Star Trek: Discovery - 4x13: Die Heimkehr
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Episodenbild (c) Paramount+

Originaltitel: Coming Home
Episodennummer: 4x13
Bewertung:
Erstausstahlung USA: 17. März 2022 (Paramount+)
Erstausstahlung D: 18. März 2022 (Pluto TV)
Drehbuch: Michelle Paradise
Regie: Olatunde Osunsanmi
Hauptdarsteller: Sonequa Martin-Green als Michael Burnham, Doug Jones als Saru, Anthony Rapp als Paul Stamets, Mary Wiseman als Sylvia Tilly, Wilson Cruz als Hugh Culber, Blu del Barrio als Adira Tal, David Ajala als Cleveland "Book" Booker.
Gastdarsteller: Tig Notaro als Jett Reno, Oded Fehr als Charles Vance, Stacey Abrams als President of United Earth, Shawn Doyle als Dr. Ruon Tarka, Chelah Horsdal als Laira Rillak, Tara Rosling als President T'Rina, Annabelle Wallis als Zora (voice), Hiro Kanagawa als Dr. Hirai, Phumzile Sitole als General Ndoye, Emily Coutts als Lt. Cmdr. Keyla Detmer, Patrick Kwok-Choon als Lt. Cmdr. Gen Rhys, Oyin Oladejo als Lt. Cmdr. Joann Owosekun, Sara Mitich als Lt. Cmdr. Nilsson, Raven Dauda als Cmdr. Tracy Pollard MD, Orville Cummings als Lt. Christopher, David Benjamin Tomlinson als Lt. jg Linus, Seamus Patterson als Harral, Adrian Walters als Taahz Gorev, Michael Chan als FHQ Ops Officer, Emmanuel John als FHQ Security Officer, Jean-Paul Najm als FHQ Security Guard, Fabio Tassone als Book's Ship Computer (voice) u.a.


Kurzinhalt: Der von Trauer und Hass zerfressene Ruon Tarka hat die Kontrolle über Books Schiff übernommen. Es ist ihm gelungen, die Blase in der sie gefangen waren zu durchbrechen, und Kurs auf das Innere der DMA zu nehmen. Diese will er um jeden Preis zerstören – auch wenn dies zugleich die Vernichtung von Spezies 10-C bedeuten würde. Während Cleveland Booker und Jett Reno verzweifelt versuchen, auf ihn einzuwirken, verfolgt die Discovery das Schiff, um ihn aufzuhalten. Zwar erarbeitet man einen Plan, mit dem es ihnen gelingen würde, ihn rechtzeitig zu erreichen, danach wäre man allerdings auf den konventionellen Warpantrieb angewiesen – die Heimreise würde daher Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Zudem sieht ihr Plan vor, Books Schiff zu zerstören – ob es zuvor gelingt, ihn von diesem mittels Transporter zu retten, ist ungewiss. Schweren Herzens trifft Michael Burnham die einzige Entscheidung, die sie in dieser Situation treffen kann. Währenddessen beginnen auf der Erde und auf Ni'Var die Evakuierungsbemühungen, als die ersten Ausläufer der DMA den Planeten erreichen…

Review: Episodenbild (c) Paramount+ Ich weiß, es ist bei "Discovery" ein alter Hut; seit Beginn an nehmen es die Macher – egal, wer gerade am Ruder ist (hier gab es ja im Serienverlauf doch auch schon ein paar Änderungen) – mit der Logik nicht so genau. Es ist ihnen wichtiger, eine Geschichte zu erzählen, so wie sie diese erzählen wollen; dass alles zusammenpasst und Sinn ergibt, bzw. wenn sie dafür auf sehr bequeme Zufälle und Plotkonstrukte angewiesen sind, ist das für sie nicht weiter von Belang. So musste im Hinblick auf "Die Heimkehr" zumindest ich mich unweigerlich fragen: Hat Spezies 10-C dieses Hyperfeld echt erst vor einigen Monaten in Betrieb genommen? Wie hatten sich die zuvor versteckt? Wieso sahen sie sich nun auf einmal dazu veranlasst? Oder hatten sie bis vor kurzem eine andere Energiequelle? Wenn ja, warum kehren sie nicht einfach wieder zu dieser zurück? Wie kann es sein, dass die DMA, die ja immer nur an einem Standort zugleich auftritt, gleichzeitig die Erde und Ni'Var bedroht? Warum sollte Spezies 10-C den Transporterstrahl abfangen und/oder Book retten, und ihn dann erst bei der Begegnung am Ende an Michael zurückgeben, nachdem diese tränenreich geschildert hat, was er ihr bedeutet? Fragen über Fragen, auf denen die Antwort aus Sicht der Macher ein wendlerisches "Egal!" ist. Nun, mir ist es eben nicht egal!

Etwas, dass mir langsam aber sicher auch etwas negativ auffällt: In den letzten zwei Staffeln ist bei "Discovery" nie jemand wirklich böse. Entweder, die schlimmen Dinge die passieren waren ein Unfall (der Brand), oder aber den Verursachern ist nicht bewusst, welchen Schaden sie damit anrichten (wie bei der DMA). Wobei ich letzteres schon ziemlich grenzwertig fand. Man hätte die Möglichkeit nutzen können, um zu thematisieren, wie auch die Menschheit die Ressourcen der Erde ausschöpft, ohne Rücksicht auf andere Lebewesen und/oder Völker. Doch anstatt Spezies 10-C wegen dieser zu Schau gestellten Ignoranz zur Rede zu stellen, wird ihre Unwissenheit einfach so akzeptiert. Und natürlich gilt diese Regel letztendlich auch für individuelle Personen, sei es nun Ruon Tarka (der ja nur aufgrund seines Verlusts zu agierte), den von Trauer angetriebenen Book, oder General Ndoye, die aus Angst vor ihrer Heimat so agierte. Niemand in dieser Zukunft ist wirklich böse und/oder schlecht. Man mag meinen, dass dies in die utopische Vision von "Star Trek" passt, nur haben frühere Serien und/oder Filme nie behauptet, dass das Böse nie existiert, sondern nur, dass das Gute stärker ist, um letztendlich immer gewinnen wird. Hier hingegen ist nie jemand wirklich schlecht, sondern immer nur missverstanden. Was sich, wenn man sich mal in der Welt so umsieht, nicht mit meiner Einschätzung und Erfahrung deckt. So oder so: Spannend war "Die Heimkehr" aufgrund der wieder einmal Bedrohung für die komplette Erde (während man von Ni'Var nicht wirklich etwas mitbekam) nicht wirklich. Man wartet einfach nur darauf, bis es der Discovery-Crew gelingt, die Katastrophe erfolgreich zu verhindern. Auch auf den vermeintlichen Tod von Book bin ich nicht hereingefallen (wobei es mich zugleich nicht sonderlich gekratzt hätte, hätte es ihn tatsächlich erwischt); dies schien in erster Linie ein Vorwand zu sein, um Michael Burnham wieder mal Gelegenheit zu geben, Gefühle zu zeigen (ich schwöre, fast wirkt es so, als hätten die Macher bemerkt, dass die Figur jetzt einige Episoden lang schon nicht mehr geweint hätte, und dachten sich: Wir müssen ihr einen Grund dafür geben!).

Episodenbild (c) Paramount+ Die Inszenierung durch Olatunde Osunsanmi war teilweise leider ebenfalls wieder nicht meins. Ich werde mich an diese hektisch auf der Brücke herumfliegende Kamera einfach nie gewöhnen, mit der man verzweifelt versucht, dem Geschehen mehr Dynamik und Dramatik zu verleihen. Auch musikalisch kann "Discovery", begleitet von Jeff Russo, nicht mit früheren Serien mithalten ("Picard" ist zwar diesbezüglich eine Spur besser, insgesamt halte ich Russo aber leider doch eher für einen Handwerker, als einen Künstler; ich vermisse Dennis McCarthy, Ron Jones, Jay Chattaway & Co. – und hoffe, dass es Nami Melumad bei "Strange New Worlds" besser machen wird). Da hilft dann halt letztendlich das ganze Spektakel und die überaus netten Tricks nichts; zumal die allein in der aktuellen TV-Landschaft nun wahrlich kein Alleinstellungsmerkmal mehr sind, und es viele Serien gibt, die ebenfalls viel fürs Auge bieten, und dabei noch dazu viele andere Dinge besser machen, als "Discovery". So ziemlich das einzige, was mir an "Die Heimkehr" gut gefallen konnte, und die Episode für mich ansatzweise rettete, waren die netten Szenen zwischen Tilly (wo ich mich über das Wiedersehen generell durchaus gefreut habe) und Admiral Vance; insbesondere jener Moment, wo sie sich vermeintlich auf den Tod vorbereiten, und auf ihr Leben zurückblicken, hatte es mir angetan. Das war irgendwie sehr menschlich. Der Rest war aber halt leider wieder das typische "Discovery"-Gedöns, mit dem ich wenig bis gar nichts anfangen kann.

Fazit: Mit "Die Heimkehr" geht nun also die vierte Staffel von "Discovery" zu Ende – und zumindest ich werde ihr (im Gegensatz zu Michael Burnham) keine Träne nachweinen. Ich habe die Serie schon längst abgeschrieben, und verfolge sie nur noch, weil ich als "Star Trek"-Fan halt trotzdem alles aus dem Universum sehen und kennen will. Meins ist sie aber nicht, und wird sie wohl auch nicht mehr. Dabei muss man festhalten, dass es auch bei der vierten Staffel, wie schon beim Vorgänger, vereinzelte gute Episoden und interessante, gelungene Ansätze gab. Dass Spezies 10-C keine bösen Absichten verfolgte, war grundsätzlich ebenso löblich (wenn ich auch finde, dass die Serie langsam mal wieder echte Bösewichte/Gegner vertragen könnte; und ich vor allem auch wünschte, man hätte das Volk für ihre Ignoranz stärker zur Rede gestellt), wie die diplomatische Lösung für das Problem. Leider aber spielte Logik auch bei der vierten Staffel wieder einmal eine untergeordnete Rolle, fand ich das x-te ausgelutschte Bedrohungsszenario nicht nur unoriginell sondern auch ziemlich fad, und war die letztendlich relativ dünne Handlung einfach (wieder einmal) auf zu viele Episoden verteilt. Eine straffere Erzählweise mit maximal zehn Folgen (und sogar das wäre in meinen Augen noch zu viel gewesen) hätte zumindest ein bisschen helfen können. Insgesamt konnte jedenfalls auch die vierte Staffel nichts daran ändern, dass ich mit "Discovery" nicht wirklich warm werde. Somit bleibt aus meiner Sicht zu hoffen, dass sich der positive Eindruck der ersten beiden Episoden der zweiten "Picard"-Staffel in weiterer Folge bestätigt, und vor allem auch, mit "Strange New Worlds" endlich wieder "Star Trek"-Unterhaltung jener Form am Horizont lauert, wie ich sie persönlich vorziehe.

Wertung: 1.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2022 Paramount+)







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