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Review zum Horrorklassiker mit Bela Lugosi
Kategorie:
Filme -
Autor: Björn Flügel - Datum:
Donnerstag, 30 Oktober 2008 |
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Kurzinhalt: Der englische Makler Renfield reist nach Transsylvanien, um mit Graf Dracula ein Immobiliengeschäft abzuschließen. Dracula gelingt es, ihn in seinen Bann zu ziehen und so zu seinem Sklaven zu machen. Gemeinsam reisen sie nach London, wo Dracula fortan auf Beutezug geht, während Renfield ins Sanatorium verbracht wird. Der berühmte Professor Van Helsing enttarnt Dracula schließlich als Vampir und nimmt die Jagd auf. Review: Tod Brownings "Dracula" ist die erste autorisierte Verfilmung des berühmten Romans von Bram Stoker, nachdem F.W. Murnau den Stoff bereits 1922 unter dem Titel "Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens" verfilmt hatte - Allerdings ohne Zustimmung von Stokers Erben. Brownings Interpretation basiert dabei allerdings hauptsächlich auf dem gleichnamigen Bühnenstück. Lugosi kehrte hier als Dracula zurück, nachdem er die Rolle zuvor schon am Broadway verkörpert hatte. Genau darin liegt die Problematik. Während das erste Viertel des Films, das in Transsylvanien und auf Draculas Schloss spielt, visuell recht eindrucksvoll und mit einer gewaltigen Atmosphäre daherkommt, fällt die Qualität deutlich ab, sobald die Szene nach London wechselt. Hier ist erkennbar, dass der Film nicht auf dem Roman, sondern auf dem Bühnenstück beruht, und demenstprechend statisch nimmt die Handlung ihren Lauf. Dieser zweite Akt ist extrem textlastig, während die Handlung nur schwerfällig vorangeht. Das ist auch dem knappen Budget zu verdanken, das verhindert, bedeutende Momente wie etwa Draculas Verfolgung von Mina darzustellen. Diese wesentlichen Handlungselemente werden lediglich per Text vermittelt, und ergo entgeht dem Zuschauer das tatsächliche Ausmaß dieser Szenen.
Es ist Bela Lugosi, der diese "Dracula"-Verfilmung so herausragend macht. Während die Figur in Stokers Roman als abstoßende Kreatur (vgl. dazu Murnaus Verfilmung) beschrieben wird, etabliert Lugosi hier den edlen, würdevollen Vampirtypus, der später im Genre standartisiert wurde und als Mythos gilt. Dabei weiß Karl Freunds Kameraführung, Lugosis bzw. Draculas hypnotischen Charakter mithilfe von raffinierten Beleuchtungstricks zu unterstreichen. Auch gehen die düsteren Schlösser, Fledermäuse, Spinnengewebe - eben all das, was heute mit "Dracula" assoziiert wird - auf die vorliegende Verfilmung zurück. Daher ist Tod Brownings "Dracula" aus heutiger Sicht die bedeutendste Verfilmung des Stoffes, wenn auch nicht die Beste. Wertung:6 von 10 Punkten Hintergrundinformationen:
Björn Flügel
(Bilder © Universal Pictures)
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