Michael Myers. Dieser wiederum versteckt sich zuerst in der Nachbarschaft, und setzt seine brutale Mordserie fort, ehe er sich ebenfalls zum Spital begibt, um zu beenden, was er angefangen hat. Offenbar hat er es auf Laurie besonders abgesehen – doch aus welchem Grund? Als ihn eine Kollegin aufsucht, erfährt Dr. Loomis schließlich die schreckliche Wahrheit…

Review: ImageDer Anfang von "Halloween II" ist ja noch sehr vielversprechend. Zuerst erleben wir die letzten Minuten aus dem ersten Film erneut (wenn auch leicht verändert), um dann – und dies ist meines Erachtens die einzig wirklich gute Idee dieser Fortsetzung – direkt an die Ereignisse aus dem ersten Teil anzuknüpfen. Die ersten Minuten, in denen Michael Myers sich vor Dr. Loomis und der Polizei versteckt, zuerst ein älteres Ehepaar "besucht" und danach eine junge Frau ermordet, die gerade im Fernsehen einen Bericht über die Morde sieht und mit einer Freundin darüber übers Telefon spricht, vermögen es – nicht zuletzt dank des gut gemachten und wohldosierten Einsatzes der "Myers-Cam" – kurzzeitig und ansatzweise an den ersten Teil anzuknüpfen. Nachdem man Laurie ins Krankenhaus gebracht hat und Myers angeblich das Zeitliche gesegnet hat geht es aber leider rapide den Bach runter.

Dies beginnt schon bei der größten Wendung dieses Films: Laurie Strode ist in Wahrheit Laurie Myers – Michael hat es also auf seine überlebende kleine Schwester abgesehen. Ein Plotkonstrukt, dass einzig und allein dafür da war, um Jamie Lee Curtis' neuerliche Hauptrolle logisch begründen zu können. Man wollte in diesem Sequel halt einfach den größten Star des Originals – neben Myers selbst – beibehalten, brauchte deshalb aber nun einen guten Grund, warum Myers weiter nach ihrem Leben trachten sollte, statt sich einfach ein anderes Opfer in Haddonfield zu suchen. Leider aber öffnete man damit eine Büchse der Pandora voller Logiklöcher: Woher weiß Myers, dass Laurie seine Schwester ist? Wenn er es in erster Linie auf sie abgesehen hat – warum warnt er sie, die Polizei und Dr. Loomis durch die ganzen anderen Morde? Sein Verhalten ergibt durch diese Offenbarung jedenfalls keinen Sinn – weder im Sequel, noch (und das halte ich für besonders fatal, da damit das Original rückwirkend geschädigt wird) im ersten Teil. Ich wünschte, dies wäre wenigstens der einzige größere Kritikpunkt an dieser Fortsetzung, doch weit gefehlt. Hat man sich im Original um einen langsamen Aufbau bemüht und die Figuren vorgestellt, so dass sie uns sympathisch wurden, sind in "Halloween II" alle außer Laurie plattes, uninteressantes Kanonenfutter, deren einziger Sinn und Zweck darin besteht, sich von Myers ermorden zu lassen. Damit hat "Halloween II" leider mit jenen Slashern, die durch das Original inspiriert wurden (jedoch überwiegend dessen Qualitäten vermissen ließen) mehr gemein als mit dem Vorgänger…

ImageWas ebenfalls auffällt, ist die ungemein dünne Handlung. So interessant und vielversprechend die Idee auch gewesen sein mag, direkt an die Ereignisse aus dem ersten Teil anzuknüpfen, schränkt es das Drehbuch doch auch enorm ein, da man nur eine Geschichte aus einem sehr begrenzten Zeitraum – nämlich jener schicksalhaften Nacht – erzählen kann. Und John Carpenter und Debra Hill taten sich sichtlich schwer damit, sich etwas einfallen zu lassen, um die 90 Minuten zu füllen – weshalb das Erzähltempo gerade auch für einen Horror-Schocker doch etwas zu gemächlich und bedächtig ist. Weitere Abzüge gibt es für die unatmosphärische Inszenierung, die es überwiegend an Spannung vermissen lässt, das unglaubwürdig menschenleere Hospital, vor allem aber die teils strunzdämlichen Aktionen der Protagonisten, welche "Halloween II" leider teilweise unfreiwillig ins komikhafte abgleiten lassen. Da rutscht einer auf einer Blutlache aus, eine andere rennt als sie erkennt, dass alle Reifen auf dem Parkplatz aufgeschlitzt wurden, wieder munter ins Krankenhaus zurück, statt zur Polizeistation, ein anderen beugt sich trotz Dr. Loomis Warnung über die vermeintliche – nach wie vor eine Waffe in der Hand haltende! – Leiche von Michael Myers, damit dieser ihn gemütlich aufschlitzen kann, und und und…

Selbst Laurie ist von dieser Volksverdummung nicht befreit. Statt sich in eine Menschenmenge zu begeben, versteckt sie sich lieber in einem Auto. Hier überschlagen sich dann schließlich die konstruiert-unglaubwürdigen Ereignisse, als zuerst ihr Vielleicht-Schwarm zwar trotz des heftigen Kopfstoßes ins Auto gelangt, dann jedoch ohnmächtig wird und mit der Hupe lautstark auf sich und Laurie aufmerksam macht. Diese schleppt sich daraufhin aus dem Auto, kriecht und schreit… nein, eher… röchelt verzweifelt um Hilfe, als auf der anderen Seite des Parkplatzes Dr. Loomis & Co. beim Krankenhaus eintreffen, die sie natürlich obwohl sie über den Parkplatz robbt nicht bemerken. Laurie bekommt einfach keinen vernünftigen, lauten Ton heraus – erst als sie die Türe hinter sich geschlossen haben, schafft sie es wie durch ein Wunder plötzlich, laut um Hilfe zu rufen. Was der Spannung teilweise auch nicht gerade zuträglich ist, sondern ebenfalls etwas ins Lächerliche abgleitet, ist der unentwegt und unbeirrt dahinschlurfende Myers. Gut, ok, dass er nicht allen potentiellen Opfern hinterherjagt, da es ihm ja im Prinzip egal ist, wer ihm unters Messer kommt, in Ordnung. Aber laut "Halloween II" hat er es ja dezidiert auf Laurie abgesehen. Man sollte daher meinen, dass er wenn sie kurz davor ist durch ein Fenster zu entkommen, oder in einem Fahrstuhl zu flüchten, den Zombie-Schlurfgang mal kurzfristig aufgibt – aber nein, konsequent schleicht er bedrohlich (?) durch die Gänge, und kommt ebenso konsequent natürlich immer genau diese eine Sekunde zu spät. Natürlich ist mir bewusst, welche Wirkung man damit erzielen will. Myers macht damit deutlich, dass er sich nicht beeilen muss, da er sich ohnehin sicher ist, dass er sie früher oder später kriegen wird. Diese "Sorglosigkeit" des Killers, die absolute Sicherheit, nicht scheitern zu können, soll ihn noch beängstigender machen. Bei "Halloween II" schießt man aber in einigen Momenten übers Ziel hinaus, und lässt Myers nur mehr ziemlich dämlich aussehen, und sonst gar nichts…

ImageEs gibt jedoch auch ein paar rettende, positive Elemente, die schlimmeres verhindern. Neben dem bereits erwähnten gelungenen Einstieg können die schauspielerischen Leistungen – allen voran von Jamie Lee Curtis und Donald Pleasance – gefallen. Das kitschig-verträumte Titellied "Mr. Sandman" ist eine perfekte und originelle Wahl, steht es doch in herrlichem Kontrast zur düster-blutrünstigen Handlung. Einige der Morde sind durchaus originell und gut in Szene gesetzt (wobei man in jenem Moment, als Myers eine Frau mittels eines Skalpells hochhebt, schon wieder übers Ziel hinausschießt). Und in jenen Momenten, als Laurie vor Myers flieht, kommt endlich zumindest ansatzweise jene Spannung auf, die man zuvor schmerzlich vermisst hat. Meine Lieblingsszene ist aber das Gespräch zwischen Dr. Loomis und seiner Kollegin im Auto, als er über die Schrecken philosophiert, welche die Menschen plagen und bedrohen – und dass das eigentliche Böse, vor dem wir uns Fürchten sollten, im Menschen selbst, in uns allen, schlummert. Ich weiß zwar nicht genau, wie diese Szene – angesichts des zunehmend übernatürlichen Charakters von Myers – im Bezug zum Rest des Films steht und/oder passt, aber davon losgelöst gefällt mir diese Aussage sehr gut…

Fazit: "Halloween II" ist leider im wahrsten Sinne des Wortes eine "Horror"-Fortsetzung. Fast alle Stärken die das Original so ausgezeichnet haben, wie der ruhige Aufbau, die ausführliche Vorstellung der Figuren, der gemächliche Aufbau einer spannend-bedrohlichen Atmosphäre, und und und, sucht man hier vergeblich. Aus dem Vorreiter des Horror-Genres, der dieses nachhaltig geprägt und zahlreiche Slasher-Nachahmer inspiriert hat, ist bereits im zweiten Anlauf ein Mitläufer geworden, der sich mit ganz ähnlichen Problemen herumschlagen muss wie die Konkurrenz. Aus sympathischen potentiellen Opfern, mit denen man sich identifizieren und dadurch mit ihnen mitfühlen kann, wird reines Kanonenfutter, dass statt zum Schrecken zur Unterhaltung des Zuschauers ermordet wird. Darüber hinaus fehlt es "Halloween II" an Inhalt, Handlung bzw. ausreichend Ideen, um die Laufzeit zu füllen – weshalb stellenweise Langeweile aufkommt. Einige hirnrissige Aktionen der Protagonisten sowie überaus konstruierte Zufälle tragen ebenso zum negativen Gesamteindruck bei, wie die praktikable (aber kaum logische) Offenbarung rund um Myers Verbindung mit Laurie, nur um Jamie Lee Curtis erneut ins Rampenlicht rücken zu können. Einzig ein paar kurze gelungene Momente hie und da verhindern schlimmeres – allerdings ist "Halloween II" auch so schon schlimm genug.

Wertung:3 von 10 Punkten


Christian Siegel
(Bilder © Universal Pictures)


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Weiterführende Links:
Halloween-Special
Review zu "Halloween" (Original)







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