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The Resident Drucken E-Mail
Selten war stalken so langweilig Kategorie: Filme - Autor: Vern - Datum: Sonntag, 23 Oktober 2011
 
Image


The Resident
(The Resident, UK/USA 2011)
 
The Resident
Bewertung:
Studio/Verleih: Relativity Media/Highlight
Regie: Antti Jokinen
Produzenten: U.a. Renny Harlin & Hilary Swank
Drehbuch: Antti Jokinen & Robert Orr
Filmmusik: John Ottman
Kamera: Guillermo Navarro
Schnitt: Stuart Levy & Bob Murawski
Genre: Horror/Thriller
DVD-Veröffentlichung Deutschland: 10. Februar 2011
Kinostart UK: 11. März 2011
Laufzeit: 91 Minuten
Altersfreigabe: Ab 16 Jahren
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu Ray, DVD
Mit: Hilary Swank, Jeffrey Dean Morgan, Christopher Lee, Lee Pace, Aunjanue Ellis, Michael Massee, Nana Visitor u.a.


Kurzinhalt: ImageNach der Trennung von ihrem Freund sucht die junge Chirurgin Juliet verzweifelt ein eigenes Apartment. Wie es der Zufall so will, hat der sympatisch-freundlich wirkende Max gerade eines zu vermieten. Es ist eine Altbauwohnung mit traumhaftem Ausblick und zu erstaunlich günstigen Konditionen. Juliet überlegt nicht lange und schlägt zu. Doch schon bald nachdem sie eingezogen ist, beginnt sie sich zunehmend unwohl zu fühlen. Sie hat das Gefühl, als würde sie jemand beobachten. Als ein Bluttest Rückstände von Betäubungsmitteln zu Tage fördert, wird sie hellhörig. Wird sie etwa tatsächlich beobachtet, verfolgt, und vielleicht sogar betäubt, während sie schläft? Um Antworten auf diese drängenden Fragen zu erhalten, lässt sie Sicherheitskameras in ihrem Apartment installieren - und fördert schließlich die grauenvolle Wahrheit ans Licht…
Christian Siegel


Review: Kennt ihr "Hammer", die Produktionsfirma aus London, welche die alten Dracula und Frankenstein-Filme mit Christopher Lee und Peter Cushing gemacht hat? Nun, sie sind zurück, oder zumindest verwendet wieder jemand diesen Namen. Ich würde mir wohl nicht zu viele Gedanken darüber machen, wenn nicht der erste offizielle Kinofilm des neuen "Hammer"-Studios "Let Me In" gewesen wäre, ein sehr gut gemachter Film. Es erschien sogar irgendwie Sinn zu ergeben, dass das Studio dass ihre eigene Version von Dracula produziert hat auch ihre eigene Version von "Let The Right One In" machen würde. Und so war ich bereit, mich auf diese Leute einzulassen. Ihr zweiter Film ist jedoch längst nicht so imponierend. Auf dem Cover des Screeners steht "Kino-Veröffentlichung 2010", was im Screener-Jargon so viel heißt wie "Ich weiß, ich dachte auch es wäre ein DTV-Film, aber er muss wohl kurz in ein oder zwei Kinos gelaufen sein". (Ich hab nachgesehen und er wurde wohl tatsächlich in England im Kino gezeigt. Und in Kuwait).

ImageDie Besetzung ist allerdings beeindruckend. Sie beinhaltet die zweifache Oscar-Gewinnerin Hilary Swank, den einmaligen "Jonah Hex"-Gastauftritt-er Jeffrey Dean Morgan, und – heilige Scheiße – Hammer's ureigenen Christopher Lee. Es ist ein ziemlich typischer Stalker-Film über ein Mädel, das in ein New Yorker Apartment zieht und von einem Spinner beobachtet und belästigt wird. Swank spielt Juliet, den titelspendenden "Resident". Zu Beginn sehen wir sie beim Joggen, und wie sie ihrem Job als Chirurgin nachkommt. Der ungeschickte erste Satz des Films ist "Okay, wir werden diesen Kerl intubieren und das Loch in seinem Herz stopfen." (Macht euch der Gedanke nicht Angst, dass ihr von einer Frau operiert werden könntet die euch als "dieser Kerl" bezeichnet und die ihren Assistenten erklären muss, dass sie euch das Loch im Herzen schließen wird?) Dieser Einstieg sollte wohl zwei Dinge etablieren: Wie schnell sie laufen kann, und dass sie über anatomisches und chirurgisches Wissen verfügt, welches gelegen kommen könnte wenn sie verletzt wird oder aber ihren Angreifer schwer verletzen will. Denkste; sie führt nur später einen Bluttest an sich durch.

Jedenfalls hat sie sich von ihrem Freund (Lee Pace) getrennt und sucht daher ein Apartment wo sie allein leben kann. Es ist ein großes, altes Gebäude, das Angebot wirkt zu gut um wahr zu sein, und da ist ein netter, charmanter Vermieter namens Max (Morgan), der sehr einladend und hilfsbereit ist. Da muss es doch einen Haken geben, oder? Nun, wir wissen, sie jedoch nicht, dass sie jemand insgeheim beobachtet. Ist es Max, der Vermieter? Max des Vermieters gruseliger Großvater (Lee)? Ihr Ex? Jemand anders? Man tut so als wäre es eine große Überraschung, aber nach einer halben Stunde springt man zurück und zeigt uns was wirklich vor sich geht und (Großer Spoiler den man erwähnen muss um über den Film zu sprechen und das Poster verrät es ohnehin schon) jupp, Max verfolgt sie. Tatsächlich hat er sie vor dem Krankenhaus entdeckt und sie dann so manipuliert, dass sie von sich aus in das Apartment kam, wo er dann ganz überrascht tun konnte. (Mal 'ne Frage: Haltet ihr es für seltsam, dass jemand einen Zettel mit seiner Telefonnummer und dem Hinweis "Suche Apartment" irgendwo hinhängt? Meiner Erfahrung nach kommen die Apartments nicht zu dir, sondern du musst zu ihnen kommen. Aber gut, sie ist Herzchirurgin, keine Raketenwissenschaftlerin).

ImageAnfangs tut man so als wäre das der Beginn einer Romanze, aber natürlich wissen wir welches Genre dies ist und wo es hinführt. Max ist ein bisschen von Norman Bates inspiriert, außer dass Morgan so viel männlicher ist als Anthony Perkins, dass es etwas unglaubwürdiger wirkt. Nach außen hin ist er gutaussehend und süß aber wenn er allein ist dreht er durch und schlägt Sachen kaputt. In seiner Seele herrscht ein ständiger Kampf, wenn sie also zu ihm sagt "Das ist wirklich sehr nett von dir. Danke, dass du so ein guter Freund bist" zuckt er ein bisschen zusammen. Er fühlt sich wohl schlecht wegen des geheimen Gucklochs in seinem Schrank, also nagelt er ein Brett drüber um sich zu zügeln, damit er ihr nicht beim nächsten Mal wieder dabei zusieht, wenn sie in der Badewanne masturbiert. Aber es ist so als wenn du Eiscreme im Tiefkühlschrank stehen hast und dir sagst, dass du sie nicht essen wirst. Du weißt genau, dass du sie verdammt nochmal essen wirst.

Der Schwerpunkt des Films liegt auf der geheimen Verletzung unserer Privatsphäre. Die Idee, dass jemand deine Sachen berühren oder dir ins Genick (oder auf schlimmere Stellen) atmet während du schläfst oder du ihm den Rücken zuwendest. Du hast ein unangenehmes Gefühl, so als wäre etwas nicht in Ordnung, aber es kommt dir nicht in den Sinn dass dies daran liegen könnte, dass dich ein Kerl betäubt und dann unter deinem Bett liegend an deinen Fingern saugt. Die Idee ist sicherlich beängstigend, und ich respektiere Morgan's Mut, sich einfach drauf einzulassen, aber damit es auch funktioniert, hätte es einen guten Aufbau gebraucht. Leider ist das Drehbuch eine einzige Amateurarbeit. Dies ist einer jener Filme wo du den Autor förmlich vor dir siehst wie er sich den Background der Figuren aufschreibt, und als reines Hintergrundwissen nur für ihn wäre es schon albern genug, aber dann baut er es direkt in die Dialoge ein.

ImageJuliet sitzt also auf einer Parkbank und erzählt Max was sie als Kind getan hat und das ihre Eltern Hippies waren und sie war das schwarze Schaf der Familie und deswegen hat sie rebelliert, indem sie Medizin studiert hat. 1-Euro-Shop Psychologie-Gefasel, dass als Charakterisierung durchgehen soll. Man muss erklären, warum Max zu dämlich ist die Sicherheitskameras in Juliet's Apartment zu bemerken? Kein Problem, mach einfach eine poetische Charaktereigenschaft draus. Juliet: "Du magst alte Sachen." Max: "Das stimmt wohl. Ich gehöre nicht wirklich zur SMS und Twitter-Gesellschaft. Technologie scheint dafür da zu sein, allen von deinen tiefsten, dunkelsten Geheimnissen zu erzählen. Ich weiß auch nicht, ich denke wohl, Geheimnisse sollten Geheimnisse bleiben." Ihnen ist wohl zudem bewusst geworden, dass es für einen scheinbar so großartigen Kerl wie Max verdächtig ist, keine Frau in seinem Leben zu haben, also spricht Juliet ihn direkt darauf an und er sagt "Ich habe nie jemanden gefunden der… der mich verstanden hat, denke ich." Jo… ganz besonders wohl den Teil wo er eigentlich Wartungsarbeiten im Apartment einer Frau durchführen soll und sich stattdessen in ihre Badewanne legt um sich einen runterzuholen. Aber gib nicht auf, Max. Deine Seelenverwandte ist sicherlich irgendwo das draußen…

Mit einem solch dämlichen Aufbau wird man nicht gerade in den Film hineingezogen, weshalb es manchmal unfreiwillig komisch wirkt wenn er seine Spinner-Nummer abzieht, wie an ihren Kleidern zu riechen oder diese am Bett liegend lüstern zu liebkosen. Ein besonders alberner Moment ist, als er in ihr Apartment geht als sie nicht zu Hause ist und – dieser Scheiß ist echt krank, ihr werdet womöglich gleich in Ohnmacht fallen – ihre elektrische Zahnbürste benutzt. Und im Hintergrund gruselige Musik gespielt wird. Das ist definitiv meine Lieblingsstelle. Der finnische TV-Regisseur Antti Joniken hat Regie geführt, und das Drehbuch gemeinsam mit Robert Orr (einer der Autoren für "Underworld: Der Aufstand der Lykaner") verfasst. Und sie haben mit Guillermo Navarro zusammengearbeitet, den Kameramann von "Jackie Brown", "Desperado" und allen Filmen von Guillermo Del Toro, aber darauf wär' ich nie gekommen. Ich weiß, einige oder sogar die meisten Leute hatten ein Problem mit "Let Me In" als Remake von "Let The Right One In", aber ihr müsst zumindest zugeben, dass es wunderschön beleuchtet und gedreht wurde, voller fast greifbarer Atmosphäre, und doch sehr natürlich wirkenden Dialogen und schauspielerischen Leistungen. "The Resident" kann keine dieser Qualitäten vorweisen, er ist einfach nur eine einfallslose und nicht sonderlich clevere Variante einer bekannten Idee. Das Einzige, was ihn hervorstechen lässt, ist die besser-als-er-es-sich-verdient-hat Besetzung. Und die Zahnbürste.

ImageIch habe ein Interview mit Jokinen auf einer Website namens "filmshaft" gelesen, und es ist komisch, denn es klingt so als hätte er noch keine Filme gesehen. Alles, was an diesem Film so gewöhnlich ist hält er für eine brillante Abwandlung der Standardformel. Nehmt beispielsweise folgende Aussage über die Idee einer Frau, die heimlich beobachtet wird: "Ja, ich wollte einen Film mit einer Frau als Hauptfigur machen, da ich einen voyeuristischen Aspekt ins Zentrum des Films stellen wollte. Ich denke die Sexualität dessen umspült den Film wie ein Parfüm, und ich brauchte eine Frau, um diese Rolle zu spielen. Bei Voyeurismus geht es für mich darum, eine Frau zu sehen und zu fühlen, die nicht weiß, dass sie beobachtet wird." Er scheint auch nicht zu wissen dass die meisten Slasher-Filme und Suspense-Thriller der letzten 30+ Jahre von Frauen handeln die terrorisiert werden, und dann zurückschlagen: "Der andere Grund warum ich das tun wollte geht auf Hitchcock's Filme und andere Dinge zurück die ich interessant fand. In Horrorfilmen kommt es so oft vor, dass Frauen in Gefahr sind und einfach wegrennen und hoffen, dass sie nicht geschnappt werden. In "The Resident" hingegen steht die Figur auf und kämpft." Nun ja, vielleicht haben die ja keinen Filmverleih in Finnland. Er weiß nichts von den Shannon Tweed-Filmen und was nicht sonst noch alles. Wenn dann endlich mal die Samthandschuhe ausgezogen werden und es ans Eingemachte geht, ist es ja ok, aber man geht dabei nicht einmal ansatzweise weit genug um mich den Rest des Films vergeben zu lassen. Dieser Bösewicht verdient mehr an Strafe als er bekommt. Ihre Rache sollte Laufen und Chirurgie beinhalten. Und den Missbrauch seiner Mundhygieneprodukte…
Autor: Vern (http://www.outlawvern.com)
Übersetzung: Christian Siegel


Fazit: Ich kann meinem eloquenten Vorredner nur zustimmen: Nach dem sehr gelungenen Remake "Let Me In" (Review dazu folgt in wenigen Tagen) ist "The Resident" eine herbe Enttäuschung für dieses ehemals namhafte Horror-Filmstudio. Ein 08/15-Plot, unheimlich vorhersehbar, mit zahlreichen unfreiwillig komischen Momenten, und ohne jegliche Atmosphäre oder Spannung. Hilary Swank und Jeffrey Dean Morgan kämpfen verzweifelt gegen die zahlreichen Klischees und ihre platten Figuren an, ziehen jedoch klar den Kürzeren. Der Showdown ist gefällig, und auch zwischendurch mag es den einen oder anderen flüchtigen gelungenen Moment geben, aber zu viele Szenen (wie die erwähnte Zahnbürsten-Szene, oder auch jener Moment, als Juliet die Aufzeichnungen der Sicherheitskameras abspielt) verfehlen die gewünschte Wirkung völlig. In meinen Augen ist es dieser "Resident" jedenfalls nicht wert, ihn durch ein verstecktes Loch in der Wand (oder auf sonst eine Art und Weise) zu beobachten.

Wertung:3 von 10 Punkten


Christian Siegel
(Bilder © Highlight)


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Weiterführende Links:
Halloween-Special
Review zu "So finster die Nacht" ("Let The Right One In")







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