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Verfilmung des Theaterstücks zum legendären Interview Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 22 Februar 2009
 
Frost/Nixon
(Frost/Nixon, USA/UK 2008)
 
Frost/Nixon
Bewertung:
Studio/Verleih: Working Title Films/Universal Pictures
Regie: Ron Howard
Produzenten: U.a. Eric Fellner, Brian Grazer & Ron Howard
Drehbuch: Peter Morgan, nach seinem eigenen Theaterstück
Musik: Hans Zimmer
Kamera: Salvatore Totino
Schnitt: Dan Hanley & Mike Hill
Genre: Politdrama
Kinostart (Deutschland): 05. Februar 2009
Kinostart (USA): 23. Januar 2009
Laufzeit: 122 Minuten
Altersfreigabe: Ab 12 Jahren
Homepage: klick
Trailer: klick
Kaufen: DVD, "Best Of" des Original-Interviews, Soundtrack, Roman von David Frost (Englisch)
Mit: Michael Sheen, Frank Langella, Sam Rockwell, Kevin Bacon, Oliver Platt, Rebecca Hall, Toby Jones, Clint Howard u.a.


Kurzinhalt: Der britische TV-Moderator David Frost wird von vielen seiner Kollegen als journalistisches Leichtgewicht angesehen. Um so überraschter sind sie, als gerade der für luftig-lockere Unterhaltung bekannte Frost ankündigt, ein Interview mit dem vor ein paar Jahren zurückgetretenen Ex-Präsidenten der USA, Richard Nixon, zu führen, den die Watergate-Affäre zu Fall gebracht hat. Mit diesem Schachzug möchte Frost seiner in letzter Zeit etwas eingeschlafenen Karriere wieder auf die Sprünge helfen. Um den als gewiefter Taktiker und Gesprächspartner bekannten "Tricky Dick" so richtig ins Schwitzen zu bringen, engagiert er die beiden größten Experten auf dem Gebiet des umstrittenen Ex-Präsidenten, damit die Interviews nicht zu einer Bühne für Nixonx politische Propaganda werden. Doch die Interviewreihe entwickelt sich langsam aber sicher zu einem Desaster: Frost findet partout kein Fernsehstudio, dass die Interviews vorfinanzieren will, und auch ein Sponsor nach dem anderen springt ihm ab, da es ihm niemand zutraut, gegen Nixon zu bestehen. Als sich Nixon schließlich in den ersten Interviewrunden als unantastbar und überlegen erweist, sieht Frost langsam aber sicher seine Karriere davonschwimmen. Nur mehr ein genialer Schachzug in der letzten und wichtigsten Interviewrunde kann ihn nun noch retten...

Review: ImageDer Fall von Richard Nixon durch die Watergate-Affäre sollte eigentlich auch hierzulande soweit bekannt sein (sofern unser Schulsystem nicht mittlerweile schon völlig versagt), doch das besagte Interview zwischen den britischen TV-Moderator David Frost und dem ehemaligen Präsidenten der USA hat wohl zumindest für unsere Generation nicht unbedingt einen allzu hohen Bekanntheitsgrad. Gerade für jene – wie auch mich – welche das Original-Interview noch nie gesehen haben ist diese Verfilmung des Theaterstücks, das darauf basiert, sehr interessant; zumindest sofern man sich halbwegs für Politik, Medien und jüngere Geschichte interessiert. Was das Casting betrifft ging Ron Howard dabei sehr konsequent vor: Mit Michael Sheen und Frank Langella verpflichtete er jene beiden Hauptdarsteller, welche ihre Rollen auch schon im Theaterstück verkörpert hatten. Man merkt deutlich, dass diese beiden Schauspieler ihre Figuren bereits verinnerlicht und auch was ihre gemeinsame Chemie und das Zusammenspiel betrifft schon einiges an Erfahrung miteinander gesammelt haben – wovon der Film ungemein profitiert.

Doch nicht nur für die Hauptdarsteller, auch für die Adaptierung fürs Kino wandte sich Ron Howard an jene Person, welche das Theaterstück verfasst hat. Wo andere entsprechende Verfilmungen es oftmals nicht gelingt, ihre Wurzeln zurückzulassen und sich auch wirklich wie Kino anzufühlen, gelingt es Peter Morgan wunderbar, auf sein eigenes Stück aufzubauen und es in dieses neue Medium, dass deutlich mehr Möglichkeiten bietet als die eher beschränkten inszenatorischen Mittel einer Theaterbühne, zu übertragen. Auch Ron Howards Inszenierung sorgt dafür, dass obwohl die Gespräche zwischen zwei Personen im Zentrum der Handlung stehen, nie der Eindruck einer Theateraufführung entsteht. Vor allem im weiteren Verlauf des Films strotzt "Frost/Nixon" nur so vor großartigen Momenten und Dialogen, insbesondere das Telefonat zwischen Nixon und Frost vor der letzten Gesprächsrunde, das besagte letzte Interview mit Nixon's "Geständnis", sowie die Verabschiedung in Nixons Strandhaus, wo trotz aller Animosität auch ein gewisser Respekt zwischen den beiden durchscheint. Solche starke Momente lassen auch den einen oder anderen kleineren Durchhänger zwischendurch leicht(er) verkraften...

ImageTrotz der großartigen schauspielerischer Leistungen und einiger toller Momente... es gibt eine Schwäche, die für mich den Aufstieg in den Politfilm-Olymp verhindert: Ron Howard inszeniert "Frost/Nixon" als Pseudo-Doku, in dem die Figuren auf die Interviews zurückschauen und darauf reflektieren. Für diese Szenen hat er allerdings nicht auf die echten Personen zurückgegriffen (wohl damit zwischen der eigentlichen Handlung und diesen Interviews kein Bruch entsteht), sondern auf die Schauspieler, die diese in "Frost/Nixon" verkörpern. Eben dies hat für mich einfach nicht funktioniert. Wenn sich bekannte Gesichter wie Kevin Bacon, Oliver Platt, Toby Jones & Co. in diesen Szenen als die echten Personen ausgeben, hat mich das leider jedes Mal aus der Illusion gerissen. Bei den großartigen Szenen zwischen Frost und Nixon vergisst man teilweise völlig, hier zwei Schauspieler zu sehen, doch durch diese Szenen wurde ich leider immer wieder daran erinnert, dass wir hier nur eine Nachstellung der Ereignisse erleben. Da die Reflektionen noch dazu keinen Mehrwert bringen und oftmals nur dazu da sind, das offensichtlich noch offensichtlicher zu machen, wünschte ich wirklich, Ron Howard hätte darauf verzichtet. Ein inszenatorischer Kniff, mit dem ich nicht das Geringste anfangen konnte, und der mir diesen ansonsten großartigen Film leider doch ein wenig verdorben hat.

Fazit: Mit "Frost/Nixon" hat Ron Howard eine tolle Adaption des Theaterstücks abgeliefert, die vor allem für jene, die sich ein bisschen für Politik und Geschichte interessieren, die zugrundeliegenden Interviews aber noch nie gesehen haben, faszinierend sein dürfte. Michael Sheen und Frank Langella spielen ihre Rollen perfekt, und "Frost/Nixon" hat einige großartige Dialoge und Szenen zu bieten. Einzig Ron Howards pseudo-dokumentarischer Zugang hat mich leider nicht im Geringsten überzeugt und mich immer wieder aus der Illusion gerissen...

Wertung:8 von 10 Punkten


Christian Siegel
(Bilder © Universal Pictures)

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