Dämonen aus dem All
Der letzte – und schwächste – Teil der "Reihe" Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Mittwoch, 16 Dezember 2020
 
Advents-SPECiAL

 
Dämonen aus dem All
Originaltitel: La morte viene dal pianeta Aytin
Produktionsland/jahr: USA 1986
Bewertung:
Studio/Verleih: Mercury Film International/Unidis
Regie: Antonio Margheriti
Produzenten: U.a. Antonio Margheriti & Joseph Fryd
Drehbuch: Charles Sinclair, Bill Finger & Ivan Reiner
Filmmusik: Angelo Francesco Lavagnino
Kamera: Riccardo Pallottini
Schnitt: Otello Colangeli
Genre: Science Fiction
TV-Premiere Deutschland: 22. April 2005
Kinostart Italien: 18. Januar 1967
Laufzeit: 78 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 12
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD
Mit: Giacomo Rossi Stuart, Ombretta Colli, Renato Baldini, Wilbert Bradley, Halina Zalewska, Enzo Fiermonte, Furio Meniconi, Goffredo Unger u.a.


Kurzinhalt: Als man den Kontakt zu einer Wetterstation im Himalaya verliert, schickt man Commander Rod Jackson von der Raumbasis Gamma 1 los, um die Angelegenheit zu untersuchen. Zusammen mit seinem ersten Offizier, Captain Frank Pulasky, sowie der Forscherin Lisa Nielson, bricht er – natürlich in Begleitung von Sherpas – ins Himalaya-Gebirge auf, um nach dem Rechten zu sehen. Dort angekommen zeigt sich, dass die Wetterstation angegriffen wurde. Eben dafür war eine außerirdische Macht verantwortlich, welche die Legende des Yeti genutzt haben, um ihre Taten zu tarnen. Diese wollen die Station nutzen, um das Wetter auf der Erde zu verändern. Ihr eigener Planet ist nämlich unbewohnbar geworden, und sie haben nun die Erde als ihre neue Heimat auserkoren. Zwar gelingt es Commander Jackson und seinem Team, die Angreifer auf der Erde zu besiegen, doch damit ist die Gefahr noch nicht gebannt – denn die Veränderungen des Wetters werden vielmehr von einer Station aus dem All heraus gesteuert…

Review: Szenenbild. Die vier Filme rund um die Abenteuer der Raumstation Gamma 1 mögen zwar grundsätzlich schon zusammen gehören, bilden aber dann doch eine eher lose Reihe. Dies zeigt sich nicht nur aufgrund der vier inhaltlich sehr unabhängigen Abenteuer, sondern auch, was die Besetzung betrifft. So wurde beim Vorgänger "Orion 3000" ja der Hauptdarsteller ausgetauscht. Noch mehr Veränderungen gibt es jetzt aber vom dritten zum vierten Film. So ist Goffredo Unger trotz des Todes seiner Figur im letzten Film wieder mit von der Partie. Zwar heißt er diesmal (wohl genau deshalb) Frank Pulasky statt Frank J. Perkinson, letztendlich wird von der Rolle und seiner Beziehung zu Rod Jackson aber klar, dass es genau genommen immer noch der gleiche Charakter ist. Spannend auch: Lt. Terry Sanchez ist grundsätzlich ebenfalls wieder dabei, wird hier nun aber von Halina Zalewka gespielt. Was jedoch nicht heißt, dass ihre frühere Darstellerin Ombretta Colli nicht auch wieder mit von der Partie wäre, nur spielt sie diesmal vielmehr die Forscherin Lisa Nielson. Gerade auch, wenn man sich die beiden Filme hintereinander anschaut, können einen diese Kontinuitätsfehler schon ein bisschen irritieren.

Andererseits: Wenn diese nur das einzige Problem des Films wären! Denn leider sollte sich "Dämonen aus dem All" als der schwächste der vierteiligen Reihe erweisen. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass man das Setting hier zum überwiegenden Teil auf die Erde verlagerte. Bereits der erste, "Raumschiff Alpha", spielte ja zu einem Großteil auf unserem Planeten; wohl nicht zuletzt auch deshalb haben mir "Tödliche Nebel" und "Orion 3000" besser gefallen. Hier nun dauert es überhaupt rund eine Stunde, bis wir mal längerfristig ins All aufbrechen. Wie sich der Film generell, insbesondere für die Wanderung auf dem Himalaya, zu viel Zeit nimmt. Davon, dass eben diese nun wirklich nicht gerade glaubwürdig umgesetzt ist (vielmehr merkt man, dass man einfach irgendwo über einen Hügel marschiert ist), ganz zu schweigen. Und auch die sehr chillig-billige Musik hilft dem Film nicht. Erst als sie die Basis erreichen beginnt sich "Dämonen aus dem All" dann ganz langsam und leicht zu erfangen. Die Basis selbst war nett gemacht (also, unter Berücksichtigung, dass es sich hier um eine billige italienische Produktion handelt, natürlich), und die Offenbarung des Plans der Aliens konnte durchaus gefallen. Und immerhin, am Ende geht es dann tatsächlich auch nochmal kurz ins All, als man von der Gamma 1-Station aus losfliegt, um die Basis der Außerirdischen – auf dem Jupitermond Callisto – auszuschalten. Da muss man dann zwar wieder einmal alle Augen, inklusive der Hühneraugen, zudrücken, einerseits was die wissenschaftliche Genauigkeit, und andererseits die Effekte betrifft (so sind z.B. die Schnüre an den Schiffen, Asteroiden usw. teilweise wieder deutlich erkennbar). Zumal man halt auch deutlich erkennt, dass innerhalb der Reihe was die Modell- und/oder Effektaufnahmen betrifft teilweise ordentlich recycelt wurde. Trotzdem hat mir der Teil mit dem Angriff am Ende – trotz aller Überschneidungen insbesondere zu "Raumschiff Alpha" – insgesamt noch am besten gefallen. Die extrem zähe und stellenweise wirklich saulangweilige erste Dreiviertelstunde konnte das dann aber halt auch nur mehr bedingt wieder gutmachen.

Fazit: Szenenbild. Bei aller Liebe für (Italo-)SF-Trash, und so schön die wunderbaren, billigen, altmodischen Effektaufnahmen auch gewesen sein mögen, aber "Dämonen aus dem All" ist leider viel zu lang viel zu fad. Die erste Hälfte könnte man sich abseits des kurzen Besuchs der Raumstation überhaupt fragen, was das mit Science Fiction zu tun hat. Nach der Begegnung mit den Aliens in der Wetterstation auf dem Himalaya wird es dann zwar etwas besser – nicht zuletzt, als ihr Kostüm den geneigten Trash-Fan zu amüsieren versteht – und insbesondere die letzte Viertelstunde macht dann durchaus Laune. Das ist dann aber halt bei einem ohnehin nur knapp 75 Minuten zu wenig. Die schrägen Kontinuitätsfehler, die einen wenn man sich die Reihe hintereinander ansieht schon irritieren können, senken den Gesamteindruck nochmal zusätzlich. Insgesamt ist die Reihe jedenfalls für Retro-Fans durchaus einen Blick wert, so richtig gut gefallen konnte mir aber nur "Tödliche Nebel"; wobei "Orion 3000" und "Raumschiff Alpha" zumindest genug trashigen Charme hatten, um sie sehenswert zu machen. "Dämonen aus dem All" hingegen würde ich echt nur Hardcore-Trash-Fans und/oder Komplettisten empfehlen.

Wertung:3 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 1967 Mercury Film International)


Weiterführende Links:
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