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Viel mehr als einfach nur ein Vampirfilm... Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 31 Oktober 2010
 
Image


Durst
(Bakjwi, Südkorea 2009)
 
Durst
Bewertung:
Studio/Verleih: Focus Features/MFA Filmdistribution
Regie: Chan-wook Park
Produzenten: U.a. Chan-wook Park, Miky Lee & Ahn Soo-Hyun
Drehbuch: Seo-Gyeong Jeong & Chan-wook Park, nach einem Roman von Émile Zola
Filmmusik: Young-ook Cho
Kamera: Chung-hoon Chung
Schnitt: Jae-beom Kim & Sang-bum Kim
Genre: Horror/Drama
Kinostart (Deutschland): 15. Oktober 2009
Kinostart (Südkorea): 30. April 2009
Laufzeit: 133 Minuten
Altersfreigabe: Ab 16 Jahren
Trailer: klick
Kaufen: DVD, Blu Ray
Mit: Kang-ho Song, Ok-bin Kim, Hae-sook Kim, Ha-kyun Shin, In-hwan Park, Dal-su Oh, Young-chang Song, Mercedes Cabral u.a.


Kurzinhalt: Der Priester Sang-hyeon nimmt an einem medizinischen Experiment teil, das dabei helfen soll, ein Heilmittel für eine tödliche Krankheit zu finden. Im Gegensatz zu den anderen Teilnehmern überlebt Sang-hyeon – jedoch nur durch eine Bluttransfusion, die ihn in einen Vampir verwandelt. Nachdem er die Krankheit besiegt hat, wird er von einigen als neuer Heiliger gefeiert – in Wahrheit plagt ihn nun der Blutdurst, und zugleich Gewissensbisse über das, was er ist, und was er zum Überleben tun muss (auch wenn er keine andere Menschen tötet). Doch es ist nicht nur die Durst nach Blut, denn auch andere Sehnsüchte, die er sein ganzes Leben lang verdrängt hat, werden immer stärker, und drohen ihn zu überwältigen. Allen voran sein Verlangen nach einer jungen, verführerischen Frau namens Tae-ju. Diese ist in ihrer Ehe höchst unglücklich, und ist von Sang-hyeon fasziniert. Eines Abends geben schließlich beide ihrem Verlangen nach – und begeben sich damit auf einen düsteren Pfad, der sie in immer tiefere Abgründe führt…

Review: Image"Twilight", "True Blood", "Moonlight", "Vampire Diaries" – man kann es nicht anders sagen: Vampire sind in. Neben diesen eher klassischen und/oder romantisch-verklärten Erzählungen haben in den letzten Jahren aber auch zwei originelle und deutlich düstere Filme frisches Blut ins Vampir-Genre gebracht: Einerseits der grandiose "So finster die Nacht", der demnächst ein höchst vielversprechend aussehendes amerikanisches Remake bekommen wird, und andererseits Chan-wook Park’s bizarre Vampir-Geschichte "Durst". Wie auch seinem schwedischen Pendant geht es "Bakjwi", so der Originaltitel, weniger darum, den Zuschauer in Angst und Schrecken zu versetzen, als ihn mit Abscheu zu erfüllen und ihn erschaudern zu lassen. Und, ebenfalls wie "So finster die Nacht" ist er nicht einfach nur ein weiterer Vampir-Film, sondern unheimlich komplex und vielschichtig, und benutzt den Vampir-Mythos eher dazu, die im Zentrum stehenden Thematiken zu intensivieren.

Auf dem ersten Blick drängen sich beim Titel natürlich Gedanken an den Blutdurst der Vampire auf – doch in Wahrheit ist der Titel sehr mehrdeutig. "Durst" erzählt eine komplexe, faszinierende Geschichte über Sehnsucht, Sünde, Schuld und Sühne. Neben dem Blutdurst stehen auch der Durst nach Leben, Liebe, Rache, Sex und Macht im Mittelpunkt. Im Zentrum steht dabei ein Priester, der bereits vor dem Experiment den Glauben verloren hat (tatsächlich wird angedeutet, dass es ihm weniger darum ging, anderen zu helfen, als sein Leben auf diese Weise als Märtyrer und damit glaubensgerecht beenden zu können), und den sein Vampirismus erst recht in eine Glaubens- und Lebenskrise stürzt. Durch seine Wandlung werden auch alle anderen Sehnsüchte, die er sein Leben lang verdrängt hat, stärker – ehe er ihnen nicht mehr widerstehen kann. Auf der anderen Seite haben wir Tae-ju, eine junge Frau, die tagtäglich in einer Hölle lebt, von ihrem Mann und ihrer Schwiegermutter unterdrückt wird, und daran Tag für Tag, Splitter für Splitter langsam aber sicher zerbricht und zu Grunde geht. Beide sehen im jeweils anderen die Möglichkeit, endlich aus ihren gesellschaftlichen Zwängen auszubrechen und einfach nur zu leben – und langgehegten Gelüsten nachzugeben. Doch gleichzeitig begeben sich beide damit auf einen gefährlichen Pfad, der sie wie ein Strudel immer stärker in den Abgrund zieht. Aus gegenseitiger Erlösung wird Verdammnis. Dies ist nur ein kleiner Auszug der behandelten Themen – man könnte über "Durst" ungelogen eine Doktorarbeit schreiben. Aber da dies in erster Linie eine Filmkritik, und nicht eine Analyse sein soll, will ich es mal dabei bewenden lassen…

ImageNeben der vielschichtigen Handlung, die zahlreichen Interpretationsspielraum bietet, ist "Durst" aber auch was den Ton des Films betrifft sehr abwechslungsreich. Mal romantisch, mal verführerisch, mal gewalttätig, mal humorvoll, mal bizarr, mal tragisch… "Durst" hat dem Zuschauer immer wieder etwas anderes, neues zu bieten. Zugegeben, der Einstieg mag noch etwas schleppend von statten gehen, und europäische Filmkonsumenten, die mit dem koreanischen Kino noch nicht so vertraut sind, werden sicherlich etwas Zeit brauchen, um in diese Handlung, deren Ton und Erzähltempo sich doch vom typischen Hollywood-Blockbuster stark unterscheidet, hineinzufinden und an die Unterschiede zu gewöhnen. Und selbst dann gibt es im weiteren Verlauf noch ein paar bizarre Szenen, wo Chan-wook Park wohl leider den einen oder anderen verlieren wird. Nichtsdestotrotz lohnt es sich, dranzubleiben, und sich auf diese höchst originelle, komplexe und vielschichtige Fabel einzulassen.

Die Tage, in denen Chan-wook Park in besser informierten Cineasten-Kreisen noch als Geheimtipp gehandelt wurde, sind längst vorbei. Mittlerweile sollte eigentlich jeder, der sich für Filme interessiert, von seinen bisherigen Werken – allen voran die Vengeance-Trilogie – gehört und doch hoffentlich zumindest einen davon (im Idealfall "Oldboy") gesehen haben. Falls nicht, bietet auch "Durst" eine sehr gute Gelegenheit, dies nachzuholen, und sich mit diesem koreanischen Meister des Filmfachs vertraut zu machen. Park inszeniert seinen Vampirfilm mit gewohnt sicherer Hand, wobei vor allem die Farbgebung erneut besticht. Exemplarisch seien die hellen Räume der Vampir-Behausung genannt, die im starken Kontrast zu ihrem in ewiger Nacht und Dunkelheit gefangenen Dasein steht. Auch sonst gibt er sich erneut keine Blöße, und meistert auch die vielen verschiedenen Töne des Films mit Bravour. Einzig die letzte Szene des Films, die innerhalb des Genres nicht unbedingt ein Novum ist, mögen ihm einige ankreiden – aber Park hat dies derart schön und beeindruckend in Szene gesetzt, dass ich ihm dies nicht vorwerfen kann. Abschließend muss auch den Schauspielern noch ein großes Lob ausgesprochen werden. Kang-ho So werden wohl einige bereits aus Park’s "Lady Vengeance", dem Monsterfilm "The Host" oder dem gelungenen "Eastern" "The Good, The Bad, The Weird" kennen – mit "Durst" fügt er seiner Filmographie eine weitere tolle Leistung hinzu. Die wahre Sensation des Films ist aber Ok-bin Kim, die mit einer absolut phantastischen Performance alle anderen gnadenlos an die Wand spielt, und es schafft, den Zuschauer mindestens genauso sehr zu verzaubern wie zu verstören…

Fazit: Image"Durst" ist so viel mehr als einfach nur ein weiterer Vampir-Film. Getragen von den grandiosen Leistungen seiner beiden Hauptdarsteller, erzählt Chan-wook Park eine vielschichtige und abwechslungsreiche Geschichte über Verlangen, Machtdurst, Schuld und Sühne, virtuos inszeniert und mit kraftvoller Bildersprache. Gekonnt schwenkt er dabei zwischen den verschiedensten Tönen hin und her; "Durst" ist gleichermaßen romantisch, humorvoll, spannend, dramatisch, düster und tragisch, mit einigen bizarren Szenen und denkwürdigen Momenten. Eine emotionale Achterbahnfahrt mit unheimlich viel Tiefgang und Interpretationsspielraum, die den geneigten Zuschauer noch lange nach dem innerhalb des Genres nicht unbekannten Ende beschäftigen wird…

Wertung:9 von 10 Punkten


Christian Siegel
(Bilder © New Line Cinema)


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