Star Wars - Purge: Vaders Rachefeldzug
Darth Vader jagt die letzten Jedi-Ritter Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 19 April 2015
 
Titel: "Star Wars - Purge: Vaders Rachefeldzug"
Originaltitel: "Star Wars: Purge"
Bewertung:
Autoren: John Ostrander, Haden Blackman & Alexander Freed
Zeichnungen: Douglas Wheatley, Jim Hall, Chris Scalf, Marco Castiello & Andrea Chella
Tusche: Douglas Wheatley, Alex Lei, Mark McKenna, Chris Scalf, Marco Castiello & Andrea Chella
Farben: Ronda Pattison, Chris Scalf & Michael Atiyeh
Lettering: Michael Heisler
Cover: Adam Hughes
Umfang: 120 Seiten
Verlag: Panini (D), Dark Horse (E)
Veröffentlicht: 16. Juni 2014 (D) bzw. 23. Juli 2013 (E)
ISBN: 9783-8620-1821-5 (D), 9781-6165-5143-8 (E)
Kaufen: Deutsch, Englisch
 

Kurzinhalt: Einige Jedi haben die Order 66 überlebt. Was Imperator Palpatine nicht weiter beunruhigt, ist Darth Vader ein Dorn im Auge. Vor allem seinen früheren Meister Obi-Wan würde er liebend gern aufspüren und beseitigen, aber generell möchte er die Galaxis am liebsten von allen verbliebenen Jedi säubern. Wozu er letztendlich Gelegenheit erhält, als er von einer Gruppe überlebender Jedi in einen Hinterhalt gelockt wird. Doch diese sind der Macht Vaders nicht gewachsen. Ein wenig später versucht eine junge Jedi-Ritterin ebenfalls, die Galaxis von Vader zu befreien – mit ähnlichem Ergebnis. Danach kommt es auf dem Planeten Otavon XII in einer Fabrik, in der ATAT-Läufer gebaut werden, immer wieder zu Sabotageaktionen. Vader ist davon überzeugt, dass die entsprechenden Bemühungen von einem Jedi angeführt werden – und beginnt eine unerbittliche Jagd. Und auf dem Planeten Vaklin versucht Vader, eine von Jedi angeführte lokale Rebellion zu zerschlagen, ehe sie überhaupt Fuß fassen kann…

Review: Den ersten in diesem Trade Paperback versammelten Comics, nämlich den ersten "Purge"-One Shot, habe ich ja bereits im Zuge des neunten "Clone Wars"-Sammelbands "Endgame" besprochen. Kurz zusammengefasst: Optisch ganz nett (wenn die Bilder auch manchmal der Dramatik einzelner Momente nicht ganz gerecht wurden), inhaltlich doch eher enttäuschend. "Seconds to Die" machte bei mir praktisch den umgekehrten Eindruck. Inhaltlich konnte er mir recht gut gefallen, vor allem aufgrund des interessanten Aufbaus. Er beschreibt quasi die letzten Sekunden von Sha Koons (ihrerseits die Nichte des Jedi-Meisters Plo Koon) Leben, nachdem sie Vader in eine Falle gelockt hat um ihn zu vernichten – ihm jedoch letztendlich nicht gewachsen ist. In einer Art "Das Leben zieht an einem vorbei"-Moment werden die wichtigsten Ereignisse aus ihrem Leben, die sie schließlich zu dieser schicksalhaften Begegnung führten, aufgerollt. Darüber hinaus empfängt sie am Ende eine Vision der Macht, vom Aufstreben der Rebellion bis hin zur Gründung eines neuen Jedi-Ordens durch Luke Skywalker – was die beiden Epochen der "Star Wars"-Saga wieder stärker miteinander verband. Leider aber fand ich "Seconds to Die" wiederum optisch eher schwach. Der Comic war ok gezeichnet, und mit einigen dynamischen Bildern geschmückt – davon abgesehen war er aber keine Augenweide, und insgesamt habe ich bei "Star Wars" definitiv schon deutlich besseres gesehen.

Wie zum Beispiel auch gleich beim nächsten hier enthaltenen Comic, der für mich dann auch das Highlight dieser Sammlung war. Die Bilder sahen schon mehr wie Gemälde aus, denn wie "schlichte" Comic-Zeichnungen. Ungemein atmosphärisch, mit wunderbaren Schatten-, Farben- und Lichtspielen, wunderschön gezeichnet, und ungemein kunstvoll, zählt "The Hidden Blade" ganz klar zu den schönsten "Star Wars"-Comics, die ich je gelesen habe. Einfach nur ein Augenschmaus. Und auch inhaltlich konnte mich die Geschichte überzeugen, vor allem dank eines wunderschönen und wirkungsvollen Twist-Endes, der die wahre Bedeutung des Titels dann offenbart, und eine Niederlage in einen Sieg umwandelt. Einfach nur phantastisch. Nach diesem deutlichen Ausreißer nach oben kehrte man mit dem aus zwei Ausgaben bestehenden Comic "The Tyrant's Fist" dann aber leider wieder auf eher durchschnittliches Niveau zurück. Die Story war ok, wobei mir vor allem gefiel, wie Vader hier lernt, dass rohe Gewalt oftmals nicht die beste Methode ist, um zum Ziel zu kommen, und vielmehr strategisch zu überlegen beginnt – in dem er das Ansehen der Jedi schädigt und sich bemüht, ihren Ruf als Retter und Hüter der Galaxis zu beschädigen. Leider aber konnte die künstlerische Gestaltung mit der Story selbst nicht ganz mithalten. Der ansonsten verlässliche Kolorist Michael Atiyeh zeigt eine – vor allem für seine Verhältnisse – erstaunlich mäßige und enttäuschende Leistung, mit eher blassen Farben, und auch die Zeichnungen selbst würde ich nicht unbedingt zum Besten zählen, was uns die "Star Wars"-Comics schon gezeigt haben. Damit verleiht man diesem Sammelband einen dem Einstieg entsprechenden durchschnittlichen Ausklang.

Fazit: Das Highlight dieser Sammlung war für mich ganz klar "The Hidden Blade", welches mich nicht nur inhaltlich sondern vor allem auch optisch, aufgrund der wunderschönen künstlerischen Gestaltung begeistern konnte. Dieser Teil des Sammelbands ist in meinen Augen den Preis allein schon wert. Der Rest hingegen setzte den durchschnittlichen Eindruck des ersten "Purge"-Bandes, den ich bereits als Teil von "Clone Wars IX: Endgame" gelesen hatte, unvermittelt fort. Mal fand ich die hier enthaltenen Comics inhaltlich eher schwächer ("Purge"), dann kam die künstlerische Gestaltung nicht ganz an den Inhalt heran ("Seconds to Die" und "The Tyrant's Fist"). Insgesamt ist der "Purge"-Sammelband "Vaders Rachefeldzug" ein Mix mehrerer eher durchschnittlicher und eines wirklich herausragenden Comics.

Christian Siegel

Bewertung: 3/5 Punkten




Kommentare (4)
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1. 19.04.2015 23:08
 
"nachdem sie Vader in eine Falle gelockt hat um ihn zu VERNICHTEN" 
 
Wieso wird in Verbindung mit Star Wars immer von vernichten gequasselt? Kann man es zumindest im echten Leben nicht mal beim Namen töten nennen? Es ist doch wohl jedem klar, dass das vernichten nur ne Zensur davon ist.
 
2. 21.04.2015 12:01
 
Na wenigstens habe ich nicht "aus dem Verkehr ziehen" geschrieben ;).
 
3. 21.04.2015 20:55
 
Christian wird hier pro Buchstabe "bezahlt". Deswegen sind die Reviews auch immer so ausführlich. :p "Vernichten" ist einfach ein längeres Wort als "töten". Er versucht damit also nur, sein "Gehalt" aufzubessern. :grin
 
Martin
4. 22.04.2015 16:33
 
@Martin: Verrate das doch nicht allen! :p
 

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