Freitag der 13. - Teil 2
Jason Vorhees beginnt seine Mordserie Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Freitag, 09 Oktober 2015
 
Halloween-SPECiAL

 
Freitag der 13. Teil 2
Originaltitel: Friday the 13th Part 2
Produktionsland/jahr: USA 1981
Bewertung:
Studio/Verleih: Sean S. Cunningham Films/Paramount Pictures
Regie: Steve Miner
Produzenten: U.a. Steve Miner & Dennis Murphy
Drehbuch: Ron Kurz
Filmmusik: Harry Manfredini
Kamera: Peter Stein
Schnitt: Susan E. Cunningham
Genre: Horror
Videopremiere Deutschland: März 1986
Kinostart USA: 01. Mai 1981
Laufzeit: 87 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 16
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD
Mit: Amy Steel, John Furey, Adrienne King, Kirsten Baker, Stuart Charno, Warrington Gillette, Walt Gorney, Marta Kober, Tom McBride, Bill Randolph, Lauren-Marie Taylor, Russell Todd, Betsy Palmer u.a.


Kurzinhalt: Fünf Jahre nach der letzten Mordserie in Crystal Lake zieht eine Gruppe von Ferienlagern-Beteuern in ein nahegelegenes Camp ein, um sie auf den Ansturm von Kindern in der aktuellen Urlaubssaison vorzubereiten. Ehe es so weit ist, haben sie jedoch ein paar Tage, um alles im Camp zu überprüfen, es auf Vordermann zu bringen, und vor allem: So richtig und ausgelassen zu feiern. Niemand von ihnen ahnt, dass ihr buntes Treiben von wachsamen und rachsüchtigen Augen beobachtet wird. Denn Jason Vorhees ist von den Toten zurückgekehrt, um das Werk seiner Mutter fortzuführen. Schon bald beginnen die Jugendlichen einer nach dem anderen, einen brutalen und qualvollen Tod zu sterben…

Review: Szenenbild. Eher untypisch für Horrorreihen sollte sich im Falle von "Freitag der 13." eher der zweite als der erste Teil als prototypisch für die restlichen Filme erweisen. War im ersten noch Mrs. Vorhees die Killerin, kehrt hier nun Jason von den Toten zurück. Die Jugendlichen feiern zudem deutlich ausgelassener und sind generell um einiges umtriebiger als noch beim ersten Teil. Den von "Scream" so treffend ausformulierten klassischen Slasher-Regeln wird zwar auch hier nicht 100%ig (so sind z.B. ein Spanner und ein Polizist Jasons erste Opfer – zumindest in diesem "Jahrgang"), aber dennoch stärker und offensichtlicher gefolgt, als noch beim Vorgänger. Zudem fehlt ihm der Reiz des ersten Teils, dass die brutalen Morde auf das Konto einer Frau gehen. Generell sind die Verknüpfungen zum ersten Teil, abseits des 11-minütigen Einstiegs in dem die dortigen Ereignisse über einen Alptraum noch einmal aufgerollt werden, ehe Alice, die als einzige diese Nacht überlebt hat, wenige Monate nach dieser von Jason zu Hause aufgesucht und ermordet wird. Von dieser losen Verknüpfung abgesehen wirkt "Freitag der 13. – Teil 2" aber fast mehr wie ein Remake, ein Neustart oder auch eine Neuinterpretation des ersten Teils, statt einer Fortsetzung.

Von diesen Änderungen abgesehen folgt der zweite Teil aber praktisch 1:1 dem Muster der Vorlage: Jugendliche begeben sich ins Camp, werden auf dem Weg dorthin natürlich von den Einheimischen gewarnt, einmal dort genießen sie das Ferienlager, gehen baden, und feiern anständig – Alkohol und Sex inklusive. Bei einzelnen Figuren machte Teil 2 zwar meines Erachtens einen etwas besseren Job wenn es darum geht, sie uns vorzustellen und sympathisch zu machen, allerdings wird zugleich die Anzahl der potentiellen Opfer im Vergleich zum Vorgänger mehr als verdoppelt. Neben ein paar Figuren, die hervorstechen, gibt es somit auch die Masse an farb- und gesichtslosen Opfern, die nur darauf warten, von Jason gemeuchelt zu werden. Und generell konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Anzahl an Jugendlichen in erster Linie deshalb erhöht wurde, um mehr Sterbeszenen unterbringen zu können. Zusammen mit den abwechslungsreichen Toden und dem höheren Anteil an nackter Haut geht "Freitag der 13. – Teil 2" damit noch stärker als der erste in die Richtung des voyeuristischen Slashers, der meinen persönlichen Geschmack (im Vergleich zu den, ich nenne es mal empathischen Slashern, wo wir mit den potentiellen Opfern mitfühlen und -fiebern sollen) eher weniger trifft. Wobei die Balance für mich in diesem Fall gerade noch gepasst hat, da die Figuren wenigstens durchaus sympathisch gezeichnet waren, und man ihnen daher auch nicht gleich den Tod auf den Hals wünschte. Vor allem einzelne Figuren stachen dabei für mich – teilweise auch aufgrund der netten Performances ihrer Darsteller – hervor, wie z.B. Vickie (Lauren-Marie Taylor verkörperte für mich bei diesem Film am besten von allen die perfekte Kombination aus süß und verführerisch), Mark, oder auch Ginny, die von Amy Steel sehr gut gespielt wird und ein tolles "Final Girl" abgibt.

Szenenbild. Was ich "Freitag der 13- Teil 2" ebenfalls hoch anrechne, ist das auch wirklich junge Erwachsene gecastet wurden. Bei vielen anderen Horrorfilmen griff man ja auf Mitt- bis End-Zwanziger zurück, um Teenager zu spielen. Hier hatten die meisten tatsächlich noch einen Einser vor ihrem Alter stehen, was man dem Film wie ich finde auch anmerkt und ihn irgendwie authentischer wirken lässt. Darüber hinaus profitiert der Film für mich, wie schon der Vorgänger, vom Setting im Wald, und der damit einhergehenden Abgeschiedenheit und Isolation der Opfer. Der Film ist zudem mit gerade mal knapp über 80 Minuten äußerst kurz und knackig, so dass keine Langeweile aufkommt (tatsächlich denke ich sogar, dass er ev. noch 10 Minuten mehr vertragen hätte – zumal 1/8 der Laufzeit dafür draufgehen, Alice aus dem ersten Teil ums Eck zu bringen). Nachdem das große Sterben dann mal losgeht, schafft es Regisseur Steve Miner durchaus, eine gruselige Stimmung aufzubauen und für Spannung zu sorgen. Vor allem den Showdown fand ich sehr gelungen; hier legte der zweite Teil im Vergleich zum ersten noch einmal ein Schäuferl nach. Und neben der tollen Szene, wo sich Ginny für Jasons Mutter ausgibt (ein netter Einfall), stach für mich vor allem auch noch der abschließende, meisterlich gemachte Jumpscare hervor.

Was Jason selbst betrifft, fällt in erster Linie auf, dass sein Erscheinungsbild hier noch nicht der Ikone entspricht, die in die Horrorgeschichte eingegangen ist. Denn statt der Hockeymaske, für die er berühmt ist, läuft er hier vielmehr noch mit einem Jutesack auf dem Kopf herum – was dann doch noch nicht ganz so kultig und bedrohlich ist. Generell muss ich sagen, dass mich die völlige Neuinterpretation der Figur schon ein wenig irritierte. Am Ende des ersten – sofern wir mal davon ausgehen wollen, dass es sich dabei nicht um einen Traum bzw. eine Einbildung von Alice handelte – tauchte dieser noch als kleiner Junge (eben so, wie er ertrunken ist) aus dem Wasser auf, und drei Monate später war er dann auf einmal ein ausgewachsener, hünenhafter Mann, der Alice heimsuchte. Ich versteh schon, dass ein kleiner Junge wohl nicht besonders bedrohlich gewirkt hätte, aber es war halt im Vergleich zum Ende des ersten Teils schon ein ziemlich starker Bruch, den man dem Zuschauer zu Schlucken gibt. Und generell muss ich sagen, dass ich halt die Killerin im ersten origineller und interessanter fand, als einfach einen Michael Myers und/oder Leatherface-Verschnitt. Wo der zweite Teil dem ersten ebenfalls ein bisschen unterlegen ist, ist bei der Inszenierung. Zwar macht Steve Miner, wie zuvor erwähnt, seine Sache grundsätzlich ganz gut wenn es darum geht, Spannung zu erzeugen. Aber abseits des genial gemachten letzten Schockmoments fand ich den Vorgänger teilweise doch etwas cleverer inszeniert, was einzelne Einstellungen betrifft (wie eben jene im Schrank mit dem sich bewegenden Türknauf im Hintergrund). Und auch die Schönheit, Ruhe und Friedlichkeit der Landschaft hat Sean S. Cunningham irgendwie besser und schöner eingefangen. Insgesamt ist "Teil 2" aber eine durchaus gelungene und würdige Fortsetzung, der es gelingt, qualitativ an den Vorgänger anzuknüpfen.

Fazit: Szenenbild. "Freitag der 13 - Teil 2" ist einerseits ein klassisches "more of the same"-Sequel, und stellt andererseits für die Reihe eine Neuausrichtung dar – ist hier doch zum ersten Mal Jason Vorhees selbst für die Morde verantwortlich. Was indes noch fehlt, ist sein ikonisches Outfit mit der Hockey-Maske; mit dem Kartoffelsack auf dem Kopf fand ich ihn doch noch nicht ganz sooooo bedrohlich. Getreu dem Steigerungsmotto für Fortsetzungen wurde auch der Bodycount erhöht. Es wird noch mehr und ausgiebiger gestorben, wobei es dem Film durch die Konzentration auf einige wenige Figuren trotz der mehr als verdoppelten Anzahl an potentiellen Opfern gelingt, diese noch einen Tick besser vorzustellen bzw. sympathischer zu machen, als im Vorgänger. Dafür fand ich diesen – abseits des genialen Abschlussgags – einen Tick besser und cleverer inszeniert. Letztendlich schenken sich aber beide nicht viel, und sehe sowohl den ersten als auch den zweiten Teil der Reihe in etwa auf dem gleichen soliden Niveau.

Wertung:6 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 1981 Paramount Pictures)


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