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Biopic über den ersten homosuexuellen Stadtrat der USA Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 22 Februar 2009
 
Milk
(Milk, USA 2008)
 
Milk
Bewertung:
Studio/Verleih: Focus Features/Constantin Film
Regie: Gus Van Sant
Produzenten: U.a. Dustin Lance Black, Barbara A. Hall & Michael London
Drehbuch: Dustin Lance Black
Musik: Danny Elfman
Kamera: Harris Savides
Schnitt: Elliot Graham
Genre: Biopic/Drama
Kinostart (Deutschland): 19. Februar 2009
Kinostart (USA): 26. November 2008
Laufzeit: 128 Minuten
Altersfreigabe: Ab 12 Jahren
Homepage: klick
Trailer: klick
Kaufen: Biographie, Soundtrack
Mit: Sean Penn, James Franco, Josh Brolin, Emile Hirsh, Victor Garber, Alison Pill, Diego Luna u.a.


Kurzinhalt: ImageAn seinem 40. Geburtstag erkennt Harvey Milk, dass er bisher ein sehr unbedeutendes Leben geführt hat: Er möchte etwas verändern und Menschen bewegen. Deshalb zieht er mit seinem jungen Liebhaber nach San Francisco, wo sie einen Kamerashop aufmachen. Harvey Milk engagiert sich schon bald politisch, doch seine ersten Versuche, zum Stadtrat gewählt zu werden, scheitern. Trotzdem hält Harvey Mild unbeirrt an seinem Ziel fest. Die aufkeimende religiöse Rechte, welche die Rechte für Homosexuelle zunehmend beschneiden wollen, bringen ihm schließlich deutlichen Zulauf, und im 3. Anlauf ist er erfolgreich. Doch damit hat sein Kampf für mehr Toleranz erst begonnen: Einige konservative Politiker wollen eine Gesetzesvorlage durchbringen, die es erlauben würde, Homosexuelle aufgrund ihrer sexuellen Orientierung aus bestimmten Berufen (wie z.B. Lehrer) zu feuern. Milk und seine Anhänger laufen Sturm gegen diesen Entwurf, über den in einer Volksabstimmung entschieden wird. Daneben versucht er sich zudem, auf der schwierigen politischen Bühne zu behaupten. In seinem Stadtrats-Kollegen Dan White schafft er sich schon bald einen mächtigen und verbitterten Feind...

Review: Auch wenn es sich in den letzten Jahren wieder etwas beruhigt hat, so zeigt "Milk", dass der Biopic-Trend in Hollywood noch nicht ganz vorbei ist. Solange die dabei entstehenden Filme allerdings so gut sind wie dieser hier, kann ich mich nicht ernstlich darüber beschweren. Ich muss gestehen, dass ich vor diesem Film nichts von Harvey Milk gehört hatte, und ich dankbar bin, dass diese Wissenslücke nun geschlossen wurde. Er war eine faszinierende und in gewisser Weise auch wichtige Persönlichkeit; nicht zuletzt aufgrund seines aufopfernden Kampfes gegen Diskriminierung hat er es verdient, nicht in Vergessenheit zu geraten. Mit diesem Film setzen ihm Gus van Sant und Sean Penn nun ein Denkmal. Von Penn ist man ja großartige schauspielerische Leistungen gewöhnt, und trotzdem hat es mich überrascht, wie sehr er in dieser Rolle aufgegangen ist. Seine Bewegungen, seine Mimik, Gestik und Stimme... ähnlich wie bei Heath Ledger in "The Dark Knight" ist alles genau durchdacht und aufeinander abgestimmt, damit man nicht mehr Sean Penn in einer Rolle, sondern wirklich Harvey Milk sieht. Eine absolut grandiose Leistung von Penn...

ImageDoch auch die anderen Schauspieler stehen ihm in nichts nach. Zugegeben, seine Leistung ist so toll dass er alle anderen überstrahlt, trotzdem trägt jeder von ihnen viel zum Gelingen des Films bei, und überzeugt dabei durchaus auch in etwas ungewohnten Rollen, wie z.B. der fast nicht erkennbare Emile Hirsch. Auch Josh Brolin muss natürlich lobend hervorgehoben werden. Seine Performance steigert sich langsam, und man kann richtig mitverfolgen wie seine Figur zunehmend einen Hass auf Milk entwickelt... was auch notwendig ist, damit seine Tat am Ende des Films nicht völlig aus dem nichts kommt, sondern nachvollziehbar ist. Einzig James Franco hat mich nicht übermäßig begeistert. Seine Leistung ist sicherlich nicht schlecht, aber seine Rolle ist im Vergleich zu anderen nur wenig fordernd, und von der Tatsache abgesehen dass er schwul ist hat er ähnliche Figuren schon einige Male gespielt. Nichtsdestotrotz zählen die schauspielerischen Leistungen definitiv zu den großen Stärken des Films.

Eine weitere ist Gus Van Sants clevere Inszenierung. Immer wieder vermischt er sein gedrehtes Filmmaterial mit echtem Archivmaterial, was den Realismus des Films deutlich erhöht. Vor allem die Aufzeichnungen der erzkonservativen religiösen Fanatiker ist wirklich beängstigend, und in gewisser weise ist es auch traurig, diese Szenen zu sehen und erkennen zu müssen, dass sich in den letzten 30 Jahren eigentlich nicht unbedingt viel getan hat. Dass es immer noch viel zu viele Menschen gibt, die so denken, und der Kampf um Toleranz geschweige denn Gleichberechtigung für Homosexuelle noch lange nicht gewonnen ist. Das wichtigste ist aber, dass "Milk" bewegend ist. Im Gegensatz zu "Der seltsame Fall des Benjamin Button", dem es nicht wirklich gelungen ist mich zu berühren, hat dies "Milk" gleich mehrere Male und auf verschiedene Art und Weise geschafft. Vor allem die Einstellung am Ende mit den Lichtermeer ist sehr emotional, und ein wunderbar berührender Abschluss für ein sehr interessantes und grandios gespieltes filmisches Denkmal für diese außergewöhnliche, schillernde Persönlichkeit...

Fazit: Für dieses Portrait von Harvey Milk läuft der ohnehin immer sehr gute Sean Penn zur absoluten Höchstform auf, und zeigt eine seiner besten - wenn nicht gar die beste - Leistung seiner bisherigen Karriere. Der zweite große Star des Films ist Gus Van Sant, der dieses Biopic sehr clever inszeniert und mit zahlreichen Momenten ausstattet, die unter die Haut gehen. Das Beachtlichste und zugleich auch Traurigste an "Milk" ist aber, dass die Thematik des Films über den Kampf für die Rechte von Homosexuellen immer noch so aktuell ist wie zu Harvey Milks Zeiten. Bleibt nur zu hoffen, dass es bald einer ähnlich schillernden und mitreißenden Persönlichkeit gelingen wird, in Harvey Milks große Fußstapfen zu treten, um den Kampf den er vor mehr als 30 Jahren begonnen hat endlich zu einem erfolgreichen Ende zu führen.

Wertung:8 von 10 Punkten


Christian Siegel
(Bilder © Focus Features)

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