Farscape: War Torn
Die Moya-Crew im Krieg zweier Planeten Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 04 Dezember 2021
 
Titel: "Farscape: War Torn"
Originaltitel: "Farscape: War Torn"
Bewertung:
Autor: Marv Wolfman
Übersetzung: -
Zeichner: Robert Teranishi & Carlos Mota
Tusche: Keith Aiken & Al Gordon
Farben: Jeromy Cox & David Baron
Lettering: Robbie Robbins (E)
Cover: keine Angabe
Umfang: 96 Seiten (Summe beider Ausgaben)
Verlag: WildStorm (E)
Veröffentlicht: April-Mai 2002 (E)
ISBN: 7-61941-23008-5 (1), 7-61941-23008-5 (2)
Kaufen: Ausgabe 1 (E), Ausgabe 2 (E)
 

Kurzinhalt: Auf der Suche nach Vorräten erreicht die Moya ein Sonnensystem mit drei lebensfähigen Planeten, von denen jedoch nur zwei bewohnt sind. Man beschließt, sich aufzuteilen: Während John, Zhaan und Chiana zum tropisch-paradiesischen Planeten Kylei aufbrechen, wo sie auf ein spirituelles Volk treffen, statten Aeryn, Rygel und D'Argo dem industriellen Planeten Garangee einen Besuch ab. Dessen Bewohner wiederum waren einst stolze Krieger – haben jedoch mittlerweile ihre besten Tage längst hinter sich. Die beiden Völker streiten sich seit Jahrhunderten um den dritten Planeten im Sonnensystem, Tivira – meinen sie doch beide, von einer Stimme, die sie für ihren jeweiligen Gott halten, dorthin gerufen worden zu sein. Mittlerweile kriegsmüde, versuchen zwar die Anführer beider Seiten, eine Vereinbarung zu finden, sich Tivira zu teilen. Dann jedoch kommt es auf beiden Planeten zu Angriffen der jeweiligen Gegenseite…

Review: Auch wenn ich bei meiner ersten (und möglicherweise auch letzten) Komplettsichtung von "Farscape" jetzt nicht zu den größten Fans der Serie wurde, hat sie mir doch zumindest ausreichend gut gefallen, um mir nun auch noch die zur Serie erschienenen Comics vorzuknöpfen. Den Anfang macht "War Torn", ein zweiteiliger Comic des WildStorm-Verlags, der im Vergleich zu den späteren Comics der BOOM!-Studios nicht zum Kanon gehört; wobei ich jetzt nichts entdeckt hätte, was diesem widersprechen würde; insofern spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, auch diese kleine Nebenstory als Teil der offiziellen Geschichte zu betrachten. Angesiedelt irgendwo in der zweiten Staffel, erzählen die beiden Ausgaben eine launige Geschichte, die man sich auch sehr gut als Episode der Serie (zumindest in genau dieser Ära) vorstellen könnte. Mir persönlich hat die erste Staffel ja eigentlich – die Miniserie jetzt mal ausgenommen – noch am besten gefallen (auch wenn ich damit wohl gegen den Strom schwimmen würde), insofern fand ich auch die Rückkehr in dieser Art von Science Fiction/Abenteuergeschichten, wo es die Crew auf einen fremden Planeten (oder zwei) verschlägt, gut gefallen. Aber auch davon abgesehen fand ich die Story überaus nett, insbesondere natürlich, was dann die Auflösung des Ursprungs der Angriffe betrifft. Und nicht zuletzt der düstere Ausgang des Geschehens hatte es mir ebenfalls angetan. Die Dialoge sind ebenfalls gut geschrieben. Zwar droht es Marv Wolfman mit Johns ständigen popkulturellen Anspielungen fast schon zu übertreiben; zudem ist ihm bei Johns Spitznamen für Rygel ein etwas peinlicher Fehler unterlaufen (heißt dieser doch Sparky, nicht Spanky). Insgesamt fängt er aber den Ton der Figuren sehr gut ein.

Zeichentechnisch gibt es ebenfalls keinen Grund zur Klage. Ich bin ja was Comics zu Serien betrifft ein bisschen ein gebranntes Kind. Man nehme nur die ersten Comics zu "Babylon 5" her, die zwar inhaltlich wirklich sehr gut waren, optisch aber das Problem hatten, dass die Figuren oftmals kaum zu erkennen waren. Ähnliches muss man hier nicht befürchten. Die Figuren sind sehr gut getroffen, und auch davon abgesehen konnten mir die Illustrationen gut gefallen. Die Farben hätten für meinen Geschmack zwar noch die Spur kräftiger sein können, waren aber auch ok. Insgesamt war ich jedenfalls vom Hauptcomic sehr angetan. Darüber hinaus ist hier auch noch, quasi als Bonus, eine zweite (ebenfalls auf beide Ausgaben aufgeteilte) Geschichte "The Fourth Horseman" enthalten, in der Chiana und ihr Wiedersehen mit anderen rebellischen Nebari im Mittelpunkt steht. Die war ebenfalls ok, wobei auch hier in erster Linie das tragische Ende hervorstach. Allerdings hätte dieses mit einem etwas längeren Aufbau und einer stärkeren Verbindung zu den Figuren doch noch etwas besser gewirkt; und generell hinter lässt "The Fourth Horseman" im Vergleich zur Haupt-Story nicht zuletzt aufgrund seiner Kürze kaum Eindruck. Insofern war er zwar schon ein netter Bonus, wirkt allerdings auch ein bisschen überflüssig.

Fazit: Von "War Torn" war ich überraschend angetan. Der Comic profitiert in meinem Fall davon, in meiner Lieblingsära der Serie – Ende erste/Anfang zweite Staffel – angesiedelt zu sein. Mir hat aber auch generell die Story sehr zugesagt. Aus meiner Sicht hat man damit so manche Episode aus der Serie selbst übertroffen. Die Figuren sind zudem sowohl vom Ton als auch den Zeichnungen her sehr gut getroffen, und generell fühlt sich das von der ersten bis zur letzten Seite wie "Farscape" an. Die Bonusstory fällt im direkten Vergleich zwar eher ab. Zudem ist "War Torn" stellenweise etwas vorhersehbar. Und der Spanky-Fehler ist halt auch eher peinlich. Insgesamt fand ich den Comic aber, nicht zuletzt aufgrund des Ausgangs des Geschehens, wirklich gelungen.

Bewertung: 3.5/5 Punkten
Christian Siegel
Coverbild © 2002 WildStorm Comics






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