Star Wars - X-Wing: Die teuflische Falle
Mäßig spannender Eintrag der X-Wing-Reihe Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 12 November 2017
 
Titel: "X-Wing - Die teuflische Falle"
Originaltitel: "X-Wing: The Krytos Trap"
Bewertung:
Autor: Michael A. Stackpole
Übersetzung: Regina Winter
Umfang: 377 Seiten
Verlag: Blanvalet (D), Del Rey (E)
Veröffentlicht: 01. November 1997 (D), 02. Oktober 1996 (E)
ISBN: 978-3-442-24801-9
Buch kaufen: Taschenbuch (D), Kindle (D), Taschenbuch (E), Kindle (E)
 

Kurzinhalt: Die Neue Republik hält Corran Horn für tot – und die meisten sind davon überzeugt, dass Captain Tycho Celchu von der Sonderstaffel dafür verantwortlich ist. Man glaubt, dass er in imperialer Gefangenschaft von Ysanne Isard umgedreht wurde. Wird er des Mordes für schuldig gesprochen, droht ihm die Todesstrafe. Da Corran Horn mit seiner letzten Tat unzählige Leben gerettet hat und als Held in die Geschichte eingegangen ist, ist das Interesse innerhalb der Bevölkerung am Prozess groß. Doch nicht alle sind von Celchus Schuld überzeugt. Sein Verteidiger Nawara Ven, selbst Mitglied der Sonderstaffel, tut sein Bestes, um seine Unschuld zu beweisen und einen Freispruch zu erwirken. Corran Horn befindet sich indes nach wie vor in Isards Geheimgefängnis. Mit Hilfe von Jan Dodonna, der bereits seit Jahren dort eingesperrt ist, ersinnt er einen Fluchtplan. Dabei verschlägt es ihn dann schließlich in Isards Privatbüro, wo er die Identität des wahren Verräters innerhalb der Sonderstaffel herausfindet. Die fliegt indes eine Mission nach der anderen, um Bacta-Konvois auf ihrem Flug nach Coruscant zu beschützen. Dieses wird dringend benötigt, um die durch das Krytos-Virus unter der außerirdischen Bevölkerung ausgebrochene Seuche in den Griff zu bekommen. Doch Angriffe der zurückgebliebenen Terrorzelle des Imperiums sowie bewusst geschürte Zweifel, dass die vorhandenen Mengen nicht ausreichen, um alle zu behandeln, sorgen schon bald für Unruhe. Ysanne Isards Plan scheint aufzugehen…

Review: Im Vergleich zu den ersten beiden Romanen der Reihe fällt "Die teuflische Falle" leider doch deutlich ab, und gerade auch nach dem großartigen "Die Mission der Rebellen" ist er doch eine ziemliche Enttäuschung. Denn leider fand ich keinen der drei oben erwähnten Handlungsstränge sonderlich spannend. Am besten schlug sich jener rund um Corrans Gefangenschaft und Flucht. Die Momente im Simulator erinnerten wieder einmal an die PC-Spiele (in diesem Fall natürlich eher "Tie Fighter"), und generell fand ich diesen Versuch, ihn umzudrehen, interessant geschildert. An seiner Flucht gefiel mir dann vor allem jener Teil, wo es ihn in Isards Büro verschlägt und er erkennen muss, dass er sich im Hinblick auf Tycho Celchu geirrt hat. Allerdings machte sich Stackpole aus meiner Sicht keinen Gefallen damit, zu versuchen, die Offenbarung des wahren Verräters als Überraschung zu inszenieren. Möglich, dass ich es von meiner Erstlesung vor 15+ Jahren in Erinnerung hatte (ich bezweifle es), aber die besagte Person (ich will es bei der Besprechung dieses Romans noch nicht verraten) war mir eigentlich von Anfang an verdächtig, und daher mein erster Verdacht – der hier nun bestätigt wurde. Ich bin mir zudem nicht sicher, ob es mir nicht vielleicht doch lieber gewesen wäre, Celchu wäre (unbewusst) schuldig gewesen. Das hätte einen netten emotionalen Punch haben können, und wäre insofern überraschender gewesen als die echte Offenbarung, als er so offensichtlich als Roter Hering aufgebaut wurde, dass es mich wiederum kalt erwischt hätte, wäre er's wirklich gewesen. Aber so hat mich die Auflösung, wer es denn nun wirklich war, letztendlich viel zu kalt gelassen.

Überhaupt fand ich die Story rund um Celchu wenig interessant. Ein Gerichtsdrama mag zwar sowohl innerhalb der Reihe als auch des "Star Wars"-Universums mal was anderes gewesen sein, ich fand es aber einerseits doch ziemlich eigenwillig, und andererseits auch nicht wirklich packend beschrieben. Und so habe ich mich in den betreffenden Kapiteln doch überwiegend gelangweilt. Generell kam mir diesmal die Action im Allgemeinen und die Weltraumkämpfe im Besonderen zu kurz. Tatsächlich gibt’s sogar diesen einen Moment, wo wir von einer Schlacht quasi nur mehr die Nachwehen erleben, was ich extrem seltsam und ungewohnt fand. Jedenfalls hätten ein paar entsprechende, packende Einlagen echt nicht geschadet. Zugegeben, das Finale kann diesbezüglich dann endlich etwas bieten, und war wohl nicht zuletzt auch deswegen mein Lieblingsteil des Romans. Ich mochte auch die Idee, dass sich Ysanne Isard die ganze Zeit auf Coruscant versteckt hat, und die Beschreibung des aus dem Planeten hervorbrechenden Supersternenzerstörers ließ wieder einmal einige beeindruckende Bilder in meinem Kopf entstehen. Das als Comic oder gar als Film umgesetzt zu sehen, könnte wirklich spektakulär sein. Und generell war der abschließende Kampf nett beschrieben, und stach auch insofern hervor, dass die Sonderstaffel hier einmal den Kürzeren zieht und sich zurückziehen muss. Kommt ja auch nicht alle Tage vor. Insgesamt betrachtet wurde mir bei "Die teuflische Falle" aber entschieden zu viel geredet und entschieden zu wenig getan. Er war dank einiger gelungener Handlungsstränge, toller Momente sowie der interessanten Figuren immer noch ok.

Fazit: Nach den ersten beiden sehr gelungenen Romanen der "X-Wing"-Reihe hat mich "Die teuflische Falle" doch ein wenig enttäuscht. Ja, alles rund um Corran Horn war soweit ok, und die letzten paar Kapitel mit dem Showdown auf Coruscant, Corrans Rückkehr und Isards Flucht im Supersternenzerstörer reißen dann doch nochmal einiges heraus, aber bis dahin gelang es dem Roman leider nicht wirklich, mich zu packen. Vor allem die Gerichtsverhandlung von Tycho Celchu fand ich sehr langweilig; in dem Teil zog sich der Roman teilweise doch ordentlich. Generell muss ich sagen, so wichtig Abwechslung natürlich auch ist, aber hier traten mir die Weltraumkämpfe die zu einem X-Wing-Roman nun mal einfach dazugehören doch etwas zu sehr in den Hintergrund. Und die – für mich – offensichtliche Auflösung rund um den Verräter in den Reihen der Sonderstaffel half auch nicht gerade. Insgesamt war "Die teuflische Falle" zwar immer noch ok – den Vergleich mit den ersten beiden Teilen der Reihe hält er aber nicht stand.

Bewertung: 2.5/5 Punkten
Christian Siegel





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